Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Teletubbies - Die Hintergründe
2.1 Wie alles begann 3
2.2 Der Begriff „Teletubbies“ 3
2.3 Die Sprache der Teletubbies 3
2.4 Die Charaktere der Kinderserie 4
2.5 Ablauf einer Teletubbie-Episode 4
2.6 Erfinder und Produzentin im Interview 5
2.7 Die Teletubbies erobern Deutschland 5
3 Erziehungswissenschaften und Medienpädagogik
3.1 Entwicklungsphasen des Kindes 6
3.2 Sprachentwicklung bei Kindern 7
3.3 Hören und auditive Perzeption bei Kleinkindern 7
3.4 Das Bildverständnis bei Kindern (Bilderbuch) 8
3.5 Merkmale eines Films für Kinder im Alter von vier Jahren 8
4 Die Teletubbies - Beurteilung durch Wissenschaftler und Medienpädagogen
4.1 „ völlig neue Form des Fernsehens für Kinder “ 10
(Prof. Dr. Peter Struck, Erziehungswissenschaftler)
4.2 „ Nette Unterhaltung mit ein bisschen Lernen “ 10
(Prof. Jo Goebel, Medienwissenschaftler)
4.3 Interview mit Christian Doelker, Prof. für Medienpädagogik 11
4.4 Teletubbies: Pro und Contra 11
5 Zusammenfassung der Ergebnisse 13
Literaturverzeichnis 15
1 Einleitung
”Sandmännchen auf Ecstasy”, so eine Aussage des Spiegels Mitte/Ende 1990”Teddy-Potential” nannte ein Medienwissenschaftler die Teletubbies (1999). Doch zunächst einmal ein paar Eckdaten zur Mediengeschichte, um die Entwicklung zu verdeutlichen:
Medien gibt es viele und jedes Medium (z.B. Brief, Zeitung, Hörfunk, Fernsehen, Telefon) hat eine eigene, z.T. lange Geschichte. Nach W. Faulstich lässt sich die Geschichte der Medien schematisch in vier große Phasen aufteilen: Die Phase der Primär- bzw. Mensch-Medien, die ohne technische Hilfsmittel auskamen (z.B. Theater), dauerte bis etwa 1500. Von 1500 bis 1900 dominierten in der zweiten Phase die Sekundär- bzw. Druckmedien (z.B. Zeitung). Die Produktionsseite nutzte hier bereits den Einsatz von technischen Mitteln. Die dritte grobe Phase in der Mediengeschichte ist die Phase der Tertiär- bzw. elektronischen Medien, die von 1900 bis etwa Ende des 20. Jahrhunderts dauerte. Signifikant für diese Phase ist der Einsatz von technischen Hilfsmitteln sowohl auf der Produktionsals auch auf der Nutzerseite (z.B. Schallplatte). Es schließt sich an die vierte Phase, die Phase der Quartär- bzw. digitalen Medien (z.B. Internet, Online-Medien). Jede Phase, jedes Medium war etwas Neues. Jedes Medium löste Diskussionen über das Für-und-Wider aus: Ist dieses Medium schädlich oder pädagogisch wertvoll? Die größten Diskussionen wurden wahrscheinlich durch das Medium Film ausgelöst. Der Film wurde für noch gefährlicher und einflussreicher gehalten als das Medium Schrift. ”Die flüchtigen Filme dagegen sind sinn- und seelenlos, weil sie sich immerfort selbst aufheben” (Vollbrecht 2001, S. 28). Dies ist eine Aussage, die Anfang des 20. Jahrhunderts getroffen wurde - der Beginn der Filmgeschichte und des Freilichttheaters (Kino). Die Debatten um Film und Fernsehen beschäftigen gestern wie heute die Bevölkerung. Gerade ihre Wirkung auf Kinder und Jugendliche steht im Fokus der Betrachtung.
Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wird dominiert durch das Fernsehen und seine stetige Entwicklung. Die Anzahl der Sender steigt und damit das Angebot an Sendungen. Kinder und Jugendliche nutzen Medien, insbesondere das Fernsehen mit einer großen Selbstverständlichkeit und beziehen aus ihnen einen Teil ihrer Erfahrungen - Medien gehören zum Alltag der Kinder und Jugendlichen. ”Kind zu sein und Kindheit zu erleben ist kein gleichbleibender Prozess, sondern einer, der
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sich ständig ändert. Jede Kindheit wird geprägt von der Zeit, in der sie gelebt wird” (Näger 1992, S. 9).
Mitte der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Kinderserie ”Teletubbies” in Großbritannien entwickelt. ”Sandmännchen auf Ecstasy” oder ”Teddy-Potential”? Was bewirkt die Serie? Welchen Einfluss hat die Sendung auf Kinder und Jugendliche? Schadet sie und hemmt sie die Entwicklung von Kindern? Oder fördert sie Kleinkinder? Diese Fragen beschäftigen Eltern und Wissenschaftler gleichermaßen.
Im Folgenden geht es um die Entstehung und den Aufbau der Serie. Ferner werden medienpädagogische Hintergründe und Maßstäbe an Kinderfilme genannt. Analysen und Meinungen sollen klären helfen, wie die Teletubbies in die Mediengeschichte einzuordnen sind.
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2 Teletubbies - Die Hintergründe
Dieser Abschnitt soll erläutern, aus welchem Motiv heraus die Serie entwickelt wurde und welche Zielgruppe sie hat.
2.1 Wie alles begann
Die frühere Lehrerin Anne Wood, heute Produzentin von mehreren Kinderfernsehprogrammen und Erfinderin der Teletubbies, wurde von der BBC (British Broadcasting Company) beauftragt, eine neue Kinderserie zu entwickeln. Zusammen mit dem Sprachtherapeuten und Schauspieler Andrew Davenport, der bereits seit längerem mit der Idee spielte, eine Comedy-Serie für Kinder mit zwei Astronauten in einem Garten zu gestalten, entstand kurz zusammengefasst folgende Idee: Vier Charaktere wohnen in ihrem Land wie auf einem anderen Planeten und sind nur durch TV-Bildschirme auf ihren Bäuchen mit der realen Welt verbunden. Dieses Konzept für eine Sendung für Kleinkinder legte Anne Wood 1995 dem Sender BBC vor. Anfang 1996 wurde die Kulisse für das Teletubbie-Land errichtet und nur wenige Wochen später begann die Produktion der ersten Folgen (Hersteller: Ragdoll Productions für die BBC). Am 31.07.1997 lief die erste Folge im BBC-Programm.
2.2 Der Begriff ”Teletubbies”
Zunächst war für die vier Charaktere der Kinderserie der Name ”Teleteddys” überlegt worden. Da es sich jedoch um eine Sendung für die allerkleinsten Zuschauer handelt, wurden sie in ”Teletubbies” umbenannt - eine Mischung aus Babies und Teddys.
2.3 Die Sprache der Teletubbies - Die Funktion des Erzählers Die Sprache der Teletubbies besteht aus einfachen Lauten. ”Hallo” zur Begrüßung zum Beispiel wird zu ”Eh-Oh”. Ein Erzähler führt durch die einzelnen Episoden und beschreibt in kurzen und klaren, langsam gesprochenen Sätzen, was gerade passiert.
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2.4 Die Charaktere der Kinderserie Die Kinderserie ”Teletubbies” umfasst vier Charaktere (vgl.
www.tvshows.de/teletubbies).
Tinky-Winky: Tinky-Winky (lila), ein Junge, ist der größte und liebenswürdigste Teletubbie. Er kugelt sich gerne den Hügel herunter und läuft, hüpft und tanzt. Er hat sein persönliches Teletubbie-Lied, das er gerne singt. Von den anderen Teletubbies mag er Po am liebsten.
Dipsy: Dipsy (grün), ebenfalls ein Junge, ist der zweitgrößte Teletubbie. Er geht gerne spazieren und mag rockige Musik. Ständig erfindet er eigene Lieder, die er gerne singt. Dipsy ist vom Charakter her cool. Von den anderen Teletubbies mag er Laa-Laa am liebsten.
Laa-Laa: Laa-Laa (gelb) ist ein Mädchen und der fröhlichste Teletubbie. Sie liebt Musik und kann toll singen und tanzen. Oft sieht man sie mit ihrem orangefarbenen Ball spielen. Laa-Laa liebt das Tubby-Schmusen.
Po: Po (rot), ebenfalls ein Mädchen, ist der kleinste Teletubbie. Sie ist pfiffig und hat viele Ideen. Sie hüpft und springt gerne und fährt viel mit ihrem quietschenden Roller umher. Ihr bester Freund unter den Teletubbies ist Tinky-Winky.
2.5 Ablauf einer Teletubbie-Episode
Die Sendedauer einer Folge beträgt etwa 23 Minuten. Jede Folge unterliegt demselben Schema im Ablauf:
Jede Folge beginnt mit der Einleitung des Erzählers ”Hinter den Bergen und keinem bekannt, hier liegt das Teletubbie-Land”. Es folgt ein vierminütiger Vorspann: Aufgehen der Sonne, Vorstellung des Teletubbie-Lands und der vier Teletubbies. Im Anschluss kommt ein Teletubbie-Teil. Dieser dauert mehrere Minuten und ist immer unterschiedlich (Teletubbies spielen oder essen etc.). Dann aktiviert sich das Zauberrad (Windrad) und es kommt ein Filmbeitrag aus der realen Welt. Dieser sogenannte ”Insert” dauert etwa 3 Minuten und wird nochmals wiederholt. Nach dem Filmbeitrag verabschieden sich die Teletubbies von den Zuschauern, auch hier sind mehrere Minuten für angesetzt.
Für jede Folge sind aufgrund des identischen Ablaufs aller Folgen nur 11 Minuten neues Rohmaterial erforderlich (Teletubbie-Teil, Filmbeitrag).
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2.6 Erfinder und Produzentin im Interview
Folgende Antworten gaben Andrew Davenport bzw. Anne Wood der BBC zu Fragen bezüglich der Hintergründe und des Inhalts der Kindersendung:
Question: How did you think of the idea for the Teletubbies?
Answer: (...) The shortest answer is that we look to our audience for all our ideasthe programme is build out of how children play, how they develop language and what they are naturally interested in (...)
Question: How old are the Teletubbies? Will they ever grow?
Answer: The Teletubbies are characters that behave like children aged about one or two. They will never grow older any more than (...) Kermit the Frog, Mickey Mouse (...) will age.
Question: Why are the Teletubbies purple, green, yellow and red? Answer: We chose bright modern colours to go with the technological world of the Teletubbies. The evidence is that young children prefer bright colours (...) It is also very important to give each Teletubby character their own colour so that they are easily recognised by a young child who is trying to follow the story.
Question: Why are the Teletubbies so appealing to people of all ages from 18 months to about 60 years?
Answer: The Teletubbies are designed to behave like happy, energetic toddlers, so of course they are appealing. Children enjoy the antics of the Teletubbies - they see their own world reflected in the stories. Adults seem to enjoy the innocent fun (...)
(vgl. www.bbc.co.uk/education/teletubbies)
2.7 Die Teletubbies erobern Deutschland
Die Rechte an der Serie für Deutschland hat sich die ARD - Das Erste (öffentlichrechtlich) gesichert. Seit März 1999 werden die Teletubbies auf Kika, dem Kinderkanal ausgestrahlt. Darüber hinaus sind die Teletubbies auf diversen dritten Programmen der ARD zu sehen.
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3 Erziehungswissenschaften und Medienpädagogik
Dieser Abschnitt soll aus wissenschaftlicher, explizit pädagogischer Sicht verdeutlichen, welche Ansprüche an die Medien, insbesondere den Film hinsichtlich der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gestellt werden. Ferner wird beschrieben, welche Entwicklungsstufen ein Kind durchläuft.
3.1 Entwicklungsphasen des Kindes
Nach Havighurst (aus Olbrich 1982) werden folgende Entwicklungsperioden und Entwicklungsaufgaben unterschieden (Auszug):
Der Mensch durchläuft in seinem Leben unterschiedliche Entwicklungsstufen. Gerade in den ersten Lebensjahren entwickelt sich der Mensch merklich. Grundsätzlich lässt sich aus o.g. Schema erkennen, welche wichtigen Entwicklungsschritte ein Kind durchläuft: Sprach-, Phantasie- und Spielentwicklung mit ca. ein bis zwei Jahren. Davor ist das Kind beschränkt auf die Grobmotorik und die Objektpermanenz.
Diese Erkenntnis wird auch in dem ”Überblick über die motorisch-perzeptuelle Entwicklung von der Geburt bis zum 6. Lebensjahr” deutlich (vgl. Holle 1996, S. 208ff). Erst ab dem zweiten bzw. dritten Lebensjahr ist ein Kind in der Lage, Dinge visuell fest zu fixieren, Objekte als Ganzes zu erfassen und Farben zu erkennen. Mit etwa ein bis zwei Jahren erkennt ein Kind die Formkonstanz von Objekten und kann Bilder richtig herum drehen. Das erste Lebensjahr ist hinsichtlich des Sehens und der visuellen Perzeption - chronologisch von der ersten Lebenswoche an - beschränkt
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Arbeit zitieren:
Alexandra Schmidt, 2003, Teletubbies - Sandmännchen auf Ecstasy oder Teddy-Potential, München, GRIN Verlag GmbH
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