Inhalt
1. Einleitung Seite 3
2. Definitionen und linguistische Betrachtungen der Te rmini
lexikalischer Wandel und Euphemismus
2.1 Sprachwandel und lexikalischer Wandel Seite 4
2.2 Euphemismus
2.2.1 Verhüllende und verschleiernde Euphemismen Seite 5
2.2.2 Sprachliche Mittel der Euphemismen Seite 6
3. Das Tabu - Umgang mit Tabus und Sexualsprache
gestern und he ute
3.1 Tabu - Definition und Umgang mit Tabus Seite 6
3.2 Worttabu und Euphemismus Seite 7
3.3 Sexualität als Peinlichkeit und Tabu Seite 7
4. Untersuchung des lexikalischen Wandels in der Sexualsprache
am Beispiel der Jugendzeitschrift „BRAVO“
4.1 Bezeichnungen für die männlichen und weiblichen
Geschlechtsmerkmale gestern und heute
4.1.1. Bezeichnungen für die Geschlechtsmerkmale und Betrachtung
der sprachlichen Mit tel in der „BRAVO“ aus dem Jahr 1969. Seite 9
4.1.2. Bezeichnungen für die Geschlechtsmerkmale und Betrachtung der
sprachlichen Mittel auf der „BRAVO“-Internetseite von 2004 Seite 10
4.2 Bezeichnungen für den Geschlechtsverkehrs gestern und heute
4.2.1. Bezeichnungen für den Geschlechtsverkehr und Betrachtung
der sprachlichen Mittel in der „BRAVO“ aus dem Jahr 1969. Seite 11
4.2.2. Bezeichnungen für den Geschlechtsverkehr und Betrachtung
der sprachlichen Mittel auf der „BRAVO“-Internetseite von 2004. Seite 12
5. Thesen zum lexikalischen Wandel im Tabufeld Sexualität Seite 13
6. Fazit Seite 15
7. Literatur- und Quellenverzeichnis Seite 16
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1. Einleitung
Diese Arbeit wird die Frage klären, inwiefern im Tabufeld Sexualität ein lexikalischer Wandel in dem Zeitraum von 1969 bis 2004 stattgefunden hat. Im Blickpunkt der Untersuchung liegt die Darstellung des lexikalischen Wandels in den Themenbereichen männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale und Geschlechtsverkehr in der Jugendzeitschrift „BRAVO“ in einer Ausgabe aus dem Jahr 1969 und in den Aufklärungsseiten der Bravo- Internetseite aus dem Jahr 2004. Zunächs t werde ich in dieser Arbeit den lexikalischen Wandel als Phänomen des Sprachwandels betrachten, den grundlegenden Terminus Euphemismus definieren und sprachliche Mittel der Euphemismen aufzeigen. Im Kapitel 3 definiere ich das Tabu und gehe auf den Zusammenhang zwischen Worttabus und Euphemismen ein. Anschließend betrachte ich den Umgang mit sexuellen Tabus. Aufgrund dieser Darstellung untersuche ich im Kapitel 4 die vorliegende Quelle 1 , indem ich die verwendeten Begriffe für die männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmale und für den Geschlechtsverkehr 1969 und 2004 getrennt nach den sprachlichen Mitteln der Euphemismen und nach dem Anteil der Fach- , Standard- und Umgangsprachen untersuche. Im Kapitel 5 fasse ich die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und stelle Thesen über den lexikalischen Wandel im Tabufeld Sexualität auf. Diese Untersuchung basiert aber nur auf einem Fallbeispiel und ist aufgrund dessen nicht repräsentativ. Die Zeitschrift „BRAVO“ aus dem Jahr 1969 weist erhebliche Unterschiede im Aufbau zu den Ausgaben von heute auf. Dies präsentiert sich in der fehlenden Jugendsprache. Somit beschränke ich mich in dieser Untersuchung auf den lexikalischen Wandel in der Sexualsprache der Pädagogen.
Zur Literatur ist zu bemerken, dass gute Untersuchungen zum lexikalischen Wandel 2 , zu Tabus 3 und Euphemismen 4 in der deutschen Sprache vorhanden sind. Aber es sind nur wenige Untersuchungen zu dem lexikalischer Wandel im Tabufeld Sexualität verfügbar und diese beziehen sich meist auf die sexuelle Jugendsprache. 5
1 vgl. Anhang 3 (S. 20 ff.) und Anhang 4 (S. 28 ff.).
2 Braun, P.: Tendenzen in der deutschen Gegenwartssprache, Stuttgart 1979 (im Folgenden: Braun 1979); Linke, A., Nussbaumer, M., Portmann, P.: Studienbuch Linguistik, 4. unveränderte Aufl., Tübingen 2001 (im Folgenden: Linke, Nussbaumer, Portmann 2001).
3 Balle, C.: Tabus in der Sprache, Franfurt am Main 1990 (im Folgenden: Balle 1990); Müller, W.: Sexualität in der Sprache. Wort- und zeitgeschichtliche Betrachtungen, in: Kluge, N. ( Hrsg.): Jugendliche Sexualsprache - eine gesellschaftliche Provokation, 1. Aufl., Landau 1996 (im Folgenden: Müller 1996); Schaeder, B.: Tabu, in: Glück, H. (Hrsg.): Metzler-Lexikon Sprache, Stuttgart/Weimar 2000, S. 720 (im Folgenden: Schaeder, Tabu).
4 Dietl, C.: Euphemismus, in: G. Ueding (Hrsg.) : Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd.3, Tübingen 1996, S. 1ff.. (im Folgenden: Dietl 1996); Schaeder, B.: Euphemismus, in: Glück, H. (Hrsg.): Metzler-Lexikon Sprache, Stuttgart/Weimar 2000, S. 197 (im Folgenden: Schaeder, Euphemismus).
5 Müller 1996; U. Hopp, K. Frömel: Die Sexualsprache in Aufklärungsbüchern für Jugendliche (1960-1994), in: Kluge 1996 (im Folgenden: Hopp /Frömel 1996).
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2. Definitionen und linguistische Betrachtungen der Termini lexikalischer Wandel und Euphe mismus
2.1 Sprachwandel und lexikalischer Wandel
Die Sprache ist als ein „Komplex von Teilsystemen von Einheiten und Regeln“ 6 aufzufassen, in der sich die Teilsysteme in unterschiedlicher Zeitfolge wandeln. Die Teilsysteme werden in „Teilsysteme von Einheiten und Regeln für die grammatische Korrektheit von sprachlichen Ausdrücken“ und „Teilsysteme von Regeln der pragmatischen Angemessenheit von Ausdrucksverwendunge n“ unterschieden. 7 Für die grammatische Korrektheit sind phonologische, morphologische, syntaktische und eventuell semantische Regeln von Bedeutung. Die pragmatische Angemessenheit von Ausdrucksformen bezieht sich auf die angemessene Verwendung von Ausdrücken in Textsorten und in bestimmten Situationen. Es zeigt sich, wie Linke, Nussbaumer und Portmann, dies an einer Quelle aufgezeigt haben, dass sich die pragmatischen Regeln schnell wandeln, während die syntaktischen Regeln über einen längeren Zeitraum relativ konstant bleiben sind. 8 Sprachwandel ist also partiell nach Teilgebieten zu unterscheiden und der Wandel in Bezug auf die grammatische Korrektheit ist an längere Zeiträume gebunden. Der Lexikalische Wandel bezieht sich nicht auf Veränderungen im syntaktischen oder phonologischen Bereich, sondern auf die angemessene Verwendung von Ausdrücken in bestimmten Textsorten; - in dieser Untersuchung die Aufklärungszeitschrift „BRAVO“. Für diese Untersuchung ist von Bedeutung, inwiefern in der Sprache der Pädago gen ein Sprachwandel stattgefunden hat. Diese Eingrenzung der jeweiligen Benutzer der Sprache ist relevant, da zum Beispiel die Umgangssprache durch ihre Systemlosigkeit einem schnelleren Wandel unterzogen ist als zum Beispiel die Fachsprache. 9 Historiolinguistische Fragen sind also, welche Wörter 1969 in der Zeitschrift „BRAVO“ noch benutzt werden, die im Jahr 2004 nicht mehr verwendet werden, welche Wörter in der „BRAVO“ 2004 völlig neu sind und wie die einzelnen Begriffe gebildet worden sind. Die Ursache n für das Verschwinden einzelner Wörter sind mannigfaltig. Es werden hier nur diejenigen Ursachen genannt, die für den lexikalischen Wandel im Tabufeld Sexualität relevant sind. Wörter werden nicht mehr benutzt, weil die Verdeutschung von Fremdwörtern nicht gelungen ist, weil die Wörter Konkurrenzwörter erhielten oder weil die Euphemismen selbst die Bedeutung des Tabus angenommen haben. 10 Ein wichtiger Grund für
6 in: Linke, Nussbaumer, Portmann 2000, S. 370.
7 ebd., S. 371.
8 ebd. , S. 372.
9 vgl. Braun 1979, S. 119.
10 vgl. zu den Ursachen für das Verschwinden von Wörtern: Braun 1979, S. 101.
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das Verschwinden von Wörtern ist die Sprachökonomie: kurze Wörter verdrängen die längeren, dazu gehören auch die Abkürzungen. 11
2.2 Euphemismus - Typen und sprachliche Mittel
2.2.1 Verhüllende und verschleiernde Euphemismen
Der Terminus Euphemismus stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich Ersatzwort, Deckwort. 12 Dietl folgert daraus, dass ein Euphe mismus demnach ein sprachlicher Ausdruck ist, der Sachverhalte, die dem Zuhörer missfallen, mildernd oder verschleiernd mitteilt. 13 In der Linguistik werden verhüllende und verschleiernde Euphemismen unterschieden. 14 Als verschleiernde Euphemismen b ezeichnet man bewusst vom Sprecher eingesetzte Wörter zur Täuschung oder Beeinflussung des Zuhörers. 15 Häufig werden verschleiernde Euphemismen in der Politik benutzt, wie z.B. Minuswachstum oder Hochschuloptimierungskonzept. 16 Bei verschleiernden Euphemismen nimmt der Einzelne Einfluss auf die Gemeinschaft, i ndem er ihre Meinung lenkt. 17
Die verhüllenden Euphemismen werden meist in Tabubereichen benutzt. Sie sind gesellschaftliche Indikatoren und stellen die Reaktion des Sprechers auf die Tabuisierung bestimmter Ausdrücke dar. 18 Diese Euphemismen drücken das aus, was eigentlich nicht ausgesprochen werden darf. Inhaltlich umfassen verhüllende Euphemismen den Aberglauben, Religion, Tod, Krankheiten und Sexualität. 19 Diese Euphemismen beschönigen das Bezeichnete, wie z.B. entschlafen für ´sterben` oder in anderen Umständen sein. 20 Als Ursache für Euphemismen bezeichnet Dietl die Rücksichtnahme auf Wertvorstellungen und Schamgefühle der Gesprächsteilnehmer. 21 Ein Euphemismus ist aber im Kontext zu betrachten: Man kann einen Euphemismus nur aus dem Kontext heraus erklären, da die euphemistische und die wörtliche Bedeutung eines Ausdrucks nebeneinander stehen und der Kontext des Gesprächs Aufschluss darüber gibt, welche Bedeutung gültig ist. 22
11 ebd..
12 Dietl 1996, S. 1ff..
13 ebd..
14 vgl. Schaeder, Euphemismus, S. 197.
15 Dietl 1996, S. 1.
16 Schaeder, Euphemismus, S. 197.
17 Dietl. 1996, S. 1.
18 ebd..
19 ebd., S. 2.
20 vgl. Schaeder, Euphemismus, S. 197.
21 vgl. Dietl 1996, S. 2.
22 ebd., S. 1.
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Arbeit zitieren:
Sylvia Schindler, 2004, Lexikalischer Wandel im Tabufeld Sexualität, München, GRIN Verlag GmbH
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