Inhalt
1. Die generative Grammatik 2
1.1 Die Government-Binding Theorie 4
1.2 Grundlagen des X-bar Modells 4
2. Der Satz im X-bar Schema 7
2.1 Allgemeine Satzstruktur 7
2.2 Struktur von konjunktional eingeleiteten Nebensätzen,
V/1- und V/2 Sätzen 10
2.2.1 Struktur konjunktional eingeleiteter Nebensätze 12
2.2.2 Struktur eines V/1 Fragesatzes 13
2.3 Topikalisierung 14
2.4 Vergleich der CP-Struktur mit dem
Stellungsfeldermodell 15
2.5 Die Split-INFL Hypothese 16
3. Das Gesamtmodell und seine Weiterentwicklung 17
1
Ziel meiner Arbeit ist die Beschreibung des X-bar-Modells des Satzes. Dazu werde ich zunächst kurz in die generative Grammatik und den für das X-bar-Modell wichtigen Bereich der Government-Binding-Theorie einführen und die Grundlagen des X-bar-Modells erläutern.
1. Die generative Grammatik
Hauptbegründer und -vertreter der generativen Grammatik ist Noam Avram Chomsky, ein amerikanischer Sprachwissenschaftler. Innerhalb der generativen Grammatik wurden folgende Theorien entwickelt:
die Standardtheorie (um 1960/ 70)
die Government-Binding-Theorie, zu der das X-bar- Modell zählt (um 1980)
das Minimalistische Programm (um 1990) 1 die Optimalitätstheorie (neuster Forschungsansatz)
Man geht in der generativen Grammatik grundsätzlich davon aus, dass eine „angeborene Grunddisposition speziell für den Erwerb von grammatischem Wissen existiert, die als Universalgrammatik (UG) bezeichnet“ 2 wird [language acquisition device = LAD
(Spracherwerbsmechanismus)]. Diese Universalgrammatik muss, „so die Annahme der generativen Grammatik, aus allgemeinen Prinzipien und sprachspezifischen Parametern“ 3 bestehen. Zur Beschreibung von grammatikalischem Wissen versuchte man im Rahmen der generativen Grammatik Regeln, die den Aufbau grammatischer Strukturen aufzeigen, zu erarbeiten. Mithilfe von
1 vgl. Dürscheid, Christa: Syntax. Grundlagen und Theorien. Wiesbaden. 2000. S. 129
2 Ramers, Karl Heinz: Einführung in die Syntax. München. 2000. S.42
3 Dürscheid, Christa: Syntax. Grundlagen und Theorien. Wiesbaden. 2000. S. 131
2
Phrasenstrukturregeln sollten alle Phrasentypen natürlicher Sprachen erfasst werden, so dass Universalität gefordert war. Diese Phrasenstrukturregeln sollten im Zuge des Spracherwerbs erlernt werden können, so dass Lernbarkeit ein weiteres Kriterium dieser Regeln war. Gemäß der Standardtheorie der generativen Grammatik ist der syntaktische Teil wie folgt aufgebaut: Phrasenstrukturregeln und lexikalische Einsetzungsregeln, die
Subkategorisierungsregeln enthalten bilden die Basiskomponente und Transformationsregeln die Transformationskomponente. 4 Allerdings sind die Wissenschaftler an der Konzeption von allgemeingültigen Regeln, die alle syntaktischen Strukturen aufzeigen gescheitert. Beibehalten wurde die hierarchische Darstellung von Sätzen anhand von Baumdiagrammen und die Differenzierung zwischen Oberflächen- und Tiefenstruktur. Hierdurch können alle syntaktischen Konstruktionen eines Satzes aus einer einzigen Satzstruktur deriviert werden. Die abstakte Darstellungsebene von Sätzen wird als Tiefenstruktur bezeichnet, die Oberflächenstruktur entspricht konkreten syntaktischen Konstruktionen, die aus der Tiefenstruktur deriviert werden:
(1) (2)
a) Paul hat gestern gelesen. a) Anna holt Vater eine Zeitung.
b) Hat Paul gestern gelesen? b) Holt Anna Vater eine Zeitung?
c) Gestern hat Paul gelesen. c) Anna Vater eine Zeitung holt.
d) Paul gestern gelesen hat.
Es wird angenommen, dass das finite Verb in der Tiefenstruktur der deutschen Sprache am Satzende steht, da die verbalen Elemente nur im Rahmen der Verbendstellung eine Einheit bilden. 5 Die Tiefenstruktur ist in den Beispielen (1d) und (2c) sichtbar, aus der die darüber notierten verschiedenen Oberflächenstrukturen gebildet werden können.
4 vgl. Grewendorf, G.: Aspekte der deutschen Syntax. Tübingen. 1991. S. 33f.
5 Dürscheid, Christa: Syntax. Grundlagen und Theorien. Wiesbaden. 2000. S. 133
3
1.1 Die Government-Binding-Theorie
Grundlage der Government-Binding-Theorie ist die move-α-Regel, mit deren Hilfe sämtliche Transformationen im Rahmen der Government-Binding-Theorie ausdrücken lassen. Diese Regel besagt, dass man jede beliebige Konstituente (α) von einer Position x an eine Position y verschieben darf, wobei α für eine Phrase (XP) oder den Kopf einer Phrase (X 0 ) stehen kann. Bei der Transformation mithilfe der move-α-Regel muss allerdings beachtet werden, dass eine Phrase (XP) nur an eine Phrasenposition bewegt werden darf, genau wie ein Kopf (X 0 ) nur an eine Kopfposition bewegt werden darf.
1.2 Grundlagen des X-bar-Modells
Man geht in der X-bar-Theorie von Phrasenstrukturen aus, die allgemein als XP bezeichnet werden. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen folgenden Phrasen: VP Verbalphrase NP Nominalphrase AP Adjektivphrase PP Präpositionalphrase
Alle Phrasen sind gleich aufgebaut und weisen das Prinzip der Endozentrität auf, sie haben also einen Kopf, der seine Eigenschaften auf die gesamte Phrase überträgt.
Möchte man nun den Ausdruck
die Hose des Jungen
in einer allgemein gängigen Phrasenstruktur darstellen, so ergibt sich folgende Struktur: (3)
Det.
die Hose des Jungen
4
Eine solche Struktur reicht jedoch zur korrekten Erfassung dieses Ausdrucks (und damit auch anderer Phrasenstrukturen) nicht aus. Mit Hilfe von Konstituententests, wie z.B. dem Tilgungstest, lässt sich zeigen, dass die Wortkette Hose des Jungen offensichtlich eine eigene Konstituente bildet.
(4) Die Hose des Jungen und jene ________ .
Für diese Konstituente muss also ein weiterer Knoten geschaffen werden: (5)
Det.
die
Das Fragezeichen zeigt an, dass bisher keine Bezeichnung für einen weiteren Knoten an dieser Stelle vorhanden war, obwohl wir definitiv eine Struktur erzeugen können, in der es zwischen dem Kopf und der Phrase noch eine weitere Stufe geben kann. Das X-bar-Schema gibt eine Lösung dieses Problems mit der Bezeichnung N’ für diesen Knoten. Daraus ergibt sich die Verallgemeinerung, dass eine XP einen Knoten mit der Bezeichnung X’ dominiert, der wiederum den Kopf X 0 der Phrase dominiert. Weiterhin wird angenommen, dass sich beliebig viele Stufen zwischen dem Kopf und der Phrase befinden können, die mit weiteren Apostrophen (bars) gekennzeichnet werden. „Die Komplexitätserweiterung X’’, X’ einer lexikalischen Kategorie X nennt man Projektionen von X“ 6 , die maximale Projektion (also die mit den meisten Apostrophen) XP. Eine auf alle Phrasen anwendbare Struktur ergibt sich mit folgenden Elementen:
6 Grewendorf, G.: Aspekte der deutschen Syntax. Tübingen. 1991. S. 42
5
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Nadine Hey, 2004, Satzstruktur in der generativen Grammatik - Das X-bar-Modell des Satzes, Munich, GRIN Publishing GmbH
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