Inhalt
1. Einleitung 2
2. Frauenbild 3
3. Frauenleben 4
3.1 Alltag 5
3.1.1 Arbeit 5
3.1.2 Ehe und Familie 6
3.2. Bildung 7
3.2.1 Unterrichtung der Mädchen 8
3.2.2 Literatur für Frauen 9
3.2.3 Salons 10
4. Ansätze zur Veränderung 10
5. Schluss 12
Literatur 14
1
1.Einleitung
Die Aufklärung hat in Europa eine eklatante Wirkung gezeigt, sowohl in geistigem, wie auch im gesellschaftlichen Sinne. Den Höhepunkt bildete die Französische Revolution, die zur Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte führte. So sollten auf den Grundwerten der Aufklärung basierend alle Menschen frei und mit gleichem Recht leben dürfen. Doch wen betraf diese Definition?
(...)
Wohl grüßten freie Männer sich als Brüder,
Nur Bürger gab es, nicht mehr Herr und Knecht;
Wohl sangen sie der Liebe Bundeslieder
Und fühlten sich als ein erneut Geschlecht.
Doch auf die Schwestern blickten stolz sie nieder,
Der Menschheit Hälfte blieb noch ohne Recht,
Blieb von dem Ruf: „Für alle!“ ausgenommen-
Ihr muss erst noch der Tag des Rechtes kommen.
(...) 1
Eine rechtliche Gleichstellung hatte die Aufklärung für die Frauen also nicht bewirkt. Daher auch das bewusste Hinzufügen eines Fragezeichens an das Thema dieser Arbeit. Überwiegend wird das achtzehnte Jahrhundert als das „Jahrhundert der Frau“ bezeichnet 2 . Inwiefern das zutrifft und ob es konkrete Verbesserungen für Frauen gab, soll im folgenden erläutert werden. Dazu werde ich zunächst auf die Frauenbilder der Philosophie eingehen und dann, basierend auf darstellenden Werken, das reelle Leben der Frauen im 18.Jahrhundert kurz charakterisieren. Dabei sollen die herkunftsbedingten Unterschiede Beachtung finden. Die Literaturlage zum Thema „Frauen in der Aufklärung“ ist reichlich, oft aber stark an Einzelaspekten wie zum Beispiel Bildung und Literatur orientiert, was die Sozialgeschichte der Frauen in den Hintergrund treten lässt.
1 Louise Otto-Peters: Freiheit für alle. 1847. In: H. Brandes (Hrsg.): Der Menschheit Hälfte blieb noch ohne Recht, Wiesbaden 1991, S.8.
2 Vgl. D. Godineau: Die Frau der Aufklärung. In: M. Vovelle (Hrsg.): Der Mensch der Aufklärung. Frankfurt a.M., 1996, S. 321.
2
2. Frauenbild
„Seit jeher haben Männer die Frau auf ihre Vorstellung von ihr reduziert und damit eine erfolgreiche Strategie verfolgt. Diese Vorstellungen halten sich natürlich auch im 18. Jahrhundert, scheinen jedoch ins Wanken zu geraten." 3
Das bedeutet, dass die Vorstellungen des Mannes über die Frau sozusagen vor der Frau sind, genauer: die Sichtweise des Mannes bezieht sich auf ein durch seine Vorstellungen erzeugtes Objekt, das mit dem reellen Wesen meist nicht übereinstimmt 4 . Der folgende Abschnitt behandelt den Frauendiskurs der männlichen Philosophen.
Ein Großteil der Philosophen der Aufklärung sah in der Frau die untergeordnete Gefährtin des Mannes – so auch die Bezeichnung „femelle de l´homme“ 5 in der Ecyclopédie. Es gab nur wenige Ausnahmen, auf die ich in Punkt 4 kurz eingehen werde. Für das Frauenbild der Philosophen der Aufklärung wurde gern das Naturrecht zu Rate gezogen, da es die erarbeiteten Ergebnisse gut legitimierte.
So ist die Ungleichheit zwischen Mann und Frau naturgewollt und ein grundsätzliches Ordnungsprinzip.
Die Basis der Ungleichheit bildet das Geschlecht 6 , dass sich Männer und Frauen unterscheiden ist auch schwer zu leugnen. Ausgehend vom rein körperlich Unterschied werden dann auch geistige und charakterliche Unterschiede erkannt 7 . So wird der Mann mit Stärke und Vernunft gleichgesetzt und die Frau mit Schönheit und Gefühl, wobei das Gefühl die Vernunft der Frau ist.
Von diesen Prämissen ausgehend wird das Frauenbild weiterentwickelt. So wird die Vernunft der Frau als kindliche Vernunft bezeichnet und die Fähigkeit zu abstrahieren wird ihr abgesprochen 8 . Des weiteren ist die Frau demnach nur begrenzt zu Rationalität fähig und lässt sich stark von ihren Gefühlen leiten. Moralisch wird die Frau als eine Mischung aus Sünde und Tugend betrachtet. So hat sie einerseits die Fähigkeit zur Koketterie und Verführung, hat aber andererseits ein natürliches Schamgefühl 9 . Die Frau
3 M. Crampe-Casnabet: Aus der Philosophie des 18. Jahrhunderts. In: Geschichte der Frauen. Frühe Neuzeit (= Bd.3). Frankfurt a. M., New York, 1994, S.333.
4 Vgl. ebda. S. 333.
5 So eine Beschreibung in der Encyclopédie, zitiert nach: D. Godineau, a.a.O., S. 324.
6 Vgl. ebda. S. 323.
7 Vgl. ebda. S. 325f.
8 Vgl M. Crampe-Casnabet, ebda., S. 348.
9 Vgl. M. Crampe-Casnabet, ebda.., S. 344f.
3
wird zwar vom Mann beherrscht, ist aber auf der Gefühlsebene durchaus in der Lage ihren Ehemann zu beeinflussen und Macht auf ihn auszuüben 10 .
Das Idealbild der Frau ist die Ehefrau und Mutter 11 , die genügend gebildet ist, ihren Mann zu erfreuen, die Kinder zu erziehen und den Haushalt zu leiten. Sie ist zufrieden mit dem was sie hat, nicht zu schön und gleichmütig.
Der Platz der Frau ist im Haus, während der Mann außerhalb seinen Geschäften nachgeht. Eine Lohnarbeit ist für die Frau nicht denkbar, ihr einziger Lebenszweck ist die Versorgung und Zufriedenheit des Mannes 12 . Demnach sind ledige, geschiedene und zum Teil verwitwete Frauen gering geschätzt, da sie nach dieser Philosophie ihren Lebenszweck missachten 13 . Auch eine zu weitreichende Bildung entspricht nicht dem Lebenszweck der Frau und ist daher widernatürlich.
3. Frauenleben
Nicht nur das Frauenbild, sondern vor allem die tatsächlichen Lebensumstände geben Aufschluss über die Lage der Frauen in der Epoche der Aufklärung.
Als wichtige Bereiche wurden Arbeit und Familie ausgewählt, als spezifisch für die Aufklärung der Aspekt Bildung. Die Veränderungen, die sich im Arbeitsleben abzeichneten beruhten teils auf dem Frauenbild der Aufklärung, teils auf wirtschaftlichen Veränderungen 14 . Der Bereich der Familie und Ehe hat zwar durch theoretische Schriften Beachtung gefunden, inwieweit aber aufklärerische Ansätze umgesetzt wurden ist hier besonders schwer nachzuvollziehen.
Das reale Frauenleben bzw. der Alltag unterscheidet sich je nach Stand und ökonomischer Situation, was, soweit möglich, beachtet wird.
Dennoch lassen sich auch Gemeinsamkeiten herausstellen: Den Großteil des Frauenalltags füllten der Haushalt, ob in eigenhändiger Bearbeitung oder Organisation der Gesindearbeit, und die Betreuung der Kinder aus. Bei Frauen aus dem Volk war oft zusätzlich selbständige oder Lohnarbeit ein Bestandteil des Alltags. Für bürgerliche und adlige Frauen „bereicherte“ die Unterhaltung der Gäste ihres Mannes den Alltag 15 .
10 M. Crampe-Casnabet, a.a.O. S. 346.
11 Ebda. S. 349.
12 D. Godineau, a.a.O., S. 322.
13 Vgl. A. van Dülmen(Hrsg.): Frauenleben im 18. Jahrhundert, Leipzig/Weimar, 1992, Vorbemerkung zum Kapitel: Zwischen Ausgrenzung und Selbständigkeit. S. 298.
14 C. Vanja: Zwischen Verdrängung und Expansion, Kontrolle und Befreiung. Frauenarbeit im 18. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum. In: VSWG, Bd. 79, Heft 4 (1992), S. 457.
15 Ebda. S. 466f.
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Katharina Silo, 2001, Verbesserung der Lage der Frauen in der Aufklärung?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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