Institut für Agrarpolitik und Marktforschung
Professur für Marktlehre der Agrar- und Ernährungswirtschaft
Justus-Liebig-Universität Giessen
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Ökonomische Effekte von Nahrungsmittelhilfe
1
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1 Einleitung 2
2 Nahrungsmittelhilfe - Definition und Arten 2-4
2.1 Möglichkeiten der Beschaffung von NMH 2-3
2.2 Art der Verwendung von NMH 3
2.3 Geber- und Empfänger-Verhältnis 4
3 Entwicklung der NMH und ihre Bedeutung in der Entwicklungshilfe 4-5
4 Effekte von NMH 5-11
4.1 Wirkungen auf den Handel und die Importe 7-9
4.2 Wirkungen auf die Produktion und die Preise im Empfängerland 9-11
5 Zusammenfassung 11
6 Literaturverzeichnis 11-12
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Abbildung 1: Der Einfluss von Nahrungsmittelhilfe auf Nahrungsmittelimporte 7
Abbildung 2: Normale Preisreaktion auf dem Nahrungsmittelmarkt 10
Ökonomische Effekte von Nahrungsmittelhilfe
2
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Nahrungsmittelhilfe ist ein Thema, was schon oftmals diskutiert wurde. Ich möchte im Folgenden definieren was Nahrungsmittelhilfe ist, welche Arten es gibt und wie sich die Nahrungsmittelhilfe im Zeitablauf entwickelt hat. Im Hauptteil werde ich dann die verschiedenen positiven und negativen Aspekte von Nahrungsmittelhilfe erläutern und auf einige mögliche ökonomische Effekte von Nahrungsmittelhilfe näher eingehen. Anstatt Nahrungsmittelhilfe werde ich im weiteren die Abkürzung NMH verwenden. 1DKUXQJVPLWWHKLOIH±'HILQLWLRQXQG$UWHQ Irrtümlicherweise wird oft angenommen, dass NMH mit der kostenlosen Verteilung von Nahrungsmitteln an einen notleidenden Personenkreis gleichzusetzen ist, jedoch gilt als NMH jeder Transfer von Nahrungsmitteln von einem Geber- zu einem Empfängerland, der eine Schenkung darstellt oder zu günstigeren als den üblichen Handelsbedingungen erfolgt (Prinz, C., 1994, S. 7). Diese Definition wurde festgelegt nachdem, man aufgrund der Schwierigkeit der Abgrenzung von Vorzugs- und Nicht-Vorzugsgeschäften eine pragmatische Lösung gesucht hat. Zunächst identifizierte man alle Arten von Geschäften. Von den 20 Transaktionsmöglichkeiten, die von Schenkungen bis zu den Geschäften reichen, die den internationalen Handelsgebräuchen entsprechen, wurden schließlich 13 als NMH definiert. (Prinz, C., 1994, S.7)
Um die Vielzahl von Einsatz- und Beschaffungsmöglichkeiten von NMH zu beschreiben, kann man nach $UWGHU%HVFKDIIXQJ, $UWGHU9HUZHQGXQJ und nach dem *HEHU(PSIlQJHU 9HUKlOWQLV differenzieren. (Prinz, C., 1994, S.19)
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Unter diesen Unterscheidungskriterium kann man den Herkunftsort der Produkte verstehen, die zu Hilfszwecken verwendet werden. Folgende Bereitstellungsmöglichkeiten sind dabei von großer Bedeutung:
- /LHIHUXQJDXVGHUVWDDWOLFKHQRGHUSULYDWHQ/DJHUKDOWXQJGHU*HEHUOlQGHU Diese gelten als wichtigste Quelle der NMH, denn sie machen über 90 Prozent (1991) der gesamten NMH aus. Der Grund für die große Bedeutung der Lagerbestände der Geberländer ist wohl darin zu sehen, dass das anfängliche Ziel der NMH ein Abbau von nicht absetzbaren Agrarüberschüssen war. Erst später, ab den siebziger Jahren, trat auch der Aspekt auf durch alternative Beschaffungsmöglichkeiten positive Effekte für die Entwicklungsländer zu erzielen.
- 'UHLHFNVJHVFKlIWHWULDQJXODUWUDQVDFWLRQV Bei Dreiecksgeschäften beschafft der Geber die Lebensmittel aus einen Entwicklungsland, anstatt auf eigene Reserven zurückzugreifen und transferiert sie als NMH in ein Land mit Defiziten an Lebensmitteln. Dreiecksgeschäfte machen nur einen geringfügigen Anteil von 6-
Ökonomische Effekte von Nahrungsmittelhilfe
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7 Prozent (1991) an der NMH aus, obwohl einige positive Effekte damit verbunden sind, wie
zum Beispiel eine günstigere Bereitstellung, reduzierte Lieferzeiten (wichtig bei Katastrophenhilfe), an Bedürfnissen der Empfänger ausgerichtete Produkte und einiges mehr. (Prinz, C., 1994, S.21)
- /RNDOH$QNlXIHORFDOSXUFKDVHV Sie stellen eigentlich eine spezielle Form von Dreiecksgeschäften dar, allerdings werden die Nahrungsmittel nicht in einem Drittland gekauft, sondern in einer Überschussregion des Empfängerlandes. Von dort werden sie an die Defizitgebiete des Landes verteilt. Die lokalen Ankäufe machen an der gesamten NMH nur 2-3 Prozent (1991) aus.
(Prinz, C., 1994, S.20) $UWGHU9HUZHQGXQJYRQ10+ Hier kann man die Programmhilfe, die Projekthilfe und die Katastrophenhilfe unterscheiden.
- .DWDVWURSKHQKLOIHHPHUJHQF\GLVDVWHUIRRGDLG Katastrophenhilfe erhalten von Katastrophen, wie zum Beispiel Dürren, Überschwemmungen, kriegerische Auseinandersetzungen, betroffene Bevölkerungsgruppen zur Überbrückung kurz- bis mittelfristiger Versorgungsengpässe meist kostenlos in Form von Lebensmitteln. Diese Art von NMH gibt es wahrscheinlich schon am längsten, denn schon 1812 vergab die
USA für die Opfer eines Erdbebens in Venezuela Nahrungsmittel. Bei der Vergabe von
Katastrophenhilfe ist die Schwankungsbreite ziemlich groß, da sie je nach Bedarf vergeben wird 1995 machte sie einen Anteil von 35-40 Prozent an der gesamten NMH aus. (Prinz, C., 1994, S.24; The food aid monitor, Nr. 25 (1996), Einlage S.2)
- 3URJUDPPKLOIHEXONVXSSO\QRQSURMHNWIRRGDLG Es handelt sich hier um die Lieferung von Nahrungsmitteln von der Regierung des Geberlandes an die Regierung oder staatliche Marktorganisation (marketing boards) des Empfängerlandes. In erster Linie dienen die Nahrungsmittel als Budget- und Zahlungsbilanzhilfe für das Empfängerland (Prinz, C., 1994, S.24-25).
Da es für diese Art NMH keinen bestimmten Zweck zur Verwendung gibt, ist sie bei den Regierungen sehr beliebt und macht einen großen Anteil von 35-40 Prozent (1995) der NMH aus. (Winter, M., 1992, S. 49; The food aid monitor, Nr. 25 (1996), Einlage S.2)
- 3URMHNWKLOIHSURMHFWIRRGDLG Sie führt die NMH konkreten Verwendungszwecken zu, wie zum Beispiel Food-for-work Projekte, Schul- und Mutterspeisungsprogramme und machte 1995 20-30 Prozent aus. (Winter, M., 1992, S. 49; The food aid monitor, Nr. 25 (1996), Einlage S.2)
- 6WUXNWXUDQSDVVXQJVKLOIHDGMXVWPHQWIRRGDLG Sie ist der Projekthilfe sehr ähnlich, sie soll jedoch insbesondere die oft negativen Auswirkungen von Strukturanpassungsprogrammen des Internationalen Währungsfonds auf die Ernährung von schwachen Einkommensgruppen abmildern. Diese Programme bewirken nämlich, dass die einkommensschwache Bevölkerung weniger Nahrungsmittel nachfragen kann, diese Tatsache wird über die NMH in Form von Strukturanpassungshilfeabgefangen. (Winter, M., 1992, S. 50)
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Michaela Oliev, 2002, Ökonomische Effekte von Nahrungsmittelhilfe, Munich, GRIN Publishing GmbH
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