1. Begriffe / Glossar
Agglomerationsnachteile
„[…] Einzelne Agglomerationsvorteile können bei Überschreiten eines bestimmten Optimalwertes in Agglomerationsnachteile umschlagen. Als Gründe sind zunehmende Bodenpreise, ökologische Belastung und Verkehrsprobleme anzuführen. […]“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 17
Agglomerationsvorteile :
„nach der industriellen Standortlehre Kostenvorteile für die Produktion und die Vermarktung der Produkte. Dieser Kostenvorteil ist durch die besondere Raumqualität bedingt.“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 17
Arbeitsmarkt :
„Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften in einem marktwirtschaftlichen System. […] Das Angebot an Arbeitskräften setzt sich aus den Arbeitslosen und den ungekündigten Arbeitnehmern zusammen.“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 43
Bruttosozialprodukt (BSP) :
„Gesamtwert aller in einer Volkswirtschaft innerhalb eines Jahres erzeugten Produkte bzw. erbrachten Dienstleistungen. […]“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 114
- 3 -
Bruttoinlandsprodukt (BIP) :
„Summe aller innerhalb eines Jahres erbrachten volkswirtschaftlichen Leistungen im Inland.[…]“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 114
economies of scope (interne Ersparnisse):
„bei der Produktion werden wachsende Betriebsgrößen und zunehmender Massenproduktion, welche die Durchschnittskosten senkt, economies of scale erwartet.[…]“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 155
economies of scope :
„Fähigkeit von Unternehmen, durch Einsatz innovativer Produktionsweisen flexibel, schnell und relativ kostengünstig auf individuelle Kundenwünsche zu reagieren.“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 155
footlose industry :
„weitgehend standortneutrale Industrie. Für die der footlose industry zuzurechnenden industriellen Branchen ist es in der Regel gleichgültig, wo ihre Produktionsstätten liegen. Die in der Produktion eingesetzten Materialen sind entweder Ubiquitäten oder haben verschieden, weit gestreute Herkunftsorte. Transportkostenvorteile entstehen deshalb letztlich nirgends. Auch der Energiebezug rechtfertigt bei regional irrelevanten Preisunterschieden keine Standortbevorzugung. Schließlich werden auch keine speziell ausgebildeten Arbeitskräfte benötigt. Selbst Fühlungsvorteile können unbedeutend sein.
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 224
- 4 -
Fusion :
„in der Wirtschaft Verschmelzung zweier oder mehrer Kapitalgesellschaften. Unterschieden wird die Fusion durch Aufnahme und die Fusion durch Neubildung. Die übernehmende Gesellschaft kann nur ein Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien sein.“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 236
global sourcing :
„in der Wirtschaft die strategische Ausrichtung auf internationale Beschaffungsmärkte. Ziel des global sourcing ist die langfristige Schaffung strategischer Wettbewerbsvorteile durch die Erschließung neuer Beschaffungsmöglichkeiten im Rahmen einer globalen Unternehmensstrategien.“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 228
Importsubstitution :
„Ersatz importierter Produkte durch heimische Erzeugnisse“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 341
Industriebesatz :
„Messziffer zur Beurteilung der Bedeutung der Industrie im Raum. Der Industriebesatz wird gemessen in Industriebeschäftigen pro 1000 Einwohner.“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 343
Industriedichte :
„Messziffer zur Beurteilung der Bedeutung der Industrie im Raum. Die Industriedichte wird gemessen in Industriebeschäftigte pro Quadratkilometer.“
- 5 -
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 343
Industriepark :
„zusammenhängendes, in sich geschlossenes Areal zur Ansiedlung von Industriebetrieben. Der Industriepark weist eine umfangreiche infrastrukturelle Ausstattung […] auf. Der Industriepark wird von einer staatlichen oder privaten Trägergesellschaft verwaltet. […]“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 345
Input :
„in Systemen bzw. Ökosystemen die Eingabe bzw. der Eintrag von Materie oder Energie, bewirkt durch systeminterne oder -externe Prozesse
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 351
joint venture :
„Partnerschaftsunternehmen in- und ausländischer Anteilseigner. Joint venture finden häufig zwischen Industrie- und Entwicklungsländern statt, […].“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 364
lean production (schlanke Produktion) :
„Unternehmensstrategie mit dem Ziel, in allen Bereichen Ressourcen und Kosten zu minimieren.[…]“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 462
Merkantilismus :
„Wirtschaftssystem, das in Europa vor allem im 17./18. Jh. Verbreitet war. Es beruht auf staatlicher Lenkung und Förderung von Handel, Gewerbe und Bergbau mit dem Ziel verstärkter Wohlstandsmehrung des Staates und seiner herrschenden Schichten, vielfach auch auf Autarkiebestrebung. […]“
- 6 -
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 504
Monostruktur :
„einseitige Struktur. Der Begriff Monostruk tur wird meistens zur Kennzeichnung der Wirtschaftsstruktur an einem Standort in einem Wirtschaftsraum oder in einem Land benutzt. Eine ausgesprochene Monostruktur liegt vor, wenn die Struktur gänzlich von einem bzw. einer einzigen Funktion bestimmt oder beherrscht wird.
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 526
Montanindustrie :
„gemeinsame Bezeichnung für den Bergbau sowie für die Eisen- und Stahlindustrie.[…]“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 528
output :
„in der Wirtschaft verwendeter Begriff, der den meist als Menge gemessenen Ertrags einer wirtschaftlichen Aktivität bezeichnet.“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuc h Allgemeine Geographie, München 2001, S. 595
Produktionsfaktoren :
„unverzichtbare Grundlagen der Güterproduktion. Die klassischen Produktionsfaktoren sind Arbeit, Boden und Kapital. In einem weiteren Sinne sind alle für ein Produktion maßgeblichen Faktoren als Produktionsfaktoren zu betrachten, z.B. natürliche Hilfsquellen, Unternehmerleistung, Erfindergeist usw.“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 653
spin-off-Gründung :
„von einer Person ausgehende Unternehmensgründung, bei der in einer nicht-privaten Forschungseinrichtung […] zuvor erworbenes Know-how als Humankapital eingeht.“
- 7 -
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 803
World Trade Organisation (WTO) :
„Organisation, die 1995 das „Provisorium“ GATT abgelöst hat. Die WTO wurde auf der Ministerkonferenz in Marrakesch/Marokko 1994 gegründet und gliedert sich in die 3 Teilbereiche GATT( Warenhandel), GATS (Dienstleistungen) und TRIPS (geis tige Eigentumsrechte).“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 1008
Zweigbetrieb (Zweigwerk):
„Teil eines Mehrwerksunternehmen, dessen Standort nicht mit dem des Hauptbetriebes identisch ist. […]“
Zitiert nach: Leser, H. (Hrsg.), Diercke - Wörterbuch Allgemeine Geographie, München 2001, S. 1024
- 8 -
2. Darstellung von zwei Wirtschaftstheorien
2.1 Der rational Standort oder Transportminimalkostenpunkt Webers Der deutsche Wirtschaftwissenschaftler Alfred Weber veröffentlichte 1909 sein Werk „Über den Standort der Industrien.“ Er beschäftigt sich, wie der Titel schon sagt mit dem Thema der Standortfragen in Deutschland. Weber versuchte die Frage zu klären, was die Industriebetriebe zum Standortwechsel bewegte und er suchte nach allgemeinen Faktoren, welche die Standorte bestimmen. Die Ursache für die Standorte sah er in zwei ineinander greifenden Kräften: primäre Ursachen (regionale Faktoren: Transportkosten, Arbeitskräfte) und in sekundären Ursachen (agglomerierende und deagglomerierende Faktoren). Vorraussetzung für sein Modell sind, dass die Rohstoffstandorte, Absatzmöglichkeiten und die räumliche Verteilung der Arbeitskräfte bekannt sind und es keine Transportkostenunterschiede gibt. Weiterhin die Arbeitskräfte an den Standort gebunden und in unbegrenzter Anzahl vorhanden sind. Es sich bei dem Gebiet um ein wirtschaftlich, politisches, kulturelles homogenes Areal handelt und das vollkommende Konkurrenz herrscht, d.h. es ergeben sich bei rationalem Verhalten der Akteure ausgeglichene Preise. Für seine Theorie beachtet er nur zwei Standortfaktoren und zwar Transportkosten und die
Arbeit zitieren:
Robert Nemitz, 2004, Wirtschaft- und Industriegeographie: Bangalore - Aufstieg einer Technologieregion in Indien im Zeitalter der Globalisierung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die IT-Branche in Indien: Entwicklung, wirtschaftliche Bedeutung und i...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 19 Seiten
Der Einfluss des Humankapitals auf das Wirtschaftswachstum
Seminararbeit, 31 Seiten
Die Dakerkriege Kaiser Trajans
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 22 Seiten
Regionalentwicklung sowie Planungsstrategien in den verstädterten Regi...
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Hausarbeit (Hauptseminar), 35 Seiten
Das Klima in Europa (7. Klasse) - Unterrichtsbesuch
Geowissenschaften / Geographie - Didaktik d. Geographie
Unterrichtsentwurf, 19 Seiten
Warum ist Indien ein Ausnahmefall in der Wahl- und Parteiensystemforsc...
Politik - Internationale Politik - Region: Südasien
Hausarbeit, 19 Seiten
Arbeitskräftewanderungen innerhalb der USA und vom Ausland in die USA ...
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hausarbeit (Hauptseminar), 38 Seiten
Definitionen, Ursachen, Geschichte, Verläufe von Migration (unter spez...
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Seminararbeit, 15 Seiten
Der Westen der USA: Klimatische Differenzierung - Ursachen und Erschei...
Geowissenschaften / Geographie - Meteorologie, Aeronomie, Klimatologie
Referat (Ausarbeitung), 21 Seiten
Kaiser Traian und die Dakerkriege
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 26 Seiten
Mikrofinanz als Instrument der Entwicklungshilfe
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Hausarbeit, 17 Seiten
Vulkanismus am Beispiel des Mount St. Helens
Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde
Examensarbeit, 21 Seiten
Fibelanalyse 'Bücherwurm', Klett-Verlag 2004
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 24 Seiten
Ökonomische Effekte von Nahrungsmittelhilfe
Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie
Seminararbeit, 15 Seiten
Kapitalbedingte Entwicklung - Alles nur Theorie?
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Seminararbeit, 19 Seiten
Der Entwicklungsstand der südasiatischen Länder Indien, Pakistan, Bang...
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Seminararbeit, 30 Seiten
R. Nemitz hat den Text Wirtschaft- und Industriegeographie: Bangalore - Aufstieg einer Technologieregion in Indien im Zeitalter der Globalisierung veröffentlicht
R. Nemitz hat einen neuen Text hochgeladen
Handlungsmöglichkeiten nationaler Sportverbände im Zeitalter der Globa...
Torsten Wojciechowski, Klaus Cachay, Helmut Digel
Wörterbuch / Lexikon Wirtschafts- und Steuerrecht
Französisch - Deutsch / Deutsc...
Hugues Lainé, Ulrike Warneke
Textproduktion im Zeitalter der Globalisierung
Entwicklung einer Didaktik des...
Susanne Göpferich
Translation kultureller Repertoires im Zeitalter der Globalisierung
Tendenzen, Möglichkeiten und P...
Olaf-Immanuel Seel
Japanische Frauennetzwerke und Geschlechterpolitik im Zeitalter der Gl...
Hiromi Tanaka-Naji
0 Kommentare