0. Inhaltsverzeichnis:
0. Inhaltsverzeichnis 01
1. Einleitung 02
2. Motive der Kreuzzüge 03
2.1. Religiöse Motive 03
2.2. Das Verhältnis zum Islam 03
2.3. Streben nach Macht 04
2.4. Sonstige Motive 04
3. Die Umstände zur Zeit des 1. Kreuzzuges 04
4. Die einzelnen Kreuzzüge 06
4.1. Der Volkskreuzzug 06
4.2. Der erste Kreuzzug 07
4.2.1. Folgen des ersten Kreuzzuges 07
4.3. Der zweite Kreuzzug 08
4.3.1. Folgen des zweiten Kreuzzuges 09
4.4. Der dritte Kreuzzug 09
4.4.1. Folgen des dritten Kreuzzuges 10
4.5. Der vierte Kreuzzug 10
4.5.1. Die Folgen des vierten Kreuzzuges 11
4.6. Der fünfte Kreuzzug 12
4.7. Der sechste Kreuzzug 12
4.8. Der siebte Kreuzzug 13
5. Abschließende Bemerkungen 14
6. Literaturverzeichnis 16
1
1. Einleitung
„Denn nur aus dem Wissen über die Geschichte kann man erklären, was heute vor sich geht.“ 1
Die Kreuzzüge sind ein wesentliches und düsteres Thema in der Geschichte der Kirche, aber auch der westlichen Kultur im Allgemeinen. Sie bestimmten zwischen 1095 und 1500 die Gedanken und Gefühle der E inwohner Westeuropas maßgeblich 2 , denn immerhin wurde über Jahrhunderte eine enorme kriegerische Energie aufgeboten, um die heiligen Stätten in Palästina zu erobern bzw. zu sichern.
Zwar ist die Zeit der Kreuzzüge seit knapp achthundert Jahren vorbei, doch die eingeschliffenen Feindbilder halten sich hartnäckig in den Köpfen und verhindern einen offenen und toleranten Umgang miteinander.
Um nur ein Beispiel zu nennen - der mittlerweile verstorbene Papst Johannes Paul II. wurde am 12. Mai 1981 bei einem Attentat durch den Türken Mehmet Ali Agca schwer verletzt. Die Begründung des Täters war die, dass der Papst der „oberste Kriegsherr der Kreuzritter” 3 sei. Dabei war gerade Papst Johannes Paul II. derjenige, der Anfang Mai 2001 in Athen öffentlich für die Verbrechen von Katholiken während der Kreuzzüge und insbesondere für die Plünderung von Konstantinopel im Jahr 1204 um Vergebung bat. Heute tritt die (katholische) Kirche ausdrücklich als Friedensorganisation und als Gegner von Gewalt zur Konfliktlösung auf, was in jüngster Vergangenheit an der entschiedenen Ablehnung des Irak-Krieges der USA zu sehen war. G erade dieser wird desöfteren als Amerikas „Kreuzzug“ bezeichnet, wohl auch deshalb, weil Präsident Bush sich permanent auf Gott beruft. Auch werden vielerorts die Motive des Jihad, des heiligen Krieges der islamistischen Extremisten mit den Motiven der Kreuzzüge von damals in Verbindung gebracht.
Die Thematik der Kreuzzüge hat also bis in die heutige Zeit hinein ihre Brisanz gewahrt. Gerade deshalb scheint es wichtig, dieses dunkle Kapitel der Vergangenheit genauer zu untersuchen. Wo lagen wirklich die Motive für die damaligen Kreuzzüge und welche Ereignisse führten im Einzelnen hierzu?
Diesen Fragen will diese Hausarbeit nachgehen. Sie will vor allem einen historischen Abriss der Zeit der sieben 4 Kreuzzüge bieten, aber auch Gründe und Motive nicht außer Acht lassen.
1 Dr. Hansjürgen Kotzur , http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/27/0,1872,2124251,00.html
2 Vgl. Riley-Smith: Wozu Heilge Kriege? Anlässe und Motivve der Kreuzzüge, Berlin 2003, S. 7.
3 Victor Conzemius, http://www.kath.ch/aktuell_detail.php?meid=8904
4 Hier ist anzumerken, dass in dieser Arbeit die Benennung der Kreuzzüge nach der in der Literatur zumeist üblichen Zählung der sieben großen Orientkreuzzügen vorgenommen wird, wie es z. B. auch zu sehen ist bei
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2. Motive der Kreuzzüge
Die Motive der Kreuzzüge waren vielschichtig und lassen sich keinesfalls, wie manchmal vereinfacht dargestellt, auf religiöse Motive reduzieren, obgleich diese selbstverständlich eine gewichtige Rolle spielen. Daher scheint es sinnvoll, die Motive noch einmal zu untergliedern.
2.1. Religiöse Motive
Diese religiösen Motive werden insbesondere sichtbar, wenn man den ersten Kreuzzug betrachtet, zu dem Papst Urban II. unter dem Motto „Deus (le) vult - Gott will es“ aufgerufen hat. Die Kreuzfahrer waren überzeugt davon, mit ihren Taten nach Gottes Willen zu handeln.
Zu erwähnen ist hierbei auch, dass die Kreuzfahrer sich von ihrer Teilnahme an den Kreuzzügen die Vergebung ihrer Sünden erhofften, da ihnen Ablässe gewährt wurden. 5 Ferner bekam jeder Kreuzfahrer „das freie Eigentum an allem versprochen, was er im Heiligen Land erobern mochte“ 6 .
Demnach wurden die Kreuzzüge sowohl als Erfüllung des Willen Gottes als auch zur persönlichen Buße angesehen.
Allerdings traten die religiösen Motive im Laufe der Zeit immer mehr in den Hintergrund.
2.2. Das Verhältnis zum Islam
Der Islam wollte sich westwärts ausbreiten und hat im 7. Jahrhundert das christliche byzantinische Reich angegriffen. Danach wurden sowohl Syrien, Palästina, Ägypten und Nordafrika als auch Spanien erobert.
So hat man in kurzer Zeit einen Großteil des Reichsgebietes an die Araber verloren. Der byzantinische Kaiser Alexios I. bat schließlich den Papst um Unterstützung. Aber nicht nur Byzanz hatte Angst, erobert zu werden, auch z. B. Frankreich, alle Mittelmeerinseln und Teile Süditaliens, die schon zeitweise von Arabern besetzt waren und immer wieder von
Waas: Geschichte der Kreuzzüge, Erster Band, Freiburg 1956 oder bei Barth: Taschenlexikon Kreuzzüge, München 1999.
5 Ablässe wurden oftmals auch Teilnehmern anderer kriegerischer Unternehmungen gewährt, was zeigt, dass nach Meinung der Päpste viele Feldzüge in Spanien oder an den Küsten der Ostsee, aber auch Feldzüge „gegen säkulare Kräfte in Westeuropa derselben Gattung angehörten wie die Unternehmungen im Orient“. Hierzu Papst Calixtus 1123 mit Bezug auf Spanien: „Wir gestehen all jenen, die in diesem Feldzuge wacker kämpfen, denselben Sündenerlaß zu, den wir den Verteidigern der Ostkirche gewährt haben.“ (beide Zitate siehe Riley-Smith: Wozu Heilige Kriege, Berlin 2003, S. 12f.)
6 Barth: Taschenlexikon Kreuzzüge, München 1999, S. 74.
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ihnen angegriffen wurden. In der Literatur werden die Kreuzzüge daher oftmals als eine Art Gegenbewegung gegen den Siegeszug des Islams dargestellt. 7 Ferner mag auch ein Grund gewesen sein, dass viele Christen zum Islam übergetreten waren. Gerade für einfache Menschen war der scheinbar tiefer gehende Glaubensinhalt, den das Christentum darbot, schwer zugänglich. Dies stellte sich beim Islam anders dar: „Der Islam kannte nur Gott den Weltschöpfer und Weltherrscher. Von einer Erlösung wusste er nichts. Wer als Muslim die regelmäßigen Gebete verrichtete (…) und Almosen gab, konnte hoffen, als guter Muslim das ewige Leben zu erlangen. das alles erleichterte den Zugang zum Islam.“ 8
Mehr zu dem Verhältnis von Islam und Christentum vor dem ersten Kreuzzug ist unter Punkt 3 zu finden.
2.3. Streben nach Macht
Aber auch rein als weltlich anzusehende Motive spielten eine entscheidende Rolle. Beim Adel weckten die Kreuzzüge Hoffnung auf neue Ländereien. Hoffnung auf neue Besitztümer hatten vor allem junge Adelige, die eigentlich nicht erbberechtigt waren und sich mittels der Kreuzzüge erhofften, doch noch Gebiete ihr Eigen nennen zu können. Sicher ist als weiteres Motiv zu nennen, dass der Papst seine Machtposition mittels der Kreuzzüge stärken wollte. Besonders zum ersten Kreuzzug ist hier anzumerken, dass der Papst eben genau dies, nämlich mehr Einfluss über den Osten zu gewinnen, versuchte, aber auch der Gedanke vorhanden war, die zerstrittenen beiden Teile der Kirche wieder zu vereinen und die Differenzen beilegen zu können.
2.4. Sonstige Motive
Auch wirtschaftliche und nationale politische Interessen haben gegen den ursprünglichen Kreuzzugsgedanken eine Rolle gespielt. Dominierten bei den ersten Kreuzzügen noch die religiösen Motive, so wurden später die nationalen und wirtschaftlichen Interessen immer relevanter.
3. Die Umstände zur Zeit des 1. Kreuzzuges
Um das Jahr 1095 lag der Schwerpunkt der Welt, von Europa aus gesehen, in den Mittelmeerländern, in welchen der Papst seinen Amtssitz hatte und die Hauptstädte des
7 siehe z. B. Grousset: L’Empire du Levant. Histoire de la question d’Orient, Paris, Payot 1946, S. 10.
8 Waas: Geschichte der Kreuzzüge, Erster Band, Freiburg 1956, S. 90.
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Arbeit zitieren:
Sonja Filip, 2005, Die Kreuzzüge - ein historischer Abriss, München, GRIN Verlag GmbH
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