Hausarbeit : Gemeinwesenarbeit Alinsky und Community Organisation
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 6
2. Begriffserklärung. 7
2.1 Definition Gemeinwesenarbeit 7
2.2 Definition Community Organization 7
3. Die Biographie des Saul D. Alinsky 8
3.1 Saul D. Alinsky von 1909 bis 1930 8
3.2 Der beruflicher Werdegang von 1930 bis 1946 10
3.3 Von 1947 bis 1960. 11
4. Neue Wege und Erfolge 12
5. Historische Hintergründe des 17./ 18. und 19. Jahrhunderts 13
6. Alinskys Radikalität 17
7. Alinskys Gemeinwesenarbeits-Strategien 18
4
Hausarbeit : Gemeinwesenarbeit Alinsky und Community Organisation
8. Alinsky in der Kritik 21
9. Alinskys Modell in Deutschland? 23
9.1 Der Unterschied 23
9.2 Übertragbarkeit nach Deutschland 23
9.3 Wie funktioniert das Organizing eigentlich? 25
9.3.1 Die Einzelgespräche 25
9.3.2 Die Recherche und die Planung. 26
9.3.3 Die Aktion. 26
9.3.4 Die Auswertung 26
10. Schluss. 27
11. Literaturverzeichnis 28
Internetquellen 29
5
Hausarbeit: Gemeinwesenarbeit Alinsky und Community Organisation
1. Einleitung
Saul D. Alinsky ist wohl einer der bedeutendsten Gemeinwesenarbeitspraktiker in den USA gewesen. Seine Arbeit und seine Bücher haben nachhaltig die spätere Theorie und Praxis der Gemeinwesenarbeit, auch in Europa, beeinflusst. Auch uns hat Saul Alinsky in der Vorlesung im dritten Semester stark beeindruckt. Seine etwas außergewöhnliche und revolutionäre Art und vor allem seine Einstellung und Definition zu Macht haben unserer Meinung nach ein gewaltiges Potential um Probleme von Bürgern zu bekämpfen. Gerade deshalb haben wir uns entschieden uns mit Saul David Alinsky und seiner Strategie des Community Organizings auseinander zu setzen.
In unserer Ausarbeitung wollen wir deutlich machen, welche Bedeutung Saul D. Alinsky für die Gemeinwesenarbeit hat. Zunächst haben wir uns mit der Person beschäftigt und die Frage der Radikalität, die für ihn geradezu bezeichnend ist, versucht zu klären. Anschließend geben wir einen Überblick über seine Strategie, in der wir unter anderem den Begriff der Macht versucht haben auszuführen. Nachdem wir uns mit der Kritik an Alinsky befasst haben, wollen wir anschließend die Übertragbarkeit auf Deutschland ausarbeiten.
Aufgrund der Komplexität und Größe dieses Themas, haben wir diese Hausarbeit zu dritt verfasst.
Dabei hat sich Anita Rund mit folgenden Kapiteln befasst:
• 2.2 Definition Community Organisation
• 5 Historische Hintergründe
• 8. Alinsky in der Kritik
Sabrina Büchle behandelte:
• 2.1 Definition Gemeinwesenarbeit
• 3 Die Biographie des Saul D. Alinsky
• 4. Neue Wege und Erfolge
• 6. Alinskys Radikalität
Kim Göhner hat folgende Kapitel verfasst:
• 7 Alinskys Gemeinwesenarbeits- Strategien
• 9 Alinskys Modell in Deutschland
Diese Arbeit wollen wir mit der Klärung der Begriffe Gemeinwesenarbeit und Community Organisation beginnen.
6
Hausarbeit: Gemeinwesenarbeit Alinsky und Community Organisation
2. Begriffserklärung
2.1 Definition Gemeinwesenarbeit
Gemeinwesenarbeit ist neben sozialer Einzelfallhilfe und sozialer Gruppenarbeit eine wichtige Form der Sozialen Arbeit.
Gemeinwesenarbeit birgt allein die Möglichkeit, Bedingungen menschlichen Zusammenlebens nachhaltig zugunsten des Einzelnen zu verändern. Ihre große Stärke liegt in grunddemokratischen Entscheidungsprozessen.
Da „die Machthabenden“ meist ihre Macht nur äußerst ungern teilen, ist sie jedoch eine sehr langwierige Angelegenheit.
Der Erfolg für die Beharrlichkeit ist jedoch dann auch eine wesentlich nachhaltigere Verbesserung der Situation für das Klientel. („Steter Tropfen höhlt den Stein!“) Gemeinwesenarbeit passt also die Verhältnisse den Klienten an, nicht die Klienten den Verhältnissen. Zusätzlich trägt sie dazu bei, die demokratische Kultur in unserem Lande zu festigen. 1
Im Allgemeinen geht es also um die ganzheitliche Betrachtung von Menschen und ihren Problemen in einem Gemeinwesen, um deren Lebensverhältnisse, Lebensformen und Lebenszusammenhänge. 2
2.2 Definition Community Organization 3
Community Organization ist der Aufbau und die Entwicklung von
BürgerInnenorganisationen durch die Schaffung von sozialen Beziehungen, die Macht zum Handeln geben. Die BürgerInnenorganisationen haben die doppelte Zielsetzung: Veränderung von Machtbeziehungen und die unmittelbare Verbesserung der Lebenslage für die betreffende Gemeinschaft, die Community. Community bezieht sich zunächst auf die soziale Dimension einer Nachbarschaft, eines Stadtteils oder einer Stadt, auf das Gemeinwesen. Es gibt Verbindungen bis hin zur nationalen oder internationalen Ebene, seltener wird der Begriff für Identitätsgruppen oder thematisches Organizing verwendet.
1 vgl. http//www.wissen.ist.macht.de
2 vgl. http//www.members.internettrash.com
3 vgl. http//www.rothschuh.bei.t-online.de
7
Hausarbeit: Gemeinwesenarbeit Alinsky und Community Organisation
3. Die Biographie des Saul D. Alinsky
3.1 Saul D. Alinsky von 1909 bis 1930
Saul David Alinsky wurde am 30. Januar 1909, als Sohn orthodoxer Juden, die von Russland nach Amerika emigriert waren, in Chicago geboren. Er kam in einem Elendsviertel Chicagos zur Welt und musste sich deshalb schon früh behaupten, um sich gegen eine feindliche Umwelt zu wehren. Als Alinsky 14 Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden - und so wuchs er in seiner Kindheit bei seinem Vater, in einem jüdischen Ghetto auf. Armut, Kriminalität, katastrophale Wohnbedingungen und Konflikte innerhalb des Elternhauses und der unmittelbaren Nachbarschaft prägten Alinsky. Er wuchs als Einzelkind und ziemlich auf sich allein gestellt auf. Bedeutende Erfahrungen und Einsichten erwarb er durch die harte Erziehung und die religiöse Ausrichtung seines Vaters schon in früher Kindheit, die auf sein späteres Wirken starken Einfluss genommen haben.
Der junge Alinsky änderte sein Weltbild aufgrund schlechter Erfahrungen, die er im Elternhaus machte: Die Eltern zeigten keinerlei soziales Engagement, obwohl soziale Nöte vorhanden waren und lebten dagegen streng orthodox. 4 Später betonte Alinsky „immer wieder, dass, um gegenseitige Verständigung unter den Menschen zu erreichen, es notwendig sei, mit solchen Illusionen wie der größeren intellektuellen Befähigung der Juden, einer rein religiösen Identifizierung und ethnischen Mythen aufzuräumen.“ 5
Im Laufe seiner Jugend löste sich seine religiöse Bindung, obwohl er sich weiterhin zum Judentum bekannte. In seiner praktischen Tätigkeit machte er sich die Identifikation von Menschen mit religiösen Ausrichtungen dagegen zunutze und wandte sich, um seine Ziele durchzusetzen, sogar an kirchliche Gruppen und Institutionen. Eine weitere wichtige Lebenseinsicht, die er durch die strenge Erziehung des Vaters genießen durfte, war jene, dass die Ausübung von Macht vom Glauben an diese Macht durch den Unterdrückten abhängig ist.
4 vgl. Freyth, 1985, S. 31f
5 Freyth zitiert nach Sanders S.32f
8
Hausarbeit: Gemeinwesenarbeit Alinsky und Community Organisation
In einem Konflikt mit seinem Vater berichtete er: „… You know what´s going to happen to you if you do that again?”...”No, what´s going to happen?”… my father was completely in a loss, he didn´t know what the hell to say. He was absolutely disorganized. I learned my lesson then: Power is not in what the establishment has but in what you think it has.” 6
Alinsky erlebte außerdem in seiner Kindheit, durch sein soziales Umfeld schon prädestiniert, Gewalttätigkeit und Antisemitismus: Er war selbst in einem Bandenkrieg Mitglied und hatte verschiedene Auseinandersetzungen, unter anderem mit polnischen Jungs, nach der er sogar verhaftet wurde. Auch in seinem weiteren Leben erlebte er weiterhin Auseinandersetzungen, wie etwa in der Bürgerrechtsbewegung, wo viele brutale Aufstände stattfanden, demonstrative Verbrennungen veranstaltet und tödlich endende Kämpfe ausgetragen wurden. Doch gerade dies ging dem voraus, dass er sich ausdrücklich gegen jeden Gebrauch von Gewalt in seinen späteren Organisationsprojekten aussprach.
Mit 18 Jahren absolvierte er seinen High- School Abschluss und schrieb sich in die renommierte `University of Chicago` ein.
Neben seinem Hauptfach Archäologie besuchte Alinsky einige Soziologiekurse, wobei er sich immer wieder über die Weltfremdheit der Soziologen beklagte. Hingegen war er von der Archäologie begeistert: „… I fell in love with the subject. The artefacts were not just pieces of stone and clay. My imagination could carry me back to the past so that when I stood in front of an old Inca altar I could hear the cries of human sacrifices.” 7 Das tief empfundene menschliche Mitgefühl, welches hier zum Ausdruck kommt, wurde zu einem typischen Charakterzug Alinskies. Im Alter von 21 Jahren schloss er sein Studium sehr erfolgreich ab.
6 Freyth zitiert nach Norden S. 33
7 Freyth zitiert nach Sanders, 1985, S 35
9
Arbeit zitieren:
Kim Göhner, Sabrina Büchle, Anita Rund, 2003, Saul David Alinsky und Community Organization, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Lernförderliches Klima - Klassengemeinschaft, Lernmotivation, Kommunik...
Störungsprävention, Humor, Ein...
Seminararbeit, 12 Seiten
Die Leiden der jungen Seele - Kriseninterventionen bei jugendlichen Su...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 85 Seiten
Die internationale Soziale Arbeit und die Transnationalität - Ein Einb...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Studienarbeit, 13 Seiten
"Ich mach Schluss, mich vermisst ja doch keiner!" - Suizidal...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Vordiplomarbeit, 39 Seiten
Suizidprävention an Schulen - Zwei Konzepte im Vergleich
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Die Soziale Stadt - Das Bund-Länder Programm "Stadtteile mit beso...
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Die Entstehung des KJHG und die Partizipationsmöglichkeiten von Kinde...
Soziologie - Kinder und Jugend
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Zu: Niklas Luhmann - „Die Gesellschaft der Gesellschaft“
Differenzierung und Individual...
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Seminararbeit, 19 Seiten
Kim Göhner hat den Text Saul David Alinsky und Community Organization veröffentlicht
Kim Göhner hat einen neuen Text hochgeladen
Three Seasons of Charismatic Leadership: A Literary-Critical and Theol...
Czovek Tamas, Carl E. Armerding
Three Seasons of Charismatic Leadership: A Literary-Critical and Theol...
Tamas Czovek, Carl E. Amerding
The People Shall Rule: ACORN, Community Organizing, and the Struggle f...
John Atlas, Fred Brooks, Robert Fisher
0 Kommentare