Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einführung 5
2. Rahmenbedingungen der Produktion 5
3. Rezeption 7
4. Das Narrative
4.1 Handlungsverlauf (Skizze) 8
4.2 Die Einführung 9
4.3 Figurenkonstellation 10
4.4 Das Ende 11
4.5 Aspekte der Krieges (inhaltliche Ebene) 12
4.6 point of view 14
4.7 Erzählzeit und erzählte Zeit 14
5. Kameraästhetik
5.1 Einstellungsgrößen 14
5.2 Kameraperspektive 15
5.3 Bewegung 15
5.4 Montage/Schnitt 16
6. Das Auditive
6.1 Geräusche 16
6.2 Musik 17
6.3 Sprache 17
7. Bewertung/Probleme/Grenzen 17
8. Vergleich mit der literarischen Vorlage 19
9. Fazit 21
10. Literaturverzeichnis
4
1. Einführung
Georg Wilhelm Pabsts Antikriegsfilm 1 aus dem Jahr 1930 „Westfront 1918. Vier von der Infanterie“, der am 23.05.1930 im Berliner Capitol uraufgeführt wurde 2 , zeigt anhand von vier Kameraden das Leben der Soldaten im Stellungskrieg an der Westfront 1918 und anhand einer Episode auch das Leben in der Heimat. „Die Handlung setzt ein, als das Scheitern der deutschen Sommeroffensive im letzten Kriegsjahr und damit die unausweichliche militärische Niederlage der deutschen Armee sich abzuzeichnen beginnt“. 3 Dem Zuschauer wird das Grauen des Krieges visualisiert.
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, welches Geschichtsbild Georg Wilhelm Pabst im betrachteten Film vermittelt. Welche Aspekte des Krieges werden dem Rezipienten vorgeführt? Dabei geht es nicht zuletzt darum, die Grenzen und Probleme des Filmes aufzuzeigen, um zu einer Bewertung des Filmes kommen zu können. Dazu werden zunächst einige Hintergrundinformationen zum Film geboten. Anschließend wird untersucht, mit welchen narrativen, kameraästhetischen und auditiven Mitteln im Film „Westfront 1918“ die pazifistische Intention unterstützt wird. Als theoretische Grundlage für diese Betrachtungen dient Knut Hickethiers „Film- und Fernsehanalyse“. 4
2. Rahmenbedingungen der Produktion
Als Grundlage für den Film „Westfront 1918. Vier von der Infanterie“ diente das Buch „Vier von der Infanterie. Ihre letzten Tage an der Westfront 1918“ von Ernst Johannsen 5 aus dem Jahr 1929 6 .
1 Barbara Zierreis: „Kriegsgeschichte im Spielfilmformat. Der Erste Weltkrieg im Tonspielfilm der Weima rer
Republik“. in: Bernhard Chiari/ Matthias Rogg/ Wolfgang Schmidt (Hg.): „Krieg und Militär im Film des 20.
Jahrhunderts“. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2003. S.310.
2 http://www.cinegraph.de/cgi-bin/cbq?id.CBW012049
3 Zierreis, S.300.
4 Knut Hickethier: „Film- und Fernsehanalyse“. [2., überarbeitete Auflage]. Stuttgart: J.B. Metzlersche
Verlagsbuchhandlung und Calr Ernst Poeschel Verlag GmbH, 1996.
5 Bernadette Kester: „Film Front Weimar. Representations of the First World War in German Films of the
Weimar Period (1919-1933)“. Amsterdam: Amsterdam University Press, 2003. S.129.
6 Ernst Johannsen: „Vier von der Infanterie. Ihre letzten Tage an der Westfront 1918“. Hamburg-Bergedorf:
Fackelreiter-Verlag, 1929.
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Georg Wilhelm Pabst selbst hat im Film keine eigenen Eindrücke vom Krieg verarbeitet, weil er bereits zu Beginn des Krieges in Gefangenschaft geriet und erst 1918 freigelassen wurde. Einige andere Teilnehmer (unter anderem auch Schauspieler) am Projekt haben jedoch an der Front gekämpft und konnten somit individuelle Erfahrungen in die Produktion mit einbringen. 7
Während zur Zeit des Krieges dokumentarische und fiktionale Kriegsfilme vor allem zur Mobilisierung und zur Beruhigung der Heimatfront dienten, wurde d ie filmische Kriegsdarstellung nach 1918/19 zum Kassenschlager und damit zu einer kommerziellen Ware, die vom Massengeschmack abhängig war. Der Film erhielt eine Schlüsselrolle in der Erinnerung an den Krieg. 8 Alleine in den USA wurden bis 1945 über 200 Filme über den Ersten Weltkrieg gedreht. 9
Im besiegten Deutschland geriet der Krieg und mit ihm seine filmische Darstellung in die kontroverse politische Deutung. Die Schlachten der Vergangenheit wurden filmisch noch einmal geschlagen („Filmfront Weimar“). Häufige Themen der deutschen Kriegsfilme waren die Frage nach der Kriegsschuld, die dokumentarische Repräsentation des Krieges, die individuelle Erfahrung auf dem Schlachtfeld, der Seekrieg und das Leben an der Heimatfront. 10
Bei den meisten Regisseuren setzte sich ein dokumentationsähnlicher Stil durch, der von der neuen Sachlichkeit inspiriert wurde. Dieser Stil verknüpfte generelle mit personellen, rationale mit emotionalen und objektive mit subjektiven Betrachtungsweisen. Dazu wurde häufig Archivmaterial mit gestellten Schlachtszenen kombiniert. 11
Dabei entwickelten sich in Deutschland zwei Richtungen, die gegensätzliche Ziele verfolgten. Zum einen entstanden viele Filme, die den Krieg verharmlosten und zur Mythologisierung des Weltkrieges beitrugen. Hier fanden sich Intentionen wie die Verharmlosung der Niederlage, die Propagierung der Ideenwelt des revolutionären Nationalismus und die Verarbeitung des Verliertraumas wieder. 12 Eine zweite Richtung stellten die pazifistischen Antikriegsfilme dar, die durch das Zeigen des Schreckens und Grauens des Krieges die Menschen dazu bewegen sollten, gegen den Krieg zu kämpfen (friedenspädagogischer Ansatz). 13 Zu diesen Filmen gehört auch Pabsts „Westfront 1918. Vier von der Infanterie“.
7 Kester, S.128.
8 Gerhard Paul: Bilder des Krieges - Krieg der Bilder. Die Visualisierung des modernen Krieges“. Paderborn:
Ferdinand Schöningh, 2004. S. 144.
9 ebd., S.145.
10 ebd.
11 ebd., S.146.
12 ebd., S.144.
13 ebd., S.134.
6
Diese pazifistischen Filme hatten in Deutschland eine vergleichsweise geringe politische Wirkungsmöglichkeit 14 und haben somit die Sichtweise auf den Krieg kaum verändert. 1933 waren die Bemühungen der pazifistischen Filmemacher entgültig vergeblich: Ihre Filme durften nun nicht mehr gezeigt werden und gerieten somit (zumindest vorläufig) in Vergessenheit. 15
Auch Pabsts „Westfront 1918“ wurde am 21.05.1930 zensiert. 16 Das Verbot des Filmes wurde von der Film-Oberprüfstelle damit begründet, dass „die Darstellung die der Krieg in dem Bildstreifen gefunden hat, durchaus einseitig [sei] und [...] in keiner Weise der Erinnerung des deutschen Volkes an die Heldentaten und die Opfer seiner Kämpfer gerecht“ würde. Der Film untergrabe den Verteidigungswillen des Volkes, da die gebrachten Opfer als unnütz und der Krieg übertrieben realistisch dargestellt seien. So wirke der Film den Zielen der nationalen Regierung „auf Ertüchtigung der Jugend und Wehrhaftmachung des Volkes entgegen. Der Bildstreifen gefährde[t] damit lebenswichtige Interessen des Staates“. 17 Am 10.1.1957 wurde „Westfront 1918. Vier von der Infanterie“ vom FSK geprüft und mit einer Länge von 88min (10 min kürzer als die Originalfassung von 1930) ab 16 Jahren freigegeben. 18 Diese Fassung liegt der vorliegenden Ausarbeitung zugrunde.
3. Rezeption
„Westfront 1918. Vier von der Infanterie“ hatte von allen deutschen Spielfilmen im Jahr 1930 die meisten Zuschauer 19 und wurde so wohl der bekannteste deutsche Film über den ersten Weltkrieg. 20 Langfristig wurde die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg jedoch eher von Erich Maria Remarques „Im Westen nicht Neues“ (1928) gesprägt. 21 Von zeitgenössischen Kritikern wurde dem Film ein hohes Maß an Authentizität zugesprochen, was vor allem auch an den neuen Formen der Kameraführung und am Ton lag. 22 „Aufgrund seiner realistischen Kriegsszenen rezensierten Westfront 1918 sogar Kritiker
14 Helmut Korte (Hg.): „Film und Realität in der Weimarer Republik. Mit Analysen von ‚Kuhle Wampe’ und
‚Mutter Krausens Fahrt ins Glück’“. München/Wien: Carl Hanser Verlag, 1978. S.88.
15 Paul, S.149.
16 http://www.cinegraph.de/cgi-bin/cbq?id.CBW012049
17 ebd.
18 http://www.cinegraph.de/cgi-bin/cbq?id.CBW012049
19 Paul, S.148.
20 Kester, S.128.
21 Paul, S.148.
22 ebd., S.147.
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Arbeit zitieren:
Evi Arbeiter, 2005, Zeitgeschichte im Spielfilm - Westfront 1918. Vier von der Infanterie, München, GRIN Verlag GmbH
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