Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 03-05
2. Darstellung unterschiedlicher Theorien
2.1. Die Theorie von J. Piaget 06-07
2.2. Die Theorie von W. Sterns 08-10
2.3. Die Theorie von B.L. Whorf 11-12
3. Abschließende Bemerkungen 13
4. Literaturliste 14
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1. Einleitung
Die Diskussion um das Verhältnis von Sprache und Denken hat eine jahrhundertealte Tradition:
Schon Aristoteles verfocht vor fast 2000 Jahren die Ansicht, dass die Prozesse und Strukturen des Denkens die Struktur der Sprache bestimmen. Diese Ansicht wird heute noch von den meisten Kognitionspsychologen vertreten. Dieser Analyse zufolge, ist die Sprache ein Werkzeug des Denkens, das so geformt wird, dass es den Anforderungen der kognitive n und kommunikativen Prozesse, denen es dient, gerecht wird. Somit ist die Sprache ein Mittel bzw. eine Möglichkeit, um bestimmte Ereignisse und Erfahrungen, welche gespeichert werden sollen, zu enkodieren, wobei die Funktion der Sprache bzw. des Sprechens Kommunikation ist. Sprache ist zwar eine angeborene Fähigkeit, aber keine genetische Veranlagung. Menschen beginnen nicht automatisch zu sprechen, sondern erlernen Sprache in einem jahrelang andauernden Prozess. Dabei gibt es keinerlei Vorherbestimmtheit , die zur Erzeugung bestimmter Laute führen, so macht es für ein Kind keinen Unterschied, ob es im deutschen oder japanischen Sprachraum aufwächst. Das Kind wird immer die Sprache seiner direkten Umgebung annehmen, worauf unter 2.1 in der Theorie von J. Piaget näher eingegangen wird.
Festgehalten sei, dass das Sprechen zuallererst ein Mittel des sozialen Verkehrs, der Äußerungen und des Verstehens ist. Ohne Sprache oder ein anderes Zeichensystem wäre ein Verkehr bzw. Kommunikation zwischen den Menschen nicht möglich - oder nur auf primitivster Ebene und in eingeschränktem Umfang - wie im Tierreich - möglich. Bei der vorliegenden Arbeit steht die Frage nach der Beziehung zwischen Sprache und Denken im Vordergrund. Es soll also das Verhältnis zwischen Ge danke und Wort näher beleuchtet werden.
Wie klärt man aber nun die Beziehung zwischen Sprache und Denken ?
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Unter den Theorien der Beziehung zwischen Sprache und Denken hat es einander widersprechende Positionen gegeben. Ist Sprache abhängig vom Denken, das Denken abhängig von der Sprache oder besteht eher eine Wechselwirkung zwischen beiden Komponenten ?
Bei der vorliegenden Arbeit beschränke ich mich auf drei unterschiedliche Theorien: Zunächst wird auf das Problem von Sprechen und Denken beim Kinde in der Theorie von Jean Piaget eingegangen.
Der Genfer Psychologe behauptet eine weitgehende Unabhängigkeit der Entwicklung des Denkens von der Sprache. Für ihn entsteht menschliches Bewusstsein aus einer Fülle von Operationen, die als Anpassungs- und Austauschprozesse (Assimilation / Akkomodation) zwischen dem Individuum und der Umwelt aufzufassen sind. Im Kind entwickelt sich aus einfachen Operationen das Denken, selber eine Operation unterschiedlich komplexen, differenzierten und regelmäßigen Zuschnitts. Die Sprache wird nur als instrumentelle Funktion dieser Operationen gesehen. Nicht Sprache, sondern Anschauung und manuelles Tun bilden die Entwicklungsbasis des Denkens. Zur Beziehung zwischen Denken und Sprache hebt Piaget den Entwicklungsgedanken immer wieder hervor und fasst Sprache als einen Teil der allgemeinen Symbolfunktion auf Basis der operanten - sensomotorischen Funktion auf. Des Weiteren stelle ich den Ansatz des russischen Forschers Wygotski zur Beziehung von Sprache und Denken vor.
Wygotski widmete dieser Fragestellung große Aufmerksamkeit zu und ging davon aus, dass Sprache zunächst unabhängig vom Denken entsteht und im Laufe der Zeit teilweise mit dem Denken zusammenwächst. Das Alter in verschiedene Stufen eingeteilt, zeigt er auf, dass erst im Alter von zwei Jahren beide Komponenten miteinander zu verschmelzen beginnen. Weiterhin stellt Wygotski dar, dass Sprache die kognitive Entwicklung beschleunigt und Formen des Denkens ermöglicht, die ohne Sprache nicht möglich wären.
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Abschließend gehe ich auf die Whorf -Hypothese der „Sprachdeterminiertheit“ und auf die Position der „linguistischen Relativitätstheorie“ ein, um das Problem der Beziehung von Sprache und Denken ausführlicher auszuarbeiten.
Dabei sei an dieser Stelle kurz erläutert, dass der Linguist B.L. Whorf die Ansicht vertrat, Denken werde vollständig von der Sprache eines Sprechers bestimmt. è Linguistischer Determinismus
Laut dieser These beeinflussen die durch die Sprache bereitgestellten Formen und Ausdrucksmöglichkeiten das Denken und damit die Weltansicht desjenigen, der die jeweilige Sprache benutzt.
Wird also das Denken völlig durch die menschliche Sprache bestimmt und geformt, sodass die jeweilige Muttersprache gleichzeitig als Grenze der Weltansicht anges ehen werden kann ?
Weiterhin vertritt Whorf die Position, dass dann, wenn zwei Sprachen einen Sachverhalt in verschiedener Weise - insbesondere mit verschiedenen grammatikalischen Strukturen - ausdrücken, dem ein unterschiedliches Denken und eine unterschiedliche Weltsicht zugrunde liege. è Linguistische Relativitätstheorie
Unterscheiden sich kulturelle Gruppen in ihrer Denkweise und Ansichten von anderen Gruppen nur aufgrund ihrer Sprache, sodass die Verschiedenheit der Sprache auch zur Verschiedenheit der Denkstile beiträgt ?
Dass die Whorf-Hypothesen der Sprachdeterminiertheit des Denkens sowie der linguistischen Relativitätstheorie nicht so zu halten sind, wird unter Punkt 2.3 differenzierter aufgezeigt.
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Arbeit zitieren:
Kai-Oliver Müller, 2004, Die Beziehung zwischen Sprache und Denken, München, GRIN Verlag GmbH
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