Inhalt
1. EINLEITUNG 3
2. MEDIEN FÜR IN DEUTSCHLAND LEBENDE TÜRKEN
2.1 Fernsehprogramme 4
2.2 Printmedien 5
2.3 Radioprogramme 6
2.4 Internetangebote 7
3. TÜRKISCHE MEDIENNUTZUNG
3.1 Studie des Bundespresseamtes 8
3.2 Medien-Nutzer-Typen 8
3.2.1 Der Kulturexil-Typ 9
3.2.2 Der politische Exil-Typ 9
3.2.3 Der Diaspora-Typ 9
3.2.4 Der Bikultur-Typ 10
3.2.5 Der Transkultur-Typ 10
3.2.6 Der Assimilationstyp 10
4. DAS DEUTSCHLANDBILD IN TÜRKISCHEN MEDIEN 11
5. RESÜMEE 12
L ITERATURVERZEICHNIS 13
2
1. Einleitung
Im Jahre 1961 unterzeichneten Deutschland und die Türkei ein Abkommen, durch das billige Arbeitskräfte in der Türkei angeworben werden sollten, um im Deutschland der “Wirtschaftswunderzeit” Beschäftigungsengpässe auszugleichen. Diese von da an einsetzende “Arbeitsmigration” sollte ursprünglich zeitlich begrenzt sein, jedoch erwies sich das Wunschmodell temporärer Beschäftigung als unrentabel, sowohl für die deutschen Unternehmen als auch für die türkischen Arbeitnehmer, welche dauerhaft in Deutschland verblieben und gegen Ende der 1960er Jahre auch ihre Familien aus der Türkei nachholten. Der stetig wachsenden Immigrationswelle wurde 1973 durch einen Anwerbestopp Einhalt geboten, 1981 erließ die Bundesregierung sogar ein “Gesetz zur Förderung der Rückkehrbereitschaft von Ausländern”, welches die Rückkehr in die Türkei u.a. finanziell förderte und den Familienzuzug einschränkte. 1
Im Jahr 2001 bildeten die ca. 2,5 Millionen türkischstämmigen Bürger 2 der ersten, zweiten und dritten Generation die mit Abstand größte ausländische Minderheit in Deutschland. Ihre Kaufkraft beträgt ca. 12,2 Milliarden Euro pro Jahr 3 . Es handelt sich also um eine große Gruppe von Menschen, deren spezielle Interessen innerhalb Deutschlands auch und gerade durch besondere Medienangebote berücksichtigt werden. Ziel dieser Arbeit ist es, eine Übersicht über diese Angebote zu geben, darzustellen, welche medienspezifischen Entwicklungen absehbar sind sowie zu untersuchen, inwiefern die genutzten Medienangebote zur gesellschaftlichen Integration türkischstämmiger Bürger in der Bundesrepublik beitragen. Als Quellenbasis nutze ich überwiegend eine Studie des Bundespresseamtes aus dem Jahr 2001 sowie die Dokumentation einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum.
1 ÇALAGAN, NESRIN und DUYAR, AKIN: 94,8 metropol FM. Das erste türkischsprachige Radio in Deutschland. In: Becker, Jörg und Behnisch, Reinhard (Hgg.): Zwischen Abgrenzung und Integration. Türkische
Medienkultur in Deutschland, Rehburg-Loccum: Loccum 2001, S. 85 f..
2 vgl. Bundespresseamt:
http://www.bundesregierung.de/top/dokumente/Artikel/ix_44968.htm?template=single&id=44968_1454&scr
ipt=1&ixepf=_44968_1454, 9.1.2002
3
2. Medien für in Deutschland lebende Türken
2.1 Fernsehprogramme
Das erste in Deutschland empfangbare türkischsprachige Fernsehangebot war das Programm des türkischen Staatssenders TRT, welches seit Mitte der 1980er Jahre ins Kabelnetz eingespeist wird. Das Programm war zunächst identisch mit dem in der Türkei ausgestrahlten, im Februar 1990 wurde es jedoch durch den neuen Ableger TRT INT ersetzt, welcher sich inhaltlich speziell auf im Ausland lebende Türken ausrichtete. Auch gab es jetzt spezielle Sendungen für Deutschland. 4 TRT und TRT INT werden überwiegend von der türkischen Regierung finanziert 5 , dementsprechend sind kaum regierungskritische Beiträge zu finden. Auch hat der Sender bis dato noch keinen eigenen Korrespondenten in Deutschland. Die Beiträge, die sich mit Deutschland befassen, üben vorwiegend Kritik an der Bundesrepublik, anstatt bei der Suche nach Identität zu helfen. 6
Seit Anfang der 1990er Jahre sind über Satellit auch mehr und mehr private türkische Fernsehsender in Deutschland zu empfangen, die ihr Programm jedoch ausschließlich in der Türkei und für den türkischen Markt produzieren. Einzig KANAL D produziert teilweise Beiträge für im Ausland lebende Türken. 7 Türkische Haushalte sind überwiegend mit Satelliten-Anlagen ausgestattet, im Oktober 2001 waren mehr als 40 private türkische TV-Sender sowohl analog als auch digital über verschiedene Satelliten in Deutschland zu empfangen, auch das Abonnieren türkischer Pay-TV-Kanäle ist m ö g l i c h . J e d o c h g i b t e s n o c h k e i n e speziellen Sender für in Deutschland lebende Türken. 8
3 vgl. ULUSOY, YUNUS: Türkische Konsumenten als Zielgruppe. In: Türkei Journal, 2/2001, S. 15.
4 vgl. HEINEMANN, LARS und KAMCILI, FUAT: Unterhaltung, Absatzmärkte und die Vermittlung von Heimat. Die Rolle der Massenmedien in deutsch-türkischen Räumen. In: Faist, Thomas (Hg.): Transstaatliche Räume.
Politik, Wirtschaft und Kultur in und zwischen Deutschland und der Türkei, Bielefeld 2000, S. 116 f..
5 vgl. HEINEMANN/KAMCILI (2000), S. 119
6 vgl. AUTH, EDGAR: Deutschland und die Türkei im Spiegel der Medien. Die Verantwortung der Medien in den deutsch-türkischen Beziehungen, Electronic ed., Bonn, FES Library, 1998.
-> http://www.fes.de/fulltext/bueros/istanbul/00252.htm, 9.1.2002
7 vgl. SAUER, MARTINA: Medienkonsum türkischer Migranten in Deutschland. In: Türkei Journal, 2/2001, S. 12.
8 vgl. http://www.digitv.de/satellit/tuerksat.shtml, 9.1.2002
4
2.2 Printmedien
Die größte und bedeutendste türkische Tageszeitung in Deutschland ist HÜRRIYET mit einer verkauften Auflage von 57.805 im 4. Quartal 2001. 9 Weitere in der Bundesrepublik erhältliche Zeitungen sind z.B. MILLIYET, TÜRKIYE, STAR, ZAMAN, MILI GAZETE und OZGÜR POLITIKA. Sie sind mehrheitlich liberal bis national-liberal ausgerichtet, enthalten viele Kommentare und gehen oft durchaus kritisch mit der Regierung in Ankara um. Inhaltlicher Schwerpunkt aller Zeitungen ist die Türkei, auf Europa und Deutschland bezogene Themen werden nur auf jeweils ca. 2 bis 3 Seiten behandelt. Den umfangreichsten Europa- und Deutschland-Teil hat die HÜRRIYET. Die publizierten Artikel mit Deutschland-Bezug sind wichtig für das Verständnis der deutschen Politik, insbesondere der Sozialpolitik, sowie der Arbeitswelt in Deutschland, jedoch wird oftmals eher die kritische Distanz zur Bundesrepublik verdeutlicht, statt die Verständigung zwischen den Menschen zu fördern. Bei weniger reflektierenden Lesern können dadurch auch Aversionen oder Voreingenommenheiten hervorgerufen werden.
Neben den bereits etablierten rein türkischsprachigen Printmedien gibt es seit einiger Zeit auch Versuche, deutsch-türkische Mischpublikationen auf dem
Zeitschriftenmarkt zu platzieren, die sich inhaltlich speziell an in Deutschland lebende Türken wenden. Problematisch wirken sich auf diese Versuche jedoch noch immer die schlechten Vertriebsstrukturen aus sowie die geringe
Koorperationsbereitschaft bei den etablierten türkischen und deutschen Verlagen, unzureichende Marktforschungsdaten und die fehlende Unterstützung deutscher und türkischer Institutionen. Auch gibt es noch wenig Journalisten mit entprechender Erfahrung auf diesem Gebiet.
Das deutschsprachige Lifestyle-Magazin für Türken ETAP beispielsweise, welches im November 1999 als Pendant zur deutschen Illustrierten MAX an den Start ging, musste sein Erscheinen im April 2000 nach 6 Ausgaben wieder einstellen, nachdem sich der Finanzpartner zurückgezogen hatte. Und das, obwohl die Resonanz bei der Zielgruppe eigenen Angaben zufolge “überwältigend” gewesen sei. 10
9 vgl. http://www.ivw.de, 17.2.2002
10 SINAN, OZAN: Ethno-Marketing in Deutschland. Das Beispiel der Zeitschrift „etap“. In: Becker, Jörg und
5
Arbeit zitieren:
B.A. Mario Müller, 2002, Türkische Mediennutzung in Deutschland - Zwischen Integration und Ethnisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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