Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
3
2. Begriff Behinderung
3
3. Schweden
4
3.1. Sozialpolitische Grundlage 4
3.2. Integration durch Wohnen 5
3.3. Freizeit Beschäftigung und Arbeit 7
3.4. Das schwedische Assistenzmodell 7
4. USA
8
4.1. ADA Ein Gleichstellungsgesetz 8
4.2. Die Independent Living-Bewegung 8
4.3. Peer Support 9
5. Entwicklungsländer
10
5.1. Armut und Behinderung 11
5.2. Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung 11
5.3. Community Based Rehabilitation (CBR) 12
5.4. Beispiel Mama Aladie 14
6. Überlegungen zum Vergleich zu Deutschland
15
7. Schluss
16
8. Literaturverzeichnis
17
9. Anlagen
19
10. Selbständigkeitserklärung
20
1. Einleitung
Nach Schätzungen der WHO leben weltweit rund 500 Millionen Menschen, etwa 10 – 15 % der Gesamtbevölkerung, mit einer Behinderung, dass heißt sie sind blind, gehörlos, psychisch, geistig oder körperlich behindert. In Deutschland leben rund 6,6 Mio. behinderte Menschen (vgl. www.destatis.de 29.11.2005). Diese machen aber nur einen kleinen Teil der Gesamtzahl aus. Aus diesem Grund möchte ich mit dieser Arbeit einen Blick über den Tellerrand werfen und die Situation von behinderten Menschen in unserer Welt beleuchten. Da eine lückenlose Untersuchung bzw. Beschreibung der Lage, den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, habe ich meine Betrachtung auf einige Länder, wie die USA, Schweden und die Länder der sogenannten Dritten Welt, beschränkt.
Im Zusammenhang mit der Sit uation von behinderten Menschen in der Gesellschaft sollte vorerst geklärt werden welche Bereiche wichtig sind zu betrachten. Die Erfüllung von Bedürfnissen, wie Wohnen, Arbeit oder Freizeit scheinen ausschlaggebende Faktoren zur Beschreibung der Lage von Menschen mit Behinderung zu sein. In dieser Arbeit möchte ich aber teilweise auf die Wohnsituation von behinderten Menschen eingehen und vor allem darstellen was das jeweilige Land, im Zusammenhang mit der Arbeit für Menschen mit Behinderung, für behinderte Menschen tut und mit welchen Programmen es zu einem selbstbestimmten Leben der Betroffenen beiträgt.
Mit dieser Betrachtung möchte ich auch versuchen einen Vergleich zu Deutschland anzustellen bzw. herausfinden an welchem Punkt Deutschland im Gegensatz zu den anderen Ländern steht, ob es irgendwelche parallele Entwicklungen gibt oder ob sich vielleicht sogar mögliche Verbesserungsmöglichkeiten für Deutschland gibt.
2. Begriff – Behinderung
Um einen Einstieg in dieses Thema zu finden möchte ich kurz auf die Klärung des Begriffes Behinderung eingehen. Außerdem soll in diesem Abschnitt geklärt werden welche Reaktionen es auf bestimmte Behinderungen bzw. überhaupt auf behinderte Menschen in der Gesellschaft gibt.
Sowohl in den europäischen Ländern als auc h international allgemein gibt es eine große Bandbreite, was als Behinderung betrachtet wird und welche Methoden zu deren Bestimmung verwendet werden (vgl. Bürli 1997, S. 65). Die Weltgesundheitsorganisation spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Sie gibt mit der Internationalen Klassifikation der
3
Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (International Classification of Functioning, Disability and Health) von 2001 eine Grundlage für alle Mitgliedsstaaten der Vereinigten Nationen zur Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung und der relevanten Umgebungsfaktoren einer Person. Mit dieser Richtlinie kann zwar festgestellt werden wer eine Behinderung hat, aber wie damit nun in der Gesellschaft umgegangen wird ist eine andere Frage.
Behinderung wird gekennzeichnet durch die sozialen Folgen einer Schädigung, die innerhalb verschiedener Kulturen und Gesellschaften unterschiedliche Reaktionen, auf Grund verschiedener Minimalvorstellungen, hervorrufen können. Dass heißt eine Beeinträchtigung, die in unserem Kulturkreis bzw. in unserem gesellschaftlichen Kontext als Behinderung gilt, muss nicht zwangsläufig in anderen Gesellschaften auch als Behinderung angesehen werden. Cloerkes und Neubert haben bei ihrem Untersuchungen über behinderte Menschen in verschiedenen Kulturen nur eine Kultur, die Fellachen, ausfindig machen können bei der eine geistige Behinderung als heilig angesehen wird, bei allen anderen 24 untersuchten Kulturen wird sie als Andersartigkeit anerkannt (vgl. Cloerkes/Neubert 2001, S. 44). Insofern ist Behinderung auch immer das Ergebnis sozialer Bewertungsprozesse, woraus sich oft eine soziale Benachteilung des Menschen mit der Behinderung ergeben kann. Diesem Bewertungsprozess geht die Wahrnehmung eines typischen, außergewöhnlichen Merkmals voraus, wovon sofort auf eine Andersartigkeit, die negative Reaktionen hervorruft, geschlossen wird. Cloerkes und Neubert beschreiben dies so, dass erstens eine Spontanreaktion oder Aufmerksamkeit durch Merkmale der Behinderung im körperlichen, geistigen oder psychischen Bereich hervorgerufen wird und zweitens diesen ein negativer Wert zu geschrieben wird (vgl. Cloerkes/Neubert 2001, S. 34).
3. Schweden
Schweden erfreut sich des Rufs eines fortschrittlichen Sozialstaates und ist oft ein Vorbild für andere Länder im Hinblick auf die Arbeit mit behinderten Menschen. In diesem Abschnitt möchte ich auf das große Vorzeigeprogramm der Enthospitalisierung eingehen und darstellen wie Menschen mit Behinderungen in Schweden zu einem selbstbestimmten Leben verholfen wird.
3.1. Sozialpolitische Grundlage
Tragende Elemente der schwedischen Sozialpolitik sind der hohe Stellenwert der Vollbeschäftigung, die Vermeidung sozialer Selektionsprozesse und die kollektive
4
Verantwortung für das Wohlergehen des einzelnen (vgl. Puhl 1997, S. 111). Aus der Geschichte und aus der Tradition heraus entwickelte sich Schweden zu einem Wohlfahrtsstaat bei dem alle auf das Wohl des anderen bedacht waren. Dies bildet eine erhebliche gute und feste Grundlage für die Durchführung der Sozialpolitik in Schweden. Durch die Vermeidung sozialer Selektionsprozesse, lässt sich auch das Nichtvorhandsein von Sondergesetzen für behinderte Menschen erklären. Denn die skandinavische Tradition hält nic hts von diesen und es wird oft damit argumentiert, dass diese diskriminierend, ausgliedernd und stigmatisierend wirken (vgl. www.independentliving.org 5.11.2005) Doch scheint es so, dass in den Reihen der Betroffenen laute Stimmen aufkommen, die nach solchen Antidiskriminierungsgesetzen rufen. Denn Menschen mit Behinderung werden in Schweden zu den schwachen Gruppen der Gesellschaft, wie Alte, Einwanderer oder Alkoholiker gezählt und der Obhut des Staates empfohlen. Somit besitzen sie einen Sonderstatus, und damit auch das soziale Stigma, der Fürsorgebedürftigkeit (vgl. www.independentliving.org 5.11.1005). Die Erfüllung der sozialen Aufgaben ist in Schweden primär die Pflicht der Kommunen, nur für einige Spezialbereiche ist die Bezirksverwaltung zuständig (vgl. Puhl 1997, S. 114). Neben der sehr engen Verbindung von Politik und Verwaltung ist ein weiteres Merkmal der kommunalen Selbstverwaltung die Prinzipien der Dezentralisierung und der Verlagerung von Entscheidungen auf untere Ebenen (vgl. Puhl 1997, S. 115).
3.2. Integration durch Wohnen
Als Folge der Etablierung des Normalisierungsprinzips in den 60er Jahren, begannen die Schweden die offenen Fürsorge als wichtigstes Prinzip zu berücksichtigen und alles dafür zu tun Einweisungen in Anstalten zu vermeiden. Schon 1966 wurde ein Gesetz erlassen, welches besagt, dass alle neugebauten Arbeitsplätze und öffentliche Gebäude behindertengerecht gebaut werden müssen, dieses gilt seit 1977 genauso für den Wohnungsbau (vgl. www.independentliving.org 5.11.2005). Mit diesem Schritt sollte den Menschen zu einer besseren und würdevolleren Wohnsituation verholfen werden. So beschloss der schwedische Reichstag 1985, alle Pflegeheime durch einen Aufnahmestopp schrittweise aufzulösen (vgl. www.fdst.de 29.11.2005). Erst 1997 wurde ein spezielles Gesetz über den Abbau von Spezialkrankenhäusern und Pflegeheimen verabschiedet (vgl. Grunewald 2002, S. 245). Dies war das letzte endgültige Gesetz, welches den Abbau von Großheimen, denn sogenannten Anstalten, besiegelte.
Alle Mensch mit einer geistigen Behinderung oder einer Körperbehinderung, die früher in den unterschiedlichsten Spezialkliniken, Heimen, „Anstalten“ wohnten, leben heut in kleinen
5
Quote paper:
Susann Colditz, 2005, Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft - Ein internationaler Vergleich zur Integration und Selbstbestimmung -, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Entwurf einer pädagogischen Konzeption für eine integrative Tagesstätt...
Diploma Thesis, 196 Pages
Chancen und Grenzen von Sprachstandserhebungen am Beispiel von Delfin ...
Sociology - Individual, Groups, Society
Scholarly Research Paper, 21 Pages
Das Internet als neue Möglichkeit der beruflichen Integration von Mens...
Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Diploma Thesis, 80 Pages
Konstantin S. Stanislawski - Die psychologische Schauspielmethode sein...
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Empowerment als Methode der Sozialen Arbeit / Empowerment und geistige...
Termpaper, 28 Pages
Integrationsprojekte - Eine Arbeitsalternative und Integrationschance ...
Diploma Thesis, 128 Pages
The Method - Ein Überblick über die Schauspieltheorie nach Konstantin ...
Scholary Paper (Seminar), 10 Pages
Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber Menschen mit Behinderung
Sociology - Individual, Groups, Society
Scholarly Research Paper, 37 Pages
Die Auswirkung von Hörschädigungen auf den Spracherwerb
Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Termpaper, 11 Pages
Das Hilfeplanverfahren in der Jugendhilfe - ein Beitrag zur Evaluation...
Termpaper, 36 Pages
Frauen- und Kinderarbeit in der Zeit der Industrialisierung
History Europe - Other Countries - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Susann Colditz has published the text Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft - Ein internationaler Vergleich zur Integration und Selbstbestimmung -
Susann Colditz has uploaded a new text
Selbstbestimmung bei Menschen mit geistiger Behinderung?
Studie zur Theorie und Praxis ...
Jasmin Gutenberger
Soziale Arbeit mit Menschen mit Behinderung in Deutschland, Frankreich...
Dokumentation eines deutsch-fr...
Ludger Kolhoff, Thomas Assmann
Möglichkeiten der Selbstbestimmung im Arbeitskontext für Menschen mit ...
Jessika Wichmann, Cornelia Marx
Die internationale Steuerung der Selbstbestimmung und der Staatsentste...
Selbstbestimmung, Konfliktmana...
Urs Saxer
Politik und Recht für Menschen mit Behinderungen in Europa und Asien
Unter den Bedingungen des demo...
Bernd Baron von Maydell, Rainer Pitschas, Peter Pörtner, Bernd Schulte
Finanzielle Hilfen für Menschen mit Behinderung
Zuschüsse, Vergünstigungen , E...
Bernd Röger
Bedeutungen von pränataler Diagnostik für Menschen mit Behinderungen
Eine qualitative Studie
Jan Gerdts
0 comments