Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Allgemeine Gesellschaftskritik 4
2.1 Medienkritik. 4
2.2 Zigaretten. 4
2.3 Patriotismus vs. Imperialismus 5
2.4 Anglizifizierung 5
3 Gesellschaftskritik an Amerika. 6
3.1 Das Fehlen des Mittelmaßes und die Geschmacklosigkeit. 6
3.2 Puritanismus 7
4 Gesellschaftskritik an Spanien. 8
4.1 Spanischer Machismo. 8
4.2. „Eroberer“ Lateinamerikas 9
5 Gesellschaftskritik am universitären Leben 9
5.1 Political Correctness 9
5.2 Sexual Correctness 11
5.3 Mikrokosmos 11
6 Schlussbemerkung 12
7 Literaturverzeichnis. 13
2
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Gesellschaftskritik in Carlota Fainberg von Antonio Muñoz Molina.
Es soll untersucht werden, ob und inwiefern die von mir herausgearbeiteten Kritikpunkte in Bezug auf die dargestellte Gesellschaft im Roman zutreffen.
Zu diesem Zweck werden auch einige politische Sachbücher, sofern sie im Zusammenhang mit der gewählten Betrachtungsweise stehen, im Rahmen der Untersuchung unterstützend aufgegriffen.
Während Muñoz Molina´s anderen Kriminalromane von der Gesellschaftskritik der verschwiegenen spanischen Vergangenheit in der Franco-Zeit geprägt sind 1 , greift er in Carlota Fainberg aktuellere Themen, wie z.B.“Political Correctness“, auf.
So ist ihm mit diesem Roman eine Mischung aus fantastischer Erzählung und Literaturbetriebs- und Hochschulsatire gelungen. Auf karikierende Weise bringt er dem Leser in diesem Roman den Standpunkt der heutigen Gesellschaft im Allgemeinen, in Spanien, in Amerika und besonders im universitären Leben nahe. Durch diese Ironie wird deutlich, dass es sich hierbei nicht um eine objektive Darstellung der Gesellschaft handelt, sondern von dem Autor eine negative Nuance hinzugefügt wird. Da es sich um verschiedene Kritikpunkte handelt, werden diese hier Punkt für Punkt aufgegriffen und erläutert.
Es wird die These aufgestellt, dass der Autor Antonio Muñoz Molina die Gesellschaft anhand des Protagonisten Claudio kritisiert.
1 Vgl. Kleinert, Susanne: “Antonio Muñoz Molina: Die Begegnung von Kunst und Verbrechen”, in: Dieter Ingenschay und Hans-Jörg Neuschäfer (Hg.), Aufbrüche: Die Literatur Spaniens seit 1975, 2.aktual.Aufl., Berlin 1993, p.155
3
Erwähnenswert ist sicherlich noch, dass die geheimnisvolle Carlota Fainberg, nach der das Buch benannt wurde, eine fiktive Person ist und den „Schatz“ dieses Buches darstellt. Den Schatz deswegen, weil Muñoz Molina motiviert war, „für El País eine fortlaufende Erzählung zu schreiben, die - so lautete die einzige Bedingung - etwas mit der Schatzinsel zu tun haben sollte, da sich in jenem Jahr das Erscheinen dieses wunderschönen Romans zum hundertsten Male jährte.“ 2
2 Allgemeine Gesellschaftskritik
2.1 Medienkritik
Die Medien werden in diesem Roman als sensationsgierig dargestellt. Muñoz Molina verdeutlicht dieses, indem er den Protagonisten Claudio die Fernseh-Nachrichten mehrfach satirisch kommentieren lässt. Die weniger erfreuliche Wetterkatastrophe wird wie ein sensationelles, gefeiertes Event präsentiert, um die Zuschauer an die Fernseher zu fesseln und zu unterhalten.
„En un televisor el anchor de un programa de la CNN hablaba ya de la tormenta de nieve llamándola Blizzard ´94, como si fuera un acontecimiento deportivo o uno de esos 3 megahits del grandioso schow biz norteamericano.”
2.2 Zigaretten
Mehrfach weist der Autor des behandelten Werkes auf die gesundheitliche Gefahr des Rauchens hin.
Der Protagonist bezeichnet Rauch als Gestank und erwähnt auffallend oft seinen Vater, der an Lungenkrebs gestorben ist.
Die Zigaretten werden auf Erfahrungen beruhend als Mörder dargestellt, die die Lungen und somit die Menschen töten. Es wird an den Menschenverstand
2 Muñoz Molina, Antonio: Carlotas Liebhaber, Rowohlt Taschenbuchverlag, Hamburg 2002, p.9
3
Muñoz Molina, Antonio:
Carlota Fainberg,
Suma de letras, Madrid 2001, p.51. Im folgenden zitiert als
appelliert, dass man sich nicht durch Unbeachten dieser bekannten Gesundheitsgefährdung selbst zerstören soll.
„El abrigo sobre los hombros me parecía entonces tan distinguido, tan masculino, como la brillantina en el pelo echado hacia atrás y el cigarillo que mi padre se ponía en los labios nada más salir a la calle, con inconsciencia suicida, ajeno a la sombra negra del 4 cáncer que habría empezado a oscurecerle los pulmones.”
2.3 Patriotismus vs. Imperialismus
Hier gibt es eine Art Doppelkritik. An der Dozentin Ann Gadea Simpson Mariátequi wird einerseits gezeigt, dass es wichtig ist, imperialistisch zu denken, veraltete und irrelevante Themen aus den Lehrplänen zu streichen und im Sinne der „Political Correctness“ relevantere Themen hinzuzufügen. Gleichzeitig werden ihre patriotischen Züge deutlich, indem sie Nichtlateinamerikanern das Recht abspricht, über Lateinamerikanische Autoren zu referieren und zu urteilen. Das ist ein Widerspruch in sich und verdeutlicht, wie schwer es ist, im Sinne der „Political Correctness“ richtig zu handeln.
„Me negó el derecho a hablar de Borges, dada mi condición de no latinoamericano. Me acusó de alimentar la leyenda de Borges, ese escritor elitista y europeo que dio la 5 espalda a las genuinas culturas indígenas latinoamericanas.”
2.4 Anglizifizierung
Die auffallend häufige Verwendung von englischen Ausdrücken kann leicht als eine Kritik der Anglizifizierung erkannt werden. Der spanische Protagonist Claudio, der seit mehreren Jahren in den USA lebt, benutzt regelmäßig englische Wörter, die den spanischen Redefluss unterbrechen:
4 Muñoz Molina, p.49
5 Muñoz Molina, p.153
5
Arbeit zitieren:
Anna-Carina Müller, 2004, Gesellschaftskritik anhand des Protagonisten Claudio in Antonio Munoz Molinas Carlota Fainberg, München, GRIN Verlag GmbH
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