Robert Gücker
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1.Vor dem Interview 3
1.1 Recherche 3
1.2 Am Drehort 4
2. Durchführen des Interviews 5
2.1 Die richtigen Fragen stellen 6
2.2 Die richtige Antwort geben 6
2.4 Strukturierung 7
2.3 Die zwei wichtigsten Fragen 8
3. Nach dem Interview 8
3.1 Schneiden des Materials 8
4. Literatur 10
2
„Das Wartenkönnen, die Geduld, das Zuhören und Nachfragen, das Zeitlassen für die Ent- faltung eines Gedankens, aber auch die Neugier und die Offenheit für das, was sich ergibt, daß man einen Raum schafft, in dem der andere sich entfalten kann, in dem seine Grundtöne zum Klingen kommen.“(Voss, 1996, S. 9)
Voss spricht eigentlich eher von einem Gespräch, ein Interview halten manche Dokumentaristen für eine inquisitorische Maßnahme (Roth, 1983). An dieser Stelle werden wir beim Begriff „Interview“ bleiben, dabei aber nicht vergessen, daß das Interview eine journalistische, zielgerichtete Methode ist, während das Gespräch eher zufällig zustandekommt, nicht manipulativ sein will und beide Seiten gleichberechtigt sein sollen.
Ein Interview führen zu können ist das Notwendigste überhaupt für Dokumentarfilmer. Selbst wenn das Interview hinterher gar nicht im fertigen Film auftaucht, ist es eine Methode, wichtige Informationen zu bekommen, die vielleicht als voice-over benutzt werden können. Oftmals wird in der Recherchephase ein Interview auch ohne Kamera geführt, einige Dokumentarfilmer empfehlen, auch solche Interviews mit Tonband aufzunehmen, um es vielleicht später noch verwenden zu können (Hampe, 1997).
1.Vor dem Interview
1.1 Recherche
Während der Recherche muß herausgefunden werden, wer was zu sagen hat. Von wem bekommt man eine spezielle Information? Warum werde ich mit der bestimmten Person ein Interview führen, was kann sie zur Aussage des Films beitragen? Vorgespräche sind notwendig, um all diese Fragen abzudecken. Manchmal trifft man auch auf Menschen, die im persönlichen Gespräch sehr natürlich wirken, aber sobald eine Kamera läuft „versteinern“ sie oder fangen an zu schauspielern.
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Als Interviewer muß man gut informiert sein über den Menschen und das Thema, welches man mit ihm beredet. Dieses Wissen braucht man, um die Richtung im Interview vorgeben zu können, dem Interviewpartner folgen zu können und Widersprüche erkennen zu können. Ebenso wichtig ist es, vorher herauszufinden, was man nicht weiß oder noch nicht in Erfahrung bringen konnte. Deshalb ist gründlichste Recherche und Informationsbeschaffung von besonderer Bedeutung. Bei dem Interview selbst muß man aber immer fragen, als ob man selbst sehr wenig Ahnung hat, schließlich fragt man stellvertretend für das Publikum, das sich ja nicht unbedingt in diese Thema stark hineingearbeitet hat und unter Umständen sehr wenig bis gar kein Vorwissen mitbringt.
1.2 Am Drehort
„Das wichtigste beim Drehen ist, daß man den Leuten ein bißchen erklärt, wie man selbst denkt im großen und ganzen, ohne daß man sich das Hemd aufreißt. Bevor man anfängt zu fragen“ (Voss, 1996, S. 107). Im allgemeinen informiert man die Menschen, die man interviewt über den Sinn und Zweck und die Aussage des Dokumentarfilms, in dem sie mitspielen werden. Informationen über den Auftraggeber, das Zielpublikum etc. können auch gegeben werden. Der Interviewte sollte in einer Situation gefilmt werden, in der er sich wohlfühlt, das können private oder öffentliche Plätze sein. Im Umgang mit den Menschen, die man filmt, sollte man vorher folgende Punkte erwähnen (vgl. im folgenden Hampe, 1997):
· Es gibt kein falsches Verhalten.
· Das Interview wird länger dauern als es im fertigen Film erscheinen wird.
· Man kann viele Sachen rausschneiden. Es gibt keine Fehler.
Mit den technischen Problemen des Films sollte man die Interviewten nicht belästigen. Beim Aufbau des Equipments und Einleuchten der Situation sind folgende Punkte wichtig:
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Robert Gücker, 1999, Das Interview im dokumentarischen Film, Munich, GRIN Publishing GmbH
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