Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
I. Abkürzungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Status Quo und Kennzahlen der Börsen Shanghai und Shenzhen 2
3. Chinesische Marktsegmentierung und Investitionsmöglichkeiten für
ausl ändisches Kapital 3
3.1. Nicht-handelbare Aktien. 3
3.2. Handelbare Aktien 4
3.2.1. A-Aktien 4
3.2.2. B-Aktien 5
3.2.3. H-Aktien, Red Chips und andere Notierungen. 5
3.3. Qualified Foreign Institutional Investors 6
3.3.1. Vorbilder und Voraussetzungen 6
3.3.2. Erhoffte Auswirkungen auf die chinesischen Finanzmärkte. 6
3.3.3. Aktuelle Kennzahlen QFII. 7
4. Die chinesischen Börsen als Möglichkeit zur Unternehmensfinanzierung 7
4.1. Zulassungsverfahren und Zulassungsvoraussetzungen. 7
4.1.1. Ehemaliges Genehmigungsverfahren 7
4.1.2. Status Quo: Übergang zum Registrierungsverfahren 8
4.2. Bedeutung der chinesischen Börsen als Primärmarkt. 9
4.2.1. Kennzahlen chinesischer Aktienemissionen 9
4.2.2. Dominanz der heimischen Banken 9
4.3. Entwicklung des Primärmarkts 10
4.3.1. SME-Board in Shenzhen 10
4.3.2. Konkurrenz durch den Aktienmarkt Hongkongs. 10
5. Die Börse Hongkong als Gewinner der Defizite am chinesischen Aktienmarkt. 11
II. Anhang. III
III. Literaturverzeichnis V
IV. Internet-Verzeichnis IX
I. Abkürzungsverzeichnis
BIP Bruttoinlandsprodukt bzw. beziehungsweise ca. circa CAS Chinese Accounting Standard CSRC China Securities Regulatory Commission CSY China Statistical Yearbook € Euro GEM-Board Growth-Enterprise-Market-Board HK$ Hongkong Dollar IPO Initial Public Offering IAS International Accounting Standard(s) max. maximal mind. mindestens Mio. Millionen Mrd. Milliarden PBOC People’s Bank of China (Chinesische Zentralbank) PWC PricewaterhouseCoopers QFII Qualified Foreign Institutional Investors RMB Rinminbi, chinesische Landeswährung (1 RMB = 1 Yuan) s. siehe SAFE State Administration of Foreign Exchange SHSE Shanghai Stock Exchange SME-Board Small and Medium-sized Enterprises-Board sog. sogenannte SZSE Shenzhen Stock Exchange v.a. vor allem vgl. vergleiche u.a. unter anderem UBS Union Banc of Switzerland US$ Amerikanischer Dollar z.B. zum Beispiel
1. Einleitung
Die chinesische Wirtschaft wuchs im Jahr 2004 gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 9,5 % (Hawser 2005, 4). Für 2005 kündigte der Chefvolkswirt der chinesischen Statistikbehörde, Yao Jingyuan, einen Anstieg des BIP von 8,6 % an (vgl. http://boerse.ard.de/content/)
Ganz im Kontrast dazu steht die Entwicklung an den Aktienbörsen in Shanghai und Shenzhen, den wichtigsten Eigenkapitalmärkten des Landes: 2004 verlor der Shanghai Composite Index, der bedeutendste Aktienindex des Landes, fast 21 %, im laufenden Jahr sind es bis zum 30.09.2005 bereits 7 % (vgl. Anhang). Im gleichen Zeitraum (2004) konnte der Deutsche Aktien-Index um 6 % zulegen, die deutsche Wirtschaft wuchs jedoch nur um 1,7 % (vgl. Anhang; Statistisches Bundesamt 2005, 6).
Trotz hoher Wachstumsraten der chinesischen Wirtschaft und eines guten Umfelds auf den internationalen Börsen befinden sich die beiden chinesischen Aktienmärkte seit Mitte 2001 auf Talfahrt. Die Gründe für die anhaltend schlechte Performance chinesischer Aktien liegen vor allem an den Besonderheiten des chinesischen Aktienmarktes selbst: Die größten Defizite der Börsen in Shanghai und Shenzhen liegen gegenwärtig in
• der dualen Rolle des Staates als zugleich oberster Regulierer und größter Anteilseigner der Börse und somit in regulatorischen Defiziten,
• einer fehlenden Corporate Governance und Shareholder-Value in den Unternehmen,
• der hohen Anzahl spekulativer Anleger ohne Expertise,
• der Marktsegmentierung und dem dadurch limitierten Zufluss von Kapital und Erfahrung ausländischer Investoren,
• den beschränkten Zugangsmöglichkeiten zur Börse als Mittel zur Unternehmensfinanzierung.
Die vorliegende Arbeit gibt zu Beginn einen Überblick über die wichtigsten Daten zur Börsensituation der Volksrepublik China. Bei der Betrachtung des Status Quo und der Entwicklungsperspektiven des chinesischen Aktienmarktes wird der Schwerpunkt jedoch auf die beiden letztgenannten Defizite gelegt.
Dies geschieht im Hinblick auf die grundsätzlichen Funktionen der Börse als Primär- und Sekundärmarkt (vgl. Franke, Hax 2004, 53) und die besonderen Umstände in China: Einerseits benötigt die stark expandierende chinesische Wirtschaft die Börse als Kapitalgeber für weiteres Wachstum. Andererseits schafft der Aktienmarkt nur mit ausländischem Kapital, und somit externem Know-How, den Sprung vom bisherigen Emerging Market zum etablierten Börsenplatz.
2. Status Quo und Kennzahlen der Börsen Shanghai und Shenzhen
Der chinesische Aktienmarkt mit seinen Börsen in Shanghai und Shenzhen rangierte Ende 2004 mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 313,1 Mrd. € auf Rang 5 der asiatischen Börsen hinter Tokyo, Hongkong, Taiwan und Südkorea (vgl. SHSE 2004, 18; SZSE 2004, 17, 159-160 und eigene Berechnungen siehe Anhang)
Die Shanghaier Börse wurde im Dezember 1990 eröffnet, die Börse in Shenzhen nahm ihre Arbeit im Juni 1991 auf. Beide Börsen entstanden auf Bestreben der dortigen Provinzregierungen und wurden erst im Nachhinein von der Staatsführung im Rahmen der fortschreitenden Verwirklichung einer „Sozialistischen Marktwirtschaft“ offiziell genehmigt (Domes 1998, 6; Heilmann 2002, 16).
Die Entwicklung der Börsen in Shanghai (219,8 Mrd. € Marktkapitalisierung Ende 2004) und Shenzhen (93,3 Mrd. € Marktkapitalisierung Ende 2004) ist dabei auch für aufstrebende, junge Börsen (Emerging-Markets) rasant: Waren in Shanghai zu Beginn des Handels 1990 8 Firmen gelistet, vervielfachte sich diese Zahl bis zum Jahresende 2004 auf 837 Firmen, die insgesamt 881 Aktien an der Börse Shanghai emittiert hatten (China Statistical Yearbook (CSY) 2003, 163; Sanghai Stock Exchange (SHSE) 2004, 18). In Shenzhen wurde der Handel im Juni 1991 mit 6 Unternehmen aufgenommen. Bis zum 31.12.2004 waren dort 536 Firmen mit insgesamt 578 Aktien gelistet (CSY 2003; SZSE, 2004, 17).
War die Entwicklung der beiden Börsen bis Ende 1999 sowohl bezüglich der Anzahl gelisteter Unternehmen als auch bezüglich der Marktkapitalisierung in etwa gleich, so verstärkt sich seit 2000 der Trend zu Shanghai als wichtigstem Börsenplatz in China. Da in China jedes Unternehmen nur an einer der beiden Börsen notiert sein kann, ergibt sich als Gesamtzahl für den festlandchinesischen Markt 1373 gelistete Firmen und 1459 Aktien. Die unterschiedliche Anzahl an Firmen und dazugehörigen Aktien ergibt sich durch die spezielle Marktsegmentierung Chinas (siehe Punkt 3).
Überwacht und reguliert werden die beiden Wertpapiermärkte und ihre Teilnehmer seit der Einführung des Securities Law of the Republic of China im Dezember 1998 von der Staatlichen Wertpapieraufsichtskommission, der China Securities Regulatory Commission (CSRC) (vgl. Securities Law 1998, Artikel 166 und 167). Die Etablierung der CSRC und die damit einhergehende Zentralisierung der die Aktienmärkte betreffenden Entscheidungen führte zwar zu Verbesserungen im Bereich der Marktmanipulationen und der Qualität der gelisteten Unternehmen (Green 2004, 193-194). Im Vergleich zu den Regulierungsorganisationen anderer Staaten wie etwa der amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) ist die CSRC jedoch keine unabhängige Instanz, sondern de
facto an die Weisungen des chinesischen Staatsrats (die chinesische Exekutive) gebunden (Green 2004, 194-196).
Somit kann der Staat als zugleich größter Anteilseigner aller Unternehmen direkt Einfluss zu seinen Gunsten auf regulatorische Entscheidungen nehmen.
Auch Corporate Governance (Definition s. Prigge 199, 148) und Shareholder-Value (Definition s. Perridon, Steiner 2002, 15-16) entsprechen nicht dem internationalen Standard. So sehen Chu und Tally zwar einen Fortschritt in dem im Januar 2001 von der CSRC erlassenen Code of Corporate Governance for Listed Companies in China (CSRC 2001, 1), weisen jedoch auf weiterhin bestehende Benachteiligungen von Minderheitsaktionären hin (2003, 20-23).
3. Chinesische Marktsegmentierung und Investitionsmöglichkeiten für ausländisches
Kapital
3.1. Nicht-handelbare Aktien
Am Sekundärmarkt einer Börse können bereits emittierte Aktien gegen Geld von den Anlegern getauscht werden, wodurch Liquidität erzeugt wird (vgl. Spremann, Gantenbein 2005, 20).
In China machten die 64,7 Prozent nicht-handelbarer Aktien jedoch knapp zwei Drittel des gesamten Grundkapitals der börsennotierten Unternehmen im Jahr 2003 aus. Bei der gesamten Marktkapitalisierung betrug der Anteil nicht-handelbarer Aktien im gleichen Jahr sogar 69,0 % (CSY 2004, 6). Nicht handelbare Aktien untergliedern sich in Staatsaktien, Aktien juristischer Personen und Belegschaftsaktien.
Der eigentliche Eigentümer und Kontrolleur von Staatsaktien ist der State Council, der die Verwaltung der Aktien an das Finanzministerium und die staatliche Vermögensverwaltung übertragen hat (vgl. Green 2004, 29). Gemessen an der Gesamtanzahl nicht handelbarer Aktien machten Staatsaktien Ende 2004 74 % aus (vgl. Yu 2005, 2).
Die verbleibenden 26 % sind die Aktien juristischer Personen, die oft auch als C-Aktien bezeichnet werden. C-Aktien können nur von anderen juristischen Personen wie etwa Aktienunternehmen oder staatlichen Unternehmen mit mindestens einem nicht-staatlichen Eigner gehalten werden. Auch die Aktien juristischer Personen gelten gemeinhin als staatliche Aktien, da der Staat zumeist auch bei diesen Unternehmen der entscheidende Anteilseigner ist. Belegschaftsaktien sind ebenfalls nicht handelbare Aktien. Ihr Anteil ist jedoch unbedeutend gering und betrug beispielsweise an der Gesamtanzahl nicht-handelbarer Aktien an der Shanghai Stock Exchange im Jahr 2004 weniger als 0,2 %.
Der große Anteil nicht-handelbarer Aktien ist einer der Hauptgründe für die dauerhaft schlechte Entwicklung am chinesischen Aktienmarkt. Der Staat verfolgt als größter Anteils- eigner andere Interessen als die individuellen Minderheitsaktionäre (allgemeine Wohlfahrt vs.
Arbeit zitieren:
Felix Schaffelhofer, 2005, Status Quo und Entwicklungsperspektiven der Eigenkapitalmärkte in China, München, GRIN Verlag GmbH
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