Die Vorstellung, dass zwei so unterschiedliche Sujets wie Erotik und Mord vereinbar sind lässt Vielen das Blut in den Adern gefrieren. Dabei haben wir die Thematik des Mordes und Totschlags ständig vor Augen. Vermittelt durch Medien und Zeitungen ist der Mord aus Rache, psychischer Labilität, aus religiösen oder faschistischen Gründen, geradezu zu etwas „ Normalem“ in unserem Leben geworden und löst bei vielen nicht mehr als Bedauern für den oder die Verstorbenen aus. Ist die Rede aber vom „ erotischen Mord “, so wissen viele von uns, dass etwas wesentlich Subtileres als blosse rohe Gewalt in jenem Akt des Tötens beinhaltet gewesen sein muss, und geradezu auf unverschämte Art und Weise löst diese ungewöhnliche Mordtat eine gewisse Neugierde und Fazination aus. Um jene Faszination besser verstehen zu können, möchte ich versuchen die Erotik und den Mord in eine grobe und für uns relevante Definition einzubinden.
Inhaltsverzeichnis
1. Wie Erotik und Mord sich nahe stehen
• Die Erotik
• Der Mord
2. Warum der Verlust des Objektes der Begierde so reizvoll ist
3. Der Chique der Morbidität
4. Stereotypen mörderischer Frauengestalten
Von Gestern bis Heute
4.1. Lilith
4.2. Meerungeheuer und Sirenen
4.3. Hexen
5. Schluss
Zielsetzung und Themen
Diese Hausarbeit untersucht die faszinierende und oft tödliche Verbindung zwischen Erotik und Mord in Literatur, Film und bildender Kunst. Die Forschungsfrage widmet sich der Frage, warum der "erotische Mord" eine solche Anziehungskraft ausübt und wie sich das Bild der mörderischen Frau historisch als Archetypus der Gefahr und des Begehrens manifestiert hat.
- Die psychologische und ästhetische Verknüpfung von Sexualität und Tod
- Die Rolle der Frau als Projektionsfläche für männliche Phantasien
- Die historische Konstruktion des mörderischen Weiblichen ("Femme Fatale")
- Die Transformation von Mythen und Stereotypen wie Lilith, Sirenen und Hexen
Auszug aus dem Buch
4. 1. Lilith
Das Bild zeigt eine, wunderschöne Frau, die sich in Vertrautheit den Berührungen einer grossen Schlange hingibt. Ihre Frische, Jugendlichkeit und Natürlichkeit symbolisiert die Erotik und das Leben in vollendeter Form. Die Schlange wiederum, bekannt als phallisches Symbol des Teufels, räkelt sich in völligem Einklang mit dieser Frau, um ihre Rundungen. Zweifelslos geniesst die Frau die Berührungen der schweren schuppigen Haut der Schlange. Trotz der Gegensätzlichkeiten der Reinheit, Jugendlichkeit und Unbedarftheit des Mädchens und der Gefahr, der Bedrohung und Boshaftigkeit der Schlange, scheinen die Beiden eine Perfekte Symbiose einzugehen.
„ Lilith, die erste Frau Adams war ein bevorzugtes Thema englischer, viktorianischer Künstler. Der sumerischen Mythologie und dem jüdischen Volksglauben zufolge wird Lilith Adam als gleichberechtigte Partnerin zur Seite gestellt. Sie ist aber nicht bereit, sich von Adam die Missionarsstellung aufzwingen zu lassen, da sie auf ihr Mitbestimmungsrecht ihres zukünftigen Sexlebens aus ist, da sie schliesslich aus dem selben Erdklumpen geschaffen wurde wie er. Adam hingegen ist von diesem Vorschlag entfremdet und weigert sich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wie Erotik und Mord sich nahe stehen: Diese Einleitung definiert die Begriffe Erotik und Mord und stellt deren psychologische Verbindung dar, die eine eigentümliche Faszination bei Betrachtern auslöst.
2. Warum der Verlust des Objektes der Begierde so reizvoll ist: Das Kapitel analysiert das Motiv der absoluten Schönheit und warum gerade die Unerreichbarkeit einer Frau zu einem tödlichen Begehren führen kann.
3. Der Chique der Morbidität: Hier wird der Einfluss gesellschaftlicher Zwänge und historischer Vorstellungen vom "morbiden" Weiblichen, etwa im Kontext der Anatomie oder der Romantik, beleuchtet.
4. Stereotypen mörderischer Frauengestalten: Von Gestern bis Heute: Der Hauptteil untersucht drei spezifische Archetypen – Lilith, Meeresungeheuer/Sirenen und Hexen – als Projektionsflächen männlicher Ängste und Begierden.
5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Frau als "Femme Fatale" weiterhin die Fantasie beflügelt und Männer oft subtiler und bedachter zu ihrem Ruin führt als durch bloße physische Gewalt.
Schlüsselwörter
Erotik, Mord, Femme Fatale, Lilith, Sirenen, Hexen, Sexualität, Tod, Morbidität, Mythologie, Projektionsfläche, Begehren, viktorianische Gesellschaft, Geschlechterrollen, Psychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ambivalenten und oft tödlichen Verbindung von Erotik und Mord in kulturellen Darstellungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Ästhetik des Todes, die historische Konstruktion des "mörderischen Weiblichen" und die psychologische Rolle der Frau als Ikone der Gefahr.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt, warum die Verbindung von Erotik und Mord eine solche Faszination ausübt und wie die Frau dabei als Motiv für tödliches Begehren dient.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine kultur- und literaturwissenschaftliche Analyse, die Mythen, Kunstwerke und literarische Texte historisch interpretiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Archetypen wie Lilith, Sirenen und Hexen und deren Bedeutung in der Geschichte des "Bösen" bzw. der "Femme Fatale".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Erotik, Mord, Femme Fatale, Mythologie, Sexualität und Tod geprägt.
Wie unterscheidet sich laut der Autorin das Mordverhalten von Frauen zu dem von Männern?
Die Autorin argumentiert, dass Männer statistisch häufiger aus dem Affekt und brutal morden, während Frauen oft bedachter und mit subtileren Mitteln wie Gift oder psychischer Zermürbung agieren.
Warum wird die Barbie-Puppe in Kapitel 5 im Kontext von Hexen genannt?
Die Autorin zieht einen Vergleich zwischen dem historischen Hexenbild und der modernen Barbie, da beide als mächtige, erotisierte Leitbilder für Mädchen und Frauen fungieren.
- Arbeit zitieren
- Tuana Maier (Autor:in), 2005, Der erotische Mord, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44497