„»Wer für Erhaltung der radikal schuldigen und schäbigen Kultur plädiert, macht sich zum Helfershelfer, während, wer sich der Kultur verweigert, unmittelbar die Barbarei befördert, als welche Kultur sich enthüllte«. Die Antwort besteht in den Bemühungen Adornos um die Verbreitung politischer Bildung, die für ihn eins war mit der Erziehung zur Mündigkeit.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Die Darstellung der Biographie Adornos mit Bezug auf die
sozialen und individuellen Hintergründe
f ür seine Art des Denkens 5
3. Adornos Verhältnis von Individuum,
Gesellschaft und Bildung 9
4. Adornos Werke als Erklärungsversuch des Phänomens
rechtsradikaler Jugendlicher in (Ost)Deutschland 14
5. Zusammenfassung 15
Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
„Erziehung zur Mündigkeit sammelt Vorträge und Gespräche, die von 1959 bis 1969 im Hessischen Rundfunk gesendet wurden. Sie zeigen einen »anderen« Adorno als die meisten seiner Bücher: er wirkt unmittelbarer, kommunikativer, verständlicher; er leitet den Leser […] zum Mitdenken und schließlich zum Selbstdenken an. […]
So handelt es sich […] um eine Dokumentation über die praktischen Bemühungen eines Theoretikers, der nicht darauf verzichten konnte und wollte, seine Kritik am »Betrieb«, am »Ganzen« der erreichbaren Öffentlichkeit vorzutragen. Dabei treten auch ganz konkrete Vorschläge zutage, die geeignet sind, das Bild des bloßen Verneiners zu korrigieren. Das Theorie-Praxis-Verhältnis, das hier praktisch-theoretisch gegeben wird, bestimmt diese Dokumentation, die zugleich das Studium der Arbeitsmethode Adornos auf eine bislang ungewohnte Weise nuanciert. (Kadelbach in Adorno 1971, S. 2-8) Ausgehend von diesem Zitat werden in der folgenden Hausarbeit, basierend auf den Textgrundlagen von Theodor W. Adorno: „Erziehung nach Auschwitz“ und Erziehung zur Mündigkeit“, die Erziehungsvorstellungen Adornos dargestellt. Zu Beginn dieser Arbeit werden anhand von biographischen Daten das Leben Adornos aufgezeigt und Verbindungen von Biographie und seiner Denkweise gesucht. Anschließend folgt der Schwerpunkt dieser Arbeit, der in der Bearbeitung der beiden Texte Adornos liegt, wobei das Verhältnis von Individuum, Gesellschaft und Bildung berücksichtigt werden soll. Weiterhin wird der Frage nachgegangen, ob und wie die Arbeiten von Adorno zur Erklärung des Phänomens rechtsradikaler Jugendlicher in (Ost)Deutschland beitragen können. Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammenfassend dargestellt und Probleme bei der Bearbeitung der Texte und der Aufgaben kritisch betrachtet.
Ausgehend von der Vorlesung: Einführung in die Soziologie der Bildung und Erziehung sowie der beiden Texte Adornos mit der dazugehörigen Aufgabenstellung stieg das persönliche Interesse an dieser Ausarbeitung.
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2. Die Darstellung der Biographie Adornos mit Bezug auf die sozialen und individuellen Hintergründe für seine Art des Denkens „Theodor W. Adorno, einer der universellsten, facettenreichsten und nicht zuletzt auch einer der umstrittensten deutschen Denker dieses Jahrhunderts, hat mit seinem Werk eine ganze Generation beeinflusst. Als radikaler Kritiker von Kultur und Gesellschaft wurde er zu einem entscheidenden Inspirator der studentischen Protestbewegung der sechziger Jahre.“ (Paffrath 1992, S. 13) Am 11. September 1903 ist Theodor Ludwig Wiesengrund - Adorno als Sohn eines jüdischen Weingroßhändlers und einer deutschen Sängerin in Frankfurt am Main geboren. Er selbst beschrieb sein familiäres Umfeld als sehr theoretisch, politisch, künstlerisch und vor allem sehr musikalisch. Die Jugend Adornos war einerseits vom Kompositionsunterricht und andererseits von philosophischen Studien geprägt. Daraufhin begann er 1921 mit dem Studium der Philosophie, der Musikwissenschaft und der Psychologie in Frankfurt. Seine akademische Ausbildung war gekennzeichnet durch den in den zwanziger Jahren vorherrschenden Neukantianismus sowie durch die Lehren Husserls. Außerhalb der Hochschule beeinflussten ihn die Schriften von Lukás und Bloch. (vgl. Wiggerhaus 1987) „Auch bei Ardono wurde die Theorie vom Fetischcharakter der Ware und der allgemeinen Verdinglichung in der bürgerlich - kapitalistischen Gesellschaft zum Kern einer kritischen Sicht der Gesellschaft.“ (ebd., S. 15)
Mit einer Arbeit über „Die Transzendenz des Dinglichen und Noematischen in Husserls Phänomenologie“ promovierte Adorno 1924 bei Cornelius in Frankfurt und wurde Doktor der Philosophie. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Wien kehrte er 1927 nach Frankfurt zurück, wo er erste Versuche unternahm, Musik-und Ideologiekritik im Zusammenhang an den Kreis um Marx und Horkheimer zu verbinden. Mit dem Werk „Die Konstruktion des Ästhetischen bei Kierkegaard“ habilitierte Adorno 1930 bei Tillich, wobei diese Arbeit die erste philosophische Veröffentlichung von Adorno im Jahr 1933 darstellt. Die 1931 gehaltene Antrittsvorlesung als Privatdozent für Philosophie beinhaltete die
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Arbeit zitieren:
Carola Berg, 2003, Theodor W. Adornos Erziehung nach Auschwitz und Erziehung zur Mündigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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