Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 2
1.1. Definition „Kultur“ 3
1.2. Was ist „Interkulturelles Training“ 4
1.3. Geschichtlicher Rückblick 4
2. Ziele interkulturellen Trainings 5
2.1. Zielgruppen für kulturspezifisches Training 6
2.2. Zielgruppen für kulturübergreifendes Training 9
2.3. Zusammenfassung 10
3. Inhalte interkulturellen Trainings 10
3.1. Aufbau 11
3.2. Methoden interkulturellen Trainings 12
3.3. Beispiel 15
4. Angebotsbeispiel. 17
5. Trends 19
6. Fazit 20
1
1. Einleitung
In den letzten Jahrzehnten haben viele Entwicklungen stark dazu beigetragen, dass sich die verschiedenen Kulturen unseres Planeten zunehmend vermischen bzw. „aufeinander treffen“. Man denke nur an Schlagworte wie „Globalisierung“, „Multikulturalisierung“ oder auch „Völkerbund“. Auch der mittlerweile weltweite Tourismus, die Entstehung von immer größeren multinationalen Großkonzernen, die immer günstiger werdenden Transportkosten im Personenverkehr und andere Entwicklungen sind in diesem Zuge zu nennen. Immer öfter treffen Menschen verschiedener Kulturen, sei es geschäftlich, aus offiziellen Anlässen oder aus privaten Gründen aufeinander. Dabei kommt es häufig mangels Informationen, Vorbereitung oder auch nur auf Grund von einfachem „Nicht-Wissen“ zu Situationen, die, durch den unterschiedlichen kulturellen Background hervorgerufen, Konflikte, Enttäuschungen, negative Erfahrungen, etc. verursachen. Vor allem bei geschäftlichen Anlässen kann dies unangenehme (oft finanzielle) Folgen haben. Im Harvard Business Manager war Anfang dieses Jahres zu lesen: "Weil Ford den Posten des China-Chefs falsch besetzte, verlor der Konzern gegenüber der Konkurrenz 5 Jahre" 1
Deshalb gibt es heute verschiedene Anbieter für so genannte „interkulturelle Trainings“, die ihre Kunden auf entsprechende Situationen vorbereiten. Wie und was in diesen Trainings ablaufen kann bzw. soll, ist Inhalt dieser Arbeit. Um einen möglichst praxisnahen Bezug herzustellen greife ich im Besonderen auf die Informationen und Inhalte des IFIM (Institut für interkulturelles Management) und des IKUD (Institut für Interkulturelle Didaktik e.V.) zurück. Zu Beginn möchte ich zunächst den Begriff „Kultur“ definieren, für den es zahlreiche Definitionen gibt. Ich greife hier diejenigen heraus, die mir am anschaulichsten und für mein Thema am sinnvollsten erscheinen.
1 Harvard Business Manager, Jan., 2004, S. 51
2
1.1. Definition „Kultur“
Nach der Microsoft Encarta Enzyklopädie „meint Kultur im heutigen, umfassenden Begriffsverständnis die Gesamtheit der einer Kulturgemeinschaft eigenen Lebens-und Organisationsformen sowie den Inhalt und die Ausdrucksformen der vorherrschenden Wert- und Geisteshaltung, auf die diese sozialen Ordnungsmuster gründen“ 2 .
Die große Bertelsmann Lexikothek definiert „Kultur“ allgemein als „die Veränderung der Natur durch den Gebrauch von Werkzeugen und, darauf beruhend, die Gesamtheit der Lebensformen einer menschlichen Gruppe (Volk, Klasse, Stand)“. 3 Mir scheint die folgende Definition am treffendsten, da diese die beiden vorangegangen Erklärungsversuche vereint:
„Kultur (lat. cultum , das Bebaute, Gepflegte) ist die Gesamtheit des vom Menschen Geschaffenen. Dies schließt einerseits physische Dinge, wie Werkzeuge ein, aber auch die durch den Menschen hervorgerufene Veränderung der Natur, die geistigen Hervorbringungen der Menschheit wie Schrift und Kunst sowie die sozialen Organisationsformen, in denen die Menschen zusammenleben. Der Begriff der Kultur ist insofern eng mit dem Begriff der Zivilisation verwandt. Der Begriff wird einerseits generell auf die Menschheit als ganzes bezogen, andererseits aber auch als Zusammenfassung der Lebensumstände einer bestimmten Ethnie oder Region (z.B. die amerikanische Kultur) oder historischen Phase (z.B. die minoische Kultur)“. 4
Zusammenfassend beschreibt Kultur die materielle n, soziale n und geistigen Aspekte einer Gruppe von Menschen, die durch Veränderungen, sowohl von außen durch andere Kulturen, als auch von innen durch Subkulturen, geprägt sind und an zukünftige Mitglieder der Gruppe durch Enkulturation weitergegeben werden um diese in die jeweilige soziale Gemeinschaft zu integrieren und das Leben mit den entsprechenden Umweltbedingungen zu erleichtern. Im Sinne des interkulturelle n Trainings ist Kultur nicht auf die Menschheit als Ganzes zu beziehen sondern vielmehr auf die verschieden heute existierenden Ethnien. Dabei ist zu beachten,
2 Microsoft® Encarta® Professional 2002. © 1993-2001 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
3 Bertelsmann Lexikothek, Gütersloh 1994
4 http://www.matheboard.de/lexikon/Kultur,definition.htm
3
dass eine Kultur nicht an nationalen Grenzen aufhört, sondern durchaus eine Kultur in mehrern Ländern die gleiche sein kann. Außerdem sind vor allem die sozialen und geistigen Aspekte relevant und weniger die materiellen.
1.2. Was ist „Interkulturelles Training“
Interkulturelles Training sind speziell entwickelte (Trainings-) Methoden, die es den Teilnehmern ermöglichen sollen, den Umgang mit einer „fremden“ Kultur zu erleichtern bzw. sich ein angemessenes Verhalten anzueignen, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu fördern, bzw. ein angenehmes Leben in der jeweiligen Kultur zu ermöglichen. Es werden interkulturelle Kompetenzen vermittelt, die in Sachkompetenzen (z.B. Alltagskompetenzen, länder- bzw. kulturspezifische Kenntnisse), Sozialkompetenzen (z.B. Empathie, kommunikative Kompetenz) und Selbstkompetenzen (z.B. Selbstreflexion und Selbstregulierung in interkulturellen Kontexten) gegliedert werden können. 5
Interkulturelles Training richtet sich an Personen, die für längere Zeit in einer anderen Kultur leben möchten und an deren Familienmitglieder, aber auch Menschen, die im Inland bleiben, aber mit Personen aus anderen Kulturen zusammenarbeiten. Durch verschiedene Methoden wie zum Beispiel Fallmethode, Simulation, Erkundung oder Lernprojekt werden die Unterschiede der Kulturen bewusst gemacht und dadurch die interkulturellen Kompetenzen vermittelt.
1.3. Geschichtlicher Rückblick
Interkulturelles Training findet seinen Ursprung in den sechziger und siebziger Jahren in Amerika. Man hat damals aus drei Richtungen heraus Trainingsbedarf gesehen. Aus sozialpädagogischer Sicht, um besser mit Klienten ethnisch anderer Gruppen zu arbeiten und aus militärischer Sicht, um den wachsenden Problemen des Vietnamkrieges im Umgang mit militärischen und politischen Partnern besser entgegenzutreten. Außerdem entstanden die ersten multinationalen Konzerne, die
5 Siehe http://wwwuser.gwdg.de/~kflechs/iikdtraining.htm#grundkonzept
4
verstärkt Interesse zeigten, ihre Mitarbeiter interkulturell zu schulen. Es entsta nden die ersten Ansätze interkulturellen Trainings und es wurde wichtige methodische Arbeit geleistet, die auch heute noch Basis für interkulturelle Trainingsangebote ist.
Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre beginnen sich auch deutsche Trainer für die Entwicklungen in Amerika zu interessieren und es werden die ersten deutschen Trainings entwickelt.
Mit der Internationalisierung der Märkte , verstärkter Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern, vor allem im asiatischen Raum wächst das Interesse der Wirtschaft an interkulturellem Training und es beginnt sich Ende der achtziger Jahre ein großer Markt zu entwickeln. Verschiedene Methoden werden aus den Staaten übernommen und weiterentwickelt. Die Nachfrage steigt stetig und die Angebote werden immer differenzierter. Internationale Teams und die immer engere Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern bedingen, dass immer mehr Unternehmen auch ihre Inlandsmitarbeiter auf interkulturelle Trainings schicken. Das Thema interkulturelle Zusammenarbeit wird, in jeder Hinsicht, die nächsten Jahre weiter an Bedeutung gewinnen und neue Herausforderungen an die Weiterentwicklung interkulturellen Trainings stellen. 6
2. Ziele interkulturellen Trainings
Die Erwartungen an interkulturelle Trainings können sehr unterschiedlich sein. Generell möchten die Teilnehmer Kenntnisse über fremde Kulturen erhalten und durch ein Bewusstmachen der verschiedenen Wahrnehmungs-, Denk-, und Urteilsweisen ihre Fähigkeiten zum Umgang mit Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung fördern. Jedoch hat jede Zielgruppe eigene Beweggründe warum sie interkulturelle Kompetenzen trainieren möchte. Welches sind also die wichtigsten Zielgruppen und auf welche Ziele soll hingearbeitet werden? Ich habe mich im Folgenden für die Unterscheidung in zwei Gruppen entschieden, die mir als
6 Siehe http://www.ifim.de/reports/entwicklung.pdf
5
Arbeit zitieren:
Martin Kendlbacher, 2004, Interkulturelles Training - Ziele, Inhalte, Trends, München, GRIN Verlag GmbH
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