Einleitung. 3
I. Theoretischer Rahmen: Einführung der Systemsanalyse 4
1.1. Definition des politischen Systems und seine Interaktion mit der Umwelt 4
1.2. Bestandteile des politischen Systems. 5
II. Die organisatorische Regulierung der Exekutive 7
2.1. Sicherung der Legitimität und Funktionalität der Beamtenschaft 7
2.2. Wahl vs. Losverfahren 9
2.3. Die Gestaltung und die Rolle des Rates. 10
2.4. Entmachtung des Areopags 12
III. Spannung zwischen Demokratie und Wirtschaft 14
Schlussfolgerungen. 16
Literaturverzeichnis 17
2
Einleitung
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Aufgabe, die Maßnahmen zu erläutern, die zur Sicherung diffuser Unterstützung der athenischer Demokratie eingesetzt wurden. Die Arbeit bezieht sich größtenteils auf das theoretische Modell von David Easton, welches in seinem bahnbrechenden Werk „A Systems Analysis of Political Life“ beschrieben ist. Es wird die These vertreten, dass ein politisches System insbesondere die Amtsgewalt und die Regierungsform zur Sicherung des eigenen Überlebens diffuse Unterstützung (diffuse support) benötigt.
Im ersten Kapitel wird das Model von Easton für Systemen-Analyse kurz vorgestellt. Insbesondere wird auf ein politisches System und seine Bestandteile eingegangen. Gleichzeitig werden die theoretischen Aussagen mit Beispielen aus der athenischen Demokratie untermauert.
Das zweite und dritte Kapitel sind mehr von analytischer Natur. Es werden die organisatorischen Kunstgriffen untersucht, auf die bei der Gestaltung von demokratischen Institutionen zurückgegriffen wurde. Einerseits sollten die Institutionen derart gestaltet werden, dass die verbindliche Verteilung von Werten möglichst viel Input liefert, d.h. den Output-Ausfall so klein wie möglich gehalten wird. Andererseits sollten die Institutionen durch die unmittelbare Partizipation der Bürger die Legitimität der Regierungsform fördern. Der Schwerpunkt der Analyse liegt eher in der Untersuchung und Darstellung der Wirkung einzelner Maßnahmen bei der Sicherung der diffusen Unterstützung des politischen Systems in Athen. Die ausführliche Beschreibung der Maßnahmen würde den Rahmen der Arbeit sprengen.
Das dritte Kapitel befasst sich mit Problemen, die aus der Wahl zwischen den politischen und wirtschaftlichen Tätigkeiten entstehen. Unter Bedingungen von direkter Demokratie, wo die politische Tätigkeit noch kein Beruf war, war der Verzicht auf die tägliche Erwerbstätigkeit für die überwiegend mittellosen Stimmberechtigten nicht so einfach. Es werden die Beweggründe und die Gestaltung des Diätensystems untersucht.
3
I. Theoretischer Rahmen: Einführung der Systemen-Analyse
1.1. Definition eines politischen Systems und seine Interaktion mit
der Umwelt
David Easton in seinem bahnbrechenden Werk “A Systems Analysis of Political Life” definiert ein politisches System als Wechselbeziehungen, durch welche die Wertgegenstände autoritativ verteilt werden. Diese Eigenschaft unterscheidet ein politisches System von anderen Systemen in seiner Umgebung. Das Verhalten eines politischen Systems kann nicht isoliert von seinen physischen, biologischen, sozialen und psychologischen Umfeldern betrachtet werden. Daher ist ein politisches System ein offenes System. Es ist den Einflüssen anderer Systeme, z.B. Wirtschaft, Kultur, soziale Strukturen ausgesetzt. Diese Einflüsse machen die Bedingungen unter denen die System-Mitglieder handeln müssen. Außerdem muss ein politisches System auf Herausforderungen bzw. Stress reagieren und sich ständig an neue Bedingungen anpassen.
Politische Systeme, die als persistierende bezeichnet werden können, müssen zwei grundlegende Funktionen erfolgreich erfüllen. Erstens, das System muss imstande sein, die Wertgegenstände in der Gesellschaft zu verteilen. Zweitens, die Mehrheit der System-Mitglieder muss diese Allokation als bindend erkennen. Wenn diese Funktionen nicht erfüllt sind oder ein kritisches Niveau unterschreiten, dann tritt politischer Stress auf und das System bricht zusammen.
Ein politisches System befindet sich in Austauschbeziehungen mit seiner Umwelt. Easton bezeichnet sämtliche Auswirkungen, die über die System-Grenze in die Richtung anderer Systeme weiterleitet werden, als Output und die gegenläufige Einflüsse als Inputs. Der Input dient als eine summarische Variable, die alles Wichtige für ein politisches System aus der Umwelt absorbiert. Er besteht aus Forderungen und Unterstützungen. Man kann eine Forderung definieren als „an expression of opinion that an authoritative allocation with regard to a particular subject matter should or should not be made by those responsible doing so“ (Easton 1965: 38). Normalerweise beabsichtigen die Forderungen eine konkrete Entscheidung und/oder Handlung seitens der Landesbehörden 1 .
Unterstützung heißt, dass die Gesellschaft fordert oder toleriert, dass dieses politische System ihre Forderungen in Outputs transformiert (vgl. Easton 1965: 153). Somit ist die
1 es geht hier um den englischen Begriff authorities
4
Unterstützung ein Gespür, das Easton durch die Intensität, den Geltungsbereich (Anzahl der Gesellschaftsmitglieder) und potentielle Wirksamkeit (Ressourcen und Fähigkeit zu handeln um das Unterstützungsobjekt zu verteidigen oder zu unterminieren) charakterisiert. Easton unterteilt die Unterstützung in direkte und diffuse Unterstützung. Die beiden unterscheiden sich in ihrem Ursprung und ihrer Geltungsdauer. Direkte Unterstützung ist ein Ergebnis von erfolgreicher Implementierung von ggf. speziellen Forderungen durch Outputs und ist eher kurzfristig. Sie schrumpft dramatisch sofern Output-Ausfall zustande kommt. Den Zusammenhang zwischen direkter Unterstützung und spezieller Forderungen kann man als quid pro quo 2 bezeichnen. Diffuse Unterstützung ist dagegen langfristig und beruht auf der Legitimität der Landesbehörden und ihr Geschick die nicht speziellen Forderungen, also die routinemäßigen Probleme der Gesellschaft, die keine große Aufmerksamkeit hervorrufen regelmäßig zu erfüllen. Diffuse Unterstützung ist wie ein Vertrauensvorrat, worauf die Amtsgewalt und politisches System insgesamt zugreift, wenn Output-Ausfall bzw. Stress auftritt (vgl. Easton 1965: 273).
Output beschreibt die Handlungsaktionen innerhalb des politischen Systems, d.h. Entscheidungen und Aktivitäten von Landesbehörden. Outputs beeinflussen nicht nur die Ereignisse in der Gesellschaft, sondern bestimmen jede nachfolgende Runde von Input (vgl. Easton 1965: 28). Ein politisches System ein Teil der Gesellschaft. Es gibt eine Rückkopplungsschleife, die einen Prozess beschreibt, durch den die Landesbehörden den politischen Stress bewältigen. Die Schleife besteht aus Produktion der Outputs der Landesbehörden, Reaktionen von Gesellschaftsmitgliedern, Benachrichtigung der Behörden über die Reaktionen und schließlich die mögliche Handlung von Landesbehörden.
1.2. Bestandteile des politischen Systems
David Easton sagt, dass das politische System aus politischer Gemeinschaft (political community) und einer Regierungsform (political regime) besteht. Die Gemeinschaft besteht aus allen Gesellschaftsmitgliedern, die relevante Ressourcen für das System haben. Sie können diese Ressourcen dem System zur Verfügung stellen 3 . Die Befriedigung der politischen Interessen ist für das System überlebenswichtig. Im Bezug auf Athen kann man zur politischen Gemeinschaft alle Bürger zählen, also diejenigen Bewohner, die politische Rechte besaßen.
2 aus dem Lateinischen: Leistung gegen Leistung
3 es gehr hier um Unterstützung als wichtigste Ressource für das politische System
5
Arbeit zitieren:
Dipl.-Kfm Roman Hinka, 2005, Maßnahmen zur Sicherung diffuser Unterstützung in athenischer Demokratie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Roman Hinka's Text Maßnahmen zur Sicherung diffuser Unterstützung in athenischer Demokratie ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Roman Hinka hat den Text Maßnahmen zur Sicherung diffuser Unterstützung in athenischer Demokratie veröffentlicht
Roman Hinka hat einen neuen Text hochgeladen
Luca Andrea Degunda (CH) / Kar...
Gisela Clement, Michael Schneider, Elizabeth Volk
Planung, Entscheidung und Voll...
Adrian Vatter, Fritz Sager, Frédéric Varone
Society and Democracy in Germany: Translation of Gesellschaft Und Demo...
Ralf Dahrendorf, Unknown
THERMO-DIFFUSION AND DIFFUSION-THERMO EFFECTS ON BOUNDARY LAYER FLOWS
THERMO-DIFFUSION AND DIFFUSION...
V. Ramachandra Prasad, B. Vasu, O. Anwar Beg
0 Kommentare