Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 2
2. „Scheidung“ 2
2.1 Definition „Scheidung“ 2
2.2 Definition „Ehe“ 3
2.3 Mögliche Ursachen für Scheidung 3
2.3.1 Psychologische Risikofaktoren 4
2.3.2 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen 5
2.3.3 Ökonomische Rahmenbedingungen 5
2.3.4 Juristische Rahmenbedingungen 6
3. Die Auswirkungen der Scheidung 6
3.1 Auswirkunge n auf die Entwicklung des Scheidungskindes im Kindesalter 7
3.2 Auswirkungen auf die Entwicklung des Scheidungskindes im Erwachsenenalter 9
3.3 Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehung 11
3.4 Auswirkungen auf die Eltern 12
3.5 Die Nachscheidungsfamilie 13
4. Sozialpädagogische Familienhilfe 15
5. Zusammenfassung 16
6. Anhang
6.1 Statistik der Eheschließungs- und Scheidungszahlen in Deutschland 18
6.2 Statistik der nichtehelichen Lebensgemeinschaften 19
6.3 Karikatur 19
7. Literaturverzeichnis 20
7.1 Bücher 20
7.2 URLs 20
1
1. Einleitung
Wenn ich über Scheidung nachdenke, fällt mir als erstes eine Situation ein, die etwa zwei Jahre her ist. Eine gute Schulfreundin erzählte mir, den Tränen nahe, dass ihre Eltern sich wahrscheinlich scheiden lassen werden. Ich versuchte sie zu trösten. Aber welchen Trost kann man denn als Außenstehender geben? Nach diesem Gespräch machte ich mir Gedanken über Scheidung und die „ewige Liebe“ - von überall hört man, dass sich Bekannte scheiden lassen und letztendlich sind ja auch schon eigene Beziehungen in die Brüche gegangen - kann man also noch an die ewige Liebe glauben und darauf hoffen?
Ich habe das Thema Scheidung bewusst gewählt, denn vor etwa einem ¾ Jahr habe ich von meinen Eltern erfahren, dass sie sich trennen wollen. In meiner Hausarbeit werde ich mich mit der Problematik Scheidung, ihren Ursachen und Folgen für die Betroffenen auseinanderzusetzen.
Als Scheidungskind weiß ich was es heißt, wenn die Familie auseinander bricht.
Zunächst werde ich den Begriff „Scheidung“ und den damit unmittelbar verbundenen Begriff „Ehe“ definieren. Danach werde ich auf die Ursachen eingehen, die zu einer Scheidung führen können. Der Schwerpunkt meiner Arbeit sind die Folgen von Scheidung für Kinder und Eltern.
2. „Scheidung“
Um sich mit dem Thema Scheidung auseinander zu setzen, müssen zunächst grundlegende Begriffe definiert werden.
2.1 Definition „Scheidung“
„Die Scheidung ist die formelle Beendigung einer Ehe. Das deutsche Recht sieht die Ehe als lebenslanges Institut, dessen besonderer Schutz in Art. 6 des Grundgesetzes gefordert wird. Die Ehe kann daher nur durch den Tod oder durch Scheidung beendet werden. Die Scheidung muss durch ein richterliches Urteil festgestellt werden “ 1
1 Wikipedia, die freie Enzyklopädie, Stichwort: Scheidung
2
2.2 Definition „Ehe“
2.3 Mögliche Ursachen für Scheidung
Mit einem „Ja, ich will…“ und dem Ringtausch als Symbol ihrer großen Liebe startet ein glückliches Paar in die Ehe. Ein Paar, dass seine Liebe vor Gott und der Welt durch die Ehe besiegeln lassen will, schwört vor dem Traualtar ewige Liebe und Treue - in guten wie in schlechten Tagen.
Was passiert zwischen den einst glücklichen Ehepartnern, dass einer oder beide, die Scheidung einreichen, um dieses Bündnis wieder zu lösen?
Diese Frage wird auch für die Wissenschaft und Forschung immer interessanter, schließlich steigt die Zahl der Scheidungen seit Jahrzehnten in den westlichen Gesellschaften deutlich an. 3
Die Scheidungsforschung befasst sich vor allem mit zwei Schwerpunkten, erstens mit der Ergründung von Risikofaktoren, bzw. den Ursachen für Scheidung und zweitens mit der Untersuchung von Folgen der Scheidung für die Betroffenen.
Um zunächst einen Überblick über die Ursachen für Scheidungen zu geben, habe ich ein Schema mit einigen Schlagworten erstellt, die in Wechselwirkung miteinander Ursache für eine gescheiterte Ehe sein können. Im darauf folgenden Text werde ich diese näher erläutern.
2 Wikipedia, die freie Enzyklopädie, Stichwort Ehe
3 Siehe auch Punkt 6.1 auf Seite 18
3
2.3.1 Psychologische Risikofaktoren
Befragt man Geschiedene nach ihren persönlichen Gründen für die Auflösung der Ehe werden hauptsächlich Unzufriedenheit mit dem Partner, Kommunikationsschwierigkeiten, sexuelle Probleme, Untreue und außereheliche Beziehungen, erloschene Liebe, Gewalt in der Ehe, Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Rollendivergenzen bzw. Rollenkonflikte sowie finanziellen Probleme angegeben. 4
„Aus psychologischer Sicht […] ist jedoch insbesondere die Suche nach objektiven Prädiktoren, welche bereits im Vorfeld (z.B. zum Zeitpunkt des Eingehens der Beziehung oder der Heirat) das Risikoprofil des Paares beschreiben lassen und Prognosen über den Verlauf der Beziehung ermöglichen, relevanter.“ 5 Dabei müssen aber die subjektiven Scheidungsursachen und die objektiven Scheidungsprädiktoren nicht übereinstimmen. Bei der psychologischen
Scheidungsprädiktionsforschung werden vier Hauptaspekte berücksichtigt. Zum einen die Persönlichkeitsmerkmale der Partner, dazu gehören Intelligenz, Neurotizismus, Introversion/Extraversion und Psychopathie. Zum anderen Homogenität und Ähnlichkeit der Partner, bezüglich wichtiger Einstellungen, Normen und Wünschen. Als drittes die Interaktions- und Kommunikationsprozesse in der Partnerschaft, denn mangelnde Kommunikations- und Problemlösekompetenzen erhöhen das Scheidungsrisiko erheblich.
4 vgl. Bodenmann 2005
5 Bodenmann 2005
4
Seit Neuerem wird auch die Rolle von Stress und Copingkompetenzen für die Prognose der Qualität und Stabilität von Paarbeziehungen berücksichtigt. Vor allem junge Paare leiden unter Stress bei der Kindererziehung, unter finanziellem Stress, sozialem Stress, Freizeitstress und den alltäglichen Widrigkeiten.
2.3.2 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Gesellschaftliche Aspekte, die im Zusammenhang mit Scheidung relevant sind, sind neben Schicht- und Statuseinflüssen vor allem gesellschaftliche Werte und Normen, aber auch allgemeine Meinungen und Erwartungen bezüglich der Institution Ehe und Familie bzw. konkret zu Scheidung und Wiederverheiratung.
Ehen haben seit Mitte der 60iger Jahre durch Begriffe wie Emanzipation, Liebesheirat, Unabhängigkeit, sexuelle Freiheit usw. individuell und gesamtgesellschaft lich einen neuen Bedeutungsgehalt gewonnen. Mit der „Liberalisierung der Beziehungsformen hat auch die Scheidungshäufigkeit zugenommen“ 6 . Denn Beziehungen die als Einschränkung des eigenen Erlebens- oder Handlungsspielraums erlebt werden, oder welche, die in sie gesetzte Erwartungen nicht erfüllen, enden heute schneller und selbstverständlicher vor dem Scheidungsrichter. Soziologisch bedeutsam sind hierfür auch die lose soziale Integration, der Wegfall der sozialen Stigmatisierung der Scheidung und der geringe oder fehlende soziale Druck seitens der Verwandtschaft.
2.3.3 Ökonomische Rahmenbedingungen
„Untersuchungen zeigen, dass die Wirtschaftslage mit der Scheidungsrate zusammenhängt und die Anzahl von Scheidungen in Zeiten von Hochkonjunktur höher ist, während in Krisenzeiten Ehen stabiler sind und die Partnerschaftszufriedenheit in der Regel positiver beurteilt wird.“ 7
Die wirtschaftliche Existenzsicherung wirkt deshalb ehestiftend und gleichzeitig scheidungsreduzierend. Aber nur wenige Paare sind noch voneinander finanziell abhängig, insbesondere Frauen erlangen durch eine bessere Bildung und Berufsstellung finanzielle Unabhängigkeit, die es ihnen ermöglicht Ehen leichter aufzulösen.
6 Bodenmann 2005
7 Bodenmann 2005
5
Arbeit zitieren:
Katharina Glaser, 2005, Scheidung. Ein Phänomen unserer neuen Gesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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