Gegenstand der hier vorgestellten Hausarbeit ist die Erörterung substanzieller Aspekte des Einsatzes von Planspielen in der ökonomischen Hochschulausbildung. Einführend werden zunächst die methodischen und organisatorischen Grundlagen des Planspiels dargestellt. Alsdann folgt eine Betrachtung der Motive die für und gegen die Integration dieser Lehr- und Lernmethode sprechen. Den Schwerpunkt bilden die intendierten Lernziele und Faktoren die für eine erfolgreiche Spieldurchführung relevant sind. Abschließend wird das Planspiel als Element des Hochschulcurriculums einer Evaluation unterzogen. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der im Rahmen einer Studie ermittelten Qualifikationsanforderungen an Berufsanfänger betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Planspiele und die Freifrau von Ebner-Eschenbach
2 Grundlagen zu Planspielen
2.1 Definition und Begriffsklärung
2.2 Lernspezifische Charakteristika
2.3 Klassifikation und Eignung
2.3.1 Betrieblicher Umfang
2.3.2 Konkretisierungsgrad
2.3.3 Interaktion zwischen den Spielteilnehmern
2.3.4 Determination
2.3.5 Regelgebundenheit und Freiheitsgrad
2.3.6 Zusammensetzung der Spielergruppen
2.3.7 Datenverarbeitung
2.3.8 Komplexität
3 Anwendungsbereich Hochschulausbildung
3.1 Beweggründe für den Einsatz
3.2 Lernziele
3.3 Zielführende Wirkungsfaktoren
3.3.1 Attribute der Planspielleitung
3.3.2 Attribute der Planspielteilnehmer
3.3.3 Konstruktion des Planspielmodells
3.3.4 Arrangement des Planspiels
3.4 Realisierung von Planspielen
3.4.1 Vorbereitungsperiode
3.4.1.1 Zeitpunkt und Ablauf
3.4.1.2 Durchführungsform
3.4.1.3 Inhaltliche Einbindung
3.4.1.4 Selektion der Planspielvariante
3.4.1.5 Praktische und organisatorische Vorbereitungen
3.4.2 Einführungsphase
3.4.3 Spielphase
3.4.4 Auswertung- und Nachbereitungsphase
4 Evaluation
4.1 Didaktisch-pädagogische Aspekte
4.2 Fachliche Gesichtspunkte
4.3 Evaluierung des Lernerfolges
5 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Planspielen in der ökonomischen Hochschulausbildung als integrative Lehr- und Lernmethode. Ziel ist es, die didaktische Wirksamkeit und die methodischen Grundlagen dieser Simulationen zu erörtern und ihren Beitrag zur Vermittlung von handlungsorientierten Kompetenzen, wie vernetztem und unternehmerischem Denken, zu bewerten.
- Methodische und organisatorische Grundlagen von Planspielen
- Entwicklung und Einsatz von Planspielen in der Hochschullehre
- Didaktische Lernziele und die Bedeutung von Schlüsselqualifikationen
- Evaluation des Lernerfolgs und Anforderungssituationen an Hochschulabsolventen
Auszug aus dem Buch
1 Planspiele und die Freifrau von Ebner-Eschenbach
Beschäftigt man sich mit Theorie und Praxis der Planspiele, so stößt man unweigerlich sowohl in der Fachliteratur als auch auf einschlägigen Websites immer wieder auf die Sentenz „learning business by doing business“. Auch in persönlichen Erfahrungsberichten von Teilnehmern oder Spielleitern wird sie gerne zitiert. Fallweise liest man die sinnentsprechende Abwandlung „learning by experimenting“. Diese Aphorismen bringen in prägnant-griffiger Form zum Ausdruck, was Planspiele als Lehr- und Lernmethode kennzeichnet: Sie integrieren das Lernen, Arbeiten und Spielen. Damit repräsentieren sie eine Methodik, die im Gegensatz zu traditionellen Unterrichtsmethoden, wie beispielsweise der Vorlesung, von den Studierenden eine aktive Beteiligung an der Veranstaltung erfordert, die sich nicht lediglich auf das mehr oder weniger konzentrierte Zuhören und Mitschreiben beschränkt. Jedem Teilnehmer wird im Planspiel eine determinierte Rolle zugewiesen, die mit entsprechend auszuführenden Aufgaben und Tätigkeiten verbunden ist. Dabei dürfen Fehler begangen werden, ohne dass die Lernenden deren negative Konsequenzen fürchten müssen. Das daraus resultierende „Lernen durch Tun“ führt letztlich zu einem Höchstgrad an Lerneffizienz. Sonach dürfte Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach, deren Feder der Sinnspruch „Vieles erfahren haben, heißt noch nicht Erfahrung zu besitzen“ entsprang, die Planspielmethode begrüßt haben. Zu deren Lebzeiten fand diese bereits Anwendung − wiewohl nicht zur ökonomischen Schulung, sondern in adaptierter Form im militärischen Bereich. Dazu mehr im Anhang − Entstehungsgeschichte der Planspiele.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Planspiele und die Freifrau von Ebner-Eschenbach: Einleitung in die Thematik der Planspiele und deren Bedeutung für das Lernen durch aktives Tun im Vergleich zur traditionellen Vorlesung.
2 Grundlagen zu Planspielen: Definition, Klassifikation und funktionale Merkmale von Planspielen, einschließlich der Rolle von Spielumgebung und Modellkomplexität.
3 Anwendungsbereich Hochschulausbildung: Erörterung der Beweggründe, Lernziele und der praktischen Realisierung von Planspielseminaren im universitären Curriculum.
4 Evaluation: Bewertung des Einsatzes von Planspielen aus didaktisch-pädagogischer und fachlicher Sicht sowie Diskussion von Methoden zur Lernerfolgskontrolle.
5 Zusammenfassung: Abschließendes Fazit zur Wirksamkeit der Planspielmethode bei der Vermittlung von Qualifikationen für die berufliche Praxis.
Schlüsselwörter
Planspiel, Unternehmensplanspiel, Unternehmenssimulation, Simulation, Hochschulunterricht, Vernetztes Denken, Unternehmerisches Denken, Lernmethode, Handlungsorientierung, Schlüsselqualifikationen, Lernerfolg, Didaktik, Wissensvermittlung, Methodentraining.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erörterung substanzieller Aspekte des Einsatzes von Planspielen als integrative Lehr- und Lernmethode innerhalb der wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulausbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf den methodischen Grundlagen von Planspielen, den Anforderungen an die Spielleitung und Teilnehmer, der Evaluation des Lernerfolgs sowie der gezielten Förderung von Sozial- und Methodenkompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vorstellung der wesentlichen Aspekte der Planspielnutzung, um Hochschullehrern, Studierenden und Interessierten den Mehrwert und die effiziente Implementierung dieser handlungsorientierten Methode aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und greift zudem auf Ergebnisse empirischer Untersuchungen sowie auf methodische Klassifikationsmodelle zurück, um den Einsatz von Planspielen zu legitimieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen zu Planspielen, den spezifischen Anwendungsbereich in der Hochschullehre inklusive detaillierter Ablaufphasen sowie eine kritische Evaluation der Methode.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Planspiel, Unternehmenssimulation, vernetztes Denken, Handlungsorientierung, didaktische Effizienz und Schlüsselqualifikationen.
Warum wird im Text der "Ende-Effekt" thematisiert?
Der "Ende-Effekt" beschreibt das Verhalten von Teilnehmern, gegen Ende des Seminars Entscheidungen nur noch eindimensional auf das Ergebnis auszurichten, was das eigentliche Lernziel der kontinuierlichen Planung gefährden kann.
Welche Bedeutung kommt der "Trial-and-Error-Methode" zu?
Diese Methode ist zentral für Planspiele, da sie den Lernenden ermöglicht, im risikofreien Umfeld aus Fehlentscheidungen zu lernen, diese zu reflektieren und ihr Vorgehen iterativ zu verbessern.
Wie unterscheidet sich die Vorbereitungsphase bei Eigenentwicklungen?
Bei Eigenentwicklungen setzt die Funktionalität des Modells eine detaillierte technische Kompetenz voraus, da die Lehrenden das System nicht nur anwenden, sondern dessen Struktur und Parameter selbst modifizieren müssen.
- Arbeit zitieren
- Burkhard Blumberger (Autor:in), 2005, Spielend lernen oder learning business by doing business - Planspiele als integrative Lern- und Lehrmethode in der wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52309