Der Tourismus ist aus der Karibik nicht mehr wegzudenken. Laut BfN [1997a] wird für die Küstenregionen der Karibik die weltweit am intensivsten touristische Nutzung pro Flächeneinheit gemessen. Kein anderer Wirtschaftsbereich hat so hohe Beschäftigungseffekte oder verspricht ähnlich hohe Deviseneinnahmen wie der Tourismus. Bereits 1996 besuchten 25,5 Mio. Menschen die Karibik. Und die WTO geht in ihren Prognosen davon aus, dass die Zahl der Touristenankünfte bis 2010, bei jährlichen Wachstumsraten von etwa 4 % auf 26,6 Mio. ansteigen wird. Aufgrund der intensiven touristischen Nutzung und der geringen wirtschaftlichen Alternativen, werden diese Regionen aber auch als Gebiete mit einem sehr hohem Konfliktpotenzial, insbesondere bezüglich Tourismus und Biodiversität eingestuft. Am problematischsten ist die Bedrohung der Korallenriffe, denn sie sind nicht nur die artenreichsten und produktivsten Ökosysteme der Erde.
Inhaltsverzeichnis
1. Tourismus in der Karibik/ Alternative Ökotourismus ?
2. Geschichtliche Entwicklung des Tourismus
3. Gesellschaftliche Veränderungen
4. Ökologische Veränderungen
5. Touristische Veränderungen
6. Ökotourismus
7. Fallbeispiel: Kuba
8. Geschichtliche Entwicklung des Tourismus in Kuba
9. Ökologische Schäden auf Kuba
10. Soziale Auswirkungen
11. Bedeutung des Ökotourismus für Kuba
12. In der Praxis
13. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der intensiven touristischen Nutzung der Karibik und der Notwendigkeit nachhaltiger Tourismuskonzepte. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern Ökotourismus als eine tragfähige Alternative zum konventionellen Massentourismus dienen kann, insbesondere unter Berücksichtigung der ökologischen, sozialen und ökonomischen Gegebenheiten am Beispiel Kubas.
- Tourismus als zentraler Wirtschaftsfaktor der Karibik
- Ökologische Folgen des Massentourismus für Korallenriffe und Küsten
- Soziokulturelle Auswirkungen und der Diskurs über Verwestlichung
- Der Ökotourismus als marketingstrategische und nachhaltige Alternative
- Implementierung ökotouristischer Ansätze in Kuba und deren Praxisprobleme
Auszug aus dem Buch
1. Tourismus in der Karibik/ Alternative Ökotourismus ?
Der Tourismus ist aus der Karibik nicht mehr wegzudenken. Laut BfN [1997a] wird für die Küstenregionen der Karibik die weltweit am intensivsten touristische Nutzung pro Flächeneinheit gemessen. Kein anderer Wirtschaftsbereich hat so hohe Beschäftigungseffekte oder verspricht ähnlich hohe Deviseneinnahmen wie der Tourismus. Bereits 1996 besuchten 25,5 Mio. Menschen die Karibik. Und die WTO geht in ihren Prognosen davon aus, dass die Zahl der Touristenankünfte bis 2010, bei jährlichen Wachstumsraten von etwa 4 % auf 26,6 Mio. ansteigen wird. Aufgrund der intensiven touristischen Nutzung und der geringen wirtschaftlichen Alternativen, werden diese Regionen aber auch als Gebiete mit einem sehr hohem Konfliktpotenzial, insbesondere bezüglich Tourismus und Biodiversität eingestuft.
Am problematischsten ist die Bedrohung der Korallenriffe, denn sie sind nicht nur die artenreichsten und produktivsten Ökosysteme der Erde, sie tragen als Wellenbrecher auch wesentlich zum Küstenschutz bei. In der Karibik findet man das zweitgrößte Korallenriff der Welt. Durch verstärkte Bebauung, Korallenumbruch beim Hausbau, Abwassereinleitungen ins Meer, Erosion, Tritt und Ankerwurf bei Tauchgängen, u.a.m. die jeweils vermehrt durch den Tourismus auftreten ist ein Grossteil des Korallenriffs bereits gefährdet und 26 Prozent der Küsten schwer sowie 24 Prozent leicht bedroht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Tourismus in der Karibik/ Alternative Ökotourismus ?: Einleitende Analyse der hohen touristischen Bedeutung für die Karibik bei gleichzeitigem Konfliktpotenzial für Biodiversität und Korallenriffe.
2. Geschichtliche Entwicklung des Tourismus: Untersuchung der historischen Entwicklung des Kreuzfahrttourismus bis hin zum Massentourismus zwischen 1985 und 1997.
3. Gesellschaftliche Veränderungen: Erörterung der Auswirkungen des Tourismus auf soziale Strukturen, insbesondere hinsichtlich Bildungsfragen, kultureller Entfremdung und Einkommensgefälle.
4. Ökologische Veränderungen: Detaillierte Darstellung der Gefahren für den Lebensraum durch ungeklärte Abwässer, Bebauung und indirekte Schäden durch den Tourismus.
5. Touristische Veränderungen: Beschreibung der gegensätzlichen Trends zwischen dem konsumorientierten Clubtourismus und dem aufkommenden Natur- und Kulturtourismus.
6. Ökotourismus: Definition des Begriffs Ökotourismus und Erläuterung seines Anspruchs auf Umweltschutz und lokales Wohlergehen.
7. Fallbeispiel: Kuba: Vorstellung der natürlichen Gegebenheiten Kubas als Grundlage für das touristische Potenzial.
8. Geschichtliche Entwicklung des Tourismus in Kuba: Darstellung der Tourismusgeschichte unter dem Einfluss der Revolution und der nachfolgenden Öffnung in den 80er und 90er Jahren.
9. Ökologische Schäden auf Kuba: Analyse spezifischer Umweltprobleme auf Kuba, bedingt durch Industrieabfälle sowie Übernutzung von Wasser und Boden.
10. Soziale Auswirkungen: Beleuchtung der sozialen Spannungsfelder in Kuba, wie Minderwertigkeitsgefühle, Prostitution und neokoloniale Strukturen.
11. Bedeutung des Ökotourismus für Kuba: Evaluation des Ökotourismus als marktwirtschaftliche und ökologische Strategie auf der Basis wissenschaftlicher Studien.
12. In der Praxis: Betrachtung konkreter ökotouristischer Projekte in Kuba und die Rolle des „Campismo Popular“.
13. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Chancen und Risiken bei der Implementierung nachhaltiger Tourismuskonzepte unter den aktuellen Bedingungen.
Schlüsselwörter
Ökotourismus, Karibik, Kuba, Massentourismus, Nachhaltigkeit, Biodiversität, Korallenriffe, Umweltschutz, soziale Auswirkungen, Regionalentwicklung, Campismo Popular, Devisen, Tourismusgeschichte, Konfliktpotenzial.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Tourismus in der Karibik unter besonderer Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte und untersucht den Ökotourismus als nachhaltige Alternative.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Massentourismus, dessen ökologische Folgen, soziokulturelle Auswirkungen sowie die Umsetzung des Ökotourismus in Kuba.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Konfliktpotenzial zwischen touristischem Wachstum und Naturschutz aufzuzeigen und die Chancen sowie Herausforderungen des Ökotourismus zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung bestehender Studien sowie Strategiepapiere basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse der Karibik und eine vertiefte Fallstudie zu Kuba, wobei historische, ökologische und soziologische Faktoren analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ökotourismus, Nachhaltigkeit, Biodiversität, Kuba, Korallenriffe und Massentourismus geprägt.
Warum wird Kuba als spezielles Fallbeispiel gewählt?
Kuba dient als Fallbeispiel, da es aufgrund seiner spezifischen politischen und wirtschaftlichen Geschichte sowie seiner natürlichen Ausstattung eine besondere Ausgangslage für die Entwicklung von Ökotourismus bietet.
Inwiefern unterscheidet sich der „Campismo Popular“ vom klassischen Massentourismus?
Der „Campismo Popular“ stellt einen umwelt- und sozialverträglicheren Vorläufer im Binnentourismus dar, der durch kleine Gruppengrößen und geführte Touren in Naturschutzgebiete eine sanfte Form des Reisens anstrebt.
Was ist das größte Hindernis für die erfolgreiche Umsetzung von Ökotourismus in Kuba?
Ein Hauptproblem ist das Fehlen von Erfahrungswerten, der Fokus auf schnelle touristische Vermarktung sowie der mangelnde Informationsfluss zwischen Naturschutzbehörden und Tourismusverantwortlichen.
- Arbeit zitieren
- Nele Grubelnik (Autor:in), 2005, Ökotourismus in der Karibik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45878