I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Begriff der Holding 1
2.1. Ursprünge der Holding 1
2.2. Definition der Holding 4
3. Formen der Holding und Abgrenzung gegenüber anderen Formen
der Konzernführung 6
3.1. Formen der Holding 6
3.2. Kennzeichen der Holding 12
3.3. Abgrenzung gegenüber anderen Formen der Konzernführung 14
4. Vorteile bei internationaler Verbundführung durch Holdinggesellschaften 21
4.1. Vorteile und Chancen bei internationaler Verbundführung durch
Holdinggesellscha ften 21
4.2. Probleme und Risiken beim Aufbau von Holdinggesellschaften 25
5. Resümee 26
Literaturverzeichnis IV
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Holding-Arten
Abbildung 2: Funktionen der Holding
Abbildung 3: Internationalisierungsgrad der Unternehmenstätigkeit
Abbildung 4: Zahl der Schnittstellen und Reaktionsfähigkeit in Holdingstrukturen
III
Abkürzungsverzeichnis
AG
AktG
bzw.
ca. circa
etc.
f. (ff.) (fort)folgende Seite(n)
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
i.w.S.
o.ä. oder ähnliche(s)
S. Seite
sog. sogenannte, -er, -es, en
u.ä.
vgl.
wirtschaftl. wirtschaftlich(e)
z.B. zum Beispiel z.T. zum Teil
1
1. Einleitung
Wenn Unternehmen größer werden und immer mehr die Form eines Konzerns anne hmen, kommt es oft zu einem Abbau von Flexibilität und zu einer Zunahme von Bürokratie. Während kleine Unternehmen noch überschaubare Organisationsstrukturen aufweisen, entsteht mit zunehmender Größe oft ein starres Gebilde, das nicht mehr in der Lage ist, sich auf ändernde Marktbedingungen rechtzeitig einzustellen. Gerade vor dem Hintergrund der globalisierten Märkte und unter dem verschärften Wettbewerb, bleibt es heute nicht mehr nur den Großkonzernen vorbehalten, sich als „global player“ im internationalen Markt zu behaupten. Zunehmend muss sich auch der Mittelstand auf die Erschließung internationaler Märkte einlassen.
Bei der Internationalisierung und der Organisation bereits international tätiger Unternehmen bietet sich die Holdinggesellschaft als Strukturform an. Was eine Holdinggesellschaft ist, was sie auszeichnet, inwiefern sie sich von anderen Formen der Konzernführung unterscheidet und welche Vorteile sie bietet, soll in der folgenden Arbeit beleuchtet werden.
2. Begriff der Holding
2.1. Ursprünge der Holding
Der Ursprung der Holding wird in der Literatur bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gesehen. 1 Dabei wird unterschieden zwischen der Entstehung in den USA und der im europäischen Raum. In den USA kam es als Reaktion auf die nach dem Sezessionskrieg von 1861 bis 1865 durch erhöhtes Wirtschaftswachstum in einigen Wir t-schaftssektoren (v.a. im Eisenbahnsektor, aber auch in der Stahl- und Tabakindustrie) entstandenen Überkapazitäten und den damit verbundenen Preisverfällen zu der Bildung von Kartellen. 2 Aufgrund entgegengesetzter Interessen brachen diese Kartelle jedoch immer wieder auseinander, so dass eine Verbundführung auf Kapitalbasis in Form einer Dachgesellschaft angestrebt wurde, um die rechtlich eigenständigen Gesellschaften zu
1 Vgl. Keller (1990), S. 40ff., Kraehe (1994), S. 113ff. und Anesini (1991), S. 46f.
2 Keller spricht in diesem Zusammenhang mit Verweis auf Guggisberg von „Pools“.
2
überwachen. 3 Waren die Zusammenschlüsse im Eisenbahnwesen noch als „Krisenkartelle“ (Keller) eingerichtet worden, so kam es in anderen Bereichen (wie der Tabak-, Stahl-, Erdöl- und Zuckerindustrie) zur Gründung ähnlicher Konzentrationen, welche jedoch eher die Zielsetzung einer Beherrschung des Marktes verfolgten. Dabei wurde zur Führung auf sog. „Trusts“ 4 zurückgegriffen. 5 Diese Trusts wurden im Jahre 1890 durch den „Sherman Act“ verboten, um den freien Wettbewerb zu schützen. Diese Anti-Trust-Gesetzgebung begünstigte die Entstehung von Holdinggesellschaften, welche nun nicht mehr monopolartige, durch Fusionen entstandene Großbetriebe waren, sondern lediglich Beteiligungen an den ehemals abhängigen Betrieben hielten und sie einheitlich leiteten. Rechtlichen Schutz erfuhr diese Praktik zur Umgehung des Anti- Trust-Gesetzes durch die Entsche idung des Bundesstaats New Jersey, welcher das Halten von Beteiligungen an anderen Firmen als nicht illegal einstufte und den Holdinggesellschaften „Domizilrecht“ gewährte. 6
Die Entstehung von Holdinggesellschaften in Europa wich von der amerikanischen, welche sich vornehmlich auf die Bildung von Monopolen konzentrierte, ab. Dazu werden in der Literatur zwei wesentliche Gründe aufgeführt: Zum einen war ein Trend zu Firmenkonzentrationen, wie er für die amerikanische Wirtschaft typisch war 7 , in Europa nicht zu erkennen, zum anderen bedienten sich europäische Firmen im Unterschied zu amerikanischen zur Finanzierung von Investitionen und Erweiterungen in erster Linie des Mittels der Gewinnthesaurierung, ferner persönlicher Darlehen oder Be teiligungen. In Amerika dagegen war die Aktie gängiges Mittel zur Liquiditätsbeschaffung. Hinzu kam, dass das Bankwesen vorrangig den Kreditbedarf des Staates bediente, weniger den der Privatwirtschaft. Erst ab 1848 wurden Privatbanken gegründet, deren Geschäftstätigkeit sich auch auf die Finanzierung der Privatwirtschaft durch Beteiligungen und Emission von Aktien und Obligationen erstreckte. In Deutschland hatten gerade die großen Gesellschaften im Bereich Eisenbahn und Elektrizität in dieser (ersten) Phase der Industrialisierung Liquiditätsprobleme, da ihre Kunden meist kleine Bahn- und Elektri-
3 Soz.B. die 1870 als Holding gegründete „Pennsylvania Railroad Company“. Vgl. Keller (1990), S. 41.
4 Trust: [engl., aus trust company >Treuhandgesellschaft<] der, Kapitalgesellschaft, die durch Fusion
ehemals rechtlich selbständiger Unternehmen mit dem Ziel ausschließlicher Marktbeherrschung entsteht;
sie wird meist von einer Dachgesellschaft (Holdinggesellschaft) geleitet. Der Trust ist eine strengere
Form des Konzerns (monopolist. Marktstellung). Im Unterschied zum Kartell, mit dem er die Zielsetzung
gemeinsam hat, bildet der T. verwaltungsmäßig, produktionstechnisch sowie finanziell eine straff organi-
sierte und feste Einheit. Quelle: dtv-Lexikon (1999).
5 Offiziell trat diese Form des Zusammenschlusses erstmalig 1882 bei der Gründung der „Standard Oil
Company“ in Erscheinung. Vgl. Keller (1990), S. 42.
6 Vgl. Anesini (1991), S. 46f.
7 Vgl. Keller (1990), S. 42.
3
zitätsbetriebe mit nur lokaler Bedeutung waren, die ihrerseits wegen mangelnder Größe und den mit diesen Innovationen verbundenen Risiken keine eigenen Wertpapiere ausgeben konnten und somit auch Finanzprobleme hatten. 8 Die großen Eisenbahn- und Elektrizitätswerke behalfen sich nun dadurch, dass sie selbst Lokalbahnen und Elektrizitätswerke gründeten, welche durch direkte Beteiligungen finanziert wurden. Diese Direktinvestitionen hatten jedoch zur Folge, dass das zum weiteren Ausbau ihres Stammgeschäfts nötige Kapital fehlte. Also gründeten die Hersteller und Ba nken gemeinsam sog. „Effektenübernahmegesellschaften“. Diese übernahmen die Anteile der großen Werke an den kleineren gegründeten Bahn- und Elektrizitätsbetrieben und gaben zur Refinanzierung selbst Anteile aus.
Wie in Deutschland entstanden auch in den anderen europäischen Ländern ähnliche Strukturen im Bank- und Finanzwesen. Zuerst wurde das Konzept der Finanzierung von Unternehmen durch Beteiligungen und der Finanzierung der Beteiligungen durch Aktienemission bei der belgisch-niederländischen „Société Générale“ beobachtet, welche auch als „die ‚Mutter’ der Holdinggesellschaften“ bezeichnet wird. 9 Dieses Konzept der Beteiligungsfinanzierung erwies sich in den Zeiten der Industrialisierung für diese Unternehmen als so erfolgreich, dass sie die in dieser Zeit angesammelten Mittel, als die Konjunktur in den 80er Jahren des 19. Jahrhundert nachließ und das Zinsniveau fiel, nun in anderen Ländern außerhalb Europas investierten, um an den dortigen Entwicklungen teilhaben zu können, so dass Gesellschaften, wie die „Bank für orientalische Eisenbahnen“ u.ä. entstanden. 10 Sie hatten primär die Zielsetzung der Finanzierung und der Anlage von Geldmitteln, so dass Keller feststellt, dass „Ziel und Zweck der Beteiligungen europäischer Holdinggesellschaften dominant die Finanzierung von Gesellschaften war, wohingegen der Führungsaspekt - vor allem bei den monopolartigen Unternehmungsverbindungen - bei den US-amerikanischen Holdinggesellschaften im Vordergrund stand.“ 11
8 Vgl. Keller (1990), S.43.
9 Vgl. Keller (1990), S. 45; wobei umstritten ist, ob der Ursprung nun in den USA oder in Europa zu
sehen ist. Der juristische Ursprung wird z.B. auch in England gesehen, anstatt ihn mit der New Jersey
Gesetzgebung in den USA zu begründen. Vgl. Anesini (1991), S. 47
10 Vgl. Keller (1990), S. 46.
11 Keller (1990), S. 47.
4
2.2. Definition der Holding
Zur Umschreibung der Holdinggesellschaft seien hier zunächst zwei Definitionen aus verschiedenen Lexika angeführt:
„Holding(gesellschaft ): Dachgesellschaft; Obergesellschaft, die selbst keine Güter produziert und vertreibt, sondern nur Beteiligungen an anderen Gesellscha ften (Tochtergesellschaften) hält, verwaltet und mit ihnen diese kontrolliert.“ 12
„Holdinggesellschaft: [von engl. to hold >halten<], i.w.S. eine Gesellschaft, die Anteile von anderen Gesellschaften als Vermögensanlage erwirbt und verwaltet, i.e.S. eine Gesellschaft, die darüber hinaus auch die wirtschaftl. Beeinflussung oder Beherrschung der anderen Gesellschaften bezweckt.“ 13
Der Begriff „Holding“ kommt aus dem Englischen und entstammt dem englischen Substantiv „hold“, was soviel bedeutet wie „Halten“, „Halt“, „Griff“, aber auch „Gewalt“ und „Einfluss“. Auch das davon abgeleitete Verb „to hold“ lässt mit seiner Übersetzung „(inne-) haben, besitzen“ darauf schließen, dass sich Holdinggesellschaften durch das „Halten“ von Beteiligungen u.ä. kennzeichnen lassen. Eine ausreichende Definition liefert dies allerdings noch nicht.
Stellvertretend für viele in der Literatur zu findenden Definitionen soll zunächst eine englische aus dem Jahre 1938 zitiert werden:
„The term „holding company,“ as understood in England, means a company whose chief function is to hold the shares or stock of other companies, with the intention of controlling their operations or policy. It is this intention to exercise control which distinguishes the holding company from the investment or trust company.” 14
Plummer stellt heraus, dass wesentliches Kennzeichen einer Holdinggesellschaft (“ho lding company”) das Halten von Anteilen anderer Firmen mit der Absicht, deren Tätig-
12 Wirtschaftslexikon(1993), S. 311.
13 dtv-Lexikon (1999).
14 Plummer (1938), S.33.
Arbeit zitieren:
Martin Keßler, 2005, Holding - Formen und Vorteile internationaler Verbundsysteme durch Holdinggesellschaften, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Einfluss der Internationalität auf Organisationsstrukturen - Structure...
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 43 Seiten
Gestaltungselemente internationaler Organisationsstrukturen
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 24 Seiten
Qualitätsanforderungen an die Beteiligten im Lufttransport
Eine Analyse der Transportkett...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Diplomarbeit, 180 Seiten
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Hausarbeit, 15 Seiten
Kulturentwicklung als Schlüsselelement von strategischen Erneuerungspr...
BWL - Personal und Organisation
Diplomarbeit, 117 Seiten
Holdingstrukturen: Darstellung, kritische Analyse und praktische Relev...
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Die Bedeutung der SWOT-Analyse für strategische Marketingentscheidunge...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Studienarbeit, 32 Seiten
Strategische Positionierung in den Entwicklungsphasen des Unternehmens
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 18 Seiten
APAB/4 - Programmiersprache der SAP
„Advanced Business Application...
Informatik - Angewandte Informatik
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Change Management im Krankenhaus
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Diplomarbeit, 34 Seiten
Die Bildung von strategischen Allianzen zur Stärkung der globalen Wett...
Seminararbeit, 34 Seiten
Holdingstrukturen als Instrument der internationalen Steuerplanung
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Seminararbeit, 27 Seiten
Projektmanagement oder Change Management - Warum einen Change nicht wi...
Schwierigkeiten und positive A...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Diplomarbeit, 30 Seiten
Evaluierung von Suchmaschinen - Interaktion und Kommunikation
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Hausarbeit (Hauptseminar), 38 Seiten
Martin Keßler's Text Holding - Formen und Vorteile internationaler Verbundsysteme durch Holdinggesellschaften ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Martin Keßler hat den Text Holding - Formen und Vorteile internationaler Verbundsysteme durch Holdinggesellschaften veröffentlicht
Martin Keßler hat einen neuen Text hochgeladen
Internationales Marketing-Management
Ein markenorientierter Ansatz
Heribert Meffert, Christoph Burmann, Christian Becker
Internationales Marketing-Management
Ralph Berndt, Claudia Fantapié Altobelli, Matthias Sander
International Management: International Version
Managing Across Borders and Cu...
Helen Deresky
The Rhetoric and Reality of Marketing: An International Managerial App...
J. Gregory Keyes, Philip J. Kitchen
International Marketing Management
Strategies, Concepts and Cases...
Mario Glowik, Slawomir Smyczek
Foreign Exchange and Money Markets: Managing Foreign and Domestic Curr...
Heinz Riehl, Rita M. Rodriguez
Dangerous Markets: Managing in Financial Crises
Dominic Barton, Roberto Newell, Gregory Wilson
0 Kommentare