Universität Hannover
Seminar für Religionswissenschaft
WS 2002/2003
„Kiwa und Sonnentanz :
Die Religionen der Indianer Nordamerikas“
Referat zum Thema :
Die Religion der Blackfoot
Referentin : Silke Schulz
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.) Das Leben in den Plains
2.) Die soziale Organisation der Blackfoot
a) Die soziale Struktur des Stammes
b) Das Zusammenleben von Mann und Frau
3.) Die Religion der Blackfoot
a) Geheimbünde / Männerbünde
b) Das religiöse Weltbild
c) Träume und Visionen
d) Rituale und Zeremonien
Schlußwort
Literaturliste
Einleitung
Im Rahmen des Seminars über die Indianer Nordamerikas werde ich in meinem Referat die Blackfoot – Indianer behandeln, die zu den sogenannten Plains – Stämmen zählten. Dabei werde ich zunächst das Leben der Blackfoot in den Plains und das Zusammenleben im Stamm beschreiben, bevor ich auf die religiöse Weltanschauung und die damit verbundenen Rituale eingehen und das Ergebnis meiner Arbeit am Ende des Referats zusammenfassend auf das bereits im Seminar Gelernte beziehen werde. Im Voraus möchte ich noch erwähnen, daß ich selbstverständlich nur einen kurzer Abriß über das Leben und die Religion der Blackfoot vermitteln kann; alle verfügbaren Informationen zu verwerten, würde mit Sicherheit weit über den Rahmen eines Referats hinausgehen.
1.) Das Leben in den Plains
Die Plains sind ein Gebiet im Norden Amerikas, das sich auf einer Länge von mehr als 3000 km von Kanada bis nach Mexiko erstreckt. Begrenzt wird es durch das Mississippi – Missouri –Tal und die Vorberge der Rocky Mountains. Die Fläche dieses riesigen Gebietes beträgt insgesamt mehr als 2,5 Millionen km .
Der Stamm der Blackfoot – Indianer (auch Blackfeet genannt) besiedelte im 18. und 19. Jhd. einen Teil der nördlichen Plains, das heute ungefähr in den Bundesstaaten British Columbia, Alberta und Idaho liegen würde. Im Norden grenzte ihr Gebiet an das der Sarcee, im Süden an das der Gros Ventre und im Osten an das Territorium der Plains Cree, denen aufgrund archäologischer Funde eine enge Verbindung mit den Blackfoot nachgesagt wird1. Alle eben genannten Stämme gehörten zur Algonkin – Sprachgruppe. Obwohl die Blackfoot ein großes Gebiet bewohnten und auch als eine der größten Gruppen der nördlichen Plains galten, war die Bevölkerungsdichte gering. 1870 wurde die Anzahl der dort lebenden Blackfoot auf nicht mehr als 15000 Personen geschätzt2.
Aufgrund der Größe und Gebirgsdichte des Gebietes ist das Klima in den Plains keineswegs einheitlich. Während im Westen und Süden kaum Niederschlag fällt und dort sogenannte „badlands“ („vegetations – und wasserarme Ödnisse, durch auffällige Hügel – und Felsformationen gekennzeichnet“3) auftreten, ist der Osten (d.h. das Mississippi – Missouri – Tal) eine humide Zone mit grüner Prärie und starkem Graswuchs.
Die Fauna ist dem Klima angepaßt. Alle vorkommenden Tierarten sind in der Lage, längere Zeit ohne Wasser auszukommen, und bis auf Wolf und Coyote sind alle Tiere Pflanzenfresser, die sich hauptsächlich von Gras ernähren. Diesen Umständen entsprechend waren die in den Plains lebenden Indianergruppen größtenteils Jäger, die allerdings auch mit den wenigen Gartenbauern Handel trieben und auf diese Weise Fleisch und Felle gegen Mais, Kürbisse und Bohnen tauschen konnten4. Hauptsächliche Jagdbeute waren die Prärie – oder Gabelantilope und der Büffel, die beide im 19. Jhd. in den Plains weit verbreitet waren. Von diesen Tieren wurde aber nicht nur das Fleisch als Nahrungsquelle geschätzt, sondern auch Hörner und Felle wurden verwendet, um beispielsweise Schmuck und Kleidung daraus zu gewinnen.
Besonders die Büffeljagd, welche aufgrund der schlechten Hör – und Sehfähigkeit der Tiere weitaus einfacher war als die Antilopenjagd, war bei den Blackfoot nicht nur bloße Nahrungsbeschaffung, sondern hatte auch rituelle Bedeutung. Die Plätze, an denen die Büffel von den Jägern über eine Klippe in den Tod getrieben wurden, wurden Estipah – Siki – Kini - Kots („Wo- ihm – der Schädel – eingeschlagen – wird“5) genannt. Dort verband sich die Jagd mit Ritualen und Gebeten an höhere Mächte.
Die Häute der getöteten Büffel erfüllten eine ganz bestimmte Funktion. Sie wurden als Zeltdecken für die Tipis (Stangenzelte) benutzt, die bei den Plains – Stämmen und besonders auch bei den Blackfoot eine bedeutsame Rolle spielten.
[...]
1 Taylor, Colin, „Der große Bildatlas : Indianer : Die Plains“, S. 63
2 s. o. , S. 62
3 s. o. , S. 62
4 s. o. , S. 68
5 s. o. , S. 63
Quote paper:
Magister Silke Labudda, 2003, Die Religion der Blackfoot-Indianer, Munich, GRIN Publishing GmbH
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