Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 4
2. Die Seiten einer Nachricht 4
3. Kommunikationsstörungen 8
3.1 Selbstoffenbarungsseite. 8
3.2 Umgang des Beraters mit Kommunikationsstörungen auf
der Selbstoffenbarungsseite. 10
3.3. Beziehungsseite. 11
3.4 Umgang des Beraters mit Kommunikationsstörungen auf
der Beziehungsseite. 13
4. Fazit 14
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1. Einleitung
Ich habe mich für das Thema „Welche Seiten der Kommunikation gibt es, welche Störungen sind mit einem ungenügenden Verständnis dieser verschiedene n Seiten verbunden und wie kann man als BeraterIn damit umgehen? “ entschieden, weil mich der Vorgang der menschlichen Kommunikation, die Art und Weise, wie Menschen sich verständigen, sich unterhalten und miteinander umgehen, aber auch die damit verbundenen Störungen und Probleme, sowie der angemessene Umgang zur Behebung dieser Störungen interessieren. Im ersten Teil meiner Arbeit bin ich daher auf die vier Seiten einer Nachricht sowohl aus Sicht des Senders als auch aus Sicht des Empfängers eingegangen. Der zweite Teil befasst sich mit den Störungen, die sich auf der Selbstoffenbarung- und Beziehungsseite ergeben können, sowie dem angemessenen Umgang des Beraters mit diesen Kommunikationsstörungen.
2. Die Seiten einer Nachricht
Der Grundvorgang der menschlichen Kommunikation ist sehr leicht zu beschreiben. Es gibt eine Person (Sender), die einer anderen Person (Empfänger) eine Nachricht übermittelt möchte. Teilweise erhält der Sender vom Empfänger auch ein Feedback. Dabei teilt der Empfänger dem Sender die Wirkung seiner Nachricht auf ihn mit. Betrachtet man eine Nachricht genauer, stellt man fest, dass diese aus einem Bündel von verbalen und nonverbalen Botschaften besteht. Dies macht den Vorgang der zwischenmenschlichen Kommunikation so kompliziert und störanfällig, aber auch so aufregend und spannend. Friedemann Schulz von Thun hat das bekannte Organon-Modell von Karl Bühler weiterentwickelt. Nach Bühler besitzt Sprache drei Funktionen: Darstellung, Ausdruck und Appell. Ein Sender teilt einem Empfänger mit Hilfe von Zeichen (durch ein Wort, einen Satz) einen bestimmten Sachverhalt (Darstellungsfunktion) mit. Der Sender teilt dem Empfänger sowohl in verbale als auch in nonverbale Form etwas über sich selbst, über seine Gefühle und sein Innenleben mit (Ausdrucksfunktion). Der Sender will durch seine verbalen und nonverbalen Äußerungen bei dem Empfänger etwas bewirken, ihn zu etwas veranlassen (Appellfunktion). Friedemann Schulz von Thun unterscheidet gegenüber Bühler vier psychologisch bedeutsame Seiten oder Aspekte einer Nachricht : den Sachinhalt, die Selbstoffenbarung, die Beziehung und den Appell. Eine Nachricht mit ihren Botschaften lässt
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sich nach diesen vier Aspekten gliedern. Ebenso sind alle vier Aspekte immer gleichzeitig in einer Nachricht enthalten. Daher ergibt sich sowohl für den Sender die Notwendigkeit, „vierseitig" zu senden, als auch für den Empfä nger, „vierseitig" zu empfangen. 1 Im Folgenden möchte ich die vier Seiten einer Nachricht genauer beleuchten. Jede Nachricht enthä lt eine Sachinformation. Dabei werden die Ziele Sachlichkeit und Verständlichkeit verfolgt. Diese Seite der Nachricht ist also meist unmissverständlich. Allerdings gibt es auch Nachrichten, meist jene von Juristen, Wissenschaftler oder Psychologen, bei denen die meisten Menschen Probleme haben, den Sachinhalt zu verstehen. Dies liegt jedoch weniger am Sachinhalt, sondern mehr an der Formulierung. Diese ist meist zu kompliziert, weitschweifig, zu hochgestochen und zu ungegliedert. Der Sachinhalt einer Nachricht wird daher durch einfache, knappe und klar geordnete Formulierung verständlich. In jeder Nachricht teilt der Sender jedoch nicht nur sachliche Informationen mit, sondern auch Informationen über sich selbst, über die eigene Persönlichkeit, momentane Befindlichkeit und über seine Fähigkeiten. Schulz von Thun wählte den Begriff der Selbstoffenbarung und schloss somit die gewollte und bewusste Selbstdarstellung als auch die unfreiwillige Selbstenthüllung ein. Diese Botschaften sind meist nicht so klar und eindeutig wie der Sachinhalt und der Empfänger muss sie erraten. Psychologisch gesehen ist diese Seite der Nachricht sehr bedeutsam, denn mit ihr verbinden sich viele Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation. 2 Auf die Probleme wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch detaillierter eingegangen.
Weiterhin enthält eine Nachricht Botschaften über die Beziehung zwischen dem Sender und dem Empfänger. Dies sind insbesondere jene Botschaften, aus denen hervorgeht, wie der Sender zum Empfänger steht und was er von ihm hält. Dies kann der Sender durch bestimmte aus gewählte Formulierungen, aber auch durch einen bewussten oder unbewussten angeschlagenen Tonfall und nonverbale Signale zeigen und deutlich machen. Allgemein kann gesagt werden, dass das Senden einer Nachricht immer bedeutet, zu dem Angesprochenen eine bestimmte Art einer Beziehung auszudrücken, was wiederum ein spezieller Teil der Selbstoffenbarung ist.
Zwei Arten von Botschaften sind auf der Beziehungsseite gebündelt. Dies sind zum einen Botschaften, aus denen hervorgeht, was der Sender vom Empfänger hält (Du-Botschaften). Zum anderen sind es Botschaften darüber, wie der Sender die Beziehung zwischen sich und dem Empfänger sieht („Wir-Botschaften“ oder „so stehen wir zueinander“).
1 Vgl. Fittkau, Müller-Wolf, Schulz von Thun „Kommunizieren lernen“ (S. 9)
2 Vgl. Schulz von Thun „Miteinander reden 1“ (S. 27)
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Arbeit zitieren:
Maren Anding, 2005, Kommunikationsstörungen, München, GRIN Verlag GmbH
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