Inhaltsverzeichnis
1 Informationen. 3
1.1 Lehrziele 3
1.2 Einleitende Anmerkungen. 4
1.3 Unterrichtsablauf 5
1.4 Kommentar zum Unterrichtsablauf 7
1.5 Literaturverzeichnis 20
2 Unterrichtsmaterialien (in chronologischer Reihenfolge) 21
OH -1 Karikatur „Euroschein“ 21
T -1 Tafelbild: Sammeln der Schülerantworten. 21
OH -2 Zeitungsartikel „Warum ist 1 Euro 1,95583 DM wert?“ 22
PPT -1 Wichtige Begriffsabgrenzungen: WWU, EWU, ESZB, EZB 23
PPT -2 Unterscheidung ESZB/ EZB 23
PPT -3 Visuelle Übersicht über die verschiedenen Institutionen 24
AB -1 Leerfolie Organisation des ESZB (Teil 1) 24
L -AB-1 Lösungsblatt. 25
AB -2 Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel: „Organisation des Europäischen
Systems der Zentralbanken (ESZB)“, stark gekürzt 26
AB -3 Leerfolie Organisation des ESZB (Teil 2) 27
L -AB-3 Lösungsblatt. 27
AB -4 Arbeitsblatt zur Stellung des ESZB 28
L -AB-4 Exemplarisches Mindmap als mögliche Lösung 29
OH -3 Aufgaben des ESZB: Artikel 105 EG-Vertrag 30
AB -5 Leerfolie zu den Aufgaben des ESZB 30
L -AB-5 Lösungsblatt. 31
OH -4 Karikatur „Euroland“ 31
AB -6 Zeitungsartikel: „Britische Euro -Debatte“ vom 12. Mai 2003 32
AB -7 Pressemitteilung des DW-TW über Interview vom 7. Juli 2003. 33
OH -5 Zeitungsartikel: “Euro will pay for NHS, says Blair vom 20. Juli 34
AB -8 Internetbeitrag „Pro Contra Euro“ 35
AB -9 Informationsdossier der Neuen Züricher Zeitung vom 30. Juni 1998 36
AB -10 Linkssammlungen zur weiteren Vertiefung 38
AB -11 Bewertungsbogen für die Jury nach inhaltlichen Kriterien 39
AB -12 Bewertungsbogen für die Jury nach Vortragsweise und Darstellung 40
L -AB-13 Exemplarische Pro - und Contra -Argumente für die Diskussion 41
2
1. Informationen
1.1 Lehrziele
¾ Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) in Grundzügen beschreiben können.
¾ Die Begriffe WWU, EWU, ESZB, EZB und deren Verflechtungen herausarbeiten können.
¾ Die Organisation des ESZB erklären können.
¾ Die Stellung und die Bedeutung der Unabhängigkeit des ESZB darlegen können.
¾ Die Aufgaben des ESZB und insbesondere die zentrale Rolle als Hüterin der
Geldwertstabilität nennen und erläutern können.
¾ Vorteile und Nachteile eines Beitritts zum Euro-Währungsgebiet herausarbeiten und mit
detaillierter Begründung diskutieren können.
¾ Reichweiten und Grenzen eines einheitlichen Währungsgebietes verstehen lernen.
¾ Den zielgerichteten Einsatz von neuen Medien zur Bereitstellung von Hintergrund-
informationen erlernen und erreichen, dass diese auch im Privaten sinnvoll genutzt
werden.
¾ Medienkompetenz aufbauen und Interesse für das Zeitgeschehen wecken.
¾ Einwirkungen wirtschaftlicher und politischer Vorgänge auf den persönlichen
Lebensbereich wahrnehmen und bewerten können.
¾ Einsicht in die Ganzheitlichkeit von Problemen und deren gegenseitige Abhängigkeit von
wirtschaftlichen, sozialen und politischen Faktoren fördern.
¾ Rhetorische Fertigkeiten, wie klare Vermittlung des eigenen Standpunkts und
Abschwächen von gegnerischen Argumenten schulen.
¾ Gezielt verschiedene Kriterien bei einer Debatte beobachten und bewerten können.
3
1.2 Einleitende Anmerkungen
Der vorliegende Unterrichtsentwurf ist für den Einsatz an Wirtschaftsschulen für das Fach Volkswirtschaftslehre in der 10. Klasse konzipiert und setzt mit Ausnahme einer adäquaten Allgemeinbildung kein spezifisches Fachwissen der Schüler voraus. Das begrenzte Zeitbudget von zwei Stunden führt dazu, dass in der vorliegenden Unterrichtskonzeption zwei zentrale Teile aus dem großen Themengebiet „Europäisches System der Zentralbanken (ESZB)“ herausgegriffen werden. In der ersten Unterrichtsstunde werden Organisation, Stellung und Aufgaben des ESZB behandelt. In der zweiten Unterrichtsstunde sollen die theoretisch gewonnenen Erkenntnisse von den Schülern handlungsorientiert in einer Pro-Contra-Debatte „Beitritt zum Eurowährungsgebiet - Ja oder Nein“ umgesetzt werden. Der Unterrichtsentwurf soll somit nicht dem Anspruch auf Vollständigkeit bei der Abhandlung des umfassenden Themenfeldes „Europäisches Währungssystem“ gerecht werden, sondern greift aufgrund des knappen Zeitbudgets exemplarisch oben genannte Aspekte heraus.
Mit diesen beiden Unterrichtssequenzen soll der Grundstein für das Schülerverständnis bezüglich des ESZB geschaffen werden, weshalb es sich anbietet, im Anschluss daran die geldpolitischen Instrumente des ESZB zu behandeln. Auch diese Thematik wird aus unserer Sicht trotz aller didaktischer Reduktionen mindestens zwei weitere Unterrichtseinheiten in Anspruch nehmen, weshalb sie in den vorliegenden Unterrichtsentwurf nicht integriert werden kann.
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1.4 Kommentar zum Unterrichtsablauf
Zu Nr. 1
Hier werden zwei Varianten für den Einstieg aufgezeigt. Bei beiden Einstiegen muss der Lehrer aber darauf achten, dass das angesetzte Zeitbudget von ca. fünf Minuten eingehalten wird. Denn ein guter Einstieg darf keinesfalls langatmig sein sondern zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er das Thema bzw. Problem auf den Punkt bringt und zielgerichtete Denkanstöße bei den Schülern generiert. Nichtsdestotrotz darf der Lehrer eine sich aus dem individuellen Unterrichtsablauf ergebende Diskussion nicht unmittelbar „abwürgen“. Vielmehr soll er sie in einem begrenzten Zeitkontinuum zulassen. Sollte nämlich der Einstieg Diskussionen zwischen den Schülern entfachen, hat er bereits sein Ziel erfüllt, das darin besteht, bei den Schülern Emotionen und Begeisterung für das Unterrichtsthema zu wecken. Variante 1:
Als Einstieg in das Thema „Die Europäische Zentralbank“ legt der Lehrer auf dem Overheadprojektor die Karikatur OH-1 auf. Diese zeigt eine fiktive 100.000-Euronote mit eine m integrierten Abbild des derzeitigen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Dieser Einstieg besteht aus zwei zentralen Schritten, die einerseits Aufmerksamkeit bzw. Interesse und andererseits Denkprozesse bei den Schülern auslösen sollen 1 : 1. Was will der Künstler mit dieser Karikatur aus ihrer Sicht zum Ausdruck bringen? 2. Sie besitzen alle ein bestimmtes Geldbudget, über das sie selbst verfügen können. Ist es für sie tragbar, dass neben der Europäischen Zentralbank auch der deutsche Bundeskanzler Einfluss auf die Geldwertstabilität ihres Geldes nimmt? Zu 1.:
Diese Frage nimmt direkt Bezug auf die Karikatur. Der Lehrer sammelt verschiedene Schülerantworten und schreibt sie an die Tafel. Dabei lässt er die erste Zeile frei, in die er zum Schluss den Bezug zwischen der Aussage der Karikatur und dem zu behandelnden Stoff herstellt (Tafelbild 1). Dadurch dass der Lehrer die Schülerantworten explizit an die Tafel schreibt, drückt er eine gewisse Wertschätzung gegenüber seinen Schülern aus, wodurch deren Selbstwertgefühl und Bereitschaft zur aktiven Teilnahme am Unterricht steigt. Da es bei dieser Frage nicht die einzig richtige sondern mehrere korrekte Antworten gibt, muss der Lehrer am Ende dieser Unterrichtssequenz die Aspekte der Aussagen, auf die der
1 vgl. Anforderungen an gute Lehrerfragen lt. Dubs, 1995
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weitere Unterricht fußt, wie oben beschrieben, in die erste Zeile schreiben und kurz erklären (Tafelbild 1):
¾ Einfluss der Politik auf die Geldwertstabilität
¾ Eingriff in die Rolle der EZB als „Hüterin der Geldwertstabilität“
¾ Durchbrechen der Unabhängigkeit der EZB-Stellung Zu 2.:
In einem zweiten Schritt konfrontiert der Lehrer die Schüler mit den Auswirkungen der oben genannten Aspekte auf ihre eigene Lebenswelt, die unter anderem stark von Geld und Kaufkraft geprägt ist. Jeder Schüler muss ja mit einem mehr oder minder üppig ausgestatteten Geldbudget haushalten.
Vor diesem Hintergrund fällt es nicht schwer, mit oben genannten Fragen den Schülern bewusst zu machen, dass sie persönlich davon betroffen sind, ob und wie die Erhaltung der Geldwertstabilität gewährleistet wird und welche Organisation dafür verantwortlich ist. Der Lehrer macht deutlich, dass genau dieses Problem der Geldwertstabilität die zentrale Aufgabe des ESZB darstellt.
Dieser affektive Zugang zur Materie erzeugt also bei den Schülern deshalb Emotio nen, weil sie die Erkenntnis gewinnen, dass sie persönlich einerseits von einer funktionierenden Geldwertstabilität profitieren, aber andererseits die Negativkonsequenzen tragen müssen, wenn die Geldwertstabilität nicht gegeben ist. Damit kann man bei vielen Schülern Interesse und Emotionen für den Unterrichtsgegenstand wecken. Empfohlene methodische Vorgehensweise:
Bei der Beantwortung der Fragen ruft der Lehrer sowohl Schüler auf, die sich melden, als auch Schüler, die sich nicht melden. Letzteres ist nötig, weil der Lehrer trotz eines noch so hohen Emotionalisierungsgrades von Karikaturen nie alle Schüler damit erreicht. Um auch die wenigen Schüler, deren Erregungsniveau sehr hoch ist, aktiv in den Unterricht einzubeziehen, ist diese Maßnahme wichtig. Variante 2:
In dieser Variante stellt der Lehrer den Schülern zwei Fragen:
1. Wie viel DM ist ein Euro umgerechnet wert?
2. Warum ist ein 1 Euro eigentlich 1,95583 DM wert? Zu 1.:
Diese Frage soll eigentlich nur auf die zweite viel spannendere Frage hinführen. Es ist anzunehmen, dass ein guter Schüler relativ schnell die exakte Antwort geben kann.
8
Zu 2.:
Die Beantwortung dieser Frage stellt wohl die allermeisten Schüler vor ein großes Problem. Zwar hat nahezu jeder schon gehört, dass ein Euro 1,95583 DM wert ist, j edoch wird höchstwahrscheinlich keiner von ihnen wissen, warum das so ist. Nichtsdestotrotz wird dieser Sachverhalt viele Schüler interessieren, da ja vor nicht allzu langer Zeit auch ihr eigenes Geld im Rahmen der allgemeinen Währungsumstellung von der DM in Euro umgetauscht wurde. Empfohlene methodische Vorgehensweise:
Um die Schüler aus der Reserve zu locken, kann der Lehrer an dieser Stelle die Klasse noch etwas provozieren, indem er ihnen vorhält, dass sie ihr eigenes Geld von DM in Euro umgetauscht und leichtgläubig auf das von der Bank vorgegebene Kursverhältnis DM/Euro vertraut hätten, ohne zu hinterfragen, warum dies so ist, und man sie deshalb bei diesem Wechselgeschäft leicht hätte reinlegen können.
Hier werden die Schüler wie bei Variante 1 mit i hrer eigenen Lebenswelt konfrontiert und sogar noch weitergehend durch Provokationen des Lehrers herausgefordert. Der Effekt dieser Vorgehensweise wird sein, dass die meisten Schüler wohl ungeduldig auf die Antwort warten, um einerseits die Unterrichtsphase zu überwinden, in der der Lehrer den Schülern ihre persönlichen Defizite vor Augen führt, und andererseits deshalb, weil es ja hier um ihr eigenes Geld geht. Nicht wenige Schüler werden sich an ihrer Ehre gepackt fühlen und versuchen, ihr vom Lehrer aufgedecktes Defizit durch verstärkte Aufmerksamkeit und positive Sachbeiträge im Verlauf der verbleibenden Unterrichtsstunde zu amortisieren. Zur Beantwortung der Frage legt der Lehrer eine OH-Folie mit dem Zeitungsartikel „Warum ist 1 Euro 1,955830 DM wert?“ (OH-2) auf und lässt ihn von einem Schüler vorlesen. Die Lektüre dieses Artikels konfrontiert die Schüler mit Fachbegriffen (z.B. Währungsunion), deren Inhalt und Bedeutung vielen Schülern höchstwahrscheinlich nicht so klar ist. Dieser Sachverhalt müsste bei ihnen eigentlich die Einsicht stärken, dass zum Verständnis des Themas auch eine trockene Unterrichtsphase der Begriffsbestimmung unverzichtbar ist, in der zentrale Begriffe durch den Lehrer erklärt werden. Genau solch eine Sequenz folgt in Schritt zwei.
Eine Gruppen-, Partner- oder Einzelarbeitsphase zur Erarbeitung des Artikels scheint an dieser Stelle nicht angebracht, da der Artikel relativ kurz ist und deshalb zeitsparend im Klassenverband erarbeitet werden kann.
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Hdl. Michael Schießl, 2003, Organisation, Stellung und Aufgaben des Europäischen Systems der Zentralbanken, München, GRIN Verlag GmbH
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