Diplomandin: Vanessa Krings-Sarhan
Diplomarbeit im Fachbereich Sozialwesen Studiengang: Sozialpädagogik An der Katholischen Fachhochschule NW Abteilung Aachen Robert-Schumann-Str. 25 52066 Aachen
Vorgelegt am: 08. Juni 2004
„Leitbild Mensch.
Ein unternehmensbezogener Ansatz für eine innovative Betriebliche Soziale Arbeit“
Gattung Mensch I
Die Natürlichkeit
verkommen,
abgelöst durch Perfektion
Schönheit wird sehr ernst
genommen -Hunger ist der Schönheit Lohn.
Wir kennen Computer
einander zu lieben,
Inhaltsverzeichnis IV
Inhaltsverzeichnis
Inhalt Seite
Vorwort I
Inhaltsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VII
Einleitung 1
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 4
1.1 Die Historie - von der Fabrikpflege zur Betriebssozialarbeit 4
1.2 Aufgabenfelder der klassischen, symptombezogenen Betriebssozialarbeit. 7
1.3 Soziale Arbeit und Betriebssozialarbeit 9
1.3.1 Die Zusammenhänge. 9
1.3.2 Kompetenzen professioneller (betrieblicher) Sozialarbeiter. 10
1.3.3 Arbeitsformen der Sozialen Arbeit in der Betriebssozialarbeit. 12
1.3.4 Fazit 23
2 Weiterentwicklung der Betriebssozialarbeit 24
2.1 Gesellschaftliche und globale Veränderungen und deren Auswirkungen
auf Unternehmen 24
2.1.1 Individualisierung, Globalisierung, Wertewandel. 24
2.1.2 Auswirkungen auf die Arbeitnehmer 26
2.1.3 Konsequenzen für Unternehmen 27
2.1.4 Auswirkungen auf die Betriebssozialarbeit 28
2.2 Die lernende Organisation 29
2.2.1 Warum Organisationen lernen müssen 29
Inhaltsverzeichnis V
Inhalt Seite
2.2.2 Merkmale der lernenden Organisation. 31
2.2.3 Die Basis der lernenden Organisation - Systemtheorie 32
2.2.4 Modell einer lernenden Organisation 36
3 Betriebliche Soziale Arbeit mit Individuen 39
3.1 Von der problem- und symptombezogenen Betriebs-
sozialarbeit zur Lösungs- und Ressourcenorientierung der
Betrieblichen Sozialen Arbeit 39
3.1.1 Das LOT-Prinzip 40
3.1.2 Fazit 45
3.2 Coaching - die moderne Form der Mitarbeiterführung. 46
3.2.1 Was ist Führung / Coaching? 47
3.2.2 Anforderungen an einen Coach 50
3.2.3 Aufgaben eines Coachs. 56
3.2.4 Unterstützung des Coachs durch Betriebliche Soziale Arbeit 56
4 Betriebliche Soziale Arbeit mit Gruppen / Teams 58
4.1 Was ist Teamberatung? 58
4.1.1 Anlässe für eine Teamberatung 59
4.1.2 Vorgehensweise. 60
4.2 Lösungsorientierte Teamarbeit 64
4.2.1 Zehn Grundregeln für lösungsorientierte Teamarbeit 64
4.2.2 Durchführung lösungsorientierter Teamentwicklung 70
4.2.3 Abgrenzung zur klassischen Teamarbeit 71
4.3 Fazit 73
Inhaltsverzeichnis VI
Inhalt Seite
5 Betriebliche Soziale Arbeit mit Gesamtorganisationen. 75
5.1 Organisationsentwicklung. 75
5.2 Modell einer systemisch-evolutionären Organisationsentwicklung. 76
5.2.1 Prinzipien des Modells 78
5.2.2 Sechs Phasen des Organisationsentwicklungs-Prozesses 78
5.2.3 Die Position der Betrieblichen Sozialen Arbeit innerhalb des
Organisatonsentwicklungs -Prozesses 86
6 Resümee 87
Anhang VIII
Nachwort XXXV
Literaturverzeichnis XXXVI
Abb. Inhalt Seite
Titelbild Gekräuselte Wasserfläche mit springendem Stein
Gekräuselte Wasserfläche: Linolschnitt von M.C. Escher 1950 in: Ernst 1986, S. 75
Quelle: Weitzel / Jonnson 1989 In: Pieler 2003, S. 17 …………………….………30 Abb. 5: Zusammenspiel von Lern- und Veränderungsfähigkeit Quelle: Pieler 2003, S. 23………………………………………………………………………30 Abb. 6: Veränderung der Perspektive der Berufspädagogik hin zu einer systemisch-evolutionären Berufspädagogik Quelle: Arnold 1996, S. 381……………………………………….……………….…….…..31 Abb. 7: Modell einer lernenden Organisation mit den entsprechenden Aufgabenfeldern für die Betriebliche Soziale Arbeit…………………………………..37
Organisationsentwicklungs-Prozesses
nach Häfele 1996, S. 196……………………………………………….……………………..77
Quelle: Niemeyer / Postall 2003..........................………………..………………XXIV
Einleitung 1
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Einleitung
Diese Arbeit gibt einen Einblick darin, was innovative Betriebliche Soziale Arbeit beinhaltet. Der Anreiz, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, entstand durch meine Arbeit in einem Beratungsunternehmen für mittelständische Betriebe. Grundsätzlich mag ich die Arbeit mit Menschen. Meine Person und mein professionelles Wissen stelle ich gerne zur Verfügung, um anderen Menschen in ihren Veränderungen und Entscheidungen behilflich zu sein. Die Arbeit im Beratungsunternehmen hat mir folgendes gezeigt: Meine Arbeit als Initiator und Multiplikator in Teams, Workshops und Fortbildungen, kann viele Menschen erreichen und somit auch mehr Menschen nützen. Dementsprechend suchte ich nach einer Verbindung zwischen den Tätigkeiten eines Beratungsunternehmens und der Sozialen Arbeit. Eine mögliche Verbindung ist die Betriebssozialarbeit. Jedoch befasst sich die klassische Betriebssozialarbeit hauptsächlich mit der Beratung einzelner Personen (personenbezogener Ansatz). Das ist meines Erachtens eine zu einseitige Arbeitsweise für Sozialarbeiter in Unternehmen. Dafür existieren zwei Gründe: 1. wird das professionelle Potential der Sozialarbeiter - im Sinne einer Ressource des Unternehmens - nicht genügend ausgeschöpft. 2. bieten sich in einem Unternehmen andere Aufgabenfelder für Sozialarbeiter, die für den Betrieb wesentlich effektiver sind und die der personenbezogene Ansatz alleine nicht abdecken kann.
Des Weiteren ist die klassische Betriebssozialarbeit problemorientiert und symptombezogen ausgerichtet, mit dem Ziel, die Ursachen des Problems zu beseitigen. Auf diese Weise sollen die Symptome, wie hohe Fehlzeiten, Sucht et cetera, vermindert oder aufgelöst werden, um den jeweiligen Mitarbeiter wieder „funktionsfähig“ für das Unternehmen zu machen. Letztlich kann dies bis zur Entmündigung des Klienten (Mitarbeiters) führen, da der Sozialarbeiter das Problem des Klienten (zum Beispiel,
Einleitung 2
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Alkoholabhängigkeit) benennt bzw. diagnostiziert und nicht den Klienten fragt ob, und was er an sich verändern möchte.
Damit die Abgrenzung zu diesen älteren Inhalten transparenter wird, habe ich die moderne Betriebssozialarbeit mit der Begrifflichkeit „Betriebliche Soziale Arbeit“ benannt.
Der unternehmensbezogene Ansatz der Betrieblichen Sozialen Arbeit, den ich in dieser Arbeit entwickelt habe, integriert verschiedene Arbeitsweisen und -felder. Dabei versteht sich der Sozialarbeiter als Begleiter, dessen Aufgabe es ist Veränderungsprozesse einzuleiten und zu unterstützen. Seine Vorgehensweise ist, im Gegensatz zur klassischen Betriebssozialarbeit, lösungs- und ressourcenorientiert am jeweiligen Klient-System ausgerichtet.
BEGLEITUNG bedeutet, dass der Sozialarbeiter seine Klient-Systeme entsprechend ihrer Vorgaben, Ziele und Ressourcen unterstützt. LÖSUNGSORIENTIERT meint, dass die Arbeit auf Lösungsmöglichkeiten ausgerichtet ist und nicht nach Problemursachen der Klient-Systeme sucht. RESSOURCENORIENTIERUNG beinhaltet die Berücksichtigung der Klient-Systemeigenen Potentiale, Fähigkeiten, Handlungs- und Lösungsstrategien. Der Sozialarbeiter unterscheidet drei Klient-System-Ebenen in einem Unternehmen: 1. der Mensch (Mitarbeiter, Manager), 2. die Gruppe (Team, Abteilung) und 3. die Gesamtorganisation (Unternehmen als Ganzes). Da Menschen die Gruppen und die Organisationen ausmachen und aufgrund des sozialarbeiterischen Selbstverständnisses, ist das Leitbild für mich der Mensch in seiner Ganzheit (Körper-Seele-Geist-Einheit). Diese Grundeinstellung fließt in den unternehmensbezogenen Ansatz dieser Arbeit mit ein.
Die Arbeit beginnt im ersten Kapitel mit einem kurzen historischen Abriss der Betriebssozialarbeit und stellt die Aufgabenfelder der klassischen, symptombezogenen Betriebssozialarbeit dar. Des Weiteren werden die
Einleitung 3
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Zusammenhänge zwischen Sozialer Arbeit und Betriebssozialarbeit herausgestellt. Somit bildet das erste Kapitel die Grundlage für die Weiterentwicklung der Betriebssozialarbeit. Diese wird im zweiten Kapitel behandelt. Dabei geht es um den ökonomisch-globalen und gesellschaftlichen Wandel, der seinerseits Veränderungs- und Lernfähigkeit von Unternehmen und ihren Mitgliedern fordert. Will ein Unternehmen leistungsfähig und auf dem Markt konkurrenzfähig bleiben, so muss eines der leitenden Unternehmensziele die Verbesserung von Veränderungs- und Lernfähigkeit im Betrieb sein. Dieses Ziel können Sozialarbeiter anhand des Modells einer lernenden Organisation - vor dem Hintergrund der Systemtheorie - auf allen Klient-System-Ebenen unterstützen und fördern.
Dementsprechend beschreibt das dritte Kapitel die Betriebliche Soziale Arbeit mit Individuen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der lösungs- und ressourcenorientierten Begleitung und Beratung sowie auf dem Coaching als moderne Form der Mitarbeiterführung.
Im vierten Kapitel wird die Betriebliche Soziale Arbeit mit Gruppen und Teams erläutert. Der hier vorgestellte Beratungsansatz integriert ein lösungsorientiertes Vorgehen.
Die Betriebliche Soziale Arbeit mit Gesamtorganisationen ist im Kapitel fünf beschrieben. Dieses erläutert den Organisationsentwicklungs-Prozess im systemisch-evolutionären Sinn.
Aufgrund der einfacheren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit nur die maskuline Beschreibungsform verwendet, die jedoch die feminine selbstverständlich mit einschließt. Aus dem gleichen Grund ist auch nur von der Begrifflichkeit Sozialarbeiter zu lesen, welche jedoch die des Sozialpädagogen in dieser Arbeit impliziert.
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 4
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1 Die klassische Betriebssozialarbeit
In dieser Arbeit geht es darum, einen Ansatz einer modernen, innovativen Betrieblichen Sozialen Arbeit herauszuarbeiten. Diesbezüglich erscheint es sinnvoll, zunächst die Geschichte der Betriebssozialarbeit zu umreißen, um einen Ausgangspunkt zu finden, von dem aus sich neue Perspektiven entwickelt haben und weiterentwickeln. Ferner wird in diesem Kapitel der Zusammenhang zwischen der Sozialen Arbeit und der Betriebssozialarbeit herausgestellt, unter anderem über die drei großen Methoden - Einzelhilfe, soziale Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit. Das erste Kapitel stellt somit in seiner Gesamtheit den Ausgangspunkt für die Weiterentwicklunghin zu einer modernen Betrieblichen Sozialen Arbeit - dar.
1.1 Die Historie - von der Fabrikpflege zur
Betriebssozialarbeit
Die Anfänge der Betriebssozialarbeit beruhen auf der Fabrikpflege, deren Schaffung und Berufsbezeichnung auf den Gründer des Evangelischen Diakonievereins, Pastor Friedrich Zimmer (1855-1919), zurückgehen. Er vermittelte 1900 die erste Krankenschwester, die als Fabrikpflegerin eingestellt wurde. Der Aufgabenbereich der Fabrikpflegerinnen bestand unter anderem in der Beratung in Ernährungsfragen, der Versorgung der Kinder und der Vermittlung von Unterkünften, jedoch auch im Anlernen und Beaufsichtigen der Fabrikarbeiter. 1 In den nachfolgenden Epochen und geschichtlichen Zeitabschnitten variierten die Aufgabenbereiche und die Berufsbezeichnungen der Betriebs-
1 Vgl. Stoll, Bettina: Betriebliche Sozialarbeit. Regensburg, Berlin 2001, S. 26 f
und Jente, Charlotte (Hrsg. u.a.): Betriebliche Sozialarbeit. Freiburg im
Breisgau 2001, S. 15
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 5
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sozialarbeit 2 (siehe Tabelle im Anhang A). Die Aufgaben waren, je nach Epoche, Unterstützung der Familien (Kinderunterbringung, Beratung bei Eheproblemen und Schulden), Hilfestellung bei der Arbeitsplatzgestaltung und Nachkriegssorge (für Kriegsgeschädigte, Kranke und Ausgebombte sowie vermittelnde Hilfen bei Behörden).
Der eigentliche Aufbau der Betriebssozialarbeit begann nach 1948 als von den USA die Methoden der Sozialen Arbeit mit Einzelnen (Casework) sowie Gruppen (Groupwork) und später auch mit Gemeinwesen (Community Organisation) übernommen wurden. Mit der Möglichkeit eines „vertieften Problemverständnisses und [des] systematischen Vorgehens“ 3 aufgrund dieser berufsspezifischen Arbeitsformen, verlagerte sich auch der Schwerpunkt der damaligen Betriebssozialarbeit von der reinen Wohltätigkeit auf die Beratung. Die hierarchischen Strukturen wurden immer unpopulärer und so gestaltete sich auch die Klienten-Sozialarbeiter-Beziehung eher partnerschaftlich und nicht mehr „patriarchalisch-autoritär“. 4
Die 80er Jahre waren hauptsächlich durch den Arbeitsauftrag der Suchtberatung geprägt, aber auch durch Gesundheitsprävention und Rehabilitation. Die Beratung durch den Sozialarbeiter verlief insgesamt mehr themen- und zielgruppenorientiert. Sie zeichnete sich durch ihre Symptombezogenheit aus (zum Beispiel Alkohol, Fehlzeiten, Krankheit). Erweitert wurde das Aufgabenfeld der Betriebssozialarbeit von individueller Beratung auf Information, Aufklärung und Schulung zu spezifischen
2 Zur besseren Verständlichkeit werden nur 2 Begriffe unterschieden:
Betriebssozialarbeit beinhaltet in dieser Arbeit die klassische Perspektive und
Herangehensweise und Betriebliche Soziale Arbeit bezeichnet die
weiterentwickelte und moderne Betriebssozialarbeit.
3 vgl. Jente 2001, S. 18 und Stoll 2001, S. 31
4 vgl. Engler 1996, S. 22 und Stoll 2001, S. 31 f.
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 6
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Themen für bestimmte Zielgruppen. So entstand für die Betriebssozialarbeit neben der beratenden auch die bildende Funktion. 5 Seit Beginn / Mitte der 90er Jahre intensivieren sich die Bemühungen, sozialpädagogische Kompetenzen für Prozesse und Problemstellungen in Unternehmen nutzbar zu machen. Die unternehmerischen Prozesse und betrieblichen Probleme resultieren zum Beispiel aus veränderten Führungsstilen, Kommunikationsstrukturen und -arten, neuen Unternehmenskulturen und aus der Einführung von Gruppenarbeit. Die Betriebssozialarbeit interveniert verstärkt zielgruppenorientiert und systembezogen. Die Ansätze sind nicht mehr symptombezogen, sondern haben sich zur Prävention hin entwickelt. Somit liegt der methodische Schwerpunkt der Aufgabe der Betriebssozialarbeit nicht mehr in der Einzelberatung bei persönlichen Problemen (zum Beispiel bei Suchterkrankung, psychische, gesundheitliche und finanzielle Probleme). Er verlagert sich stattdessen hin zu gruppen-, system- und organisationsbezogenen Maßnahmen. 6
Im Jahr 2000 waren gemäß den Angaben des Bundesfachverbandes für Betriebliche Sozialarbeit ca. 500 Sozialarbeitern in Betrieben (überwiegend in Westdeutschland) tätig, doch sind nach Stoll, Schätzungen bis 1.000 nicht abwegig. 7
Die Geschichte der Betriebssozialarbeit (vgl. Anhang A) zeigt deutlich, wie sich der Wandel der Zeit und die gesellschaftlichen Denkweisen undstrukturen der jeweiligen Epoche auch auf die Betriebssozialarbeit auswirken. Dementsprechend muss die Betriebliche Soziale Arbeit den jeweiligen Wandel berücksichtigen, um ihrem heutigen Anspruch - bedarfs-und klientenorientiert zu arbeiten - gerecht werden zu können. Heute
5 vgl. Stoll 2001, S.32
6 vgl. Stoll 2001, S. 33
7 vgl. Stoll 2001, a.a.O.
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 7
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kommen zu den gesellschaftlichen Veränderungen auch vermehrt ökonomische und insbesondere globale Veränderungen dazu, denen Unternehmen ausgesetzt sind und auf die sie reagieren müssen, zum Beispiel mit dem Ansatz der Betrieblichen Sozialen Arbeit. Die Betriebssozialarbeit sieht sich seit ihrer Entstehung am Anfang des letzten Jahrhunderts mit Misstrauen und Vorurteilen ihr gegenüber konfrontiert. Die Arbeiterschaft warf ihr finanzielle Abhängigkeit und Parteilichkeit mit der Geschäftsleitung vor und auch die Geschäftsführer und Vorstände waren nicht immer offen für die Betriebssozialarbeit. Sie argumentierten damit, dass die Betriebssozialarbeit sich nicht rentiere. 8 Dieses Thema wurde in den letzten Jahren wieder aktuell, da der allgemeine Trend durch die Globalisierung und die veränderten Marktbedingungen Richtung Qualitätskontrolle geht und sämtliche Arbeits-vorgänge mit Zahlen, Statistiken und „harten Fakten“ belegt werden sollen. Dem konnte sich auch die Betriebssozialarbeit nicht entziehen und hat spezielle Verfahren zur Kosten-Nutzen-Analyse und zur eigenen Qualitätskontrolle entwickelt. Diese Verfahren sind jedoch nicht Gegenstand dieser Arbeit, da dies zu weit führen würde.
1.2 Aufgabenfelder der klassischen,
symptombezogenen Betriebssozialarbeit
Wie oben schon erwähnt, befasst sich die Betriebssozialarbeit seit den 80er Jahren hauptsächlich mit der Beratung bei persönlichen Problemlagen der Mitarbeiter eines Unternehmens. Die hauptsächlichen Probleme der Mitarbeiter 9 sind in Abb. 1 genannt:
8 vgl. Jente 2001, S. 16 und Stoll 2001, S. 27
9 vgl. Jente 2001, Teil III, S. 97 ff
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 8
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Diese Probleme können in einer Wechselbeziehung zueinander stehen, sich gegenseitig bedingen und beeinflussen (Abb. 1) und somit auch parallel auftreten. Zum Beispiel können hinter Suchtschwierigkeiten familiäre Probleme stehen oder steigende Fehlzeiten eines Mitarbeiters liegen unter anderem in ungelösten innerbetrieblichen Konflikten begründet.
Mitarbeiter, die unter solchen Problemen leiden, sind zeitweise in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Sie können für den Kollegenkreis, die Vorgesetzten, mitunter für den ganzen Arbeitsbereich und damit für den gesamten Betrieb eine Belastung darstellen. Mit gezielten Interventionen kann die Betriebssozialarbeit Einfluss nehmen und den Einzelnen, das Team, die Verantwortlichen beziehungsweise das Unternehmen entlasten. 10 Dementsprechend muss die Betriebssozialarbeit ihr Beratungsangebot auf diese Vielschichtigkeit und Überlagerung der Problemstellungen abstimmen,
10 vgl. Walter, Rüdiger: Einleitung und allgemeiner Überblick über die
Arbeitsfelder. In: Betriebliche Sozialarbeit, hrsg. von Charlotte Jente, Freiburg
im Breisgau 2001, S. 97
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 9
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will sie bedarfsorientiert arbeiten (siehe Abb. 2). Eine isolierte Handlungs-und Betrachtungsweise würde nur unbefriedigende Teilerfolge erzielen. 11 Zur Verdeutlichung ist beispielhaft das Feld Suchtberatung im Anhang B) skizziert.
1.3 Soziale Arbeit und Betriebssozialarbeit 1.3.1 Die Zusammenhänge
Die vorherige Ausführung zur Entwicklung der Betriebssozialarbeit hat den Zusammenhang von Sozialer Arbeit und Betriebssozialarbeit in Ansätzen herausgestellt. Die Ausbildung beziehungsweise das Studium der Sozialen Arbeit ist die basale Vorraussetzung für eine professionelle Betriebssozialarbeit (siehe Abb. 3). Dies liegt im Wesentlichen in zwei Faktoren begründet: 1. sind die Kompetenzen (unter anderem vermittelt durch das Studium) und deren Anforderungen an den Betriebs-Sozialarbeiter in ihrer
11 vgl. Walter 2001, S. 101
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 10
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Grundform denen der Sozialarbeiter gleich. 2. bedient sich die Betriebssozialarbeit der Arbeitsformen aus der Sozialen Arbeit 12 . Folglich ist Betriebssozialarbeit einer der zahlreichen Fachbereiche beziehungsweise Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit (in Abb. 3 kann das Feld „Betriebssozialarbeit“ durch sämtliche Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit - wie zum Beispiel Suchtkrankenhilfe, Sozialpädagogische Familienhilfe, Schuldnerberatung, Arbeit mit Behinderten et cetera - ersetzt werden).
Abb. 3: Soziale Arbeit und Betriebssozialarbeit im Zusammenhang
Grundsätzlich sind drei Kompetenzarten von professionellen Helfern in der Sozialen Arbeit - unabhängig von ihrem konkreten Arbeitsfeld - gefordert.
12 Schematisch gesehen ist die Vermittlung der Arbeitsformen unterhalb der
Vermittlung „Formaler Kompetenzen“ einzuordnen. Da sowohl die
Kompetenzen als auch die Arbeitsformen als zentrale Faktoren aufgeführt
werden, sind sie im Schema auf gleicher Ebene liegend dargestellt.
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 11
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Nach Brake 13 bestehen diese drei Anforderungsarten aus folgenden Kompetenzen: 1. FORMALE KOMPETENZ
Als formale Kompetenz bezeichnet Brake „wissenschaftlich fundierte Grundkenntnisse und ein vertieftes Verständnis des schwerpunktmäßig studierten Arbeitsfeldes verbunden, mit praktischen Erfahrungen in diesem Bereich“ 14 . Kognitiv erlernbar sind formale Bildungsinhalte aus den Bereichen Recht, Soziologie, Pädagogik, Psychologie et cetera. Dieses Grundlagenwissen wird erweitert um die „Kenntnis der Lebensbedingungen von Klienten und die Kenntnis wissenschaftlicher Erklärungsmodelle individueller und gesellschaftlicher Sozialisation innerhalb einer Gesellschaftsstruktur.“ Die formale Kompetenz inkludiert ebenfalls das Wissen um die gesellschaftlichen Bedingungen sowie die Kenntnis um den rechtlichen Rahmen des jeweiligen Praxisfeldes. 2. SOZIALE - ODER BEZIEHUNGSKOMPETENZ
„Unter sozialer Kompetenz kann die Fähigkeit zur Beziehungsaufnahme und zur Beziehungsgestaltung verstanden werden.“ 15 Soziale Kompetenz liefert die Qualifikation des Sozialarbeiters zum Umgang mit Klienten unter Berücksichtigung des psychosozialen Umfeldes sowie zum Umgang mit der sozialarbeitereigenen Persönlichkeit. Brake bezeichnet Soziale Arbeit als interaktionelle Arbeit, die „neben verbaler und nonverbaler Kommunikation auch soziales Handeln beinhaltet“, das die Auseinandersetzung mit sich selbst sowie ein auf Klienten gerichtetes Handeln beinhaltet.
13 Brake, Roland: Die Funktion von Selbsterfahrung im Studium der Sozialen
Arbeit. Lage 2002, S. 91 ff
14 Brake 2002, S. 91
15 Brake 2002, S. 91 f
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 12
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3. EMOTIONALE - ODER SELBSTREFLEXIVE KOMPETENZ
„Bei der selbstreflexiven oder emotionalen Kompetenz geht es um die Fähigkeit der Selbstreflexion auf die eigenen Motive und Kompetenzkapazitäten hin, also Kompetenzen, die auf emotionale und motivationale Komponenten der Identität Einfluss haben können.“ 16 Die emotionale Kompetenz stellt „das zentrale Unterscheidungskriterium zwischen Alltagshandeln und sozialer Arbeit“ dar.
In der Literatur ist meist von drei grundlegenden Methoden für die Soziale Arbeit zu lesen: Soziale Einzelhilfe, soziale Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit. Alle drei Methoden sind in den USA entstanden und bilden die Grundlage für die Entwicklung weiterer Methoden. Jedoch ist man in der kritischen Auseinandersetzung mit den drei Methoden dazu übergegangen, diese als „Arbeitsformen“ 17 zu bezeichnen. Der Grund ist, dass der Inhalt der so genannten „dreigegliederten Handlungslehre“ kaum aus spezifischen Konzepten und Techniken besteht. Viel mehr beschreibt sie die Sozialform, innerhalb derer die Hilfe stattfindet - also die Form, mit Einzelnen, mit Gruppen oder mit einem Gemeinwesen zu arbeiten. Konzepte und Techniken sind somit eher der jeweiligen Arbeitsform untergeordnet 18 . Die folgenden Ausführungen der Arbeitsformen stellen nur eine kurze Zusammenfassung dar.
16 Brake 2002, S. 93
17 vgl. Stoll 2001, S. 56
18 vgl. Galuske, Michael: Methoden der Sozialen Arbeit. Eine Einführung.
Weinheim, München 2002, 4. Aufl., S. 113 f
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 13
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1.3.3.1 Soziale Einzelhilfe
Soziale Einzelhilfe bezeichnet einen Hilfeprozess, der durch die helfende Beziehung und das Gespräch die Klienten zur Bewältigung ihrer Probleme befähigen soll. Der Hilfeprozess ist in drei Phasen unterteilt, die sich am medizinischen Modell orientieren:
1. FALLSTUDIE / ANAMNESE - Sammlung relevanter Daten, Fakten und Hintergründe, die zur Bewertung des Falles notwendig sind. 2. SOZIALE DIAGNOSE - Bewertung der gesammelten Befunde und vertiefende Faktensammlung
3. BEHANDLUNG - durch die helfende Beziehung und in ihr das Gespräch. Die Phasen sollen den Sozialarbeitern in ihrer Arbeit eine Richtung geben und sind immer wieder neu auf die einzelnen und verschiedenen Probleme des Klienten anzuwenden. 19
Hege 20 unterscheidet zwei Zielrichtungen der Sozialen Arbeit mit Einzelnen (wie auch mit Gruppen und Gemeinwesen): INTEGRATION - die Klienten werden an bestehende familiäre und sonstige soziale Strukturen angepasst und dort eingeordnet. EMANZIPATION - Unterstützung der Betroffenen, ihre eigenen Bedürfnisse, Widerstände und Barrieren im gesellschaftlichen Zusammenhang zu begreifen und sie bewusst zu erfahren, um dementsprechend reflektiert über sich verfügen zu können. 21 Die Konzepte der Einzelhilfe 22 und die planmäßigen sozialpädagogischen Verfahren müssen einerseits mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und andererseits mit ethischen Forderungen verknüpft werden, um klienten-
19 vgl. Galuske 2002, S. 82
20 Hege, Marianne: Engagierter Dialog. München 1979, 2. Aufl., S. 13
21 Hege 1979, ebd.
22 Näheres siehe Anhang C)
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 14
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gerecht und professionell und nicht mit einer klientengefährdenden Beliebigkeit zu handeln. 23 Diese ethischen Prinzipien unterscheiden die Betriebssozialarbeit von der rein wissenschaftlichen Unternehmensberatung. Sie beschränken sich nicht nur auf die Einzelhilfe sondern beziehen sich allgemein auf die Tätigkeit von Sozialarbeitern. Der Deutsche Berufsverband für SozialpädagogInnen, SozialarbeiterInnen und HeilpädagogInnen (DBSH) hat beispielsweise einen berufsethischen Code erstellt, der im Anhang D) nachzulesen ist.
1.3.3.1.1 Case Management
Das Case Management ist eine amerikanische Weiterentwicklung der Einzelhilfe, die in Deutschland seit Ende der 80er Jahre praktiziert wird und auch unter dem Namen Unterstützungsmanagement bekannt ist. „Case Management gehört der Sozialarbeit an und hat die Kernfunktion, den Klienten-Systemen (einzelnen Menschen, Familien und ihren Angehörigen, Kleingruppen, Nachbarn, Freunden usw.) in koordinierter Weise Dienstleistungen zugänglich zu machen, die von ihnen zur Lösung von Problemen und zur Verringerung von Spannungen und Streß benötigt werden. Sozialarbeiter erfüllen damit einen wichtigen Teil ihres Mandates und ihrer Funktion, indem sie soziale oder gesundheitliche, therapeutische und erzieherische, religiöse, juristische u.a. Hilfen denen vermitteln und zukommen lassen, die auf derartige Leistungen ambulant (im eigenen Haushalt) oder in Institutionen und Organisationen angewiesen sind.“ 24
23 Galuske 2002, S. 79 ff
24 Lowy, L.: Case Management in der Sozialarbeit. In: Brennpunkte Sozialer
Arbeit, 1988, zitiert nach Galuske 2002, S. 196
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 15
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Das Case Management besteht aus folgenden Handlungsschritten 25 : EINSTIEG (intake, engaging) und Vorfeldprüfung (pre-screening) ⇒ Kontaktaufnahme und Ermittlung besonders Hilfsbedürftiger ABSCHÄTZUNG (assessment) und Erfassung der Aufgabenstellung ⇒ vielfältige Bestandsaufnahme zur sozialen und gesundheitlichen Situation
PLANUNG (service planning) und Vermittlung (brokering services) der Dienstleistung ⇒ Koordination
DURCHFÜHRUNG DER DIENSTLEISTUNG ⇒ Begleitung und Überprüfung jener Hilfen, die von anderen Diensten und Personen ausgeführt werden
KONTROLLE, EVALUATION und Entpflichtung.
Besonders durch die letzte Phase (Kontrolle / Evaluation) ist das Case Management heute eine aktuelle und oft praktizierte Methode gewordenwie schon erwähnt, wird heute viel Wert auf die Nachweisbarkeit und somit auf die Messbarkeit sozialpädagogischer Hilfe gelegt, was dieses Modell methodisch schon vorsieht.
1.3.3.2 Soziale Arbeit mit Einzelnen in der Betriebssozialarbeit Die Arbeitsform mit Einzelnen zu arbeiten wurde von der Betriebssozialarbeit übernommen. Sie ist die meist praktizierteste der drei Arbeits-formen (Einzelhilfe, Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit) in der klassischen Betriebssozialarbeit. Einzelberatung ermöglicht:
Einblick in die im Betrieb praktizierten Konfliktlösungsstrategien, Rückschlüsse
25 vgl. Galuske 2002, S. 198; Lowy 1988, S. 32 ff und Meinhold 2002, S. 516
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 16
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Die Probleme Einzelner sind somit „wichtiger Indikator für betriebliche Probleme und können in Gruppen- und sozialpolitischen Interventionen aufgegriffen werden“. 26
Die Einzelberatung hat jedoch auch ihre Grenzen; sie kann keine langfristige Reduzierung von mehrfach im Betrieb anfallenden Problemen leisten. Auch bedarf sie der Ergänzung durch sozialpolitische Aktivitäten sowie zielgruppen- und themenorientierter Angebote aufgrund der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und strukturellen Veränderungen im Unternehmen. Im Zuge der ganzheitlichen Betrachtungsweise des Unternehmens und der sich daraus ergebenden Problemstellungen müssen personalentwicklungs- und organisationsbezogene Maßnahmen integriert werden. Dazu bieten sich die Potentiale der Sozialen Arbeit mit Gruppen und Gemeinwesen an. 27
1.3.3.3 Soziale Gruppenarbeit
„Die Soziale Arbeit mit Gruppen wird als Arbeitsform verstanden, ‚bei der Kenntnisse, Meinungen und Verhaltensweisen von Individuen in Kleingruppen zum Gegenstand und gleichzeitig zum Medium sozialpädagogischer Einflussnahme gemacht werden.’“ 28
26 vgl. Gehlenborg, Holger: Betriebliche Sozialarbeit - Seismograph für
kommunikative Probleme. In: bbs-FORUM 2, 1995, 2. Jg. , S. 21 und Stoll
2001, S. 60
27 vgl. Gehlenborg 1995, S. 21; Stadler, Evelin: Betriebliche Sozialarbeit als
Bestandteil der sozial- und Personalpolitik: Inhalte, Schwerpunkte und
Perspektiven. In: Personalführung 8, 1994, S. 725 und Stoll 2001, S. 61
28 Stoll 2001, S. 64 und Müller, C. W.: Soziale Gruppenarbeit In: Wörterbuch
Soziale Arbeit hrsg. von Dieter Kreft und Ingrid Mielenz, Bielefeld 1997, 4.
Aufl., S. 267 zitiert nach Stoll 2001, ebd.
1 Die klassische Betriebssozialarbeit 17
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Es haben sich vier Modelle der Gruppenarbeit entwickelt 29 :
1. MODELL DER SOZIALEN AKTION - Hier stehen die sozialen Ziele und die Beziehung zur Gemeinwesenarbeit im Vordergrund. Demokratie und soziale Verantwortung sind wichtige Schlagwörter.
2. MODELL DER THERAPEUTISCHEN HILFE - Dieses Modell bezieht sich vornehmlich auf die Rehabilitierung und die Behandlung individueller Probleme.
3. MODELL DER GEGENSEITIGEN HILFE UND GEBORGENHEIT - Dieser Ansatz befasst sich mit der Vermittlung zwischen Individuum und „Gesellschaft“ (im Sinne von: das Individuum umgebende System).
4. ENTWICKLUNGSMODELL - Das Entwicklungsmodell stellt eine eklektische (das heißt prüfende, übernehmende) Zusammenfassung der drei bisher genannten Modelle dar und sieht die Entwicklung der Gruppe als Mikrokosmos.
Neben den ethischen Prinzipien, die sich als „Grundwerte der Sozialarbeit“ nicht von jenen der Sozialen Einzelhilfe unterscheiden, differenziert Galuske 30 unter anderem, zwei verschiedene Elemente der Sozialen Gruppenarbeit:
1. PHASIERUNG DES HILFEPROZESSES
In der Literatur werden meist zwei verschiedene Ansätze mit unterschiedlichen Intentionen aufgeführt: Zum einen unterscheidet Konopka 31 analog zur Einzelhilfe - am medizinischen Modell orientiertdie drei Schritte: Faktenermittlung, Diagnose und Behandlung.
29 vgl. Schmidt-Grunert, Marianne: Soziale Arbeit mit Gruppen. Eine Einführung.
Freiburg im Breisgau 2002, 2. Aufl., S. 188
30 Galuske 2002, S. 91 ff
31 Konopka, Gisela: Soziale Gruppenarbeit (Social Group Work). In: Friedländer/
Pfaffenberger (1966), S.115-204
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Vanessa Krings-Sarhan, 2004, Leitbild Mensch - Ein unternehmensbezogener Ansatz für eine innovative Betriebliche Soziale Arbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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