Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Exemplarisches Beispiel: Reisebericht der Egeria 2
2.1 Reise und Ziele der Pilger 3
2.2 Motivation der Pilger 4
3. Frauen als Pilger im Heiligen Land 5
3.1 Pilgern eine männliche Domäne? 5
3.2 Soziale Herkunft und
ökonomischer Hintergrund der Pilgerinnen 6
4. Fazit 7
Quellenverzeichnis 8
Literaturverzeichnis 8
Frauen im Heiligen Land 2
1. Einleitung
Pilgereisen, wie man sie im heutigen Sinne versteht, also eine weite, strapaziöse Reise zu Zielen mit religiöser Bedeutung, bei der die Pilger 1 bereit sind, Entbehrungen oder sogar ein asketisches Leben auf sich zu nehmen und sich dafür persönliches Seelenheil versprechen, haben ihre Wurzeln im Christentum. 2 Die ersten Pilgerbewegungen, wenn auch noch vereinzelt, begannen in der Mitte des 2. Jahrhunderts. 3 Erst zur Zeit der Konstantinischen Wende werden Pilgerreisen für eine größere Zahl von Christen möglich und durch die Pilgerreise der kaiserlichen Mutter Helena (326) hoffähig und prestigeträchtig. Die Pilgerliteratur beginnt mit dem Einsetzen der größeren Pilgerbewegungen im 4.Jhd.
Im Folgenden werden nun anhand der Quellen, der Reisebericht des Pilgers von Bordeaux 4 und dem Itinerarium der Egeria, 5 die Reiserouten und Ziele der Pilger in der Spätantike nachvollzogen und deren Motivation zur Pilgerfahrt betrachtet. Des weiteren gilt es zu untersuchen, ob Pilgern auch für Frauen üblich und möglich war, oder ob es sich beim Pilgerwesen um eine männliche Domäne handelte. Überdies stellt sich die Frage nach der sozialen Herkunft und des ökonomischen Hintergrundes der Pilgerinnen.
2. Exemplarisches Beispiel: Reisebericht der Egeria
Die Pilgerreise der Egeria dauerte 4 Jahre und erstreckte sich über die Jahre 381- 384. 6 Während ihrer Reise verfasste sie einen Bericht in Brief-
1 ImFolgenden gilt die Bezeichnung Pilger sowohl für männliche Pilger als auch weibliche Pilgerinnen, wenn nicht explizit auf eine Unterscheidung hingewiesen wird.
2 Vgl. SCHEER, T. S.: Von Pausanias zu Egeria. "Pilger" in griechisch-römischer Antike und christlicher Spätantike? in: Von Sachsen nach Jerusalem, Menschen im Wandel der Zeit, Festschrift für Wolfgang Giese zum 65. Geburtstag, hg. v. SEIBERT, H. u. THOMA, G. München: Herbert Utz Verlag 2004, S. 31-51.
3 Im Folgenden Bezug auf: DONNER, H.: Pilgerfahrt ins Heilige Land. Stuttgart: Katholisches Bibelwerk GmbH 2. Auflage 2002. S. 26 ff
4 ANONYMUS BURDIGALENSIS: Itinerarium Burdigalensis, hg. & übers. v. DONNER, H. Stuttgart: Katholisches Bibelwerk GmbH 2. Auflage 2002.
5 AETHERIA: Itinerarium, hg. & übers. v. RÖWEKAMP,G. Freiburg: Herder 1995 (Fontes Christiani 20).
6 RÖWEKAMP,G. : Die Reise der Egeria, in: AETHERIA: Itinerarium, hg. & übers. v. RÖWEKAMP,G. Freiburg: Herder 1995 (Fontes Christiani 20). S. 18
Frauen im Heiligen Land 3
form, 7 welcher sich in dem heutigen zur Verfügung stehendem Zustand 8 in zwei Teile gliedert. Der erste Teil beschreibt die Reise und Ziele von Egerias Pilgerfahrt, 9 der zweite Teil ist eine Liturgiebeschreibung aus Jerusalem. 10 Der Adressat des Berichtes der Egeria ist eine Gruppe von daheimgebliebenen Frauen, die sie als die „verehrten Damen Schwestern" 11 anspricht. Die Bibel war für Egeria ein ständiger Begleiter und Reiseführer. In ihrem Bericht bezieht sie sich immer wieder auf die Bibel, um Gesehenes und Erlebtes zu verdeutlichen und zu unterstreichen. 12
2.1 Reise und Ziele der Pilger
Palästina wandelte sich in den Jahren 325 - 335 zu einem christlichen Land. Jerusalem wurde von einer Stätte des heidnischen römischen Glaubens zu einem christlichen Zentrum 13 und somit zum Ziel vieler Pilger im frühen Christentum. 14 Der älteste Pilgerbericht stammt aus dem Jahr 333 und wurde von einem anonymen Pilger aus Bordeaux verfasst. 15 Anhand dieses Berichtes lässt sich die Reiseroute von Frankreich über Konstantinopel bis nach Jerusalem und wieder zurück 16 nachvollziehen, möglicherweise der Weg, den auch Egeria zumindest teilweise zurückgelegt hat um ins Heilige Land zu kommen. 17
Der Weg des Pilgers von Bordeaux führte von Bordeaux aus durch Südfrankreich bis zu den Alpen und von dort nach Italien. Über Slowenien und Bulgarien erreichte er Konstantinopel, das heutige Istanbul, und reiste von dort aus nach Palästina. 18 Jerusalem ist das eindeutige Ziel des Pilgers. 19
7 Vgl. FEULNER, H.-J.: Peregrinatio ad loca sancta: DNP (2000) 538-539.
8 Der Bericht steht nur bruchstückhaft zur Verfügung, evtl. weitere Teile sind verloren gegangen.
9 AETHERIA: Itinerarium (wie Anm. 5) 1-25
10 AETHERIA: Itinerarium (wie Anm. 5) 24-49
11 AETHERIA: Itinerarium (wie Anm. 5) 20,5
12 Vgl. AETHERIA: Itinerarium (wie Anm. 5) 5,12
13 Vgl. DONNER, H.: Pilgerfahrt (wie Anm. 3) S. 26 - 27
14 MARKSCHIES, C.: Zwischen den Welten wandern - Strukturen des antiken Christentums. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch 1997. S. 126
15 DONNER, H.: Pilgerfahrt (wie Anm. 3) S. 35
16 ANONYMUS BURDIGALENSIS: Itinerarium Burdigalensis (wie Anm.4) 1-13 u. 21-25
17 Die genaue Heimat Egerias ist nicht bekannt, man kann von Frankreich ausgehen da sie sich in 18,2 auf die Rhône bezieht.
18 DONNER, H.: Pilgerfahrt (wie Anm. 3) S. 35
19 Die Wegbeschreibung ist nur in Stichpunkten ANONYMUS BURDIGALENSIS: Itinerarium Burdigalensis (wie Anm.4) 1-13 u. 21-25. Die Beschreibung Jerusalems dagegen aus- führlich ANONYMUS BURDIGALENSIS: Itinerarium Burdigalensis (wie Anm.4) 14-20
Arbeit zitieren:
Mareike Jänsch, 2005, Das Heilige Land - Frauen auf Pilgerfahrt im frühen Christentum, München, GRIN Verlag GmbH
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