Das Theater des Carlo Goldoni 2
Inhaltsverzeichnis
1. Ziel dieser Arbeit 3
2. Das venezianische Theater im 18. Jahrhundert 3
3. Eine Kurzbiographie 6
4. Goldonis Theaterreform 7
5. Regie und Schauspiel in Goldonis Werken 9
6. Schlußbetrachtung 14
Anhang Ausgewählte Zitate aus Goldonis Memoiren 15
Literatur 16
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Opernaufführung im Venedig des 18. Jahrhunderts 4
Abbildung 2 : Stegreifspiel im Venedig des 18. Jahrhunderts 4
Abbildung 3 : Bühnenillustrationen der Edition Zatta, Venedig (1788 1795 ) 11
Abbildung 4 : Bühnenillustration der Edition Zatta, Venedig (1788 1795 ) 12
Das Theater des Carlo Goldoni 3
1. Ziel dieser Arbeit
Die vorliegende Arbeit möchte sich weniger mit dem ideologischen Gehalt in Carlo Go ldonis Werken beschäftigen, sondern verfolgt das Ziel, einen Überblick hinsichtlich der damaligen Theatersituation zu geben. Bezugsort der Untersuchung ist Goldonis Heimatstadt Venedig, auch wenn die zu behandelnden Theatergepflogenheiten zum großen Teil in ganz Norditalien und über dessen Grenzen hinaus ihre Anwendung erfuhren. Weiters nimmt in dieser Arbeit Goldonis Theaterreform und deren Auswirkungen auf Regie und Schauspiel in seinen Werken einen hohen Stellenwert ein.
Als Quellen zu dieser Untersuchung dienten Goldonis im Jahr 1787 vollendete Memoiren ebenso wie ausgewählte Werke und diverse Aufsätze von Theaterwissenschaftlern.
2. Das venezianische Theater im 18. Jahrhundert
Venedig war zu Lebzeiten Goldonis ebenso wie heute eine Touristenattraktion . Besucher kamen damals vor allem wegen der Vergnügungen, für welche die Hauptstadt der gleichnamigen unabhängigen Republik bekannt war. Vor allem während des Karnevals war Venedig eine kulturelle Metropole. Goldoni schreibt in seinen Memoiren von sieben Theaterhäusern, von denen sich vier dem Musiktheater und drei dem Sprechtheater verschrieben hatten. 1 Die Zuschauerräume waren zumeist einfach gestaltet. Die Ränge wanden sich hufeisen- bzw. U-förmig um das Parkett und bestanden zur Gänze aus Logen. In manchen Theatern hatten die Logen Türen zur Bühne hin, um selbst während der Vorstellung gänzlich ungestört sein zu können (siehe Abb. 1). Im Parkett gab es keine Sitzplätze.
1 Vgl. Goldoni (1926), S. 28.
Das Theater des Carlo Goldoni 4
Johann Caspar Goethe (Vater von Johann Wolfgang) hinterließ uns folgende Schilderung seiner im Jahr 1740 unternommenen Italienreise:
Ich schwöre Ihnen, daß ich ganz starr vor Staunen war, denn die Musik, die Ausstattung, die Kulissen, die Größe des Theaters, die Aufführung, das Orchester mit 40 bis 50 guten Musikern, die Kostüme der Hauptpersonen, alles war herrlich. Besonders prachtvoll war die wohldurchdachte Theatermaschinerie, mit der nach jedem Akt 14 Tänzer und Tänzerinnen auf die Bühne herabgelassen wurden. […] Im Parkett der Theater findet man nur wenige Leute, weil man dort vor Speichel und anderem Unrat, der aus den Logen herunterfällt, nie sicher ist 2
Opernaufführungen hatten in Venedig bereits lange Tradition, war diese Stadt doch bereits 1637 Schauplatz der ersten öffentlichen Opernvorstellung in der Geschichte des Theaters. 3 Prunkvolle Kostüme und aufwendige Bühnentechnik waren den Venezianern im 18. Jahrhundert also seit langem bekannt. Neben Theateraufführungen fanden auf den Plätzen und in den Straßen der Stadt während des Karnevals auch Stegreifspiele in der Tradition der Commedia dell’arte statt.
Die Theatersaison beschränkte sich auf die Zeit des Karnevals im Herbst und im Winter. Dies zwang die Schauspielertruppen, den Frühling und den Sommer in anderen Städten bzw. Staaten zu verbringen, in denen das Spiel in dieser Zeit erlaubt war. Wandertruppen bestanden zumeist aus Schauspielern, welche die jeweiligen Figuren der Commedia dell’arte verkörperten, sowie aus Soubretten (Sopran-Sängerinnen), Musikern und Tieren.
2 Zitat entnommen aus: Hösle (1993), S. 47.
3 Vgl. Worsthorne (1954), S.28.
4 Quelle: Hösle (1993), Bildteil S. 5 und 16.
Das Theater des Carlo Goldoni 5
Als Begleitung und somit ebenfalls Teil der Truppen sind diverse Familienmitglieder der
Schauspieler zu nennen. An der Spitze stand zumeist ein Direktor, der gleichsam als Prinzipal
für das Wohlergehen der Truppe Sorge zu tragen hatte.
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Mag. Stephan Burianek, 2005, Das Theater des Carlo Goldoni, Munich, GRIN Publishing GmbH
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