Gliederung
1. Einleitung 3
2. Der Wiener Kongress 4
2.1 Historische Einordnung 4
2.2 Teilnehmer und Akteure 5
2.3 Die politischen Ziele des Wiener Kongresses 5
2.4 Die räumliche Frage: territoriale Neuordnung 7
2.5 Resümee 8
3. Heinrich von Brentano 9
3.1 Persönliche Daten 9
3.2 Politisches Wirken 9
Literaturverzeichnis 13
3
1. Einleitung
Vorliegende Arbeit beschäftigt sich in einem ersten Teil mit grundlegenden Inhalten und Zusammenhängen des Wiener Kongresses 1814/15, in einem zweiten Teil soll die Person des deutschen Politikers Heinrich von Brentano (1904 - 1964) vorgestellt werden.
Wollte man zwischen diesen beiden Themenbereichen eine Brücke schlagen, könnte man den Aspekt der Deutschen Frage aufgreifen, die in d en vergangenen Jahrhunderten innerhalb des europäischen Staatensystems stets von Brisanz und Aktualität war.
Beide Male, nach der Hegemonie Napoleons und auch eineinhalb Jahrhunderte später, nach dem Zweiten Weltkrieg, ist die Einheit Deutschlands zentral er Gegenstand zeitgenössischer Politik.
Ziel soll es sein, in beide Themenbereichen einen kurzer Einblick zu gewähren und die wesentlichsten Zusammenhänge, Daten und Fakten darzustellen. Die Literaturrecherche erstreckte sich allerdings auch auf weiterführende und vertiefende Literatur und ist der Bibliographie am Ende der Arbeit zu entnehmen.
Der Wiener Kongress 4
2. Der Wiener Kongress 1 „Le Congrès danse et ne marche pas“ . Tatsächlich überboten Liebesromanzen,
Hintertreppenaffären, Schlafzimmerintrigen, Klatsch und die rauschenden Feste alles bisher Dagewesene, als sich 1814 die alte europäische Gesellschaft in Wien
2 versammelte, um über die Neuordnung Europas zu verhandeln.
Man verstand es, gesellschaftliche Veranstaltungen und Feste als diplomatische Mittel einzusetzen und weiß heute, dass diese für den Ausgang der Verhandlungen nicht
3 unbedeutend waren.
Doch auf dem Wiener Kongress wurde auch gearbeitet. Die folgenden Ausführungen sollen einen ersten Einblick in wesentliche Gegenstände und Zusammenhänge geben.
2.1 Historische Einordnung
Während der Hegemonie Napoleons wurden Europas Grenzen und territoriale Strukturen grundlegend verändert. Nach der verheerenden Niederlage der französischen Armee in Russland (1812) und dem vorläufigen Abschluss der Kämpfe,
4 besiegelt mit dem Sturz Napoleons und dem Pariser Frieden vom 30. Mai 1814, versammelten sich Gesandte aller europäischen Staaten (mit Ausnahme der Türkei) in
5 und Wien, um eine Wiederherstellung des europäischen Staatensystems zu erreichen
6 . eine Neuordnung Europas durchzuführen
Der zu diesem Zwecke einberufene Kongress fand von November 1814 bis zum 8. Juni
7 1815 in der österreichischen Hauptstadt Wien statt.
1 Taddey (1983), S. 1335.
2 Vgl. Weis (1978), S. 342.
3 Vgl. Taddey (1983), S. 1335.
4 Vgl. Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 292.
5 Vgl. Taddey (1983), S. 1335.
6 Vgl. Braitling (1999), S. 526.
7 Vgl. Braitling (1999), S. 526.
Der Wiener Kongress 5
2.2 Teilnehmer und Akteure
Am Kongress nahmen Großbritannien, Österreich, Preußen, Russland, Schweden,
8 mit insgesamt rund 200 Herrschaften, Städten und Spanien und Portugal
Körperschaften teil. Eine herausragende Rolle spielte jedoch das Komitee der vier Großmächte, bestehend aus Rußland (vertreten durch Zar Alexander I. und Nesselrode), Großbritannien (Castlereagh und Wellington), Österreich (Metternich) und Preußen (W. 9 von Humboldt).
Eine Sonderstellung hatte Frankreich inne. Aufgrund der Wiederherstellung der bourbonischen Monarchie und des diplomatischen Geschicks seines Außenministers Talleyrand, gelang es trotz der Niederlage schon bald, im Komitee der Großmächte
10 mitzusprechen.
Herausragender Akteur war zweifelsohne Fürst von Metternich, „österreichischer
11 . Er lenkte die Geschicke des Außenminister und Staatsmann alter Schule“
Kongresses maßgebli ch und gilt als Schöpfer des nach ihm benannten Systems einer
12 europäischen Gleichgewichtspolitik.
2.3 Die politischen Ziele des Wiener Kongresses
13 spricht von fünf Prinzipien der Politik auf dem Wiener Kongress. Gerhard TADDEY
Neben der Legitimität zur Rechtfertigung der monarchischen Herrschaft, der Autorität entsprechend dem monarchischen Prinzip und der sich daraus ableitenden Solidarität bei der Abwehr revolutionärer Bestrebungen nennt er das Gleichgewichtsprinzip und den Gedanken der Restauration.
Vorrangiges Ziel war es, nach den Wirren des Krieges und der Revolutionen erneut
14 Stabilität und Ordnung auf dem Kontinent herzustellen.
8 Vgl. Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 292.
9 Vgl. Taddey (1983), S. 1335.
10 Vgl. Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 292f.
11 Ludewig (1996), S. 16.
12 Vgl. Görtemaker (1994), S. 73.
13 Vgl. Taddey (1983), S. 1335.
14 Vgl. Ludewig (1996), S. 16.
Der Wiener Kongress 6
Das Metternichsche System des europäischen Gleichgewichts
Die Realisierung eines europäischen Mächtegleichgewichts stellte einen der Eckpfeiler der Politik von Metternichs dar. Das Streben eines Staates nach der Vorherrschaft auf
15 rechtzeitig dem Kontinent sollte durch Intervention des „Europäischen Konzerts“ zunichte gemacht werden.
Ziel war die künftige Vermeidung einer Hegemonie, etwa gleich der Frankreichs unter Napoleon. Fünf ausgewogene Großmächte sollten den Frieden in Europa sichern und
16 revolutionären Bewegungen zuvorkommen. Restauration
Verschiebungen, von denen fast alle europäischen Staaten durch die Eroberungen Napoleons betroffen waren, rückgängig gemacht, und vertriebene Fürsten kehrten zurück, jedoch wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ebenso wie die
19 Der Kongress merkte schnell, dass sich geistlichen Fürstentümer nicht erneuert.
eine vollständige Wiederherstellung der vorrevolutionären Verhältnisse nicht
20 realisieren lassen würde. Der Deutsche Bund
Der auf dem Wiener Kongress geschaffene Nachfolger des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war das Produkt der politischen Neuordnung Deutschlands. Dem Grundsatz des Gleichgewichts entsprechend sollte der Deutsche Bund als Gegenpol zu Russland und Frankreich agieren können, ohne selbst zur Hegemonialmacht aufzusteigen. Diesen Anforderungen schien der Staatenbund souveräner Fürsten und freier Städte unter der Vorherrschaft Preußens und Österreichs gerecht zu werden. Der Deutsche Bund war ein loser, jedoch unauflöslicher Zusammenschluss ohne gemeinsames Oberhaupt, ohne
15 Görtemaker (1994), S. 71.
16 Vgl. Ludewig (1996), S. 17.
17 Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 294.
18 Vgl. Taddey (1983), S. 1335.
19 Vgl. Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 294.
20 Vgl. Ludewig (1996), S. 16.
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2002, Der Wiener Kongress / Heinrich von Brentano, München, GRIN Verlag GmbH
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