Gliederung
Seiten
1. Einleitung 5 - 7
2. Mädchen und junge Frauen:
M ütter- und Töchtergeneration im Spiegel ihrer Zeit 8 - 31
2.1 Über das ’Weibliche’ und das ’Männliche’ 8 - 11
2.2 Mädchensozialisation:
Über die Schwierigkeit Frau zu werden 11 - 12
2.3 Der Weg durch die Sozialisationsinstanzen
Vom Mädchen zur jungen Frau 12 - 31
2.3.1 In der Familie 12 - 15
2.3.2 Im Kindergarten und in der Schule 15 - 20
2.3.3 In der Pubertät 20 - 22
2.3.4 In der Freizeit 23 - 24
2.3.5 In den Medien 25 - 28
2.3.6 Im Studium und in der Berufsausbildung 28 - 31
3. Sozialarbeit für Mädchen und junge Frauen
1984 bis 2004 32 - 49
3.1 Organisationsformen von Mädchenarbeit 32 - 33
3.2 Das ’Projekt für Mädchen und junge Frauen’ 33 - 49
3.2.1 Zielgruppe und Zielsetzung 33 - 33
3.2.2 Arbeitsweisen und Personalstruktur 34 - 35
3.2.3 Expertinnen-Interview 35 - 44
3.3 Entwicklungen und Perspektiven in der Mädchenarbeit 44 - 49
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4. Geschlechterkonstruktionen in Ost und West 50 - 56
4.1 Frauen in DDR und BRD vor der Wiedervereinigung 50 - 51
4.2 Zur Situation von Frauen im vereinten Deutschland 52 - 56
5. Perspektiven des gesellschaftlichen Wandels 57 - 75
5.1 Frauen, Lebensentwürfe und Leitbilder 57 - 62
5.2 Frauen auf dem Arbeitsmarkt 62 - 65
5.3 Frauen, Karriere und Macht 66 - 69
5.4 Familiale Arbeitsteilung 69 - 71
5.5 Veränderungen in den Orientierungen junger Männer 72 - 75
6. Theoretische Verortung und handlungsleitende
Schlussfolgerungen nach Staub-Bernasconi 76 - 81
7. Ausblick 82 - 85
Literaturverzeichnis 86 - 91
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1. Einleitung
Was es heute bedeutet eine junge Frau zu sein, habe ich mich eigentlich nie gefragt. Emanzipation war kein Thema, was mich besonders interessierte. Sicher, ich hätte mich schon immer als emanzipiert bezeichnet, aber Feminismus war ein Wort, das ich eher der Generation meiner Mutter zuschrieb. Bei der Suche nach einem Thema für meine Diplomarbeit war der Bereich Emanzipation und Frauenbewegung also zunächst nicht in meinem Blickfeld. Eher zufällig fiel mir dann die alte Diplomarbeit meiner Mutter in die Hände. Auch sie hat an der Stiftungsfachhochschule Sozialpädagogik studiert und vor 20 Jahren - also genau eine Generation vor mir - eine Diplomarbeit geschrieben, in der sie auf die Situation von Frauen und Mädchen zu dieser Zeit eingeht. Beim Lesen war ich in doppelter Hinsicht erstaunt. Zum einen gilt vieles, was damals erwähnenswert schien und um das nicht nur rethorisch gerungen und gekämpft wurde, heute eine Generation später als selbstverständlich: Abitur zu machen, zu studieren und alleine zu wohnen, beanspruchen ’wir Töchter’ unhinterfragt als unser gutes Recht. „Wir sind“, so Wellershoff und Weingarten in ihrem Buch ’Die widerspenstigen Töchter’ „erfolgreicher als gleichaltrige Jungen und Männer in Schule und Ausbildung, wir planen Karrieren, die wir mit unseren Lebensplänen von Familiengründung und Partnerschaft in Einklang zu bringen zu gedenken und nutzen die Möglichkeit zur Verhütung und Abtreibung“. (Wellershoff/Weingarten 1999a, S.11)
Zum anderen gibt es jedoch Bereiche, wie zum Beispiel im Berufsleben, bei Stellenbesetzung und Gehaltsansprüchen, wo es auch für uns Töchter immer noch ein weiter Weg bis zur Gleichberechtigung ist. Die Lohnschere zwischen den Geschlechtern klafft europaweit noch um rund 25 Prozent auseinander. (Schwarzer 2002, S.196)
Frauen leisten bis heute das Gros der Familienarbeit, auch wenn sie wie ihre Männer berufstätig sind. (Wellershoff/Weingarten 1999a, S.143) Warum hatte ich mich aber dann für das Thema Emanzipation bis jetzt so wenig interessiert?
Mein Desinteresse für die Ziele der Frauenbewegung scheint mir symptomatisch zu sein für die ’Töchtergeneration’. So kam zum Beispiel für mein Semes-
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ter der Studienschwerpunkt ’Soziale Arbeit mit Mädchen und Frauen’ an der Stiftungsfachhochschule mangels Interesse gar nicht mehr zustande. Veranstaltungen zum internationalen Frauentag leiden an chronischem Teilnehmerinnen-Mangel. Feministische Gruppierungen wie zum Beispiel die Partei ’die Frauen’ kämpfen mit massiven strukturellen Problemen und finden kaum noch Wählerinnen. Die Einstellung junger Frauen heute scheint eine grundsätzlich andere zu sein als die unserer Mütter.
Die Historikerin Fox-Genovese schreibt dazu: „Irgendetwas scheint schief gelaufen zu sein! In einer Zeit, in der feministische Ideen über Gleichberechtigung weite Zustimmung finden, identifizieren sich immer weniger Frauen mit dem Feminismus.“ (Fox-Genovese 1999, Klappentext)
Der Gedanke, diesen Wandel von einer Generation zur anderen in einer vergleichenden Diplomarbeit zu erforschen und zu beschreiben, faszinierte mich immer mehr.
Ich informierte mich über das Projekt für Mädchen und Frauen, über das meine Mutter damals in ihrer Diplomarbeit geschrieben hatte. Ich hatte Glück, denn das Projekt existiert nach wie vor und außerdem arbeiten zwei der Mitarbeiterinnen von damals heute noch dort. Strukturell hat sich im Projekt allerdings einiges verändert. Mir kam der Gedanke, die beiden Frauen als Expertinnen über Mädchenarbeit im Wandel einer Generation zu interviewen, die Ideen und Gedanken zu meiner Diplomarbeit nahmen langsam Struktur an und dann waren Inhalt und Thema klar:
Eine vergleichende wissenschaftliche Betrachtung, sowohl soziologisch im Sinne eines Abgleichs von Rollenbildern junger Frauen im Verlaufe einer Generation, als auch sozialpädagogisch im Sinne eines Vergleichs von sozialpädagogischen Angeboten und Arbeitsweisen des Projekts für Mädchen und Frauen vor 20 Jahren und heute.
Natürlich lassen sich die beiden Arbeiten nur teilweise gegenüberstellen. So gehe ich im ersten Teil meiner Arbeit eng entlang der Diplomarbeit meiner Mutter (im Folgenden ’Bezugsarbeit’ genannt). Dabei vergleiche ich Mädchensozialisation heute und vor 20 Jahren. Was hat sich verändert - was blieb gleich.
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Im zweiten Teil jedoch weiche ich deutlich von der Gliederung der Bezugsarbeit ab, da es darin um konkrete Gruppenarbeit mit Mädchen im Projekt geht, während ich auf die Projektarbeit im Allgemeinen eingehe. Um einen Überblick über die veränderten Angebote, Methoden und Ausgangsbedingungen zu geben, habe ich im zweiten Teil die Interviews mit den beiden Mitarbeiterinnen des Projekts ausgewertet. Ich werde sie im Folgenden als Expertinnen-Interviews benennen.
Im dritten Teil befasse ich mich mit der Situation junger Frauen heute, also mit den Hindernissen und Hemmnissen, Chancen und Vorteilen der Töchtergeneration.
Zum Abschluss werde ich gesellschaftspolitische Perspektiven entwickeln und Schlussfolgerungen für die Mädchenarbeit ziehen.
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2. Mädchen und junge Frauen:
Mütter- und Töchtergeneration im Spiegel ihrer Zeit
2.1 Über das ’Weibliche’ und das ’Männliche’
Noch vor 25 - 30 Jahren herrschte die weit verbreitete Meinung ’Weiblichkeit’ und ’Männlichkeit’ seien ausschließlich oder zumindest hauptsächlich biologisch determiniert und geschlechtstypische Verhaltensweisen damit von Geburt an festgelegt. Viele dieser angeblich geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen spiegeln die damals sehr ausgeprägten Vorurteile gegenüber den Geschlechtern wider, vor allem die Überzeugung, dass Mädchen auf-grund ihrer Veranlagung den Jungen unterlegen seien. Man hielt Mädchen beispielsweise für leicht beeinflussbar und wenig leistungsmotiviert. Wohingegen man Jungen einen angeborenen ’Wissensdurst’ zuschrieb. Außerdem glaubte man, die Stärke von Mädchen liege mehr im mechanischen Pauken und in praktischen, einfachen Wiederholungsaufgaben, die keine großen Denkleistungen erforderten. Jungen dagegen traute man geistig anspruchsvollere Aufgaben zu. Mit der Vorstellung des überlegenen männlichen Intellekts war die Annahme verbunden, Jungen seien zu analytischerem Denken befähigt und damit eher in der Lage, die wesentlichen Aspekte einer Aufgabe zu erkennen. (Gilbert 2001, S.59) Darüber hinaus schloss man aus diesen Grundannahmen der biologisch determinierten Geschlechterdifferenzen auf feste Rollenbilder, die man eben nur als ’Mann’ oder ’Frau’ erfüllen könne. Unter Annahme der biologischen Determiniertheit wurden diese tradierten Verhaltensmuster durch eine geschlechtsspezifische Sozialisation zementiert. Dadurch wurde Frauen die Teilhabe an bestimmten ’männlichen’ Lebensbereichen verweigert, andere ’typisch weibliche’ Bereiche zu ihrer alleinigen Aufgabe erklärt. Die letzte große Welle der Frauenbewegung, die sich ab Mitte der 1970er Jahre formierte, beschäftigte sich deshalb besonders mit dem Vorurteil der biologischen Determiniertheit. 1974 machten sich die Wissenschaftlerinnen Maccoby und Jacklin daran, Tatsachen und Legenden voneinander zu trennen. Sie schufen, so Gilbert, mit ’The Psychology of Sex Differences’ in den USA ein bahnbrechendes Werk zur Geschlechterdifferen-
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zierung: „ Zu diesem Zweck untersuchten sie sämtliche bis dahin erschienenen Publikationen zu Geschlechterunterschieden und trugen zusammen, was dort über die Persönlichkeit von Jungen und Mädchen zu lesen war. (...) Maccoby und Jacklin erklärten, die gesammelten Behauptungen entbehrten jeglicher Grundlage.“ (Gilbert 2001, S.58/59) Auch in Deutschland entstanden in dieser Zeit verschiedene Publikationen von frauenbewegten Autorinnen wie zum Beispiel Ursula Scheu, die 1977 mit ’Wir werden nicht als Mädchen geboren, wir werden dazu gemacht’ einen viel zitierten Klassiker der Fachliteratur geschrieben hat. Jedoch machte die Frauenbewegung der 1970er und 1980er, wie alle großen gesellschaftlichen Gegenbewegungen, den Fehler, die Wahrheit nur im Gegenteil zu suchen. Denn sie ging nun genau von der entgegengesetzten Annahme aus, dass alle Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen ausschließlich durch Erziehung und Sozialisation determiniert seien, oder sogar - das waren freilich die radikalen Thesen - dass Frauen das ’bessere’ Geschlecht seien. So schien es meiner Mutter in der Bezugsarbeit auch notwendig sich im entsprechenden Gliederungspunkt abzugrenzen, also das zu beschreiben, was sie mit ’weiblich’’männlich’ nicht meinte. Sie wollte nicht missverstanden werden. Ihr ging es nicht um eine Fixierung aufs Biologische mit umgedrehten Vorzeichen und auch nicht darum, die Frau mit der vom Patriarchat zerstörten Natur gleichzusetzen. Sie betonte, sich der Gefahr der moralischen Polarisierung zwischen einer bösen männlichen und einer guten weiblichen Sphäre bewusst zu sein. Ihr ging es vielmehr um die so dringende Aufwertung dessen, was im ihrer Meinung nach so paternalistischem System dem Weiblichkeitsstereotyp zugeordnet und damit abgewertet wurde. (Sarholz 1984, S.5) Diese Aussagen der Bezugsarbeit konnte ich mir nur durch den geschichtlichen Hintergrund erklärbar machen, denn für mich wirken sie heute übertrieben. Die beiden Pole existieren nicht mehr in dieser Intensität. Wenn heute ein Vater oder eine Mutter erwähnt, Mädchen seien sozialer und Jungen aktiver, liegt dem nicht unbedingt das Motiv der Stigmatisierung zu Grunde. Vielmehr weiß man nach dem heutigen Stand der Wissenschaft, dass es, neben anerzogenen Verhaltensweisen, eben doch gewisse biologische Dispositionen für geschlechterdifferentes Verhalten gibt.
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So wurden auf diesem Gebiet in den letzten Jahren die rein biologischen Unterschiede von Männern und Frauen untersucht. Grundlegend lässt sich sagen, dass Männer und Frauen sich in bestimmten Hirnstrukturen und -funktionen unterscheiden. Ein Grund für diese Unterschiede liegt in der relativen Menge an Androgenen und Östrogenen, denen der Fötus im Mutterleib ausgesetzt ist. Gilbert beschreibt eine Auswahl amerikanischer Forschungsergebnisse.
Einer der am meisten diskutierten Unterschiede zwischen dem weiblichen und dem männlichen Hirn, so Gilbert, ist die Größe der Nervenfasern, die die Verbindung zwischen der rechten und linken Gehirnhälfte sind. Beim weiblichen Geschlecht sind diese Nervenfasern größer, dies ist laut wissenschaftlicher Erkenntnisse die Erklärung für Unterschiede im männlichen und weiblichen Denken. So benutzen Frauen erwiesenermaßen bei der Lösung von Aufgaben beide Hirnhälften, während Männer nur jeweils eine benutzen. Einen weiteren Unterschied beschreibt Gilbert in der Reifung der Gehirnhälften. So reift bei Mädchen die linke Hälfte früher, hier befindet sich das Sprachzentrum. Bei Jungen dagegen ist die rechte Hirnhälfte früher entwickelt, sie ist für die Lösung räumlich visueller Aufgaben zuständig. (Gilbert 2001, S.26/27)
„Die Genforschung zeigt jedoch, dass wir einiges aus der Evolution mitbringen“ betont auch Gertrud Höhler im Gespräch mit der ’Welt’ und hält das sogar für eine Chance, „(…) denn warum sollte man wollen, dass die Menschen gleich sind? Die Schaltzentrale Gehirn (mit Reptilhirn oder Stammhirn, limbischem System und Neokortex, den jüngsten Hirnteilen) weist Männern und Frauen Verhaltensmuster zu, denen sie nur schwer entkommen können. Im Reptilhirn (Stammhirn) liegt das Machtzentrum der meisten Männer. Sie sind auf Handlung gepolt. Entscheidungen etwa werden klar und ohne Umwege getroffen. Die Ratio regiert. Limbisch gesteuerte Menschen - in der Regel sind das die Frauen - haben eine breiter gestreute Wahrnehmung, zeigen emotionale Sensibilität.“ (Schröter 2000, S.12) Wie Gilbert resümiert lassen die verschiedenen Forschungsergebnisse vermuten, „(...) dass zumindest bei der Festlegung der geschlechtlichen Identität
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- des Bewusstseins, ein Junge beziehungsweise ein Mädchen zu sein - die Natur stärker ist als die Umwelt.“ (Gilbert 2001, S.26/27) Zu welchen Anteilen Geschlecht biologisch determiniert ist, lässt sich nach dem neuesten Stand der Wissenschaft nicht feststellen, sicher ist aber, dass trotz biologischer Determinierung auch ein bedeutender Teil dessen, was zu ’typisch weiblichen’ und ’typisch männlichen’ Verhalten führt, durch Sozialisation erlernt wird. Um die Bereiche, in denen sich im Laufe der letzten 20 Jahre durch Sozialisation internalisierte und reproduzierte Geschlechterstereotype gehalten haben, soll es im Folgenden gehen. 2.2 Mädchensozialisation: Über die Schwierigkeit Frau zu werden In der Bezugsarbeit ist gleich zu Beginn die Rede ’vom vorgezeigten Weg zu alten Rollenstereotypen’. Sie belegt das mit den von Scheu erfassten, geschlechtsspezifisch definierten Eigenschaften, wie sie in der Erziehung zur Frau oder zum Mann zugelassen, gefördert beziehungsweise erzeugt werden.
Bei den Jungen sind dies nach Scheu: Härte, Ehrgeiz, Kampfbereitschaft, Durchsetzungsvermögen, Stärke, Aktivität und Abenteuerlust. Bei den Mädchen werden dagegen Sensibilität, Anpassungsvermögen, Passivität, Emotionalität, Hilfsbereitschaft und Personenzentriertheit erwartet. (Sarholz 1984, S.6 / Scheu, 1977, S.79)
Nun könnte man vermuten, dass diese wissenschaftlichen Untersuchungen, da sie mehr als 25 Jahre alt sind, zumindest teilweise überholt seien. Wie aktuell diese Rollenstereotypen aber nach wie vor sind, belegen Ergebnisse einer Repräsentativ-Studie (Faulstich-Wieland 1999) zu elterlichen Erziehungszielen. Diese zeichnen sich bei Mädchen durch die Eigenschaften Zärtlichkeit, Durchsetzungsvermögen, selbständiges Denken, Haushaltsführung und Teilen können aus.
Bei den Jungen sind es Durchsetzungsvermögen, selbständiges Denken, Flexibilität, Ehrgeiz und Wissensdurst. (Schaffer 2001, S.10) Außer Durchsetzungsvermögen und dem selbständigen Denken haben sich die Erziehungsansätze beziehungsweise Verhaltensanforderungen an Mäd-
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chen kaum, an Jungen so gut wie gar nicht verändert. Das zeigt, dass das Differenz-Paradigma in den Köpfen und Erziehungspraktiken der Eltern nach wie vor präsent ist. So äußert sich auch Schaffer: „Die Geschlechtsrolle wird erworben, die passenden Stereotype internalisiert, die Geschlechterkonstanz nach wie vor akzeptiert. Das Paradigma der Differenz ist also nach wie vor intakt.“ (Schaffer 2001, S.10/11)
Wie Mädchen im Laufe ihrer Kindheit und Jugend auf ihrem Weg durch die Sozialisationsinstanzen und über die Medien nach wie vor zur Annahme von Geschlechterstereotypen beeinflusst werden und wie sich in den letzten 20 Jahren die Geschlechterungleichheiten doch relativiert haben, möchte ich im Folgenden aufzeigen.
2.3 Der Weg durch die Sozialisationsinstanzen
Vom Mädchen zur jungen Frau
2.3.1 In der Familie
Die Familie ist die Sozialisationsinstanz, in der sich strukturell in den letzten zwanzig Jahren am meisten verändert hat. Die traditionelle Vater-Mutter-Kind/er-Familie verliert an Konstanz. Immer mehr Paare entscheiden sich gar nicht erst zu heiraten, was bei den ständig steigenden Scheidungsraten auch nicht verwunderlich ist. Um fast 40 Prozent ist die Zahl der Scheidungen seit 1990 gestiegen, schreibt der Spiegel 2005, und mehr als die Hälfte aller Partnerschaften ist zu Ende, bevor der Tod sie scheidet. Alleinerziehende und sogenannte ’Patchworkfamilien’, Anfang der 1980er noch exotische Ausnahmen, sind zum üblichen Modell geworden. „Kinder“, so konstatiert der Spiegel süffisant, „sind es schon fast gewohnt, dass ein Defilee von Lebensabschnittsgefährten an ihnen vorbeizieht; sie wachsen auf in einem reichen Soziotop von Stiefgeschwistern zweiten Grades, Wochenendvätern und Beuteverwandten bis hin zur Lieblingstante, die der dritte Ersatzpapa hinterlassen hat.“ (Bethge 2005, S.169/174)
Das ist natürlich satirisch überzogen, trotzdem fragt Oechsle meiner Meinung nach zu Recht, ob die Unterschiede zwischen modernisierten und traditio-
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nelleren Formen des Kinderlebens nicht bedeutsamer sind als die zwischen weiblicher und männlicher Kindheit. Auch wenn diese These gewagt sein mag, die generelle Tendenz zu einer Liberalisierung des Eltern-Kind-Verhältnisses und zu einer stärker partnerschaftlichen Beziehung betrifft Jungen und Mädchen gleichermaßen und führt, soweit stimme ich mit Oechsle überein, zu einer Angleichung ihrer kindlichen Biografien im Familienkontext. Oechsle räumt aber auch ein, dass Erziehung nach wie vor geschlechtsspezifisch ausgerichtet ist und zitiert dazu Faulstich-Wieland und Horstkemper, die in der Freundin-Studie ’Frauenwelten’ 1998 feststellten, dass es neben einer Angleichung der Erziehungsziele für Jungen und Mädchen auch immer noch Differenzen in der Erziehung gibt. (Oechsle 2000, S.24) Um diese Geschlechterdifferenzen soll es im Folgenden gehen. Immer noch halten sich Mädchen mehr in der Familie auf als Jungen, sie werden zur Mitwirkung im Haushalt herangezogen, betreuen jüngere Geschwister und setzen ihre sozialen und kommunikativen Kompetenzen in besonderer Weise für den Zusammenhalt familialer Bezüge ein. Insoweit sind Mädchen auch von Beziehungsstörungen auf der Eltern-Ebene und auf der Eltern-Kind-Ebene mehr betroffen als Jungen. Durch den Verbleib im familialen Raum sind sie auch weit mehr der elterlichen Kontrolle unterworfen. (Sachverständigenkommission 11. Kinder- und Jugendbericht 2002, S.82) Dies konstatiert auch schon der Jugendbericht von 1984, der sich mit der Verbesserung von Chancengleichheit von Mädchen in der BRD befasst. „Deutlich mehr als bei Jungen werden bei Mädchen die Freizeit, das Weggehen, die Freundinnen und Freunde kontrolliert.“ (6. Jugendbericht 1984, S.37) Auch zur Mithilfe bei der Hausarbeit werden Mädchen in höherem Maße als Jungen herangezogen und dadurch mehr belastet, so der 6. Jugendbericht. Sie erleben darüber hinaus tagtäglich die Abwertung der Hausfrauenarbeit im Gegensatz zur Berufsarbeit. Das beschreibt auch die Bezugsarbeit: „Schon ab dem Vorschulalter wird dann aus Spiel ernst, die Kinder müssen zuhause helfen, wobei sich Mädchen und Jungen anfangs noch ungefähr gleichviel an den häuslichen Arbeiten beteiligen, ganz schnell zeichnen sich dann aber Unterschiede ab, qualitativ wie quantitativ.“ Mädchen werden also nach wie vor mehr in häusliche Pflichten eingebunden als
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Jungen und sind dadurch auch einer deutlich größeren Kontrolle durch die Eltern ausgeliefert. Diese Benachteiligungen gegenüber Jungen sind im Laufe der letzten 20 Jahre recht konstant geblieben. Das wirkt umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, wie viel sich im gleichen Zeitraum im gesamten familiären Kontext verändert hat. Stauber beschreibt, wie durch den stetig brüchiger werdenden Familienzusammenhalt, die Sicherheit, den die Familie geben könnte, immer prekärer wird. Die Frage, wer hier für wen sorgt, könne sich sogar umdrehen. Hiervon sind in besonderer Weise die Mädchen betroffen. Denn, so Stauber, je zerbrechlicher die Familien werden, umso mehr werden die Töchter in die Pflicht genommen. „Die Bandbreite der ’Familienpflichten’ umfasst dabei nicht nur die „klassischen Bereich der Mithilfe im Haushalt und Kinderbetreuung (für die Geschwister), sondern immer mehr auch die Funktion, für die geschiedene/getrennt lebende Mutter (resp. den Vater) kommunikative und psychologische Stütze zu sein.“ (Beck 1999, S.58/59)
Gerade diese Verquickung von Abhängigkeiten halte ich für sehr gefährlich, sind doch die Mädchen heute nicht mehr nur praktisch, sondern auch in emotionaler Hinsicht, also doppelt eingespannt. So ist auf den im 6. Jugendbericht beschriebenen ’Rückhalt der Familie’, der den Töchtern Geborgenheit und Sicherheit geben konnte, heute immer weniger Verlass. (6. Jugendbericht S.37, 1984) Wobei festzuhalten ist, dass Jungen von der schwindenden Stabilisierung durch die Familie natürlich auch betroffen sind, können sich aber der Situation besser entziehen, da von ihnen weniger Unterstützung erwartet wird.
Insgesamt aber, so stellen Faulstich-Wieland und Horstkemper in ihrer oben beschriebenen Studie fest, hat sich eine typische Mädchen- bzw. Jungensozialisation abgeschwächt. „Die Norm einer Gleichbehandlung der Geschlechter (…) ist für die Mehrheit der Eltern handlungsleitend und trägt zu einer Nivellierung geschlechtsdifferenter Erziehungsziele bei.“ (Oechsle 2000, S.24)
Ich denke auch, dass sich die Bedeutung geschlechtsspezifischer Prägung durch die Familie in den letzten 20 Jahren verringert hat und die eingangs angesprochenen Strukturveränderungen, weg von traditionellen Familienfor-
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men hin zu neuen Versorgungsstrukturen, für Mädchen genauso wie für Jungen von maßgeblichem Einfluss ist. Außerdem bin ich überzeugt, dass sich geschlechtsspezifische Differenzen noch weiter verwischen werden, da immer häufiger nur ein Elternteil als Rollenvorbild für die Kinder zur Verfügung steht. Im zunehmenden Maße wird sich also in Zukunft die Frage stellen, wo Kinder im Laufe ihrer Sozialisation außerhalb der Familie Rollenvorbilder finden, wenn zuhause Vater oder Mutter nicht zur Verfügung stehen. 2.3.2 In Kindergarten und Schule Im Kindergarten
Der Kindergarten und die Kinderkrippen sind die ersten familienergänzenden Sozialisationsinstanzen. Es existiert insgesamt wenig Datenmaterial zur geschlechtsspezifischen Erziehung in diesen Einrichtungen. Die Kommission des 6. Jugendberichts ermittelte 1984 noch gar keine geschlechtsdifferenzierenden Daten. Aus Stichproben konnte sie zwar schließen, das Jungen und Mädchen entsprechend ihres Bevölkerungsanteils im Kindergarten vertreten sind, aber weder in den Rahmenplänen der Länder zur Erziehung im Kindergarten, noch in der Kindergartenliteratur wird Fragen der geschlechtsspezifischen Förderung in diesem Alter Beachtung geschenkt. (6. Jugendbericht 1984, S.7) Ich selbst, die ich zwischen 1983 und 1986 den Kindergarten besuchte, kann mich noch gut erinnern, dass ich immer gerne in der ’Bauecke’ gespielt hätte, die Jungen mich jedoch nicht ’hineinließen’. „Das ist halt nichts für Mädchen“, war damals die lapidare Begründung der Erzieherinnen. So blieb ich eben in der ’Puppenecke’, in die sich nur äußerst selten ein Junge ’verirrte’ und spielte ’Mädchenspiele’. Am geringen Forschungsinteresse zum Thema ’geschlechterdifferenzierte Erziehung im Kindergarten’, hat sich nichts geändert. Auch 2002 existieren nur zwei empirische Untersuchungen für die Institution Kindergarten, so die Sachverständigenkommission des 11. Jugendberichts. Es handelt sich hierbei zum einen um eine Untersuchung des sozialpädagogischen Instituts in Köln, die zwischen 1983 und 1986 durchgeführt und erst 1995 veröffentlicht wurde und sich mit Möglichkeiten und Problemen der Ko-
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edukation im Kindergarten beschäftigte. Zum anderen gibt es seit 1989 eine Einzeluntersuchung von Fried, die Stuhlkreisgespräche von Erzieherinnen mit Mädchen und Jungen analysierte, wobei sie eine Benachteiligung der Mädchen in Bezug auf Aufmerksamkeit und Hinwendung dokumentierte. (Sachverständigenkommission des 11.Kinder- und Jugendberichts 2002, S.61) Allerdings ist fragwürdig wie relevant diese Ergebnisse heute noch sind, wenn man bedenkt, dass die Daten der beiden Erhebungen mittlerweile 16 und 19 Jahre alt sind. Neuere empirische Untersuchungen existieren bis heute nicht.
Die Kommission, so dokumentieren es die Materialien des 11. Jugendberichts, kommt folglich zu dem Schluss, dass dem Thema ’Mädchen im Kindergarten’ gegenwärtig keine besondere Bedeutung zukommt. „Darüber hinaus muss eine fatale Schieflage in der Wahrnehmung des Problemfeldes in den Erfahrungsberichten und Handreichungen für die Praxis konstatiert werden. Der Schwerpunkt wird vielmehr auf die besondere Situation von Jungen in einem weiblichen Sozialisationsfeld und deren Förderung gelegt.“ Mädchen und deren besondere Bedürfnisse, so ist weiter zu lesen, finden in der Praxisliteratur keine Beachtung.
Geschlechtstypisches Verhalten von Mädchen, wie bevorzugtes Spielen in der ’Puppenecke’ oder Malen und Basteln wird unreflektiert akzeptiert und wenig problematisiert. Die Vermeidung von jungenspezifischen, Raum greifenden Tätigkeiten, etwa Bauen, Konstruieren und Toben werden weder als geschlechtsrollenstereotypisierend wahrgenommen noch als mangelndes Erfahrungsfeld der Mädchen begriffen. ’Jungentypische’ Kompetenzen, wie sich Durchsetzen, räumliches Denken sowie sächliches und technisches Wissen werden damit bei den Mädchen nicht gefördert. „Dies ist insofern problematisch, so die Kommission, da bereits hier der Grundstein für spätere Benachteiligungen von Mädchen in Bildungsinstitutionen gelegt wird, was durch theoretische und empirische Untersuchungen immer wieder hervorgehoben wird.“
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In der Schule
Schon 1984, im 6. Jugendbericht, zeichnete sich, im Zuge der allgemeinen Verbesserung des Bildungsniveaus, eine deutliche Steigerung der weiblichen Bildungsbeteiligung ab. „Die Mädchen haben insgesamt gegenüber Jungen deutlich aufgeholt“, heißt es da. Vor allem die Anzahl der Gymnasiastinnen hatte sich seit 1960, von 36,5 Prozent auf knapp 50 Prozent 1980 erhöht. (6. Jugendbericht 1984, S.18)
„Mädchen haben die besseren Schulabschlüsse, wiederholen seltener eine Klasse, sind zahlenmäßig an Gymnasien fast gleich stark vertreten. Bei Mädchen macht sich zunehmend der Trend bemerkbar, länger auf allgemeinbildenden Schulen zu bleiben und ihre berufliche Qualifikation häufiger über eine vollzeitschulische Ausbildung zu erlangen.“ (6. Jugendbericht 1984, S.18)
Dieser Trend hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre fortgesetzt. Der Anteil von Mädchen an Gymnasien macht heute fast 55 Prozent aus, an Hauptschulen sind sie dagegen nur noch zu knapp 44 Prozent vertreten. Die Mädchen haben die Jungen also, was den Erwerb eines höheren allgemeinbildenden Schulabschlusses betrifft, überholt. (Cornelißen, 2002, S.28) Die hohe Beteiligung von Mädchen an Gymnasien heute weist darauf hin, dass zumindest, was den Schulbesuch betrifft, die Chancengleichheit für junge Frauen inzwischen verwirklicht ist. Leider besteht auch hier bis heute noch wenig Problembewusstsein dafür, dass neben der Schaffung gleicher Zugangsvoraussetzungen für Mädchen und Jungen im Schulwesen, bisher wenig inhaltliche Veränderungen erfolgt sind, mit denen die Verbesserung der Chancengleichheit von Mädchen und Jungen vorangetrieben wird. Das möchte ich an mehreren Punkten festmachen. Zum einen meine ich damit die immer noch geringe Umsetzung von geschlechterspezifischer Förderung durch die Lehrkräfte, die in koedukativen Schulen zwar zumeist in Lehrplänen und Schulbüchern verortet ist, aber praktisch wenig Umsetzung findet. Aus meiner eigenen Schullaufbahn weiß ich, wie wenig im Unterrichtsalltag auf die ’ruhigen und fleißigen Mädchen’ eingegangen wird. Und während Mädchen, die diesem Klischee nicht entsprechen, weil sie zum Beispiel laut sind und schlechte Noten haben, oft als dumm gelten, bekommen
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Jungen eher den ’Geniebonus’ nach dem Motto „Würde er ein bisschen lernen, könnte er so gut sein!“ oder „Er könnte ja, wenn er wollte.“ Schon in der Bezugsarbeit wird der fehlende Fokus der Lehrerinnen auf die schulischen Belange der Mädchen bemängelt. „Aber es ist auch klar, dass alle Änderungen von Lehrplänen keine positive Auswirkung auf den Schulalltag und auf die Situation der Mädchen haben, wenn nicht auch die Lehrerinnen und Lehrer ihre eigene geschlechtsspezifische Rolle in Frage stellen. Bisher orientieren sich Lehrer/innen erwiesenermaßen am kritischen, aggressiven und/oder destruktiven Schülerverhalten in der Klasse, die in der Regel Verhaltensweisen von Jungen sind. Mädchen stellen dagegen den Unterrichtsablauf und die Person des Lehrers selten in Frage, sie verhalten sich in Konflikten entsprechend ihrer Sozialisation eher sozial und ausgeglichen, auch konfliktignorierend. Auf diese Weise erhalten sie zwar gute Noten aber auch weniger Aufmerksamkeit.“ (Sarholz 1984, S.14)
Die Bezugsarbeit beruft sich hierbei auf Erhebungen des deutschen Jugendinstituts von 1980. Aber auch jüngere Studien belegen noch die Benachteiligung von Mädchen sowie ihr fehlendes Selbstbewusstsein und die dadurch verringerte Partizipation am Unterrichtsalltag. Eine Studie von Tiedemann und Faber (1995) zeigt, dass Mädchen sich, trotz gleicher Mathematiknoten weniger mathematische Kompetenzen zutrauten als Jungen. Trotzdem ist für Mädchen erfahrungsgemäß der schulische Erfolg wichtiger als für Jungen, denn nur mit guten Noten erfüllen sie die Erwartungen der Lehrer/innen und Eltern. Mädchen tendieren nämlich insgesamt eher dazu, ihr Selbstvertrauen daraus zu ziehen, dass ihre Leistungen von anderen Personen positiv eingeschätzt werden. (Tiedemann/Faber 1995, S.61-71) Allmählich interessieren sich zwar engagierte Lehrer/innen zunehmend auch für Lernangebote, die Erfahrungen weiblicher Lebenszusammenhänge aufgreifen und beiden Geschlechtern vermitteln, aber das ist noch lange nicht der Normalfall.
Ein besonders großes Defizit sehe ich in der innerschulischen Berufsberatung von Schülerinnen. Die wenigstens Mädchen erhalten während ihrer Schulzeit eine ihren Lebensrealitäten und Möglichkeiten angemessene berufliche Orientierung und Beratung. So befragte das Institut für Jugendfor-
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Lisa Sarholz, 2005, Emanzipatorische Mädchenarbeit in den 1980er Jahren und heute, was bedeutet die Frauenfrage für die Töchtergeneration, München, GRIN Verlag GmbH
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