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Ökonomische Analyse des Erdgasmarktes

Titel: Ökonomische Analyse des Erdgasmarktes

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 33 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Karlheinz Eichelmann (Autor:in)

VWL - Industrieökonomik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der europäische und auch der deutsche Erdgasmarkt befinden sich derzeit in einer gewaltigen Umbruchsphase. Grund hierfür ist die von der Europäischen Union angestrebte schrittweise Liberalisierung des EU-Marktes. Diese soll, wie auch im Strommarkt, zu sinkenden Endverbraucherpreisen führen. Die in vielen europäischen Ländern noch vorherrschenden staatlichen oder privaten Monopole sollen in diesem Zuge verschwinden und wettbewerblicheren Strukturen weichen.

Wie stark der Wettbewerb letztendlich ausfallen wird kann heute jedoch noch nicht abgeschätzt werden, da sich im Erdgasmarkt in letzter Zeit vielfältige Veränderungen in Form von Fusionen, Kapitalbeteiligungen und teils sinkenden Investmentkosten ergeben haben. Zudem herrscht derzeit noch ungenügender Wettbewerb im Transport von Erdgas in Deutschland. Der Grund hierfür sind die hohen Durchleitungspreise, die beim Benutzen von fremden Pipelines zu bezahlen sind. Vernünftige Durchleitungspreise sind aber ein essentieller Bestandteil der Deregulierung, wenn Wettbewerb entstehen soll. Die Entstehung von Wettbewerb oder das Bestehen bleiben des jetzigen Status hat Auswirkungen auf die ökonomischen Analysen, die in der Arbeit angesprochen werden.

Es wird zunächst der grundsätzliche Aufbau der Erdgasindustrie aufgezeigt. Anschließend wird kurz auf den europäischen Markt eingegangen. Der Schwerpunkt ist danach die Darstellung der derzeitigen Struktur des deutschen Erdgasmarktes unter Einbeziehung der angestrebten Liberalisierungsschritte der Europäischen Union. Zuletzt wird auf die Investmentkosten eingegangen, die in der Erdgasindustrie getätigt werden müssen. Darauf aufbauend wird auf das hinter den hohen Investmentkosten stehende Hold-up Problem eingegangen. Danach wird erläutert, wie sich eine vertikale Integration nutzbringend für alle Marktteilnehmer auswirkt. Anschließend wird gezeigt, wie durch langfristige Verträge, die bei den bisher vorgestellten ökonomischen Modellen entstehenden Probleme gelöst werden können. Zum Abschluss wird ein ökonomisches Modell vorgestellt, welches untersucht wie sich die Gasproduzenten verhalten werden, falls auf der Nachfrageseite ausreichend großer Wettbewerb entsteht. Zum Abschluss werden die vorgestellten ökonomischen Modelle kritisch betrachtet und mit den Marktgegebenheiten zusammengeführt. Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse nochmals zusammengefasst und ein kleiner Ausblick auf die zukünftige Erdgasindustrie gegeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Erdgasindustrie

2.1 Die westeuropäische Erdgasindustrie

2.2 Die deutsche Erdgasindustrie

2.3 Die Besonderheiten des Erdgasmarktes

3. Die ökonomischen Modelle

3.1 Das Hold-up Problem

3.2 Vertikale Integration

3.3 Take or Pay-Verträge

3.4 Wettbewerb auf der Produzentenseite

3.4.1 Das Referenzszenario

3.4.2 Erhöhung der Produzentenanzahl

4. Kritische Würdigung der Modelle und Anwendung auf die Erdgasbranche

4.1 Kritische Würdigung des Hold-up Problems

4.2 Kritische Würdigung der vertikalen Integration

4.3 Kritische Würdigung der Take or Pay-Verträge

4.4 Kritische Würdigung des Wettbewerbs auf der Produzentenseite

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die strukturellen Veränderungen im europäischen und deutschen Erdgasmarkt infolge der Liberalisierungsbestrebungen der Europäischen Union. Ziel ist es, auf Basis ökonomischer Modelle – wie dem Hold-up Problem, vertikaler Integration und Take or Pay-Verträgen – die Auswirkungen dieser Liberalisierung auf das Wettbewerbsverhalten und die Marktstrukturen zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

  • Analyse der Marktstruktur und Besonderheiten der Erdgasindustrie
  • Untersuchung des Hold-up Problems bei spezifischen Investitionen
  • Bewertung der vertikalen Integration als Instrument der Preisbildung
  • Einfluss von Take or Pay-Verträgen auf das Risikomanagement
  • Wirkung von zunehmendem Wettbewerb auf der Produzentenseite

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Hold-up Problem

Durch die spezifischen Investitionen, die getätigt werden müssen, bevor Gas geliefert werden kann ergibt sich das Hold-up Problem. Dieses entsteht wenn ein Produzent und ein Käufer eine Geschäftsbeziehung eingegangen sind, aus der beide Parteien nachträglich nicht mehr so leicht aussteigen können, außer man nimmt einen Verlust in Kauf. Konkret nehmen wir an, dass der Produzent eine spezifische Investition vornimmt, die lediglich einem spezifischen Käufer Nutzen stiftet. Vorstellbar ist bspw. der Kauf einer Spezialmaschine, mit der man nur die Autokarosserie des Käufers bauen kann.

Der Produzent hat also die Kostenfunktion KP = xkv + F , wobei F die Fixkosten darstellen, die für den Maschinenkauf anfallen, kv die variablen Kosten einer Karosserie und x die Anzahl der produzierten Teile. Nachdem die Investition getätigt wurde ergibt sich die Situation, dass sich die für die Produktionsentscheidung relevante Kostenfunktion verändert. F wurde bereits getätigt und stellt somit sunk costs, also Kosten die unwiderruflich verloren sind, dar. Demnach ergibt sich nun für den Handelsgewinn V = R − kvP − kvK . R stellt dabei den Umsatz dar, welchen der Käufer erzielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Umbruchphase des Erdgasmarktes durch die Liberalisierung der EU und erläutert den Aufbau der Untersuchung.

2. Die Erdgasindustrie: Gibt einen Überblick über die Stufen der Gasindustrie sowie die Besonderheiten des europäischen und deutschen Marktes, inklusive hoher Investitionskosten.

3. Die ökonomischen Modelle: Analysiert theoretische Ansätze wie das Hold-up Problem, vertikale Integration, Take or Pay-Verträge und Wettbewerb auf der Produzentenseite.

4. Kritische Würdigung der Modelle und Anwendung auf die Erdgasbranche: Überprüft die theoretischen Modelle auf ihre Validität und Übertragbarkeit auf die realen Verhältnisse im Erdgasmarkt.

5. Resümee: Fasst die Erkenntnisse zusammen, insbesondere die Auswirkungen von Integrationsstrategien und die zukünftige Entwicklung durch Spot-Märkte und Diversifizierung.

Schlüsselwörter

Erdgasmarkt, Liberalisierung, Hold-up Problem, Vertikale Integration, Take or Pay-Verträge, Ferngasgesellschaften, Produzenten, Wettbewerb, Marktstruktur, Gasnachfrage, Investitionskosten, Durchleitungspreise, Gasproduktion, Liberalisierungsschritte, Marktteilnehmer

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Strukturen und die Auswirkungen der Liberalisierung auf den europäischen und deutschen Erdgasmarkt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Struktur der Erdgasindustrie, die ökonomischen Probleme bei Gaslieferungen sowie der Wettbewerb zwischen Produzenten und Ferngasgesellschaften.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll untersucht werden, wie sich die Liberalisierung auf das Wettbewerbsverhalten auswirkt und welche Rolle langfristige Verträge und vertikale Integration in diesem Prozess spielen.

Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?

Die Arbeit nutzt Modelle wie das Hold-up Problem, die Theorie der doppelten Marginalisierung (vertikale Integration) und Cournot-Wettbewerbsansätze zur Analyse der Produzentenseite.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Erdgasindustrie, die theoretische Darstellung ökonomischer Modelle und deren kritische Anwendung auf den realen Erdgasmarkt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Erdgasmarkt, Liberalisierung, Hold-up Problem, vertikale Integration und Take or Pay-Verträge.

Welche Rolle spielt die vertikale Integration laut der Analyse?

Vertikale Integration kann das Problem der doppelten Marginalisierung vermeiden, führt aber im Erdgasmarkt dazu, dass Ferngasgesellschaften ihre Marktmacht auf untere Stufen ausweiten.

Wie bewertet der Autor den Markteintritt von Wingas?

Der Autor sieht in Wingas einen wichtigen Akteur, der durch eigene Infrastruktur und Kooperationen, etwa mit Gazprom, den Wettbewerb in Deutschland beeinflusst und die bisherigen Monopolstrukturen aufbricht.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ökonomische Analyse des Erdgasmarktes
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik, insbesondere Industrieökonomik)
Note
2,3
Autor
Karlheinz Eichelmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
33
Katalognummer
V42845
ISBN (eBook)
9783638407816
ISBN (Buch)
9783638841177
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse Erdgasmarktes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karlheinz Eichelmann (Autor:in), 2005, Ökonomische Analyse des Erdgasmarktes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42845
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Leseprobe aus  33  Seiten
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