Inhalt
1. Einleitung
2. Der primäre und sekundäre Sektor der deutsche n Gesellschaft
2.1. Der tertiäre Sektor
3. Schwarzarbeit in Deutschland
3.1. Schwarzarbeit im Haushalt
3.2. Schwarzarbeit in öffentlichen Dienstleistungen
3.3. Schwarzarbeit im Baugewerbe
4. Maßnahmen zur Verhinderung von Schwarzarbeit
5. Fazit
6. Literaturnachweis
7. Eigenständigkeitserklärung
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1. Einleitung
Viele Soziologen dürften sich diese Frage gestellt haben: „In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?“. Zur Beantwortung dieser Frage gibt es zahlreiche Antwortmöglichkeiten wie beispielsweise Spassgesellschaft, Konsumgesellschaft, Risikogesellschaft (U.Beck), Wissensgesellschaft, Informationsgesellschaft oder auch Dienstleistungsgesellschaft (J.Fourastié )
„Die wirtschaftliche Entwicklung wird einen tertiären Weltwandel immer notwendiger machen.“ (Fourastié 1969: 211) So erklärte der französische Ökonom Jean Fourastié die Entwicklung des tertiären Sektors. Es heißt weiter, unsere Gesellschaft wandle sich immer mehr zu einer Dienstleistungsgesellschaft, da in Deutschland die Anzahl der s ozialen Dienstleistungen stetig steigt. In diesem Zusammenhang sagte Luhmann „Nächstenliebe ist OUT!“ (Luhmann 1973: 36). Soziale Dienste, die früher als Nachbarschaftshilfe angeboten wurden, werden nun bezahlt. Auf Grund des Booms der Dienstleistungsgesellschaft steigen auch die Zahlen der Schwarzarbeiter, die eine „schnelle Mark“ machen wollen. Im Haushalt wird die Putzfrau nicht angemeldet oder die Enkelin pflegt die Großmutter und e rhält das Pflegegeld.
Diese Arbeit soll sich mit Schwarzarbeit in Dienstleistungen beschäftigen, wie sie entsteht und verhindert werden kann. Daher wird zunächst explizit auf die Gesellschaft und ihre Sektoren eingegangen, um darauf folgend auf die Dienstleistungen einzugehen.
Ferner gibt es einen Einblick in den Bereich der Schwarzarbeit in Deutsch-land. Hierbei wird auf die Entstehung und die Verhinderung dieser eingegangen, sowie Beispiele gegeben.
Schließlich werden im Fazit Zukunftsaussichten sowie argumentatorische Erläuterungen zu finden sein.
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2. Der primäre und sekundäre Sektor der deutschen Gesellschaft
Unsere Gesellschaft wird, wie der Name der „Drei-Sektoren-Hypothese“ schon vermuten lässt, in drei Sektoren aufgeteilt (Rohstoffgewinnung, Rohstoffverarbeitung, Dienstleistung), deren Schwerpunkte sich im Laufe der Zeit verlagern. Das Modell soll die Entwicklung von der Agrargesellschaft hin zu Informationsgesellschaft aufzeigen. Die Gründungsväter, dieser in der Volkswirtschaftslehre entstandenen Hypothese, waren C. Clark (1952) und Jean Fourastié (1954) 1 , aber schon Allan B. G. Fisher war 1939 ein Vorreiter dieser Theorie 2 . Für Fourastié ist der Wandel der Gesellscha ft vom primären über den sekundären, hin zum tertiären Sektor durchaus positiv.
Nun soll explizit auf die „Drei Sektoren Hypothese“ von Fourastié eingegangen werden. Zunächst teilt Fourastié die Gesellschaft in drei Sektoren auf. In den primären Sektor (Land - und Forstwirtschaft, Fischerei, Energie Wasserversorgung, Bergbau), den sekundären Sektor (Industrie, Baugewerbe) und in den tertiären Sektor (übrige Wirtschaftsabteilungen, Dienstleistungen) (Häußermann/Siebel 1995: S.22).
Nach Fourastié ist in der Gesellschaft ein Strukturwandel zu verzeichnen, der in drei Schritte eingeteilt werden kann. Da wäre zunächst die Traditionelle Zivilisation. Hierbei arbeiten 70 % der Beschäftigten im primären, 20 % der Arbeitenden im sekundären und nur 10 % im tertiären Sektor. Diese Gesellschaft entsprach „europäischen Staaten im Mittelalter und war „wissenschaftlich gesehen noch nicht weit entwickelt“. Maschinen kamen in der Produktion selten zum Einsatz. Die zweite Phase nennt Fourastié die Übergangsperiode. Die meisten Beschäftigten arbeiteten hier im sekundären Sektor (50 %). Die Zahlen des primären Sektors gingen rapide zurück (20 %) und die Beschäftigungszahlen des tertiären Sektors stiegen von 10 % auf 30 %. Beispielsweise in der Landwirtschaft wurden in dieser Zeit Maschinen eingesetzt, die im sekundären Sektor produziert werden mussten. Die Folge war die Rationalisierung der Arbeitsplätze, die von Maschi- 1 http://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Sektoren-Hypotheseabgefragt am.3.10 2005 um 17.28
Uhr.
2 http://www.schader-stiftung.de/gesellschaft_wandel/442.php abgefragt am 3.10.2005 um 12.25
Uhr.
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nen ersetzt wurden. Fourastié setzt die Entwicklung der Übergangsphase mit der Entstehung der Industrialisierung gleich, die mit einer erhöhten Nachfrage von Maschinen und der Fließbandarbeit einhergeht. Die dritte und letzte Phase, die Fourastié beschreibt bezeichnet er als tertiäre Zivilisation. Die Hauptbeschäftigungszahlen hat in dieser Phase der tertiäre Sektor zu verzeichnen (70%). Die Zahlen des primären Sektors sinken auf 10% und die des sekundären Sektors auf 20 % 1 . Die beiden ersten Sektoren (primär und Sekundär) stehen für die Produktion von Gütern, wobei der sekundäre Sektor ein hohes Rationalisierungspotential aufweißt, wodurch mehr Produkte mit weniger Menschen produziert werden können. Dadurch werden Stellen von Arbeitern reduziert, die ihren neuen Platz in den Dienstleistungen finden, da diese nur durch „Menschenhand“ ausgeführt werden können. Nach Fourastié wird der Bedarf an Produkten aus dem sekundären Sektor ansteigen, da viele verschiedene Produkte ohne großen Aufwand produziert werden können. Für Fourastié ist auch der tertiäre Sektor ein Produktionssektor, allerdings einer mit geringer Arbeitsproduktivität 3 . Das heißt, im tertiären Sektor kann keine Überproduktion entstehen, da das niedrige Rationalisierungspote ntial es verhindert (Fourastié 1969). Unter dem soeben genannten „Rationalisierungspotential“ wird die Tatsache verstanden, dass beispielsweise in Dienstleistungen Produkte nicht auf Vorrat gefertigt werden können, wobei es im sekundären Sektor der Fall ist.
Es gibt natürlich nicht nur Optimisten, wie Fourastié, die sich für die Dienstleistungsgesellschaft aussprechen, sondern auch Pessimisten wie den Sozialwissenschaftler Christian Girschner. Er schrieb 2003 das buch „Die Dienstleistungsgesellschaft - Zur Kritik einer fixen Idee“ in dem er die Begriffe „Dienstleistung“ und „Dienstleistungsgesellschaft“ als Allerweltsfloskeln tituliert, die nur verwendet werden, wenn ein Allheilmittel für soziale Krisenbereiche gesucht wird. Keiner wisse genau, was Dienstleistungen eigentlich seien. Die Dienstleistungsgesellschaft sei schlichtweg eine so-
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Arbeitsproduktivität
wird hier als Arbeitsergiebigkeit, als Verhältniszahl des Produktionswe rtes und damit der Wertschöpfung im Hinblick auf die
eingesetzte Arbeitsmenge definiert. (http://www.schader-stiftung.de/gesellschaft_wandel/442.php abgefragt am 2.10.2005 um 19.20 Uhr.)
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zialwissenschaftliche Fiktion, wobei der Dienstleistungssektor nicht steigt, sondern sinkt 4 .
„Während Industrie und verarbeitendes Gewerbe zurückgehen, nimmt der Bereich der Dienstleistungen zu“(Schulte in Mangold 1998: 147).
2.1. Der tertiäre Sektor
Die Technologie entwickelt sich stets weiter und somit entsteht die Nachfrage nach „neuen Tätigkeitsfeldern“ in den Berufen (Schulte in Mangold 1998: 147). „Gaststätten, Hotelgewerbe, Krankenhäuser, Haushaltstätigkeiten, Kinder- und Altenbetreuung oder Reparaturarbeiten an Gebäuden oder Häusern sind nur einige Bereiche“, in denen Dienstleistungen ausgeführt werden. Der Trend zu Singlehaushalten und der demographische Wandel der Gesellschaft, das heißt das immer älter werden der Bevölkerung, tragen einen großen Beitrag zum Boom der Dienstleistungen bei. In Deutschland sind über 60% der Beschäftigten in Dienstleistungen tätig, wobei die Zahl stä ndig steigt (Nerdinger in Spieß 1998: 81). Dienstleistungen (DL) werden in Sektoren eingeteilt. Zunächst gibt es die produktionsbezogenen DL wie Versicherung, Reinigung, Rechtsberatung, Wohnungswesen, Vermietung und viele andere. Des Weiteren werden DL in distributive (Einzelhandel, Eisenbahn, Schifffahrt), konsumbezogene (Gaststätten, Medien, Fotografie), soziale (Schulen, Kinder- und Altenheime) und staatliche (Sicherheit, Ordnung, Verteidigung) Dienstleistungen unterteilt 5 .
Ferner gibt es zwei Formen von Dienstleistungen. Zum einen die direkt bezogenen, worunter beispielsweise die Massage oder der Frisörbesuch zu verstehen sind und die indirekt bezogenen Dienstleistungen. Indirekt bezogene Dienstleistungen sind in der Gastronomie zu f inden. Hierbei wird der Kellner für die guten Künste des Kochs bezahlt. Ein weiteres Bespiel wäre der Besuch beim Arzt, denn zunächst bezählt der Kunde nicht
4 http://www.papyrossa.de/dienstleistung.htm abgefragt am 31.08.2005 um 14.37 Uhr.
5 http://www.imo-institut.de/download/tourismusbericht/Anhang1-3.pdf abgefragt am
10.09.2005 um 12.30 Uhr.
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Arbeit zitieren:
B.A. Sonja Pawlowski, 2005, Schwarzarbeit in Deutschland - Ein unkontrollierbares Kontinuum im tertiären Sektor, München, GRIN Verlag GmbH
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