Inhaltsverzeichnis
0. Einleitende Gedanken. S.2
1. Zum Leben des Aristoteles. S.3
2. Was ist Poetik? S.5
3. Poetik in der Antike. S.5
4. Die Poetik des Aristoteles. S.7
4.1. Aufbau, Struktur und Gegenstände. S.7
4.2. Die Tragödie. S.8
4.3. Das Epos. S.10
4.4. Die Komödie. S.12
5. Aristoteles in der Schule. S.12
5.1. Grundsätzliches. S.12
5.2. Beispiele der Anwendung der aristotelischen Poetik
im Deutschunterricht. S.14
5.2.1. Antike Bezüge in Aufklärung und Sturm
und Drang. S.14
5.2.2. Vom Sturm und Drang zur Klassik und
zur Romantik. S.16
5.2.3. Bertolt Brecht und seine Theorie vom
epischen Theater. S.17
6. Zusammenfassende Betrachtungen. S.19
7. Bibliographie. S.20
1
0. Einleitende Gedanken
Neben Platon ist Aristoteles als einer der einflussreichsten griechischen Philosophen in die abendländische
Geistesgeschichte eingegangen, er gilt als erster Systematiker in der Philosophie. Auf seinem Lebensweg begleitete Aristoteles stets der
ausgeprägte Wissensdurst und ein immenses Maß an Fleiß. Er galt als selbstständiger und auch kritischer Denker. Sandvoss belegt an dieser Stelle, dass der "Denker Aristoteles" sein Leben lang "zwischen extremen Positionen [...] zu vermitteln" suchte, dass er "Gegensätze ausgleichen" wollte und
Widersprüchliches zu klären versuchte. 1 Aristoteles ordnet die der theoretischen und der praktischen Philosophie zugehörigen Disziplinen. Zur theoretischen
Philosophie zählt er unter anderem Metaphysik, Physik, Sprachphilosophie, Mathematik und Logik, zur praktischen beispielsweise Ethik und Politik. 2 Aristoteles gilt als vielseitiger Denker, neben den
Betrachtungen über die Philosophie als solche, beschäftigt er sich mit den weiteren großen Themenkreisen des Menschen und Natur. 3 der Zu seinen Werken zählen Schriften zur Naturphilosophie, Biologie, Psychologie, zur Metaphysik,
Politik, Ethik, Rhetorik und Poetik. 4 Mit seiner Ethik begründet er Richtlinien für die glückliche Lebensführung des einzelnen Menschen, wobei er das tugendhafte Handeln als höchstes Ziel menschlichen Lebens einstuft. Mit dieser Arbeit habe ich mir zum Ziel gesetzt, die Poetik des Aristoteles in ihren wichtigsten Punkten zu beschreiben. Dazu erachte ich es als notwendig, sowohl zunächst auf die Lebensumstände des Aristoteles einzugehen als auch den
1 Vgl. E. Sandvoss 1981, S.22.
2 Vgl. A. Pieper 1991, S.24.
3 ebd., S.25ff.
4 Vgl. F. Ricken 2000, S.138ff.
2
Poetikbegriff an sich zu definieren, erst dann erscheint mir für die genaue Definition von aristotelischer Tragödie, Komödie und dem Epos’ genügend Grundlage geschaffen zu sein. Im zweiten Teil meiner Arbeit möchte ich dann untersuchen, in welchem Maße Aristoteles heute noch Einfluss auf unseren Lernstoff in der Schule hat. In den folgenden Ausführungen werde ich mich dann damit beschäftigen, wie besonders die Poetik des Aristoteles vor allem im Deutschunterricht Anwendung finden kann. Somit werde ich aufzeigen, inwieweit das Fach Ethik, am Beispiel der aristotelischen Poetik, in den Deutschunterricht zu integrieren ist.
1. Zum Leben des Aristoteles
Als Sohn des Arztes Nikomachos und seiner Frau, welche ebenfalls aus einer Arztfamilie stammt, wird Aristoteles 384 v. Chr. in Stagira geboren. 5 Stagira lag damals nahe d er Grenze zwischen Thrakien und Makedonien. Er stammt jedoch aus einer "Randzone", welche nicht direkt zu Griechenland gehört aber die hellenische Kultur vollständig in Anspruch nimmt. 6 In der Forschung geht man davon aus, dass die geistig hochstehende Familie bereits im jungen Alter Aristoteles` an einen Königshof in Makedonien zog, wo dieser wohl mit den höfischen Traditionen und den damaligen Naturwissenschaften in Berührung kam. 7
Insgesamt weiß man nur wenig über die Kindheit und die Jugendjahre des Aristoteles. Sowohl sein Vater, als auch seine Mutter sind bereits früh gestorben, ein Verwandter übernahm daraufhin die Erziehung des Jungen. 8
5 Vgl. E. Sandvoss 1981, S.21.
6 ebd.
7 ebd.
8 ebd., S.22.
3
Mit 17 Jahren begann Aristoteles sein Philosophiestudium an der Platonischen Akademie in Athen. 9 Platon lernt er jedoch erst 2-3 Jahre später kennen, da sich dieser zur Zeit seiner Ankunft auf einer Reise befindet. 10 Zunächst ist Aristoteles Schüler Platons, später widmet er sich der Forschung und letztendlich ist er selbst Lehrer an der Akademie. 11 Das Verhältnis zwischen ihm und Platon war stets ein freundschaftliches aber auch kritisches, Sandvoss beschreibt es als die "gemeinsame Suche nach der Wahrheit". 12 Insgesamt verbringt Aristoteles 20 Jahre an der Akademie, er verlässt Athen erst kurz vor oder nach Platons Tod, vermutlich aus politischen Gründen. 13
342 v. Chr. wird Aristoteles an den Hof König Philipps gerufen, um dort die Erziehung des dreizehnjährigen Alexanders des Großen zu übernehmen. Nach der Ermordung seines Vaters Philipp besteigt Alexander den Thron, sodass keine Zeit mehr für den Unterricht mit Aristoteles verbleibt. 14 Aristoteles kehrt nach Athen zurück und gründet dort seine eigene Akademie, das sogenannte Lykeion. 15 Neben der Tätigkeit als Lehrer verfasst er nun eine Vielzahl seiner philosophischen Werke.
Nach dem Tod Alexanders änderte sich die politische Situation in Athen, Aristoteles wurde der Gottlosigkeit angeklagt, sodass er Athen verlassen muss. 16 Er flieht nach Chalkis au f Euböa, wo er vermutlich an einem Magenleiden im Alter von 63 Jahren stirbt. 17
9 Vgl. F. Ricken 2000, S.135.
10 Vgl. E. Sandvoss 1981, S.23.
11 Vgl. F. Ricken 2000, S.135.
12 Vgl. E. Sandvoss 1981, S.23.
13 Vgl. F. Ricken 2000, S.135.
14 Vgl. E. Sandvoss 1981, S.29f.
15 Vgl. A. Pieper 1991, S.45.
16 Vgl. F. Ricken 2000, S.135.
17 Vgl. A. Pieper 1991, S.45.
4
2. Was ist Poetik?
Das Wort selbst stammt aus dem Altgriechischen, welches dort mit „poiein“ in der Verwendung von „machen, schaffen, hervorbringen“ gebraucht wurde. 18 Unter Poetik versteht man die Wissenschaft vom Wesen, der Wirkung und von den Formen der Dichtung, neben der
Literaturgeschichte stellt die Poetik einen bedeutenden Teil der Literaturwissenschaft dar. Die Poetik ist die Lehre der prak tischen Dichtkunst und als „philologische Grundlagendisziplin“ zu verstehen. 19 Die Darlegungen zur Poetik sind entweder normativ, das heißt, dass sie das Dichten durch Anweisungen lenken oder sie sind deskriptiv, wobei die bereits vorhandene Dichtung beschrieben wird. 20
Thematisch umfasst die Poetik die Theorie der Dichtungstechniken, wobei die verschiedenen Formen und Gattungen von Dichtung zentral behandelt werden und auch auf Wirkung, Absicht und auf die wechselseitige Beeinflussung zwischen einzelnen Disziplinen eingegangen wird. 21 Weitere Themen sind unter anderen die Verslehre, die Lehre von den Stilebenen, die Abgrenzung von der Nicht-Dichtung, der Wirklichkeitsbezug von Dichtung oder auch die Benennung von Eigenschaften und Fähigkeiten des Dichters selbst. 22
3. Poetik in der Antike
Die frühste Poetik stammt 335 v. Chr. von Aristoteles. Alle Ansätze vor ihm gelten als bruchstückhaft und unvollständig. Vorsokratische Versuche die Dichtkunst theoretisch zu
18 Vgl. A. Meier 2001, S.205.
19 ebd., S.205f.
20 ebd.
21 B. Greiner 1997, S.264.
22 ebd., S.264f.
5
Arbeit zitieren:
Tina Kretzschmar, 2005, Integration der Fächer Deutsch und Ethik am Beispiel der Poetik des Aristoteles, München, GRIN Verlag GmbH
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