INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung 3
2 Entwicklung des Satellitenfernsehens in Ägypten 4
3 Die Dream Channels 6
4 Auswirkungen des Satellitenfernsehens in Ägypten 8
5 Kritik 9
6 Zusammenfassung 12
Quellenverzeichnis
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1 EINLEITUNG
Laut der Verfassung von 1971 ist Ägypten ein sozialistisch-demokratischer Staat mit einer Mehrparteienlandschaft. Faktisch jedoch haben oppositionelle Parteien lediglich eine Alibifunktion, um das demokratische Gerüst aufrecht zu erhalten und auch das Parlament hat eine schwache Stellung. Die Macht konzentriert sich beim Präsidenten, der mit umfassenden Vollmachten ausgestattet ist.
Seit der Revolution von 1952 prägten 3 Präsidenten unterschiedlich das Land. Während Gamal Nasser, der auch heute noch vielerorts verehrt wird, für einen arabischen Sozialismus und pan-arabische Ideen stand, schlug sein Nachfolger Anwar Sadat die Richtung wirtschaftlicher Liberalisierung und politischer Öffnung ein. Zudem trat er für einen Frieden mit Israel ein, woraufhin Ägypten aus der arabischen Liga ausgeschlossen wurde. Hosni Mubarak regiert Ägypten seit 1981 und versucht einerseits die Öffnungspolitik fortzuführen, gleichzeitig aber Ägypten wieder an die arabische Welt anzunähern (vgl. www.inwent.org).
Da, so HAFEZ: „Ohne Zweifel [...] ein Zusammenhang zwischen dem Zustand des politischen Systems und der Pressefreiheit [besteht] (HAFEZ 1998, S. 203)“, spiegelt sich diese Ambivalenz auch im Umgang mit den Medien wieder. In der Verfassung, den Publikations-und Pressegesetzen sowie Gesetzen zu elektronischen Medien wird zwar die Meinungs- und Pressefreiheit bestätigt, tatsächlich aber ist diese Freiheit durch soziale Kodexe beschränkt, die es verbieten den Präsidenten oder die Politik des Landes zu kritisieren. Dennoch sind die Medien unter Mubarak freier als sie es unter anderen Präsidenten waren und vor allem der Presse werden größere Spielräume überlassen. Vor allem aber in Legitimationskrisen regiert die Regierung mit autoritären „roll-backs“, um die öffentliche Meinung zu kontrollieren (vgl. ebd.).
Während die Printmedien zwar m itunter massive Kritik üben können, sind die Rundfunkmedien stärker reglementiert und noch bis vor wenigen Jahren hatte der Staat das Rundfunkmonopol. Zu ersten Privatiserungstendenzen kam es in Verbindung mit der Einführung des Satellitenfernsehens (vgl. EL-GODY 2003, S. 73).
Mit dem Satellitenfernsehen werden Informationen und Programme ent-territorialisiert und mit einer kleinen Satellitenschüssel und einem Decoder kann man sich vielfältige Meinungen aus aller Welt auf den heimischen Bildschirm holen. Auf diese Weise hofft man, „daß die
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faktischen Umstände langsam aber sicher eine Pluralisierung bzw. die Duldung von Pluralität erzwingen und längerfristig die politische Kultur positiv beeinflussen (MATTES 2000, S. 187). Als „Neues Medium“ neben Internet u nd Mobilfunk vereint das Satellitenfernsehen so Hoffnungen auf eine Öffnung zensierter Medienräume und letztlich auf einen mediengestützten Demokratisierungsschub in autoritär regierten Ländern. Schon immer jedoch verband man mit der Einführung von neuen Medien eine Reihe von Hoffnungen und Erwartungen. Die Geschichte hat aber auch gezeigt, dass die Einführung eines neuen Mediums trotz positiver Implikationen selten das bewirken konnte, was man sich anfänglich erhofft hatte.
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit Satellitenfernsehen in Ägypten. Dabei soll die Entwicklung des Satellitenfernsehens in diesem Land dargestellt und der erste private Satellitenkanal in Ägypten, die Dream Channels, als Fallbeispiel einbezogen werden. Im Folgenden werden sowohl zunächst positive Auswirkungen als auch kritische Entwicklungen, die durch die Satellitensender beeinflusst wurden, erläutert. Abschließend soll kurz reflektiert und in diesem Zusammenhang gefragt werden, ob das Satellitenfernsehen bestehende Hoffnungen erfüllen kann und zu Meinungspluralität und einer Liberalisierung beitragen kann.
2 ENTWICKLUNG DES SATELLITENFERNSEHENS IN ÄGYPTEN
Ägypten hat, so EL-GODY, eines der umfassendsten Fernsehsysteme der arabischen Welt und ist dort Zentrum der elektronischen Medien, da es für die Region der größte Medienproduzent ist (vgl. EL-GODY 2003, S. 726).
Vor allem ägyptische Filme und Seifenopern werden überall in der arabischen Welt gern gesehen und prägen das Selbstverständnis des Landes als „Hollywood am Nil“. Unter anderem aufgrund der Beliebtheit ägyptischer Filme in der arabischen Welt, war Ägypten 1990 das erste arabische Land, das ein Satellitenprogramm einführte. Der „Egyptian Space Channel“ (ESC) bietet Kultur, Sport, Nachrichten, Bildungs- und Unterhaltungssendungen. 1992 folgte ESC 2, dessen Programm sich auf die Übertragung von Serien, Spielfilmen und Musikprogrammen spezialisiert hatte. 1994 ging schließlich „Nile Television International“ auf Sendung und war der erste Sender im Nahen Osten mit französischen und englischen Programmen. Weitere, beispielsweise auf Erziehung, Kultur,
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Bildung oder Sport spezialisierte Kanäle folgten (vgl. ebd. S. 731). Das satellite channel network, welches die Kanäle beinhaltet, wird durch die staatliche „Egyptian Radio and Television Union“ (ERTU) finanziert. Die ERTU hatte zu dieser Zeit das Runfunkmonopol. Sie untersteht dem Informationsministerium und sorgt dafür, dass die Rundfunkmedien im Einklang mit den nationalen Werten agieren.
Mit den Satellitensendern sollte zum einen erreicht werden, das Publikum für die ägyptischen Filme im arabischen Raum auszuweiten als auch mit Nile TV ein internationales Publikum anzusprechen. Ursache für die frühe Einführung der Satellitentechnik war zudem das Bestreben, die Vorreiterrolle im Medienbereich der arabischen Welt auszubauen und zu erhalten (vgl. AMIN 1997, S. 5).
Ägyptische Satellitenkanäle sind in der gesamten arabischen Welt populär, „ […]da sie Familienunterhaltung bieten und ausländische Kanäle ersetzen können, die kulturelle, politische und religiöse Normen und Werte verletzen (ebd., S. 5 f.).“ Die ägyptische Dominanz in diesem Bereich wurde jedoch abgeschwächt als einige arabische Länder, allen voran Saudi Arabien, in Europa stationierte Satellitensender, wie MBC, ART oder ORBIT einrichteten und wachsenden Erfolg verzeichnen konnten. Zur „ Wiedergewinnung der audio-visuellen Suprematie Ende des Jahrhunderts (in der arabischen Welt) (MATTES 2000, S. 193)“ und um „jeglichen ausländischen Programmen Konkurrenz zu machen (ebd.)“, nahm Ägypten 1998 mit NileSat 101 einen eigenen Satelliten in Betrieb. Bis dahin besaß kein einzelnes arabischen Land einen eigenen Satelliten. 2 Jahre später wurde NileSat 102 ins All geschossen und zusammen erreichen beide die gesamte arabische Welt sowie Teile von Afrika und Europa mit ägyptischen, arabischen und internationalen Programm. Seit 1996 begann man mit dem Bau der „Egyptian Media Production City“ (EMPC). Über NileSat sollten die Produktionen auf die heimischen Bildschirme transportiert werden und zusammen mit der Media City sollte „Medienwohlstand“ erreicht werden (vgl. FORRESTER 2001).
Über NileSat werden heute über 240 TV- und Audio-Kanäle aus verschiedenen vorrangig arabischen Ländern angeboten. Unter den ägyptischen Kanälen sind dabei vor allem Spartenkanäle zu finden, die wiederum zu großen Teilen der ERTU gehören (vgl. www.nilesat.com).
NileSat hält lediglich einen Anteil von 5-6% an den Kanälen, die über die Satelliten laufen und hat so kaum Einfluss auf das Programm. Jeder Sender, der sich an arabische Werte hält, wird über NileSat gehostet (vgl. HAMDY 2002a).
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Arbeit zitieren:
Doreen Kubek, 2005, Satellitenfernsehen in Ägypten. Entwicklung, Auswirkungen und Kritik, München, GRIN Verlag GmbH
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