Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Figuren und ihre Darstellung im Hexer 3
2.1 Scotland Yard Chef Sir John 3
2.2 Der Bösewicht Maurice Messer 4
2.3 Der Butler Archibald Finch 5
3. Figuren und ihre Darstellung im Wixxer S.6
3.1 Scotland Ya rd Chef Sir John 7
3.2 Der Bösewicht Earl of Cockwood 7
3.3 Der Butler Alfons Hatler 9
4. Vergleich der Figuren 10
4.1 Sir John vs. Sir John 10
4.2 Maurice Messer vs. Earl of Cockwood 11
4.3 Archibald Finch vs. Alfons Hatler 12
5. Resumée 12
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1. Einleitung
Wer kennt nicht die allseits beliebten Krimis von Edgar Wallace? Von den späten 50er bis zu den frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden insgesamt über 30 von ihnen in den Studios der deutschen Produktionsfirma Rialto verfilmt. Eine der bekanntesten daraus ist der im Jahre 1964 gedrehte Der Hexer. Die Charaktere des Films sind mit nahezu den gleichen Stereotypen besetzt, wie in fast allen anderen Filmen dieser Machart auch. Es gibt den Polizeichef, den Bösewicht, den Polizeiinspektor, den Butler und noch einige weitere Gestalten, deren Anwesenheit wir erwarten.
Eine solche Aneinanderreihung von Stereotypen fordert es geradezu heraus, überzeichnet und parodiert zu werden. Dieses Unterfangen hat der ebenfalls deutsche Regis seur Oliver Kalkofe im Jahre 2004 gewagt. Auch seine Version, Der Wixxer, beinhaltet die bereits oben genannten stereotypen Figuren, jedoch sind all diese durch ihn parodiert und karikiert worden, was vor allem seine Wirkung erzielt, wenn man das dazugehörige Original kennt, jedoch auch ohne diese Kenntnis verfehlt der Film nicht die beabsichtigte Wirkung sein Publikum zum Lachen zu bringen. In der folgenden Arbeit will ich darstellen, wie die Figuren in der Originalfassung und später hinaus in der Parodie dargestellt werden und in einem zweiten Teil, durch welche Techniken sie von Kalkofe verfälscht wurden. Hierbei sollen die verschiedenen Eigenschaften der Originale und der Parodien beschrieben und analysiert werden, welche in beiden Filmen vorhanden sind und eine Rolle spielen. Diese Analyse will ich am Beispiel der Figuren der beiden Sir Johns - im Original, wie auch in der Parodie - Maurice Messer, dem Earl of Cockwood und den beiden Butlern Archibald Finch sowie Alfons Hatler durchführen. Dies wäre allerdings auch an fast allen anderen Figuren möglich. Ich werde bei jeder der Figuren nur einige wichtige Merkmale herausgreifen, an denen sich anschaulich beschreiben lässt, wie der Prozess der Parodierung und Karikierung funktioniert hat.
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2. Figuren und ihre Darstellung im Hexer
In diesem Teil der Arbeit sollen nun zuerst einige der Charaktere mit ihren Eigenschaften beschrieben werden.
2.1 Scotland Yard Chef Sir John
Der oberste Chef des Scotland Yard wird in der Verfilmung von Siegfried Schürenberg dargestellt. Gleich bei seinem ersten Auftritt wird klar, dass er ein Kriminalist der alten Schule ist, der bereits sehr viel Erfahrung auf seinem Gebiet gesammelt ha t. Er ist sehr stark von sich selbst überzeugt, was man allein daran sieht, dass er seinen ihm gegenübersitzenden Kollegen des Öfteren das Wort abschneidet und seinen Ausführungen und Gedanken stets etwas hinzuzufügen hat. Am Deutlichsten wird dies jedoch an dem immer wiederkehrenden Satz „das müssen sie doch berücksichtigen“, der im Verlauf des Films an vielen Stellen auftritt, in denen er versucht seinen Untergebenen, Inspektor Higgins, zu korrigieren oder auch zu belehren. Dieser immer wiederkehrende Ausdruck entbehrt nicht einer gewissen Komik, die man als eine Art des Running Gag bezeichnen könnte. Durch eben diesen Running Gag und die damit verbundene Wirkung auf den Zuschauer wird die Figur des Sir John zumindest ein Stück weit ins lächerliche gezogen. Zumindest teilweise muss sich das Publikum fragen, ob sie diesen altgedienten Polizeichef ganz ernst nehmen können, oder ob sie nur noch ein kümmerliches Überbleibsel von einem ehemals guten Polizisten vor sich haben.
Durch seine strenge Kleidung wirkt er gleich bei seinem ersten Auftritt sehr steif und konservativ. Als Zuschauer ist man zuerst geneigt zu denken, dass man es hier mit einem sehr anständigen Mann zu tun hat, der sich nur um seine Arbeit kümmert. Dieser erste Eindruck wird jedoch recht schnell gestört. Als er ein gerade entwickeltes Bild seiner leicht bekleideten Sekretärin, Mrs. Osborn, zufällig in die Hände bekommt, merkt man ihm seine Erregung an eindeutiger Gestik, Mimik und auch an onomatopoetischen Ausdrücken wie „huiuiui“ etc. an. Im Normalfall hätte man erwartet, dass er das Bild wortlos zur Kenntnis nimmt und es entweder vernichtet oder aber an seinen Besitzer zurückgibt. Er aber behält es und verstaut es
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in seinem Schreibtisch. Im weiteren Verlauf des Filmes wird des Öfteren noch deutlich gemacht, dass er nicht nur ein berufliches Interesse an seiner jungen Sekretärin hat.
Das Interesse am weiblichen Geschlecht beschränkt sich jedoch auch nicht nur auf seine Sekretärin, fast immer wenn ein junges, attraktives weibliches Wesen in der Nähe ist versucht er ihr zu imponieren und in jedem Falle Eindruck zu schinden. Des Weiteren hat er einige Eigenschaften, die ihn für einen Posten wie den seinigen eher disqualifizieren. Als oberster Chef des Scotland Yard sollte man meinen, dass er einen kriminalistischen Spürsinn hat und diesen auch einsetzen kann, was allerdings im Film keineswegs der Fall ist. Seine Voreingenommenheit ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass er für seinen Posten nicht qualifiziert ist und deshalb teilweise deplaziert und somit komisch wirkt. Diese Voreingenommenheit kann man an seinem Verhalten beobachten, als der Anwalt Maurice Messer, der Mitglied im selben Club wie auch er ist, mit dem Mord an dessen Sekretärin, Mrs. Milton, in Verbindung gebracht wird. Sir John lehnt diesen Verdacht vorerst direkt ab. Er bescheinigt Herrn Messer ein einwandfreier Mensch zu sein, er sei ja schließlich auch Mitglied im selben Club wie er.
All diese Merkmale führen dazu, dass man die Figur des Sir John nicht oder nur teilweise in seiner Ro lle als Polizeichef ernst nehmen kann.
2.2 Der Bösewicht, Maurice Messer
Jeder Krimi braucht einen Schurken, dem der Sinn nur nach Geld und falschem Spiel stet. Diesen Schurken spielt hier Jochen Brockmann, er stellt den Anwalt Dr. Maurice Messer dar, der einen illegalen Mädchenhandel zusammen mit einem Pfarrer und einigen weiteren Komplizen betreibt. Er wirkt bereits in der ersten Szene, in der er zu sehen ist sehr unsympathisch und kalt. Als eher korpulenter Herr mittleren Alters mit etwas schütterem Haar macht er einen sehr steifen Eindruck auf den Zuschauer, dieser Eindruck wird durch seinen dunklen Anzug noch verstärkt. Bei diesem ersten Auftritt führt er ein Telefongespräch mit einem Unbekannten und wird dabei von seiner Sekretärin Mrs. Milton, wie sich später herausstellt der Schwester des unter dem Namen der Hexer bekannten Arthur Milton, abgehört. Als
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Arbeit zitieren:
Florian Höh, 2005, Figurenstereotypen und ihre Parodien am Beispiel von Edgar Wallace – Der Hexer (1964) und Oliver Kalkofe – Der Wixxer (2004), München, GRIN Verlag GmbH
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