Johannes Kepler Universität
Institut für Soziologie
Abteilung für Wirtschaftssoziologie und Stadt- u. Regionalforschung
Lehrveranstaltung: VU Grundlagen zur Industrie- und Betriebssoziologie
Die Hawthorne-Experimente
eingereicht von:
Andreas Bauer, Daniela Böhm,
Harald Greinstetter und Christa Klausner
SS 2004
Inhaltsverzeichnis
1. Arbeitsdifferenzierung (Harald Greinstetter) ... 3
2. Frederick W. Taylor (1856 -1915) (Harald Greinstetter) ... 3
3. Die Hawthorne-Experimente (Harald Greinstetter) ... 4
3.1 Erste Versuchsreihe - Beleuchtungsexperimente (Harald Greinstetter) ... 6
3.2 Relay Assembly Test Room (Daniela Böhm) ... 7
3.3 Interviewprogramm (Christa Klausner) ... 11
3.4 Mica-Splitting-Gruppe (Andreas Bauer) ...15
3.5 Bank-Wiring-Gruppe (Andreas Bauer) ...15
3.6 Resümee (Christa Klausner) ... 18
Literaturverzeichnis...20
1. Arbeitsdifferenzierung
Seit der Kulturrevolution in der Jungsteinzeit, in der der Mensch zum ersten Mal begann sesshaft zu werden und Vorratswirtschaft zu betreiben, zieht sich der Prozess der Arbeitsdifferenzierung bzw. der Spezialisierung wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte.
Waren es anfangs noch rudimentäre Tätigkeiten, die jeder selbst ausführte bzw. Produkte, die jeder selbst herzustellen im Stande war, so änderte sich das bald, nachdem neue Materialien entdeckt wurden, zu deren Verarbeitung spezielle Kenntnisse erforderlich waren, über die nicht jeder verfügte bzw. deren Geheimnisse streng gehütet waren.
Mit beginnender Industrialisierung und der sie kennzeichnenden Fabriksarbeit bekam die Arbeitsdifferenzierung ein neues Gesicht. Jetzt gab es nicht nur mehr einzelne Zünfte, die ein bestimmtes Handwerk ausführten, wie zum Beispiel einen Schmied oder einen Zimmermann, jetzt gab es eine Arbeitsdifferenzierung die zur Arbeitsteilung führte, was nichts anderes heißt, als dass sämtliche oder auch nur bestimmte Arbeitsschritte oder Tätigkeiten von unterschiedlichen Personen ausgeführt wurden, die aus Gründen der Rationalisierung immer dieselbe Tätigkeit ausüben.
2. Frederick W. Taylor (1856 -1915)
Taylors Ziel war es, exakte Prinzipien zum rationellen Einsatz von Menschen und Maschinen im Produktionsprozess zu finden (vgl. Steinmann/Schreyögg 2000, S. 40).
Die bis dahin übliche traditionelle Art und Weise, die industriellen Arbeitvollzüge zu gestalten, revolutionierte Taylor indem er die Einheit von Planung und Ausführung auflöste.
Indem diese Einheit aufgebrochen und damit die Planung und Kontrolle von der Bindung an die Person des Arbeiters gelöst wurde, entstand zuallererst die Möglichkeit, die Arbeitsplanung systematisch zu gestalten und zu entwickeln (vgl. Steinmann/Schreyögg 2000, S. 40).
So erfolgreich das Taylor-System auf der einen Seite auch war, so sehr umstritten war es auf der anderen Seite, und zwar von Anfang an. Man sah schon früh die negativen Konsequenzen für den arbeitenden Menschen in Form der Entfremdung von seiner Arbeit (Teilung und dadurch Sinnentleerung der Arbeit, Disziplinierung und Überwachung der Arbeiter mit der Folge der Fremd- statt Selbstbestimmung etc.) (vgl. Steihmann/Schreyögg 2000, S. 42).
3. Die Hawthorne-Experimente
Einen Durchbruch in der menschengerechten Arbeitsgestaltung bzw. Arbeitsbedingungen gelang erst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts mit den Ergebnissen der Forschungen von Elton Mayo in den Hawthorne-Werken der General Electric Company in Chicago.
In den Hawthorne-Werken wurden Fernsprechapparate hergestellt. Die Sozialleistungen für die Arbeiterschaft waren für die damaligen Verhältnisse bemerkenswert fortschrittlich (Krankengeld, Urlaubsbeihilfen, Altersrenten u.a.). Das Arbeitklima war jedoch nicht das Beste und das wiederum war in der Durchschnittsleistung der Arbeiter deutlich zu spüren.
Um dem entgegenzuwirken wurden Leistungsexperten zugezogen. Deren Methoden waren aber erfolglos und so wandte man sich 1924 an die National Academy of Sciences, deren Untersuchung zunächst nur darin bestand, das Verhältnis zwischen Arbeitsleistung und Helligkeit am Arbeitsplatz zu erforschen (vgl. Brown 1956, S. 49). Diese Experimente stützten sich auf die gängige Meinung, dass der einzelne Arbeiter als isolierte Einheit, und schon gar nicht im Kollektiv bzw. in einer Gruppe mit deren spezifischen Verhaltensformen und Regelungen, aufgefasst werden sollte. Überdies verglich man den Arbeiter gerne in verschiedenen Punkten mit einer Maschine, deren Leistung sich wissenschaftlich genau berechnen lassen würde (vgl. Brown 1956, S. 49).
[...]
Arbeit zitieren:
Andreas Bauer, Daniela Böhm, Harald Greinstetter, Christa Klausner, 2004, Die Hawthorne-Experimente, München, GRIN Verlag GmbH
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