I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1. Einleitung 4
2. Definitionen 5
3. Suizidtheorien 6
3.1. Die psychoanalytische Theorie der Aggression 6
3.2. Der Ansatz des Narzissmuss 6
3.3. Die gelernte Hilflosigkeit 7
4. Zahlen Statistiken Fakten 8
5. Gründe 9
6. Streitfrage Suizid 14
7. Der Suizid in der stoischen Philosophie 16
8. Jean Améry 17
9. Resumée 18
10. Literaturverzeichnis 20
11. Anhang 21
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Der Selbstmord ist ein Ereignis der menschlichen Natur,
welches, mag auch noch so viel darüber gesagt und geschrieben sein,
in jeder Zeitepoche wieder einmal verhandelt werden muss.
Goethe
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1. E I N L E I T U N G
„Etwas Besseres als den Tod findest du überall“. Dieser Satz aus dem Märchen der „Bremer Stadtmusikanten“ überzeugt nicht alle Menschen. Immer wieder kommt es vor, dass junge Menschen am Leben verzweifeln, dass der Suizid als Lösung betrachtet wird, dass das Leben selbst schlimmer als der Tod empfunden wird.
In Todesanzeigen liest man oft „Für uns plötzlich und unerwartet…“ . Dabei denken wir an plötzliche Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Wenn wir dann weiterlesen, erschrecken wir über das junge Alter des Verstorbenen und vermuten einen Verkehrsunfall.
Verkehrsunfälle sind zwar die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen, insgesamt sterben in Deutschland aber mehr Menschen am Suizid, als bei Unfällen.
Im Suizid begegnen wir dem Leben und dem Tod. Sie liegen hier ganz nah beieinander. Doch haben Menschen das Recht, sich das Leben zu nehmen? Gott zu spielen? Und welche Grenzen halten diese Menschen für unüberwindbar, dass sie so resignieren und keinen anderen Ausweg mehr sehen, als sich zu töten? Bedeutet „Freitod“, dass jeder Mensch frei ist, über sein Leben und somit auch über seinen Tod zu entscheiden?
In dieser Studienarbeit möchte ich mich mit dem Thema Suizid bei Jugendlichen auseinandersetzen, Definitionen liefern, drei Suizidtheorien darstellen, Zahlen, Fakten und Statistiken nennen, den Suizid aus moralischer und ethischer Sicht beleuchten und mich den eben genannten Fragen widmen.
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2. D E F I N I T I O N E N
Suizid, sich das Leben nehmen, das Leben wegwerfen, Selbsttötung, Freitod, Selbstmord- diese Worte bedeuten ein und dasselbe. Nur dass der eine Begriff für manche Menschen passender, der andere weniger passend ist.
Selbsttötung zum Beispiel ist neutraler und sprachlich korrekter als Selbstmord. Wer von Freitod spricht, vergisst nach Dr. Med. Hans H. Dickhaut, wie wenig frei der Betreffende ist oder wie wenig frei machend die Tat an sich ist, wenn in der Regel ausweglose, verzweifelte Lebensumstände in eine Sackgasse geführt haben, an deren Ende der Tod erstrebenswerter als das Leben ist. (Vgl. Dickhaut, S. 15)
Der Begriff jugendlicher Suizid bezeichnet den selbst herbeigeführten Tod bei einem Menschen zwischen 15 und 19 Jahren. Diese Definition wird von der WHO benutzt. Suizid kommt aus dem lateinischen und bedeutet einfach übersetzt Selbsttötung. Damit wird die gewollte Handlung oder absichtliche Unterlassung einer Handlung eines Menschen definiert, durch die sein Leben beendet wird. Der Suizid ist also eine extreme Form des abweichenden Verhaltens. (Vgl. Faust, S. 15) Nur zwei Begriffe müssen grundsätzlich voneinander unterschieden werden: Suizid und Suizidversuchversuch.
Suizid ist eine gegen sich selbst gerichtete Handlung mit Todesfolge. Es ist nicht entscheidend, ob der Tod beabsichtigt wurde oder nicht.
Ein Suizidversuch ist ebenfalls eine gegen sich selbst gerichtete Handlung, nur ohne tödlichen Ausgang. (Vgl. Hömmen, S. 18ff) Ich werde im Folgenden das Wort Suizid verwenden, da es für mi ch am neutralsten klingt.
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3. S U I Z I D T H E O R I E N
3.1. Die psychoanalytische Theorie der Aggression
Hierbei handelt es sich um eine psychologische Theorie, die auf der Grundlage ärztlicher Beobachtungen an Patienten entwickelt wurde. Ihr Begründer ist Sigmund Freud (1856- 1939).
Freud sieht den Suizid in Zusammenhang mit der Depression und interpretiert ihn als Wendung der Aggression gegen die eigene Person. Der zentrale Grund der Suizidhandlung ist für Freud ein Liebesverlust durch eine frühe Bez ugsperson, der mit Aggression beantwortet wird, und auf den dann Trauer, Schuldgefühle und Strafbedürfnis folgen mit der Konsequenz des Suizids.
„Der Selbstmord ergibt sich für Freud konsequent aus der Psychologie der Depression, in deren zentralem Mittelp unkt eben der Verlust steht; aus dem sich ein Ambivalenzkonflikt zwischen Liebe und Hass ergibt.“ (vgl. Pohlmeier, S. 59) Die Interpretation der Wendung der Aggression konnte in vielen Beobachtungen bestätigt werden.
Für die Suizidverhütung ist diese Aggressionstheorie von großer Bedeutung, da mit diesem Wissen versucht werden kann, die Aggressionen anders zu kanalisieren und die Wendung gegen die eigene Person rückgängig zu machen. (Vgl. Pohlmeier, S. 58ff)
3.2. Der Ansatz des Narzissmus
Hensler interpretiert den Suizid als narzisstische Krise, bei der durch eine Kränkung das narzisstische Gleichgewicht einer Person gestört ist und sie dadurch zum Suizid verführt wird.
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Arbeit zitieren:
Christiane Klein, 2004, Suizid bei Jugendlichen, München, GRIN Verlag GmbH
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