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Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 3
2. Administrative Gliederungen Spaniens 4
3. Urbane Institutionen und Stadtplanung
in der Metropolregion Madrid 6
3.1 unter dem zentralistischen Franco-Regime 7
3.2 während der Demokratisierung 12
4. Fazit 15
Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
Die Genese der spanischen Städte unterlag im Laufe des 20. Jahrhunderts turbulenten Veränderungen, die vor allem planpolitischer und ökonomischer Natur waren. Während der Franco-Diktatur von 1939 bis 1975, in welche Zeit auch die Phase des Desarrollismo (der spanische Wirtschaftsboom) fällt, fanden Landflucht, Verstädterung und Stadterweiterungen in einem bis dahin unbekanntem Ausmaß statt. Die franquistische zentralstaatliche Stadtplanung stand dem Problem eines enormen Bevölkerungswachstums innerhalb der Städte gegenüber. So konzentrierte sie sich vor allem auf den Siedlungs- und Wohnungsbau in neuen Stadtvierteln (Polígonos), die einer funktional und homogen zonierten Stadtstruktur 1 gerecht werden sollten. Aufgrund der Zentralstaatlichkeit und der mit ihr ver-bundenen Ferne vom Ort des Geschehens jedoch, der fehlende n Detailliertheit in den ohnehin kurzfristig angelegten Plänen und der inkonsequenten Haltung gegenüber den rein spekulativen Interessen der Haus- und Grundbesitzer, musste jegliche Stadtplanung scheitern und in fast in anarchische Strukturen ausufern. Die angestrebte Verbesserung der Lebensqualität in den Städten musste ökonomisch gele iteten Massenbauten weichen; soziale Segregation und Verfall des Stadtbildes waren die Folge.
Nach Francos Tod (1975) setzte die Demokratisierung ein, die gleichzeitig mit der Dezentralisierung des Landes einherging. Zahlreiche gesetzgeberische wie exekutive Kompetenzen wurden vom Staat an die nun 19 autonomen Regionen und innerhalb dieser an die Provinzen und Kommunen abgetreten, darunter auch der Bereich der Raum- und Stadtplanung. Seitdem binden sich die betroffenen Bürger aktiv mit in den Planungsprozess mit ein , und es wird zwischen öffentlichen Intervention und den ökonomischen Interessen privater Investoren z.B. in Form von städtebaulichen Abkommen regulativ vermittelt. Das Hauptaugenmerk gilt seitdem mehr der Erhaltung und Verbesserung der bestehenden Stadt und i hrer Infrastruktur, der Auslagerung von Wohn- und Industrie funktionen durch Sub-
1 AlsVorbild für die funktionale Stadtzonierung diente Le Corbusiers „la ville radieuse“, die in der
Charta von Athen 1933 vorgestellt wurde (vgl. Fürst, F. / Himmelsbach, U. / Potz, P. 1999, S. 29
ff.).
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urbanisierung, sowie der Transformation der Peripherie in Form von Polyzentrierung.
In der vorliegenden Hausarbeit sollen nun kurz die administrativen Gliederungen Spaniens dargelegt werden, um anschließend im Hauptteil auf die Entwicklung der spanischen Stadtplanung näher einzugehen. Da eine Stadt ein historisches Zeugnis ist, in welchem Gebäude, Strukturen und Funktionen aus verschiedensten Zeitepochen das heutige Stadtbild und -gefüge ausmachen, möchte ich sowohl die Stadtplanung während der Franco-Zeit (1939-1975) als auch die heutige, demokratisierte Stadtplanung in ihren Eigenschaften nachskizzieren. Auf frühere Epochen, in welchen beispielsweise die Gran Vías und Ensanches im Zuge der europäischen „Hausmannisierung“ entstanden sind, werde ich nicht eingehen können, da dies den Rahmen sprengen würde. Und da es aufgrund der regionalen Unterschiede kaum möglich ist die Entwicklung der spanischen Stadtpl anung generell zu erklären, werde ich immer wieder auf den Metropolraum Madrid exemplarisch eingehen.
2. Administrative Gliederungen Spaniens
Während des diktatorischen Franco-Regimes (1939-1975) wurde Spanien zentral staatlich von Madrid aus regiert. Die drei so genannten historischen Nationalitäten (Nacionales Históricas: das Baskenland, Katalonien und Galicien), die bis dahin aufgrund ihrer eigenen sprachlich-kulturellen Identität eine politische Sonderstellung genossen hatten, mussten während der Franco-Zeit vielfältige Repressionsmaßnahmen hinnehmen, die gerade ihre individuelle Identität auszulöschen versuchten (vgl. HILDENBRAND SCHEID 2004, S. 147). Mit dem Tod Francos im Jahre 1975 setzte die Demokratisierung des Landes ein. Die 1977 erste demokratisch gewählte Regierung unter Ministerpräsident Adolfo Suárez wurde vor die Aufgabe gestellt, der heterogenen Bevölkerungsstruktur Rechnung zu tragen. Der Forderung nach politischer Autonomie der his-torischen Nationalitäten schlossen sich andere Regionen Spaniens an, so dass nach zahlreichen Verhandlungen zwischen Staat und Regionen 1978 die spani-
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sche Verfassung verabschiedet wurde, die mit Art. 2 die unterschiedlichen Nationalitäten und auch ihr Recht auf Autonomie anerkannte (vgl. ders., S. 148f.). Heute besteht der „Autonomiestaat“ Spanien aus 17 Autonomen Regionen bzw. Gemeinschaften (Comunidades Autónomas/CC.AA.) und den zwei in Nordafrika angesiede lten autonomen Städten Ceuta und Melilla (Ciudades Autónomas, vgl. Abb. 1).
Die Autonomen Regionen ihrerseits gliedern sich in insgesamt 50 Provinzen (Provincias), die se wiederum in Gemeinden (Municipios), die ebenfalls mit Autonomie (jedoch von eher exekutiver Natur) ausgestattet sind. Die Provinzen innerhalb einer Autonomen Gemeinschaft wurden nach dem Namen ihrer jeweiligen Hauptstadt benannt. Eine dieser Provinzhauptstädte ist meistens auch gleic hzeitig Hauptstadt seiner Autonomen Region. Die Ausnahme bilden hierbei die zwei Regionshauptstädte Mérida in Extremadura und Santiago de Compostela in Galicien, die nicht gleichzeitig auch Provinzhauptstädte sind. Sieben Autonome Regionen bestehen aus jeweils nur einer Provinz, darunter Asturien, Cantabrien, das Baskenland, Navarra, Madrid, Ceuta und Melilla .
Arbeit zitieren:
2005, Administrative Gliederungen, urbane Institutionen und Stadtplanung in Spanien, München, GRIN Verlag GmbH
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