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Willi Baumeister - Immer abstrakter

Titel: Willi Baumeister - Immer abstrakter

Seminararbeit , 2005 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Benjamin Thaler (Autor:in)

Kunst - Malerei
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Zusammenfassung Leseprobe Details


„abstrakte Kunst, Bezeichnung für die seit etwa 1910 entstandenen Werke von Malerei und Plastik, die nicht die gegenständliche, objektive Wirklichkeit – in welchem Stil auch immer – wiederzugeben suchen, sondern die eigene Bildwirklichkeit zum Darstellungsziel erheben und sich von der Wiedergabe der äußeren Erscheinung lösen. [...] Zahlreiche abstrakte Gemälde sind daher durch eine >>Wesensschau<< gekennzeichnet, die hinter der optischen Erscheinung der Natur die wesentlichen Antriebskräfte erkennen und wiedergeben möchte“.

Thema dieser Hausarbeit ist die Entwicklung der Abstraktion in den Gemälden Willi Baumeisters. Als Beispiele dienen Werke aus der Hängung des neuen Kunstmuseums in Stuttgart, zur Eröffnungsausstellung „Angekommen – die Sammlung im eigenen Haus“.
Ich habe zwei Bilder aus der Schachspiel-Werkgruppe ausgewählt, bei deren Vergleich man einen Schritt in die Abstraktion nachvollziehen kann. Da Baumeister seine Bilder, fast ausschließlich als Serien und Werkgruppen gemalt hat, würde sich auch der Vergleich der Serien untereinander anbieten. Es ist jedoch nicht möglich in dieser Hausarbeit jede einzelne der ca. 21 unterschiedlichen im Kunstmuseum repräsentierten Werkgruppen für sich und im Hinblick auf das Gesamtwerk zu untersuchen (Im Werkkatalog sind 65 einzelne Werkgruppen aufgezeigt ), deshalb habe ich mich auf zwei Beispiele einer Werkgruppe konzentriert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Willi Baumeister – Eckpunkte und Lebensstationen

3. Ein kurzer Blick auf das gesamte malerische Werk

4. Das Schachspiel und der formale Schritt

4.1. Die Schachspiel-Serie, eine allgemeine Beschreibung

4.2. Reduzierung auf das Wesentliche

5. Darstellen oder Sein

6. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert die Entwicklung der Abstraktion im malerischen Werk von Willi Baumeister. Anhand der Werkgruppe "Schachspiel" wird untersucht, wie der Künstler von einer gegenständlichen Darstellung zu einer reduzierten, abstrakten Bildsprache gelangt und inwiefern dieser Prozess im Kontext platonischer Kunstauffassungen interpretiert werden kann.

  • Biografische Eckpunkte und Lebensstationen Willi Baumeisters
  • Überblick über die malerische Werkentwicklung und zentrale Seriengruppen
  • Formale Analyse des Abstraktionsschrittes in der Schachspiel-Werkgruppe
  • Auseinandersetzung mit dem Begriff des "Darstellens" gegenüber dem "Sein"
  • Philosophische Einordnung der Abstraktion durch Platons Lehre der Formen

Auszug aus dem Buch

4.2. Reduzierung auf das Wesentliche

Um dieses Thema darzustellen, gebraucht Baumeister im Bild von 1925 (Abb.1) noch eine verhältnismäßig aufwändige Kulisse, bestehend aus Spielern und Spielfeld, auf dem das Schachspiel durch das Liniengeflecht dargestellt ist. Im zweiten Bild von 1927 (Abb.2) wird die Idee des Schachspiels in reiner, auskristallisierter Form und ohne ablenkende Kulisse dargestellt. Dazu genügt es Baumeister die Spieler auf eine Andeutung des Kopfes, oder vielleicht sogar des Gehirns, zu reduzieren, da die übrigen Teile des Körpers für das Denken nicht benötigt werden und den Betrachter ablenken. Auch das Schachbrett fällt weg und es ist nur noch das Gedankengeflecht mit einer Verbindung zu einem der angedeuteten Köpfe zu sehen.

Wenn man die Linien des Geflechts genauer betrachtet, fällt auf, dass sie sich manchmal gabeln und aufzweigen, um in jeweils verschiedene Richtungen weiterzulaufen, oder dass eine zweite Linien-Punkt-Folge darüber liegt. Man könnte vermuten, die Punkte und Gabelungen stehen für die Gedanken, Abwägungen und Entscheidungen des Schachspielers, welche über die Linien, als Konsequenz zum nächsten Punkt bzw. Gedankengang, führen. Das erinnert an die Struktur einer Mindmap, die z.B. zum vereinfachten Aufzeichnen von Gedanken, Entscheidungen, Entwicklungen und Folgen, als eine Art Entscheidungshilfe dient. Im Hintergrund finden sich keine Linien und sich abhebende Flächen mehr, es gibt nur noch eine gold-ockerfarbene, sphärische, wolkige Hintergrundfläche, die viel leichter und weiter erscheint, als die der vorangegangenen Bilder.

Baumeister hat im Bild von 1927 (Abb.2) also allen unnötigen Ballast abgeworfen, um eine möglichst klare und eindeutige Bildaussage zu machen. Er hat die Elemente auf das Wesentliche reduziert ohne dabei auf die Natur als Vorbild zu achten. Es ist nur noch das Schachspiel an sich abgebildet. Wenn man das Werk (Abb.2) jedoch zum ersten mal isoliert und ohne, die im Titel enthaltene Information aufgenommen zu haben, betrachtet, kann man vieles mit diesem Motiv assoziieren. Vermutlich würde man eine Sternkarte oder ähnliches herauslesen, dass man ein Schachspiel erkennt, ist eher unwahrscheinlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird der theoretische Rahmen der abstrakten Kunst erläutert und die methodische Konzentration auf die Werkgruppe des Schachspiels innerhalb der Arbeit begründet.

2. Willi Baumeister – Eckpunkte und Lebensstationen: Dieses Kapitel skizziert den Lebenslauf des Künstlers sowie seine Bedeutung als Theoretiker und Wegbereiter der abstrakten Malerei in der europäischen Nachkriegszeit.

3. Ein kurzer Blick auf das gesamte malerische Werk: Der Text bietet einen Überblick über die stilistische Entwicklung Baumeisters, von den ersten impressionistischen Arbeiten bis hin zu den symbolhaften Ideogrammen und Eidos-Bildern.

4. Das Schachspiel und der formale Schritt: Die Analyse konzentriert sich auf die formale Vereinfachung und den damit verbundenen Abstraktionsprozess innerhalb der Schachspiel-Werkgruppe.

5. Darstellen oder Sein: Das Kapitel verknüpft die künstlerische Abstraktion mit Platons Ontologie, um die Frage nach dem ontologischen Status der gegenstandsfreien Kunst zu erörtern.

6. Schluss: Die Arbeit resümiert die Entwicklung Baumeisters zur Abstraktion und stellt fest, dass er trotz der Radikalisierung stets einen Bezug zu Mythen und Geschichte bewahrte.

Schlüsselwörter

Willi Baumeister, abstrakte Kunst, Schachspiel, Abstraktion, Werkgruppe, Formensprache, Bildwirklichkeit, Platon, Ontologie, Ideogramme, Eidos-Bilder, Kunsttheorie, Moderne, Werkentwicklung, Reduktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Abstraktion im Schaffen von Willi Baumeister am Beispiel seiner Werkserie zum Thema Schachspiel.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die künstlerische Auseinandersetzung mit abstrakten Formen, die Reduktion auf das Wesentliche sowie die philosophische Reflexion über das Wesen der Darstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den formalen Abstraktionsprozess in Baumeisters Werk zu dokumentieren und zu hinterfragen, ob durch die Abstraktion ein höherer ontologischer Rang der Kunst erreicht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Analyse der Werke, ergänzt durch eine theoretische Auseinandersetzung mit kunstphilosophischen Begriffen wie Platons Formenlehre.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einordnung, eine Werkübersicht sowie die detaillierte Analyse der Schachspiel-Bilder und deren philosophische Deutung.

Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Abstraktion, Willi Baumeister, Schachspiel, Formensprache, Ontologie und Kunsttheorie charakterisiert.

Wie unterscheidet sich das Schachspiel-Bild von 1925 von dem von 1927?

Das Bild von 1925 nutzt noch eine gegenständliche Kulisse aus Spielern und Brett, während das Bild von 1927 diese Elemente auf eine reine, abstrakte Formensprache reduziert.

Warum zieht der Autor Platons Kunstauffassung zur Analyse heran?

Platons Philosophie dient dazu, die Frage zu klären, ob Baumeister durch die Abstraktion von der bloßen Nachahmung ("Mimesis") zu einer höheren, wesenhafteren Ebene der Darstellung gelangt.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Willi Baumeister - Immer abstrakter
Hochschule
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Note
1,0
Autor
Benjamin Thaler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V48073
ISBN (eBook)
9783638448741
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Willi Baumeister Immer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benjamin Thaler (Autor:in), 2005, Willi Baumeister - Immer abstrakter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48073
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Leseprobe aus  15  Seiten
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