Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis................................................................. S.1
1. Einleitung. S.2
2. Die Verstellung. S.4
2.1. Stärkegrade der Verstellung. S.4
2.2. Sonderformen der Simulation. S.4
2.2.1. Hypokrisie. S.4
2.2.2. Detractio. S.5
2.2.3. Impersonation. S.5
3. Höfische List und Politik. S.6
3.1. Der Höfling. S.6
3.2 Der König. S.7
3.3. Ansehen der List. S.7
4. El Conde Lucanor (exemplo I) S.8
4.1. Inhalt S.8
4.2. Die Verstellung im exemplo I. S.9
5. El mejor alcalde, el rey S.11
5.1. Inhalt S.11
5.2. Die Verstellung im „El mejor alcalde el rey“ S.13
6. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Texte. S.16
7. Bibliographie S.17
1
1. Einleitung
Die kluge Verstellung ist eine Verhaltensweise, die wir heutzutage nahezu schon fast unbewusst nutzen. Sie hat sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt. Einer der ersten, der den Begriff der klugen Verstellung prägte, war der lebenskluge spanische Jesuit Baltasar Gracián, der im 17. Jahrhundert seine Mitmenschen genau beobachtete und aus dem Umgang mit ihnen seine Schlüsse zog. Seine Errungenschaften werden noch heute genutzt. Besonders bei der Ausbildung von Managern, die mit seiner Hilfe bessere Führungskräfte werden sollen.
Ein Rat von Gracián ist zum Beispiel: „Verbinde Sanftmut mit Härte!“ Auf Führungsebenen, so auch im Unternehmen, kann sich nach Gracián auf Dauer nur derjenige halten, der charakterlich so disponiert ist, um die Klugheit der Schlange mit der Arglosigkeit der Taube in Einklang zu bringen. Ein Manager darf mithin weder als zu gerissen noch als ein belächelter Dummkopf erscheinen. Ist er ersteres, so misstraut man ihm, ist er letzteres, so wird er hintergangen. "Viel glaubt, wer nie lügt, und viel traut, wer nie täuscht. Es entspringt nicht allemal aus Dummheit, dass man betrogen wird, sondern bisweilen aus Güte. Man vereinige in sich die Taube und die Schlange, nicht als ein Ungeheuer, sondern vielmehr als ein Wunder" 1 . Anhand des „Exemplo I“ aus dem Buch „El Conde Lucanor“ von Don Juan Manuel und des Theaterstückes „El mejor alcalde, el rey“ von Lope de Vega, das erste Buch ist im Mittelalter und das zweite Werk zur Barockzeit entstanden, werde ich versuchen typische Aspekte der Verstellungskunst zu veranschaulichen.
Im ersten Teil werde ich einige Formen und Varianten der Verstellung näher erläutern. Im Anschluss daran stelle ich die Bedeutung der Kunst sich zu verstellen bei Hofe und der damaligen Politik dar. Es wird deutlich werden, dass das Mittel der Verstellung ein sehr wichtiges Werkzeug des Regierens war und ist. Hier wird das möglichst optimale Verhalten des Höflings, bzw. Beraters oder Ministers, und des Königs im Einzelnen beschrieben.
1 Glogowski, E. (2005)
2
Die letzten beiden Kapitel befassen sich mit den Verhaltensweisen der einzelnen Figuren aus den beiden Texten, die sich die Verstellungskunst und des klugen Verhaltens zunutze machen.
Lope de Vega Don Juan Manuel
3
2. Die Verstellung
2.1. Stärkegrade der Verstellung
Der Begriff der Verstellung wird seit der Antike in zwei Formen unterteilt, die sich beide auf die Darstellung des Sprechers selbst beziehen. Auf der einen Seite befindet sich die Simulation, die laut Ittig „die vorgespielte Präsenz dessen, was nicht existiert ist“ 2 , und die Dissimulation, die das verbirgt, was tatsächlich existiert.
Im Gegensatz zu Ittig nennt Francis Bacon noch zusätzlich eine dritte Form der Verstellung. Er unterscheidet drei Formen. Der erste und schwächste Grad seien Zurückhaltung und Verschwiegenheit (>reservation, and secrecy<), der zweite Dissimulation - >when a man lets fall signs an arguments, that he is not that he is< - und der dritte Simulation - >when a man industriously and expressly feigns and pretends to be that he is not<. (Müller) 3
Nach diesen unterschiedlichen Möglichkeiten der Verstellung wurde die Dissimulation als die passive und moralisch vertretbare Form aufgefasst, und die Simulation als aktive und moralisch verwerfliche Form angesehen.
2.2. Sonderformen der Simulation
2.2.1. Hypokrisie
Die Hypokrisie ist die wichtigste terminologisch fassbare Sonderform der Simulation. Sie gehört, laut Kierkegaard „in das Gebiet des Moralischen“ 4 . Der zentrale Aspekt der Hypokrisie besteht darin, dass ein schlechter Mensch versucht, Frömmigkeit und Tugendhaftigkeit vorzutäuschen. Aus diesem Grund wird der Begriff der Hypokrisie anstelle der wertneutralen Begriffe Simulation und Dissimulation verwendet, wenn der Akt der Verstellung moralisch und religiös verwerflich ist.
2 Müller, W.G. (1989), S.195
3 Müller, W.G. (1989), S.196
4 Müller, W.G. (1989), S.196
4
Arbeit zitieren:
Carlos Gomez Cortes, 2005, Die Kluge Verstellung bei Don Juan Manuel und Lope de Vega, München, GRIN Verlag GmbH
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