TU-Braunschweig
Psychologie - Lernpsychologie
Examensarbeit
Prüfungsangst und Lernen
eingereicht von:
Vanessa Schünemann
2005
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 5
2. Definition grundlegender Begriffe ... 7
2.1 Angst ... 7
2.1.1 Angst als Zustand und Angst als Eigenschaft ... 8
2.1.1.1 Angst als Zustand (A-STATE) ... 9
2.1.1.2 Angst als Eigenschaft (A-TRAIT) ... 10
2.2 Lernen ... 10
2.2.1 Lernstrategien ... 11
2.3 Prüfungsangst ... 12
3. Angstarten nach Schwarzer ... 13
3.1 Die Existenzangst ... 13
3.2 Die soziale Angst ... 13
3.3 Die Leistungsangst ... 13
4. Theorien der Angstentstehung ... 15
4.1 Psychoanalytische Theorie ... 15
4.1.1 Erste Angsttheorie FREUDs ... 16
4.1.2 Signaltheorie von FREUD ... 17
4.1.3 Zusammenfassung der Psychoanalytischen Theorie ... 18
4.2 Behavioristische Theorien ... 18
4.2.1 Zwei-Prozess-Theorie ... 19
4.2.2 Abschließende Bemerkungen zu den behavioristischen Theorien ... 24
4.2.3 Trait-State-Modell der Angst nach Spielberger ... 24
4.3 Kognitive Angsttheorien ... 26
4.3.1 Die Angstkontrolltheorie von Epstein ... 26
4.3.2 Die Stressbewältigungstheorie von Lazarus ... 28
5. Prüfungsangst ... 31
5.1 Prüfungsangstkonzeptionen ... 31
5.1.1 Der Ansatz von Mandler und Sarason ... 31
5.1.2 Der Ansatz von Alpert und Haber ... 32
5.1.3 Der Ansatz von Liebert und Morris ... 33
5.1.4 Der Ansatz von Wine ... 35
5.2 Prüfungsangst in Prüfungssituationen ... 37
5.3 Merkmale und Erscheinungsbild der Prüfungsangst ... 38
5.3.1 Gedankliche (kognitive) Symptome ... 38
5.3.2 Physiologisch-biochemische Angstsymptome ... 39
5.3.3 Motorische Angstsymptome ... 39
5.3.4 Weitere Angstsymptome ... 39
5.4 Gründe für Prüfungsangst ... 41
5.5 Messungen von Prüfungsangst ... 42
5.5.1 Die Selbsteinschätzung: ... 42
5.5.2 Die Fremdeinschätzung: ... 43
5.5.3 Die apparativen Messungen: ... 43
5.6 Angst und Leistung ... 43
5.6.1 Angst und Leistung in Schule und Hochschule ... 44
5.7 Typische Einstellungen von Prüfungsängstlichen ... 46
5.8 Leistungsangst im Gruppenvergleich: Geschlecht, Schulart und Sozialstatus ... 47
5.9 Bedingungen für die Beeinträchtigung bzw. Förderung der Leistung durch Prüfungsangst ... 49
5.9.1 Kompetenz ... 49
5.9.2 Angststärke ... 49
5.9.3 Schwierigkeitsgrad von Aufgaben ... 50
5.9.4 Prüfungsroutine ... 50
6. Bewältigung von Prüfungsangst ... 51
6.1 Coping - Angstbewältigung aus kognitionstheoretischer Sicht ... 51
6.2 Das Repression-Sensitization-Konstrukt ... 53
6.3 Coping-Verhalten in Leistungssituationen ... 54
7. Empirieteil ... 57
7.1 Fragestellungen ... 57
7.2 Versuchsplan ... 58
7.2.1 Versuchspersonen und Versuchsleiter ... 58
7.2.2 Aufbau des Gesamtfragebogens ... 58
8. Empirische Befunde ... 60
8.1 Befunde zur förderlichen und hemmenden Angst in Bezug auf das Geschlecht ... 60
8.2 Prüfungsängstlichkeit und aktuelle Motivation ... 62
8.3 Prüfungsangst und Emotionen ... 64
8.4 Prüfungsängstlichkeit und Lernverhalten ... 66
8.5 Lernstrategien der hemmenden und förderlichen Prüfungsangst ... 66
8.6 Hemmende, förderliche Prüfungsangst und Klausurleistung ... 68
8.7 Vergleiche zwischen Student/Innen der alten Prüfungsordnung und Bachelorstudent/Innen ... 72
9. Diskussion der Befunde ... 75
10. Literatur ... 79
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen befasst sich mit dem Thema Prüfungsangst und Lernen. In der heutigen Gesellschaft sind Leistungsdruck und Stress von großer Bedeutung. Die Angst vor dem Versagen spielt bei vielen Menschen eine große Rolle. Angst kann auf der einen Seite dazu anregen, die Anstrengungen zu vergrößern, sprich, einen förderlichen Charakter haben aber auf der anderen Seite kann sie auch durch eine Blockierung einen hemmenden Charakter einnehmen.
Um die Prüfungsangst zu verstehen, war es für mich wichtig, zu Beginn dieser Arbeit auf das Entstehen der Angst einzugehen. Im weiteren Verlauf wird auf die Prüfungsangst und ihre Merkmale eingegangen. Wichtig für mich ist es, die verschiedenen Einstellungen von Hoch- und Niedrigprüfungsängstlichen zu verdeutlichen sowie aufzuzeigen, dass es eine hemmende und eine förderliche Prüfungsangst gibt. Der zweite Teil der Arbeit, der Empirieteil befasst sich ebenfalls mit Prüfungsängsten, die von der hemmenden und förderlichen Seite her untersucht wurden. Mich sprach diese Thematik sehr an, da ich in meinem Leben oft unter Prüfungsangst gelitten habe und sich diese zu bestimmten Prüfungen manchmal noch bemerkbar macht. Sowie eine Klausur in der Schule angekündigt wurde, war ich bereits schon Wochen vorher kaum in der Lage, mich auf das Lernen zu konzentrieren. Etwa zwei Tage vor der Prüfung, konnte ich kaum noch richtig schlafen, aus Angst etwas Wichtiges vergessen haben, zu lernen. Diese Prüfungsangst machte sich besonders in den Fächern bemerkbar, in denen ich wusste, dass ich keine sehr gute Note bekommen würde. Am Tag der Prüfung stand ich immer sehr pünktlich auf, aus Angst zu spät zur Prüfung zu kommen. Sowie ich in der Schule angekommen war, redeten alle über die Prüfung. Mein Herz fing an zu klopfen und meine Hände wurden kälter.
Doch heute als Studentin betrachte ich die Situationen der Prüfungen aus einer anderen Perspektive. Zwar habe ich diese Art der Angst bis jetzt nicht besiegen können, doch weiß ich jetzt, wie ich am besten Lernen kann und welche Lernstrategien am zweckvollsten sind.
Es muss berücksichtigt werden, dass die Angst eine Emotion ist, die sich bei jedem Individuum anders auswirkt und durch verschiedene Situationen und persönliche Merkmale beeinflusst wird.
Aus meiner Sicht erscheint es mir als zukünftige Lehrerin wichtig, sich mit dem Thema Prüfungsangst intensiv auseinanderzusetzen, um dann im Berufsleben zu versuchen, prüfungsängstlichen Kindern die Angst vor den Prüfungen zu nehmen. Meiner Meinung nach kann nur ein angstfreies Lernen die Aufnahmebereitschaft und Kreativität von Kindern garantieren. Ich habe mir mit dieser Arbeit zum Ziel gesetzt, das Angstentstehen und die Symptomatik der Prüfungsangst herauszuarbeiten, sowie Handlungen zur Prüfungsangstbewältigung aufzuzeigen.
2. Definition grundlegender Begriffe
Um einen ersten Einblick zu bekommen, was das Wort „Angst“ bedeutet, werden im Folgenden die Begriffe „Angst“ und die verschiedenen Aspekte der Angst, „Angst als Zustand“ und „Angst als Eigenschaft“ definiert.
2.1 Angst
Nach DORSCH (2004, S. 44) ist das Wort „Angst“ verwandt mit dem lateinischen „angustus“ und bedeutet „eng“, „beengend“, „die freie Bewegung hindernd.“ So lassen sich nach GAGE/BERLINER (1996, S.159) im Anschluss an Spielberger zwei Arten von Angst unterscheiden. Zum einen die Angst als Zustand, die sich auf bestimmte Situationen bezieht. Der Mensch kann in diesem Fall Angst zu einem bestimmten Zeitpunkt, z.B. vor einer Prüfung, haben. Zum anderen die Angst als Disposition, die den Rang einer Persönlichkeitseigenschaft einnimmt.
Im deutschen Wörterbuch von J. und W. Grimm (1854 Spalte 358, zitiert nach LENZEN, 1998, S.56) heißt es „Angst ist nicht blosz mutlosigkeit, sondern quälende sorge, zweifelnder, beengender zustand überhaupt.“
Lenzen (1998, S.56) ist der Meinung, dass mit dieser Begriffsbestimmung bereits drei wesentliche Sachverhalte angesprochen sind: erstens die subjektive Gefühlsqualität (quälende Sorge), zweitens der objektive Sachverhalt (beengender Zustand) und drittens die daraus resultierende Folge (mehr als Mutlosigkeit). In dem Handwörterbuch von Dorsch (2004, S.44) findet man eine Beschreibung zu Angst, die er definiert, als
[...]
Arbeit zitieren:
Vanessa Schünemann, 2005, Prüfungsangst und Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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