Inhalt
1. Abbildungen 3
2. Einleitung 4
3. Frauen und Männer an der Universität 5
4. Geschichte der Universität 8
4. 1. Die Universität im Mittelalter 8
4. 2. Die Universität in der Aufklärung 11
4. 3. Die Universität in der Neuzeit 14
5. Sozialisation an der Universität 18
6. Gleichstellung an der Universität 20
7. Schluß 22
8. Quellen 23
9. Anhang 25
2
1. Abbildungen
Abb. 1: Frauenanteile in verschiedenen Stufen der akademischen Laufbahn 5
Abb. 2: Mögliche und tatsächliche Beteiligung von Frauen und Männern im wissenschaftlichen Karriereverlauf (1998) 6
Abb. 3: Männliche Studienanfänger im ersten Semester (Wintersemester 2002 / 2003) in den zehn am stärksten besetzten Studienfächern 7
Abb. 4: Weibliche Studienanfänger im ersten Semester (Wintersemester 2002 / 2003) in den zehn am stärksten besetzten Studienfächern 7
Abb. 5: Die Universität. Henricus de Allemannia beim Kolleg über Ethik. Laurentius de Volontia, zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts 9
Abb. 6: Kneiperei auf einer Studentenbude. Nach einer Lithographie, um 1815 11
Abb. 7: Dorothea Schlözer. Kupferstich, 1789 12 Abb. 8: Mathilde Vaerting 16
3
2. Einleitung
Renate Schmidt, die derzeitige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, stellt zu Anfang der neuesten Ausgabe der regelmäßig erscheinenden Broschüre „Frauen in Deutschland“ so lapidar wie richtig fest: „Entscheidungspositionen zu erobern, gleichen Lohn wie Männer für gleichwertige Arbeit zu bekommen, die Balance zwischen Erwerbstätigkeit und Familienarbeit zu halten oder geschlechtsspezifisch gesundheitlich versorgt zu werden, sind Ziele von Frauen- und Gleichstellungspolitik, die trotz des Gleichberechtigungsgebots im Grundgesetz bisher noch nicht verwirklicht werden konnten. Gerade beim Thema Gleichstellung bildet sich erst ein Problembewusstsein, das zu Veränderungen führt, wenn Fakten und Zahlen Ausmaß und Tiefe der Ungleichheit belegen.“ 1
Diese Arbeit soll die Bildung eines Problembewußtseins zum Thema Gleichstellung unterstützen und so Veränderung fördern, indem sie durch „Fakten und Zahlen Ausmaß und Tiefe der Ungleichheit“ der Geschlechter in Wissenschaft und Forschung belegt. Sie soll ferner durch einen geschichtlichen und gesellschaftlichen Überblick Erklärungsmöglichkeiten zur Entstehung dieser Ungleichheit liefern, um so eine breitere Perspektive für Lösungsansätze zu eröffnen, von denen einige im Abschluß vorgestellt werden. Die Darstellung beschränkt sich hierbei hauptsächlich auf die Situation in Deutschland.
1 BMFSFJ 2004, S. 7
4
3. Frauen und Männer an der Universität
Abb. 1: Frauenanteile in verschiedenen Stufen der akademischen Laufbahn 2
Im Studienjahr 2002 / 2003 haben 358.946 Studienanfänger 3 ein Hochschulstudium aufgenommen, darunter 181.626 oder 50,6% Frauen, womit sich erstmals mehr Frauen als Männer an den deutschen Hochschulen eingeschrieben haben. 4 Insgesamt war im Studienjahr 2002 / 2003 fast jeder zweite Student, doch nur jeder dritte Doktorand, jeder fünfte Habilitant und jeder zehnte Professor eine Frau, obwohl Frauen und Männer annähernd den gleichen Studienerfolg zeigen (siehe Abbildung 1). An außeruniversitären Forschungseinrichtungen betrug der Anteil der Wissenschaftlerinnen in Führungspositionen gar nur 5,1%. 5 Wie die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) in ihrem Bericht über Frauen in der Wissenschaft aus dem Jahr 2000 zeigt, besteht also eine erhebliche Diskrepanz zwischen der möglichen und der tatsächlichen akademischen Karrierebeteiligung von Frauen (siehe Abbildung 2). Zwar sind die Daten der BLK von 1998, aber die Diskrepanz
2
DESTATIS 2005, http://www.destatis.de/basis/d/biwiku/hochtab8.php
3 Ich habe lange überlegt, wie ich enthaltene Formulierungen auflösen sollte, zumal zu einem Thema und einem
Seminar wie diesem, und mich schließlich für durchgehend generisch maskuline Begriffe entschieden, die
geschlechtsneutral verwendet werden, wie in meinen früheren Arbeiten auch. Die öffentliche und
wissenschaftliche Diskussion zu diesem Thema ist mir bekannt und bewußt, doch kann ich mich für mein Werk
weder mit der Fremdartigkeit der Binnenmajuskel noch mit der Umständlichkeit der Beidbenennung anfreunden.
Dies mag aber jeder und jede halten, wie er und sie es mag, solange es auch mir gestattet ist, wie ich es mag.
4 vgl. BMFSFJ 2004, S. 19
5 vgl. BMFSFJ 2004, S. 54
5
hat sich in den darauffolgenden Jahren aufgrund der anhaltend hohen Beteiligung der Frauen in den ersten wissenschaftlichen Karrierestufen und ihrer daher angenommenen weiter gestiegenen möglichen Beteiligung in allen Karrierestufen nicht verringert, wie aus Abbildung 1 ersichtlich. Es ist im Gegenteil anzunehmen, daß sie sich noch erhöht hat.
Abb. 2: Mögliche und tatsächliche Beteiligung von Frauen und Männern im wissenschaftlichen Karriereverlauf (1998) 6
Des weiteren studieren Frauen signifikant andere Fächer als Männer, wie Abbildungen 3 und 4 zeigen. So sind beispielsweise mehr als zwei von drei Sprach- und Kulturwissenschaftlern Frauen, jedoch nur einer von fünf Ingenieuren. In den Agrar- und Ernährungswissenschaften sowie in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. 7 Dieses unterschiedliche Studienfachwahlverhalten wäre nicht weiter beachtenswert, wenn unterschiedliche Studiengänge nicht auch unterschiedliche Berufs- und Karrierechancen ermöglichen und damit die in der Gesellschaft zu beobachtenden geschlechtsspezifischen Strukturen der Ungleichheit wie Einkommens-, Status- und Partizipationsdifferenzen festschreiben würden. 8
6 BLK 2000, S. 8
7 vgl. BMFSFJ 2004, S. 19 f.
8 vgl. Blättel-Mink 2002, S. 3
6
Abb. 3: Männliche Studienanfänger im ersten Semester (Wintersemester 2002 / 2003) in den zehn am stärksten besetzten Studienfächern 9
Abb. 4: Weibliche Studienanfänger im ersten Semester (Wintersemester 2002 / 2003) in den zehn am stärksten besetzten Studienfächern 10
Wie kommt es zur immer geringeren Beteiligung der Frauen, je höher die wissenschaftliche Karriere- und Qualifikationstufe ist, obwohl es immer mehr akademisch qualifizierte Frauen gäbe? Welche historischen und sozialen Gründe gibt es dafür? Und was kann man dagegen tun? Mit diesen Fragen wird sich die vorliegende Arbeit nun befassen.
9 BMFSFJ 2004, S. 243
10 BMFSFJ 2004, S. 243
7
Arbeit zitieren:
Andreas C. Lazar, 2005, Gestern und heute: Teilhabechancen und -bedingungen von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung, München, GRIN Verlag GmbH
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