2
Inhaltsverzeichnis
1. Matthäus 6,25 - 34 2
1.1 Textkritik 3
1.2 Textsegmentierung nach Propositionen 4
1.3 Textabgrenzung 5
1.4 Textzusammenhang 5
1.5 Gattungsanalyse 6
1.6 Situationsanalyse 7
6.6.1 Der Verfasser und sein Ort 7
6.6.2 Sitz im Leben Jesu 8
6.6.3 Verfassungssituation 8
6.6.4 Situation der Gemeinde 9
6.6.5 Wirkungsgeschichte 9
1.7 Traditionsanalyse 10
1.8 Redaktionsanalyse 10
1.9 Motivanalyse 12
2. nbo e r n t e n 13
2.1 Bedeutung in Mt 6,35-33 14
2.2 Bedeutung im Neuen Testament 14
3. Verzeichnis über die in der Arbeit verwendeten Bibelzitate 15
4. Zusatz Redaktionsanalyse 18
5. Literaturverzeichnis 20
3
1. Matthäus 6,25-34
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25 Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?
26 Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
27 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kurze Zeitspanne verlängern?
28 Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. 29 Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
30 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgens ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
1 Nestle-Aland: Das Neue Testament. Griechisch und Deutsch, 14f.
4
31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
32 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen: dann wird euch alles andere dazugegeben.
34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage 2 .
1.1 Textkritik
Schon im Vers 25 findet sich die erste Unstimmigkeit zwischen den unterschiedlichen Handschriften. So dürfte die lange Fassung mit Õq¬m¬gqbtrotz aufgrund einer Entsprechung zu Vers 31 (Ô*R¬m¬tjbk) der ursprünglichen Fassung näher kommen als die Kurzfassung. Dagegen spricht jedoch eine formale Unsymmetrie. 3 Joachim Gnilka spricht davon, dass die Langfassung beizubehalten ist, da sie mit den Versen 26 und 31 eine Dreierstruktur bildet. Weniger wahrscheinlich dürfte der Anschluss mit h^sein, wie es in der Bearbeitung des syrischen Textes durch Philoxenus zu finden ist 4 . Im Vers 28 lautet der bevorzugte Text lÃhlmfîpfklÃakÌnlrpfk*wie es im Sinaiticus 1 u. a. zu finden ist 5 . „Wahrscheinlich las der Sinaiticus ursprünglich: lÃuslrpfk&;u^klrpfk'lÃakÌnlrpfklÃahlmfîpfk,Wegen des Dreierschemas verdient diese LA Beachtung“ 6 .
Auch Vers 33 ist mit einer textlichen Unsicherheit behaftet. In vielen Handschriften findet man die Variation: Findet zuerst die Herrschaft Gottes und seine Gerechtigkeit. Da sich das Possessivpronomen ^Ãql¾auf åm^qÍoim Vers 32 bezieht und Herrschaft und Gerechtigkeit zusammenfasst, ist die Version des Sinaiticus zu jedoch zu bevorzugen 7 .
2 Nestle-Aland, Neues Testament 14f
3 Vgl. Luz, Mt 472
4 Vgl. Gnilka, Mt 247
5 Vgl. Gnilka, Mt 248
6 Gnilka, Mt 248
7 Gnilka, Mt 250
5
1.2 Textsegmentierung nach Propositionen 25 A Deswegen sage ich euch: B Sorgt euch nicht um euer Leben C und darum, dass ihr etwas zu essen D habt, E noch um euren Leib F und darum, dass ihr etwas anzuziehen G habt. H Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung I und der Leib wichtiger als die Kleidung? 26 A Seht euch die Vögel des Himmels an: B Sie säen nicht, C sie ernten nicht D und sammeln keine Vorräte in Scheunen; E euer himmlischer Vater ernährt sie. F Seid ihr nicht viel mehr wert G als sie? 27 A Wer kann mit seiner Sorge B sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? 28 A Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? B Lernt von den Lilien, C die auf dem Feld wachsen: D Sie arbeiten nicht E und spinnen nicht. 29 A Doch ich sage euch: B Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet C wie eine von ihnen. 30 A Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, B das heute auf dem Feld steht C und morgen ins Feuer geworfen wird, D wie viel mehr dann euch, G ihr Kleingläubigen? 31 A Macht euch also keine Sorgen B und fragt nicht: C Was sollen wir essen? D Was sollen wir trinken? E Was sollen wir anziehen? 32 A Denn um all das geht es den Heiden. B Euer himmlischer Vater weiß, C dass ihr das alles braucht. 33 A Euch aber muss es zuerst um sein Reich B und seine Gerechtigkeit C gehen; D dann wird euch alles andere dazugegeben. 34 A Sorgt euch also nicht um morgen; B denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. C Jeder Tag hat genug eigene Plage.
6
1.3 Textabgrenzung
Mt 6,25-34 muss im Zusammenhang mit, und vor allem als Teil der in 5,1 beginnenden Bergpredigt gesehen werden, die neben den Seligpreisungen auch weitere Charakteristika und Handlungsmöglichkeiten eines vom Glauben an Gott erfüllten Menschen beschreibt. So gehört Mt 6,25-34 zu dem Teil der Bergpredigt, der über falsche und rechte Sorge spricht, beginnend in 6,19. Die Perikope endet mit dem Vers 35 desselben Kapitels. Die Bergpredigt selbst endet in Kapitel 7, Vers 29. Die Stelle 6,25-34 knüpft mit Vers 25 an die vorhergehenden Lehren an und begründet, warum diese befolgt werden sollen 8 . Sie kann wie folgt grob gegliedert werden: Er beginnt mit einem Verbot (25), dessen Begründung aus der Erfahrung abgeleitet wird. Es folgt eine zweite, zu der ersten parallel laufende Begründung (28b-30), die mit einer kurzen Einleitung (28a) beginnt. In den Versen 31 bis 33 findet man eine Mahnung, welche die beiden vorhergehenden Verbote zusammenfasst. 9 „Auffällig in diesem geschlossenen Text sind vor allem die Verse 27 und 34, die das Formschema sprengen“ 10 .
1.4 Textzusammenhang
Die Einleiteworte Bf}ql¾ql(25A) stellen die Verbindung zum vorhergehenden Vers 24 und in weiterer Folge zu den Versen 19-24 dar und geben den Grund an, welcher der folgenden Rede zu Grunde liegt. Das handelnde Subjekt ist im Verb idtenthalten und daher nicht näher bestimmt. Aus dem Zusammenhang geht jedoch hervor, dass Jesus als Subjekt auftritt (4,23). Die Angesprochenen - ¿j®k- sinddas Volk, das sich um ihn versammelte (5,1). Es wird in weiterer Folge immer wieder angesprochen, alle weiteren Proformen, welche die Adressaten der Predigt betreffen, sind anaphorisch zu deuten 11 . Auch die Verbalformen in 25B C D, 26A F, 28A B, 31A C-E und 35A beziehen sich direkt auf die Hörer der Predigt. idtin Vers 29A beinhaltet wiederum Jesus als Subjekt. 25C-D bezieht sich direkt auf 25B. Beide Versabschnitte sind 25B als Nebensätze untergeordnet. 25E-F begründen, warum
8 Vgl. Luck, Mt 94
9 Vgl. Luz, Mt 473
10 Vgl. Luz, Mt 473
11 25A,B,C,D, 26A,E,F, 28A,B, 29A, 30D, 31A,B,C,D,E, 32B,C, 33A,B 34
Arbeit zitieren:
Gertraud Proßegger, 2005, Matthäusevangelium 6,25-34 - Analyse der Perikope und Bedeutung des Wortes ernten, München, GRIN Verlag GmbH
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