2
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. 2
Abk ürzungsverzeichnis. 2
1. Einleitung. 3
2. Währungssysteme. 3
2.1 Feste Wechselkurse
2.2 Feste, aber anpassungsfähige Wechselkurse
2.3 Flexible Wechselkurse
3. „Wechselkurspolitik“ der EZB. 8
3.1 Entscheidung für den freien Wechselkurs
3.2 Wechselkurspolitik gegenüber Drittwährungen
3.3 Wechselkurspolitik gegenüber „Pre-Ins“
4. Funktionen des Euro als internationale Währung. 11
4.1 Voraussetzungen einer internationalen Währung
4.2 Die privaten Verwendungsfunktionen einer internationalen Währung
4.3 Die öffentlichen Verwendungsfunktionen einer internationalen Währung
5. Der EURO als neue Weltleitwährung? 14
Literaturverzeichnis. 16
Anhang. 19
2
3 Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1
Abbildung 2 Abbildung 3
Abbildung 4 Abbildung 5
Abbildung 6 Abbildung 7 Zusammensetzung internationaler Währungsreserven
Abkürzungsverzeichnis
AÜ Angebotsüberschuss BIP Bruttoinlandsprodukt DKK Dänische Krone EZB Europäische Zentralbank EWS Europäisches Währungssystem EWWU Europäische Wirtschafts- und Währungsunion IMF Internationaler Währungsfonds NÜ Nachfrageüberschuss WE Währungseinheit WKM Wechselkursmechanismus SFR Schweitzer Franken 3
4
1. Einleitung
„Der Euro ist eine der stärksten Währungen der Welt.
Wir haben jetzt mehr Chancen und mehr Hoffnung.“ 1
Dieses Einschätzung des Euro stammt von Kostas Simitis, dem griechischen Ministerpräsidenten. Ist der Euro jedoch wirklich eine der stärksten Währungen oder spielt er nur eine Nebenrolle im Konzert der großen Währungen dieser Welt? Die Rolle des Euro im Weltwährungsgefüge ist der Betrachtungsgegenstand dieser Hausarbeit. Was muß Europa tun, damit der Euro eine entscheidende Rolle im Weltwährungsgefüge spielt? Um für die Beantwortung dieser Frage die Grundlagen zu schaffen werde ich zunächst auf die verschiedenen Wechselkurssysteme eingehen, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Neben der theoretischen Betrachtung werden die Vor- und Nachteile des jeweiligen Systems im Vordergrund der Betrachtung stehen.
Im dritten Punkt wird der europäische Währungsraum in den Mittelpunkt gerückt. Warum hat sich die EZB für einen freien Wechselkurs entschieden? Näher betrachten möchte ich in diesem Zusammenhang dann auch die tatsächlich betriebene Wechselkurspolitik der EZB gegenüber Drittwährungen und den sogenannten „Pre-Ins“. Im vierten Punkt werden die Voraussetzungen geklärt, außerdem welche Funktionen eine internationale Währung erfüllen muß, um damit im abschließenden Teil der Arbeit die Rolle des Euro insbesondere gegenüber der dominanten Stellung des US-Dollars zu klären.
2. Währungssysteme
Grundsätzlich kann man sagen, dass die internationale Währungsordnung eine Rahmenbedingung für die nationale Geldpolitik darstellt. So galten für die Epoche der Goldwährung die „Spielregeln des Goldautomatismus“ 2 , hinter der die Verfolgung der binnenwirtschaftlichen Ziele der Geldpolitik zurückstehen mussten. 3 Nach dem zweiten Weltkrieg wurde mit dem Bretton Woods - Abkommen ein neues Weltwährungssystem geschaffen, welches auf einem System fester Wechselkurse basierte. Jeder Währung der teilnehmenden Länder wurde eine Parität in einem bestimmten Goldgewicht oder in US-Dollar zugeordnet; gleichzeitig wurde eine Bandbreite in Höhe von +-1% um die Parität fixiert, innerhalb derer der Wechselkurs des jeweiligen Landes schwanken durfte. Diese Bandbreite wurde Ende 1971 auf +-2,25% erweitert.
1 Homepage des Bundestages, Online im Internet, Stand 05.07.2002
2 Issing, 1992, S. 214
3 Vgl. Issing, 1992, S. 214
4
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Die Notenbanken der beteiligten Länder waren verpflichtet, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren, sobald der Wechsel-kurs ihrer Währung diese Bandbreite verließ. 4 Im März 1973 brach das Bretton Woods System jedoch mit dem Übergang der wichtigsten Währungen zum Floating zusammen. „Eine Abänderung des entsprechenden Artikels IV in den Statuten des Internationalen Währungsfonds trägt der neuen Lage Rechnung: Mittlerweile ist es jedem Land freige-stellt, die ihm geeignet erscheinenden Wechselkursregelungen zu wählen. So ist es nicht verwunderlich, dass die gegenwärtige Situation vielerlei Spielarten der Wechselkurspolitik aufweist...“ 5 Einen Überblick über die verschiedenen möglichen Währungssysteme, die ich im folgenden näher vorstellen werde, bietet Abbildung 1 6 .
2.1 Fest e Wechselkurse
Unter festen Wechselkursen versteht man einen fixierten Wechselkurs, der von der Zentralbank des Landes oder der Regierung festgesetzt wird 7 . Diese Paritätsfestsetzung kann für eine Einzelwährung oder einen Währungskorb von verschiedenen anderen Währungen erfolgen. Die feste Parität zu einer als wertstabil anerkannten ausländischen Währung, auch als „Ankerwährung“ bezeichnet, dient hierbei als Zwischenziel der Geldpolitik zur Erreichung der Preisniveaustabilität. Wie ich in Punkt drei erläutern werde verzichtet die Zentralbank des Landes mit dem Wechselkursziel eventuell 8 auf ihre geld-/ währungspolitische Autonomie.
Durch die festen Wechselkurse hat das Land mit dem Zwischenziel Wechselkurs 9 die gleiche Inflation wie das Land mit der Ankerwährung 10 . „Dieser Übertragungsprozess beruht auf zwei Transmissionsprozessen: einem güterwirtschaftlichen Übertragungsmechanismus (...) und einem Wirkungszusammenhang, der auf der Inflationserwartung der Privaten beruht und nur indirekt über die realwirtschaftlichen Größen wirkt.“ 11 Das heißt, dass die Voraussetzung für das Zwischenziel die Existenz einer Außenwährung ist, welche einerseits ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit besitzt und andererseits ein großer Teil des Außenhandels des Landes W mit Land A (oder Ländern, die die gleiche Ankerwährung benutzen) stattfindet, damit der Einfluss ausländischer (von Land A abweichender) Preisentwicklung zurückgedrängt wird.
4 Vgl. Schaal, 1989, S. 66 ff
5 Issing, 1992, S. 215
6 Siehe Anhang
7 Vgl. o.V.: Gabler Wirtschaftslexikon, 1997, Stichwort: fester Wechselkurs
8 Dies trifft nur zu, wenn ebenfalls das Ziel der offenen Finanzmärkte verfolgt wird, siehe Abbildung 3.
9 im folgenden Land W genannt
10 im folgenden Land A genannt
11 Bofinger, 1996, S. 306
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Gesteuert wird das Zwischenziel des Wechselkurses im Land W durch den Geldmarktzins. Beispiel: Durch einen gestiegenen Inlandszins steigt der Kapitalimport, es kommt zu einem Devisenüberschuss in der Leistungsbilanz. Diesen muß die inländische Zentralbank ankaufen, um den Wechselkurs auf dem fixierten Niveau zu halten. Damit steigt die inländische Geldmenge, obwohl der Zins gestiegen ist.
Ein Nachteil ist jedoch, dass bei einem Anstieg der Inflation im Land A auch die Inflation im Land W ansteigt, obwohl unter Umständen binnenwirtschaftlich kein Grund für einen Anstieg der Inflationsrate gegeben ist. Außerdem muss die Notenbank des Landes W den währungspolitischen Entscheidungen der Notenbank des Landes A folgen, unabhängig davon, ob dies für die Gesamtwirtschaft des Landes W sinnvoll ist oder nicht, um die Wechselkursstabilität nicht zu gefährden 12 , d.h. die Zentralbank mit Wechselkursziel gibt ihre geld-/währungspolitische Autonomie zugunsten des festen Wechselkurses auf. Ein spezielles System der festen Wechselkurse ist das Currency Board System. Hierbei werden nur nationale Noten und Münzen in Umlauf gebracht, die durch Währungsreserven der Ankerwährung gedeckt sind. „Das Board garantiert die volle Konvertibilität des nationalen Noten- und Münzgeldes gegenüber der Reservewährung zum festgelegten Kurs.“ 13 Dieses System wird vor allem von Ländern genutzt, deren Geldpolitik wenig Vertrauen genießt, da der Vorteil dieses Systems in der Herstellung von Vertrauen bei gleichzeitiger Preisstabilität auf Kosten der geld-/währungspolitischen Autonomie ist. Da die Währungsreserven, die auch in der Reservewährung determinierten Wertpapieren gehalten werden können, begrenzt ist, kommt es zu einer Einschränkung der „lender-of-last-ressort“-Funktion der Zentralbank 14 .
2.2 Feste, aber anpassungsfähige Wechselkurse
Grundsätzlich ist hier, wie in Abbildung 1 ersichtlich, eine Bindung an eine Einzelwährung, oder die Bindung durch gegenseitige Vereinbarung möglich, wie es im System der EWS praktiziert wurde.
Das Bretton Woods- System als Beispiel für ein System fester, aber anpassungsfähiger Wechselkurse war ein Mischsystem aus fest vorgegebenen Paritäten der einzelnen Wechselkurse untereinander, während sie gleichzeitig zwischen einer vorgegebenen Unter-und Obergrenze frei schwanken konnten. Diese Unter- und Obergrenze fungierten dabei als Interventionspunkte und wurden „politisch-administrativ“ 15 festgesetzt.
12 Vgl. Bofinger, 1996, S. 306ff
13 Willms, 1995, S. 163
14 Vgl. Willms, 1995, S. 163ff
15 Schäfer, 1981, S. 57
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Arbeit zitieren:
Diplom-Kaufmann Alexander Schmidt, 2002, Geldpolitik und Wechselkurspolitik: Die Rolle des Euros im Weltwährungsgefüge, München, GRIN Verlag GmbH
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