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Interessen der USA im "Erweiterten Orient" seit 1990: Kontinuität oder Wandel?

Titel: Interessen der USA im "Erweiterten Orient" seit 1990: Kontinuität oder Wandel?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christian Fröhlich (Autor:in)

Politik - Region: USA
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach Leon Carl Brown ist der Orient die am stärksten durch externe Akteure durchdrungene Region der Welt. Zweifelsohne zählen die USA zu den wichtigsten auswärtigen Mächten, seit Ende des Ost-West-Konfliktes sind sie sogar die wichtigste Macht. Insofern ist die Politik der USA ein entscheidender Faktor für die Zukunft dieser Region. Mehr noch: Angesichts der geostrategischen, weltwirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung des ‚Orients’ ist hier die U.S.- Regionalpolitik gleichzeitig eine entscheidende Determinante für die Weltpolitik. Umgekehrt ist die Region eine ausgesprochen amerikanische Interessensphäre: Heute fließen rund 25% aller bilateralen Hilfsleistungen an arabische und muslimische Länder im Orient, und mit Israel und Ägypten liegen die beiden
größten Empfänger amerikanischer Auslandshilfe in der Region. Vor diesem Hintergrund ist die Analyse der Interessenlage der USA in der Region interessant. Ziel dieser Arbeit ist, die handlungsleitenden Interessen der USA und die damit verbundenen Ordnungsvorstellungen im „Erweiterten Orient“ seit 1990 zu untersuchen. Dabei sind drei Fragen grundlegend: Was sind regionale U.S.- Basisinteressen? Falls sich diese seit Ende des Ost-West-Konfliktes verändert haben, wie haben sie sich geändert? Was sind die Gründe für den Wandel? Dazu wird im Abschnitt 2.1 zunächst das regionale Interessenbündel vor Ende des Ost-West-Konfliktes betrachtet. Dies soll als Ausgangspunkt dienen, um etwaige Veränderungen der Interessenlage in den 90er Jahren (Abschnitt 2.2) und nach den Anschlägen des 11.September 2001 (Abschnitt 2.3) messen zu können. Es ist anzumerken, dass die gewählte Methode von „Interessen im ‚Erweiterten Orient’“ zu sprechen, durchaus als problematisch anzusehen ist. Selbstredend gibt es kein ‚Interesse’ für die gesamte Region, sondern vielmehr Nuancierungen bezüglich der zahlreichen Subregionen des ‚Orients’. Vor dem Hintergrund der enormen regionalen Komplexität scheint es jedoch viel versprechend, eine analytische Vereinfachung vorzunehmen: Es sollen die Schlüsselinteressen der USA untersucht werden, welche durch die regionalen Verflechtungen und spill-over Effekte mehr oder weniger für die gesamte Region als handlungsleitend anzusehen sind. Eine regionale Differenzierung wird in dieser Analyse daher nur selektiv in evidenten Beispielfällen erfolgen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Handlungsleitende Interessen seit 1990: Kontinuität oder Wandel?

2.1 Interessenlage während des Ost-West-Konfliktes

2.2 Die 90er Jahre

2.2.1 Gleiches Spiel – neue Spieler

Die Golfkrise

Dual Containment

Postsowjetische Staaten

2.2.2 Der Friedensprozess in Nahost

2.2.3 Zwischenbilanz der 90er Jahre

2.3 Post September 2001

2.3.1 Global-strategische Neuausrichtung

2.3.2 Erweiterung der Interessentroika im ‚Erweiterten Orient’

Bedeutung des Terrorismus für die Interessenerweiterung

Bedeutung der ‚rogue states’ für die Interessenerweiterung

Kontinuität des ursprünglichen Interessenbündels

3. Ergebnis

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der zentralen außenpolitischen Interessen der USA im sogenannten „Erweiterten Orient“ seit dem Ende des Ost-West-Konflikts. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und warum sich die amerikanischen Basisinteressen – Kontrollstellung, Zugang zu Energieressourcen und Protektion Israels – nach 1990 verändert haben, insbesondere unter dem Eindruck der Ereignisse nach dem 11. September 2001.

  • Analyse des US-Interessenbündels während des Kalten Krieges als Ausgangsbasis.
  • Untersuchung der 90er Jahre unter dem Einfluss der Golfkrise und der "Dual Containment"-Politik.
  • Betrachtung der sicherheitspolitischen Neuausrichtung nach den Anschlägen vom 11. September 2001.
  • Erörterung der Erweiterung der Interessen um die Dimension der Eigen-Sicherheit.
  • Bewertung von Kontinuität und Wandel in der amerikanischen Regionalpolitik.

Auszug aus dem Buch

2.1 Interessenlage während des Ost-West-Konfliktes

Recht treffend kann das Interessenbündel während der Phase des Ost-West-Konfliktes als „...holy trinity of Israel, oil, and anti-communism...“ beschrieben werden. Seit Ende des 2. Weltkrieges standen also vor allem die Eindämmung der sich ausbreitenden Sowjetunion, der kontinuierliche Zugang zu den Energieressourcen des Mittleren Ostens und die Stabilisierung und Sicherung der Staatlichkeit Israels im strategischen Vordergrund.

Obwohl zwischen den USA und Israel keine formelle sicherheitspolitische Allianz besteht, fühlten sich die Vereinigten Staaten Israel seit der Staatwerdung 1947 nicht lediglich auf emotionaler Basis verbunden. Dies hatte tiefe geschichtliche Wurzeln, war aber auch in den gut organisierten jüdischen Interessenverbänden und deren Einflussnahme auf die amerikanische Gesellschaft begründet. Die Verbundenheit zur einzigen realen Demokratie in der Region wog schließlich schwerer als die Befürchtung, durch pro-israelische Politik bei den regionalen Nachbarn Angriffspunkte für sowjetische Expansionsbestrebungen zu eröffnen.

Spätestens seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 war es das erklärte Ziel der USA, Israel im militärischen Bereich einen ‚qualitativen Vorsprung’ zu verschaffen und so die israelische Sicherheit zu zementieren. Im Laufe der Zeit hat sich die Sicherheit des israelischen Staates zu einem konstitutiven Bestandteil des überparteilichen Konsensus in den USA entwickelt. Schließlich wurde Israel sogar als „strategic asset“ in der Region wahrgenommen und entsprechend unterstützt. Israel balancierte erfolgreich radikal-nationalistische Bewegungen im Libanon, in Jordanien und im Jemen aus und grenzte das pro-sowjetische Syrien ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert das Interesse der USA an der Region und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Kontinuität oder des Wandels der US-Basisinteressen nach 1990.

2. Handlungsleitende Interessen seit 1990: Kontinuität oder Wandel?: Das Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert das Interessenbündel vom Kalten Krieg über die 90er Jahre bis zur Zeit nach dem 11. September 2001.

3. Ergebnis: Das Kapitel fasst zusammen, dass die drei Kerninteressen bestehen blieben, sich jedoch durch die neue Sicherheitslage nach 2001 um den Aspekt der eigenen territorialen Sicherheit erweiterten.

Schlüsselwörter

USA, Erweiterter Orient, Außenpolitik, Interessenbündel, Nahostkonflikt, Dual Containment, 11. September 2001, Terrorismus, Sicherheitspolitik, rogue states, Preemption, Demokratisierung, Kontinuität, Wandel, Geostrategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die US-Außenpolitik im „Erweiterten Orient“ und prüft, ob die definierten amerikanischen Kerninteressen seit Ende des Ost-West-Konflikts stabil geblieben sind oder sich gewandelt haben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die US-Interessen im Bereich der Geopolitik, der Energiesicherheit, des Schutzes Israels sowie die Reaktion auf neue Bedrohungsszenarien wie Terrorismus und sogenannte „rogue states“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, welche Basisinteressen die USA in der Region verfolgen und wie sich die amerikanische Wahrnehmung der Bedrohung dieser Interessen seit 1990 verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse außenpolitischer Interessen, die in ein dreidimensionales Interessenbündel unterteilt werden, um deren Entwicklung über verschiedene zeitliche Phasen hinweg messbar zu machen.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die Ausgangslage im Kalten Krieg beschrieben, gefolgt von einer Untersuchung der 90er Jahre und einer detaillierten Analyse der strategischen Neuausrichtung nach den Terroranschlägen von 2001.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen „Interessentroika“, „dual containment“, „Eigen-Sicherheit“, „Preemption“ sowie die „forward strategy of freedom“.

Warum wurde die Zeit nach 1990 für die Analyse gewählt?

Die Zäsur durch das Ende des Ost-West-Konflikts diente als idealer Ausgangspunkt, um zu untersuchen, wie die USA ihre Rolle in einer nun unipolar geprägten Welt in einer strategisch wichtigen Region neu definieren.

Welche Rolle spielt die „Eigen-Sicherheit“ in der Analyse?

Die „Eigen-Sicherheit“ wird als neue Dimension identifiziert, die nach 2001 als Reaktion auf die Bedrohung durch transnationale Terrornetzwerke das ursprüngliche Interessenbündel maßgeblich ergänzt hat.

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Details

Titel
Interessen der USA im "Erweiterten Orient" seit 1990: Kontinuität oder Wandel?
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Lehrstuhl für Außenpolitik und Internationale Beziehungen, Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar "Der „erweiterte Orient“ in der gegenwärtigen internationalen Politik", WS 2004/2005
Note
1,7
Autor
Christian Fröhlich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
27
Katalognummer
V38944
ISBN (eBook)
9783638378642
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interessen Erweiterten Orient Kontinuität Wandel Hauptseminar Orient“ Politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Fröhlich (Autor:in), 2005, Interessen der USA im "Erweiterten Orient" seit 1990: Kontinuität oder Wandel?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38944
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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