Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Methodische Konzeption. 5
3. Forschungsergebnisse 6
3.1. Auswirkungen von Armut in den verschiedene Spielräumen. 7
3.1.1. Versorgungs- und Einkommensspielraum 7
3.1.2. Lern- und Erfahrungsspielraum. 8
3.1.3. Kontakt- und Kooperationsspielraum. 9
3.1.4. Regenerations- und Mußespielraum. 10
3.1.5. Dispositions- und Entscheidungsspielraum. 11
3.2. Bewältigungsstrategien. 14
3.2.1. Elterliche Strategien 14
3.2.2. Kindliche Strategien. 16
4. Bedeutung für die Soziale Arbeit 18
5. Literatur 19
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1. Einleitung
Lange Zeit wurde das Problem der Kinderarmut in Deutschland nicht öffentlich registriert. Da jüngere Kinder meist nur im Zusammenhang mit ihren Familien gesehen wurden, nahm die Öffentlichkeit nicht wahr, dass schon Mitte der achtziger Jahre die Jüngsten unserer Gesellschaft die höchste Sozialhilfequote aufwiesen. Bis heute hat sich die Situation nicht merklich gebessert, allerdings wurden Fachkräfte und soziale Einrichtungen in den neunziger Jahren mit einem massiven Anstieg von Armutserscheinungen konfrontiert, so dass man gezwungen war, sich mit der Situation auseinander zu setzen. Dies geschah unter anderem in Form von Armutsberichten.
Hierbei konzentrierte man sich jedoch in erster Linie auf Armut bei Erwachsenen, erst Ende der neunziger Jahre unternahm man Forschungen zum Thema Kinderarmut. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang zum Beispiel eine Studie des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS), welche vom Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) beauftragt wurde. (vgl. Abschlußbericht Vertiefungsstudie AWO 2003, 1f.)
Eine weitere Studie beschäftigt sich mit der Lebenslage von Grundschulkindern, die in armen Verhältnissen aufwachsen. Diese wurde im Jahr 2000 im Rahmen eines Forschungsprojektes an der FH Jena unter der Leitung von Karl August Chassé, Margherita Zander sowie Konstanze Rasch durchgeführt.
In der vorliegenden Ausarbeitung setze ich mich mit dieser Studie näher auseinander, indem ich zunächst die methodische Konzeption betrachte und anschließend die Ergebnisse der Studie zusammenfasse. Hierbei erläutere ich zum einen die Auswirkungen von Armut auf verschiedene Lebensbereiche der Kinder und gehe zum anderen auf Bewältigungsstrategien ein. Abschließend werde ich die Ergebnisse der Studie hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Soziale Arbeit untersuchen, bzw. Lösungsansätze aufzeigen.
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2. Methodische Konzeption
Bei ihren Forschungen beschränkten sich Chassé, Zander und Rasch auf Kinder in den neuen Bundesländern. Im Einzelnen wurden vierzehn Fallstudien mit Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren durchgeführt, welche in städtischen wie auch in ländlichen Regionen leben. (vgl. Chassé 2003, 65)
Durch Kinderinterviews sollten Beeinträchtigungen aufgrund von Armut aus der individuellen Sicht der Befragten kenntlich gemacht werden.
Mit einbezogen wurden auch die Eltern der Kinder (in den meisten Fällen waren allerdings die Mütter die Ansprechpartner). Das Ziel war hierbei „...,Bewältigungsprozesse innerhalb einer Familie aus der Perspektive zweier Generationen zu untersuchen und somit auch Konvergenzen und Differenzen zu beschreiben und zu analysieren.“ (Chassé 2003, 65) Chassé u.a. waren die Betrachtung der Auswirkungen von Armut aus einer ganzheitlichen Perspektive wichtig. Es sollten also alle Lebensbereiche der befragten Kinder auf Beeinträchtigungen durch Armut untersucht werden.
Im Besonderen wollte man herausfinden, inwiefern strukturelle Vorgaben und individuelle Bewältigungsstrategien sich wechselseitig beeinflussen. (vgl. Chassé 2003, 51f.)
Konzeptionell orie ntieren sich Chassé, Zander und Rasch am Spielräumekonzept von Ingeborg Nahnsen, „das sich ... vor allem für die qualitative sozialwissenschaftliche Forschung eignet, um konkretere Aussagen über die Beschaffenheit von restringierten Lebenslagen zu machen.“ (Chassé 2003, 55)
Da dieses jedoch ursprünglich zur Erforschung von Lebenslagen Erwachsener entwickelt wurde, nehmen Chassé u.a. zunächst eine Übertragung des Konzepts auf die Lebenssituation von Kindern vor.
Hierbei unterscheiden sie schließlich fünf Spielräume. Im Folgenden sind dies:
• Versorgungs- und Einkommensspielraum
• Lern- und Erfahrungsspielraum
• Kontakt- und Kooperationsspielraum
• Regenerations- und Mußespielraum
• Dispositions- und Entscheidungsspielraum (vgl. Chassé 2003, 61)
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Zu berücksichtigen sind bei der Erfassung der Lebenslage zum einen die strukturellen Bedingungen, welche das Kind kaum beeinflussen kann, zum anderen die individuelle Wahrnehmung und Verarbeitung der Lebenslage durch das Kind. (vgl. Chassé 2003, 113)
3. Forschungsergebnisse
Chassé, Zander und Rasch stellen der Auswertung der Kinderinterviews einige Leitfragen voran, unter deren Blickwinkel die Aussagen der Kinder interpretiert werden sollen:
• „Welche Einschränkungen nehmen Kinder in den unterschiedlichen Dimensionen ihrer Lebenslage bzw. in den unterschiedlichen Spielräumen wahr?“
• „In welcher Weise nehmen sie diese Einschränkungen als Defizite wahr und wie reagieren sie darauf?“
• „Was ist ihnen nicht zugänglich an Gegenständen, Beziehungen, Strukturen? Welche Einschränkungen erfahren sie dabei?“
• „Welche Zugänge zur ,Kinderwelt´, zur sozialen und physischen Welt sind möglich, welche werden ihnen - aufgrund der benachteiligten Lebenslage - erschwert oder verwehrt?“
• „Was beeinträchtigt erheblich das gegenwärtige Leben und Wohlbefinden der Kinder bzw. ihre Lebenschancen?“
• „Welche Bewältigungsstrategien entwickeln sie im Umgang mit der Situation?“ (Chassé 2003, 113)
Hierbei legen die Verantwortlichen jedoch auch Wert auf einen Vergleich der Kinderaussagen mit den Aussagen der Eltern, um beide Seiten in Relation zu sehen. (vgl. Chassé 2003, 114)
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Arbeit zitieren:
Miriam Trabel, 2005, Armut bei Kindern im Grundschulalter - Eine Darstellung von Auswirkungen und Bewältigungsstrategien, München, GRIN Verlag GmbH
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