Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS II
1. EINFÜHRUNG 4
2 DAS LEBEN VOR DEM SPIEGEL 4
3 DIE POLITISCHE GRUNDEINSTELLUNG 4
3.1 National(sozial)ist oder Patriot? 5
3.2 Der Liberale 5
3.3 Fazit 6
4 DAS JOURNALISTISCHE WERK UND DIE AUSWIRKUNGEN AUF
DIE POLITIK 6
4.1 Die Ära Adenauer 6
4.2 Franz Josef Strauß und die Spiegel-Affäre 7
4.3 Die Wiedervereinigung 9
4.4 Fazit 9
5. DER UNTERNEHMER 9
5.1 Führungspersönlichkeit 9
5.2 Führungsverhalten 10
5.2.1 Kooperative Elemente 10
5.2.2 Der Patriarch 11
Inhaltsverzeichnis - Seite III
5.3 Unternehmerische Entscheidungen 12
5.3.1 Unternehmensziele 12
5.3.2 Qualitätsmanagement 12
5.3.3 Marketingstrategie 13
5.3.4 Diversifikation 13
6 SCHLUSSWORT 14
7 LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 15
1. Einführung
Seit seinem Tod im Dezember 2002 wurde über Rudolf Augstein vieles geschri eben. Das meiste beschäftigt sich dabei mit seiner journalistischen Tätigkeit, die ihm im Jahr 2001 den Börne-Preis für sein Lebenswerk eingebracht hat 1 . Rudolf Augstein war über 50 Jahre der Herausgeber des Spiegels, welcher lange Zeit das einzige deutsche Nachrichtenmagazin war, und wohl immer noch das bedeutend ste ist. Durch seine Arbeit hat er die politische n Verhältnisse im Nachkriegs-deutschland in größerem Umfang mitgestaltet als mancher hochrangiger Politiker. 2 Diese Seminararbeit wird sich auch mit diesem Aspekt seines Lebens befa ssen. Hauptziel soll es aber sein, den Unternehmer Rudolf Augstein zu portra itieren.
2 Das Leben vor dem Spiegel
Rudolf Augstein wurde am 5.November 1923 in Hannover geboren. Er wuchs dort in relativ wohlhabenden Verhältnissen auf und machte 1941 als Jahrgangs- 3 bester sein Abitur .
Bereits als 17-jähriger gelingt es ihm, Artikel in überregionalen Zeitungen unterzubringen. Außerdem war er für kurze Zeit als Volontär beim Hannoverschen 4 Anzeiger tätig, bevor er für den Krieg an der Ostfront eingezogen wurde . Nach 5 1945 wird er Redakteur beim Hannoverschen Nachrichtenblatt, bis ihn die
britische Besatzungsmacht mit der Gründung eines deutschen Nachrichtenmagazins beauftragte.
Während seiner Jugend wurde Augstein bereits politisch vorgeprägt. Verantwor tlich dafür zeichnete sich vor allem sein Vater, der vor 1933 als Zentrumsabge-ordneter aktiv war. Er erzog den Sohn zum Hitlergegner und zu einem politisch 6 engagierten Menschen .
3 Die politische Grundeinstellung
Die politische Grundeinstellung Rudolf Augsteins ist prägend für das spätere Wirken des Spiegel-Herausgebers. Deshalb soll sie im folgenden genauer untersucht werden.
1 Vgl. Bölsche, Jochen/Egleder, Heinz, Journalist des Jahrhunderts, in: Der Spiegel, 46/2002, S.112
2 Vgl. Jakobs, Hans-Jürgen/Müller, Uwe, Rudolf Augstein - Das Portrait, S.65 3 Vgl. Brawand, Leo, Rudolf Augs tein, S.47-66 4 Vgl. Brawand, Leo, Rudolf Augstein, S.69 5 Vgl. Brawand, Leo, Rudolf Augstein, S.89
6 Vgl. o.V., Erinnerung kann man nicht befehlen, in: Der Spiegel, 46/2002, S.148 -162
3.1 National(sozial)ist oder Patriot?
"Ich denke national, daraus habe ich nie einen Hehl gemacht. Wir können nicht darauf verzichten, unsere nationalen Interessen wahrzunehmen, wenn andere das 7 So hat Rudolf Augstein 1993 auf die Frage geantwortet, ob er ein auch tun."
Nationalist sei. Die Aussage spiegelt Augsteins Verhältnis zu Deutschland wi eder.
Sein Ziel war die Wiedervereinigung und Emanzipation Deutschlands als gleic hberechtigter Partner. Dafür hat er sich seit den Anfängen des
Spiegels
1947 eingesetzt. Er schrieb gegen die Wiederbewaffnung und Westintegration der Bunde srepublik unter Adenauer an, weil das seiner Meinung nach die Spaltung Deutsc h-
8
lands beschleunigte
seines Chefredakteurs Erich Böhme für die deutsche Wiedervereinigung gibt noch einige andere Belege und Zitate dafür, dass Rudolf Augstein mit Sicherheit ein Patriot war.
Aber ob sich seine nationale Gesinnung nur auf Patriotismus beschr änkte, steht auf einem anderen Blatt. Besonders Otto Koehler hat in seiner Augstein Biogr aphie die These vertreten, das Rudolf Augstein nationalistisch und sogar antisemitisch gedacht und gehandelt hat. Anhand von Augstein Zitaten, meist aus den 90er Jahren, versucht er dies nachzuweisen. Außerdem deckt er auf, das der Spiegel in den Anfangsjahren zahlreiche ehemalige Nazigrößen aus Geheimdiens t- 10 kreisen als Korrespondenten und Redakteure beschä ftigte .
Ein objektives, abschließendes Urteil, ob Augstein nun Patriot war oder Nationalist, möchte ich mir hier nicht erlauben. Für die weitere Lektüre dieser Semina rarbeit bleibt letztendlich festzuhalten, dass Rudolf Augstein national gedacht hat und sich für deutsche Einigung und die deutsche Gleichberechtigung unter den Völkern eingesetzt hat.
3.2 Der Liberale
Das eben beschriebene Nationalbewußtsein läßt den Schluss zu, dass Augstein in der politisch rechten Ecke zu finden ist. Die Annahme ist jedoch falsch. Bis zur Wiedervereinigung war das nationale Engagement des Spiegel-Herausgebers vielen überhaupt nicht aufgefallen. Stattdessen war Rudolf Augstein eine der Gallionsfiguren der linken Studentenbewegung in den 60er und 70er Jahren. In der Öffentlichkeit galt er eher als linker Vorzeigeintellektueller, denn al s Patri- 11 ot . Der 68er Joseph Fischer schrieb 1993 zu diesem Thema: "Den deutschpatriotischen Rudolf Augstein und seine darin begründete Gegnerschaft zu Ad enauer hatte ich in all den Jahrzehnten schlicht überlesen!" 12
7 o.V., Wen provoziere ich denn?, in: Der Spiegel, 46/2002, S.166
8 Vgl. Augstein, Rudolf, Macht und Gegenmacht, S.33-42
9 Vgl. o.V., Meinungen, ein wenig verschieden, in: Der Spiegel, 46/2002, S.132 -135 10 Vgl. Köhler, Otto, Rudolf Augstein, z.B. S.231-241, S.313-327 o. S.258-275 11 Vgl. Fischer, Joseph, Begegnungen beim Frisör, in: Spiegel Spezial, 6/1993, S.47-53
12 Fischer, Joseph, Begegnungen beim Frisör, in: Spiegel Spezial, 6/1993, S.53
Arbeit zitieren:
Michael Obst, 2003, Rudolf Augstein - Der Unternehmer, München, GRIN Verlag GmbH
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