Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theaterwissenschaft, Tanz

Grenzgängerin Madonna

Titel: Grenzgängerin Madonna

Seminararbeit , 2000 , 27 Seiten , Note: sehr gut (1,0)

Autor:in: M.A. Nele F.C. Schüller (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Man hätte Schwierigkeiten, wenn man dazu aufgefordert werden würde, sämtliche Images von Madonna zu rekapitulieren. Madonnas Markenzeichen ist, das man ihr eigentlich keines aufdrücken kann, weil sie sich ständig im Wechsel befindet. Die Frau die als 80er Jahre-Popgöre ihre Karriere begann, ist heute Mutter einer Tochter, wird ihren derzeitigen Freund, den englischen Regisseur Guy Ritchie ehelichen und erwartet von ihm ihr zweites Kind. In der diesjährigen Aprilausgabe der Musikzeitschrift „Musikexpress Sounds“ wird sie als „erwachsene Künstlerin mit mütterlicher Erotik“ bezeichnet. Es wirkt so, als wäre Madonna „zur Ruhe gekommen“ und würde beginnen ein „anständiges“ Leben zu führen. Wenn man sich jedoch bewusst macht, wie oft Madonna ein scheinbar gefestigtes Bild von sich wieder über den Haufen warf, stellt man fest, dass sich diese Vermutung als Trugschluss herausstellen wird. Madonna beschreibt sich und ihre Sprunghaftigkeit in Bezug auf ihr Image mit folgenden Worten: „ Mein ganzer Wille war immer darauf gerichtet, ein grässliches Gefühl der Unzulänglichkeit zu überwinden. Ich kämpfe ständig mit dieser Angst, mittelmäßig zu sein. Und das treibt mich vorwärts, ständig. Obwohl ich jemand geworden bin, muss ich mir immer noch beweisen, dass ich jemand bin. Meine Auseinandersetzung mit mir selbst hat nie aufgehört und wird wahrscheinlich auch nie aufhören.“. Der hier beschriebene Ehrgeiz, die Persönlichkeit ständig zu erweitern um sich ihrer selbst bewusst zu sein bewirkt, dass Madonna ein großes Interesse durch die Öffentlichkeit entgegengebracht wird. Madonna ist zu einem Phänomen geworden. Ihre Identitätswechsel drängen ihre Tätigkeit als Sängerin oft in den Hintergrund. Ihre provokante Bühnenshow oder ihr neustes Outfit interessiert meist mehr. Madonna spielt damit, verschiedene Persönlichkeiten auszuprobieren ohne sich zu sehr von ihnen vereinnahmen zu lassen. So bleibt sie in Bezug auf ihre Rollen flexibel, wirkt aber in ihrer Denkweise nie ungefestigt oder unfähig zur Selbstkontrolle. „ Madonna is „in control of her image, not trapped by it“, the proof is her ironic and chameleon - like approach to the construction of her identity, her ability to „slip in and out of character at will“, to defy definition, to keep them guessing. “. Die Fähigkeit zum ständigen Wechsel ist es auch, was Madonna von Opfern eines Images, wie Marilyn Monroe, mit der sie oft verglichen wird, unterscheidet. Es ist bewundernswert,

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1) Madonna und die Grenze zwischen Männern und Frauen

2) Madonna und die Grenze zwischen Schwarzen und Weißen

3) Madonna und die Grenze zwischen Homosexualität und Heterosexualität

4) Konklusion

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht, wie es der Künstlerin Madonna gelingt, gesellschaftliche Gegensätze in ihrer Person und ihren Inszenierungen zu vereinen, um traditionelle Rollenbilder und Grenzziehungen aufzubrechen. Im Fokus steht dabei die Analyse ausgewählter Videoclips und Konzertauftritte, wobei die Selbstinszenierung der Künstlerin als „Grenzgängerin“ im Zentrum der Betrachtung steht.

  • Dekonstruktion fester Geschlechterrollen und patriarchaler Bilder
  • Auseinandersetzung mit Identität und kultureller Aneignung (schwarze vs. weiße Kultur)
  • Analyse der Schnittstellen zwischen Homosexualität und Heterosexualität
  • Die Funktion von Provokation und Identitätswechseln als künstlerische Praxis
  • Das Phänomen Madonna als ästhetische und gesellschaftliche Projektionsfläche

Auszug aus dem Buch

1. Madonna und die Grenze zwischen Männern und Frauen:

Wie kein anderer Popstar entfachte Madonna Diskussionen darüber, ob sie das vom Patriarchat geprägte Frauenbild verstärkt oder nicht. Hilft sie dabei, typisch weibliche Rollenbilder zu festigen oder dekonstruiert sie dieselben?

Diese Frage kann nicht eindeutig beantwortet werden, war die Weiblichkeit die Madonna ausstrahlte doch von Beginn ihrer Karriere an ambivalent.

Das Video zu dem Song „Like a Virgin“, welches in die Anfangsphase von Madonnas Karriere einzugliedern ist, erhitzte die Gemüter dadurch, dass Madonna gleichzeitig die unschuldige Jungfrau und das kokette Luder spielt. „ Die gegensätzlichen Madonnafiguren des Flittchens und der unschuldigen Braut verkörpern Ableitungen der kontrastierenden Dichotomisierung der Frau in Hure und Heilige. Die Polarisierung wird jedoch lächerlich gemacht, indem der flittchenhaften Madonna Symbole des Glaubens an das Heilige zugewiesen werden, wohingegen die Darstellung der keuschen Braut im Video auf den zweiten Blick Zweifel aufkommen läßt, ob diese nicht doch vom Baum der Versuchung gekostet hat.“ (Grigat 1995, S. 10 f.) 1

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Phänomen Madonna und deren ständige Identitätswechsel, die sie von festen Rollenbildern distanzieren.

1) Madonna und die Grenze zwischen Männern und Frauen: Untersuchung der Dekonstruktion von Geschlechterrollen anhand von Videoclips wie „Like a Virgin“ und „Open Your Heart“ sowie der „Blonde Ambition“-Tour.

2) Madonna und die Grenze zwischen Schwarzen und Weißen: Analyse von Madonnas Umgang mit Rassengrenzen und ihrer Identifikation mit der „Black Church“ im Video zu „Like a Prayer“.

3) Madonna und die Grenze zwischen Homosexualität und Heterosexualität: Betrachtung von Madonnas Rolle als Ikone der Schwulenszene und ihr Grenzgang zwischen sexuellen Identitäten, insbesondere im Clip „Justify my love“.

4) Konklusion: Abschließende Bewertung von Madonna als Zeitphänomen, das spielerisch mit Tabus bricht und durch ihre Selbstinszenierung Identitätsgrenzen hinterfragt.

Schlüsselwörter

Madonna, Popkultur, Gender, Dekonstruktion, Identität, Rassismus, Sexualität, Homosexualität, Inszenierung, Blonde Ambition Tour, Like a Prayer, Feminismus, Zeitphänomen, Rollenbilder, Subkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Madonna als kulturelles Phänomen, das durch ständige Identitätswechsel und die Überschreitung gesellschaftlicher Grenzen eine Neudefinition von Rollenbildern provoziert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Dekonstruktion von Geschlechterrollen, Rassendiskurse sowie das Spannungsfeld zwischen Hetero- und Homosexualität in der Popmusik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern Madonna durch ihre künstlerische Selbstinszenierung scheinbare Gegensätze vereint und tradierte soziale Konstrukte herausfordert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche und kultursoziologische Analyse, die sich primär auf die visuelle Inszenierung von Videoclips und Konzertmitschnitten stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Madonnas Verhältnis zu den Grenzen zwischen Männern und Frauen, zu kulturellen Rassengrenzen sowie ihre Rolle als LGBTQ+-Ikone durch den Blick auf zentrale Videoproduktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gender, Dekonstruktion, Identitätswechsel, Subkultur, Machtinszenierung und gesellschaftliche Tabubrüche.

Wie bewertet die Autorin Madonnas Umgang mit der schwarzen Kultur?

Die Autorin hält die Kritik, Madonna würde die schwarze Kultur nur ausbeuten, für übertrieben und sieht in ihrer Aneignung eher den Versuch, ihr eigenes Image zu bereichern.

Ist Madonna laut der Autorin ein bloß berechnender Star?

Obwohl Madonna geschäftstüchtig ist, vertritt die Arbeit die Ansicht, dass ihre Leidenschaft für die ästhetische Überschreitung von Grenzen über rein profitorientierte Motive hinausgeht.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Grenzgängerin Madonna
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar:Junge oder Mädchen?Crossdressing als kulturelle Praxis.
Note
sehr gut (1,0)
Autor
M.A. Nele F.C. Schüller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
27
Katalognummer
V44984
ISBN (eBook)
9783638424738
ISBN (Buch)
9783656760603
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grenzgängerin Madonna Proseminar Junge Mädchen Crossdressing Praxis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Nele F.C. Schüller (Autor:in), 2000, Grenzgängerin Madonna, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44984
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  27  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum