Gliederung
1 Einleitung 3
2 Darstellung der betriebswirtschaftlichen Problemstellung 3
3 Application Service Providing 4
3.1 Definition
3.2 Arten
3.3 ASP als Form des Outsourcing
3.4 Das ASP Basismodell
4 Fullservice im ASP Markt 7
4.1 Das Dienstleistungsspektrum
4.2 Das Angebot an Applikationen
4.3 Auswirkungen des Fullservice auf MU und Großunternehmen
4.4 Anwendungsbeispiel
5 Exkurs 12
5.1 Vergleich: Softwareleasung Standardsoftware und Individualsoftware
6 Ausblick 16
5.1 Wachstumsentwicklung des ASP Marktes
5.2 Wichtige Anbieter
7 Fazit 17
Begriffserklärung 18
Quellenangabe 19
2
1 Einleitung
Ausgangspunkt dieser Seminararbeit ist die betriebswirtschaftliche Problemstellung Businesszyklen mit Informationstechnologiezyklen zu synchronisieren. Dabei wird deutlich, welchen Einfluss die IT- Infrastruktur auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens hat.
In Kapitel 3 wird das Modell des Application Service Providing, das eine Lösungsmöglichkeit der Problemstellung aufzeigt, näher erläutert. Es wird speziell auf das Grundprinzip, die 2 Arten und das Basismodell eingegangen. Zusätzlich wird gezeigt, dass es sich bei ASP um eine Form des Outsourcings handelt.
Kapitel 4 befasst sich mit dem Fullservice im Markt des ASP mit seinem Dienstleistungsspektrum und dem Angebot an Applikationen bzw. Anwendungen. Die Auswirkung auf mittelständische und große Unternehmen wird hier ausführlich analysiert. Das Kapitel schließt mit einem Anwendungsbeispiel zur besseren Veranschaulichung.
Das fünfte Kapitel befasst sich mit den Vor- und Nachteilen bezüglich Softwareleasing, Standard- und Individualsoftware.
Als vorletztes Kapitel liefert das sechste einen Ausblick auf die Entwicklung des ASP- Marktes in der Zukunft.
Kapitel 7 zieht zusammenfassend ein Fazit.
2 Problemstellung
Achim Heidebrecht, Senior Consultant der META Group Deutschland: „Heutige Business- Zyklen verändern sich schneller als IT- Infrastrukturen. Daher wird die Fähigkeit einer raschen Umsetzung veränderter IT- Infrastruktur- Architekturen eine neue Kenngröße für das gesamte Unternehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zeitvorgaben für Implementierungen nicht mehr in Jahren, sondern in Monaten, wenn nicht gar in Wochen gesetzt werden.“
Achim Heidebrecht weist mit seiner Aussage auf das Problem hin, dass Businesszyklen schwer mit Informationstechnologiezyklen zu synchronisieren sind, da wirtschaftliche Abläufe sich schneller verändern als infrastrukturelle IT- Maßnahmen im Unternehmen durchführbar sind. 1 Es wird ein Weg zu finden sein, der dieses Problem zu lösen fähig ist.
In der heutigen Wirtschaft sieht sich das einzelne Unternehmen ständigen Veränderungen gegenüber, auf die kurzfristig zu reagieren ist.
Produktionsprozesse unterliegen einem fortwährenden technischen Fortschritt. Es treten vermehrt neue Wettbewerber auf den Markt, was Einfluss auf die Angebotspreise hat. Im Zuge der Globalisierung werden Reorganisationsmaßnahmen notwendig, da zusätzliche Standorte entstehen und somit Informationen u. a. größere Entfernungen zu überwinden haben.
Die genannten Beispiele führen alle zur Verschärfung des Wettbewerbsdrucks auf die Unternehmen. Um diesem standhalten zu können, muss die Unternehmung sich wirtschaftliche und technologische Vorteile in Bezug auf die Mitbewerber schaffen. Das gelingt in erster Linie durch eine schnelle Anpassung an die Geschäfts- und Unternehmensentwicklung, indem fortschrittliche Technologien integriert und Ausfallrisiken minimiert werden. So wird eine effiziente Wertschöpfung aufrechterhalten. Das ermöglicht
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jedoch nur eine, auf neuesten Erkenntnissen beruhende, Informationstechnologie, die unternehmensbedeutsame Anwendungen, wie z.B. Ressourcenmanagement- , Kundenbeziehungsmanagement- und Kommunikationsprogramme anbietet und unterstützt. 2
Die eben beschriebenen Anpassungsreaktionen sind in der Regel mit enormen Aufwendungen verbunden.
Ursprünglich werden Unternehmensanwendungen in der internen IT- Infrastruktur eines Unternehmens implementiert. Für die Installation einer neuen Software benötigt das Unternehmen Lizenzen vom Softwareanbieter oder es entstehen Personalkosten für Programmierer. Zusätzlich muss die IT- Abteilung oder eine Drittfirma die Software auf den Systemen installieren. Das bedeutet Anfangsinvestitionen in Lizenzen, Hard- und Software, sowie in das implementierende Personal. Das nun aufgebaute System muss für die Gewährleistung eines störungsfreien Betriebes gewartet werden. „Die Softwarewartung umfasst Aktivitäten wie regelmäßige Backups, Einspielen und Beschaffen von Bugfixes, sowie Upgrades der Anwendung und führt zu weiteren laufenden Ausgaben. [...].“ 3
D.h. es wird eine großzügige IT- Abteilung im eigenen Unternehmen aufgebaut, die mit teuren gut ausgebildeten Spezialisten ausgestattet ist. Diese Mitarbeiter werden nötig, da ständig neue technische Ansätze in die Anwendungen eingebunden werden und in kurzer Zeit der Abteilung zur Verfügung stehen müssen. Zu dem Kostenfaktor Fachkräfte kommt folglich der Kostenfaktor Hardware hinzu, die mit ihrem Leistungsprofil den Anforderungen der Software entsprechen sollte.
Diese finanzielle Belastung wäre von kleinen und mittelständischen Unternehmen kaum zu tragen. Großen Unternehmen entstehen Kosten, die die Wirtschaftlichkeit, also das Verhältnis von Ergebnis und Mitteleinsatz, belasten kann. Zusätzlich lenkt die notwendige IT- Arbeit vom Kerngeschäft der Unternehmung ab.
3 Application Service Providing als Lösung
Das Konzept des Application- Service- Providing (ASP) versucht eine Lösung anzubieten.
3.1 Definition
Unter Application Service Providing ist das Mieten von Software von einem AS- Anbieter zu verstehen.
ASPs umschließen eine Vielzahl von Anwendungen auf einem zentralen Server des dienstleistenden Unternehmens, der über ein Netzwerk mit den Unternehmen kommuniziert. Die Softwareanwendungen gehören dem AS- Anbieter und sind durch eine Vereinbarung mit dem Softwarehersteller schon lizenziert. Sie werden in einem Rechenzentrum und nicht beim einzelnen Kunden gehostet und verwaltet. Weiterhin kümmert sich der Anbieter um die Sicherheit und Backups sowie die Störfallvorsorge. Die Daten der entsprechenden Unternehmen liegen hier beim Anbieter auf einem Datenbankserver vor.
Der Kunde greift über einen Browser oder ein internetfähiges Telefon auf die Anwendungen zu und ist daher räumlich und zeitlich flexibel. Alternativen für
2 Vgl.: www.comparex.de/download/whitepapers/cpa_asp_de.pdf
3 Sebastian Hockmann, Analyse des Application Service Providing Modells für den Mittelstand mit prototypischer Umsetzung, (31.05.2003),
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Übertragungsmedien sind auch virtuelle private Netze (VPN), Mietleitungen oder Satellitenverbindungen.
Für die Bereitstellung und Nutzung dieses Services ist eine von der Anzahl der Benutzer, der Anwendungen, der Transaktionen und der Verbindungszeit abhängige Gebühr zu entrichten. Die Gestaltung des Abrechnungssystems ist variabel gestaltbar. Beispielsweise kann die Onlinezeit rückwirkend abgerechnet oder eine monatliche Abopauschale erhoben werden (Abb.1).
3.2 Arten
Allgemein unterscheidet man zwei Arten von ASP. Bei der verbreitetsten Form, das ClientBased ASP, ist die Installation der Anwendung auf dem Rechner des Kunden nicht notwendig, da sie direkt über den Internetbrowser lauffähig ist. Das gewährleisten unter anderem HTML- und Javafähige Browser auf der Grundlage von so genannten Applets. Die zweite Form, ServerBased ASP, benötigt dahingegen die Installation eines Plug- Ins auf dem lokalen Rechner, um den Zugriff auf die Anwendungen des Servers zu gewährleisten.
3.3 ASP als Form des Outsourcings
ASP stellt eine Spezialform einer Outsourcing- Beziehung dar.
Es ist dabei als so genanntes „One- to- many- Angebot“ aufgebaut. Dies bedeutet, dass unterschiedliche Applikationen auf verschiedenen Servern abgelegt sind. Der Kunde hat nur Zugriff auf den Server, deren Dienstleistung er auch angemietet hat. So können viele Kunden den Dienst über eine gewisse Vertragslaufzeit in Anspruch nehmen. Das zieht aber auch eine fehlende Spezifizierung der Applikation auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens nach sich. Es geschieht hier nur eine bestimmt Ausrichtung auf die Zielgruppen bzw. Branchen. Dieser Sachverhalt unterscheidet ASP vom herkömmlichen Outsourcing, das die Server nach Kunden und nicht nach Anwendungen lädt und so auf Kundenbedürfnisse eingehen kann (Abb.2).
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3.4 Das ASP- Basismodell
Beim Basismodell des ASP liegt die gesamte Verantwortung für die Dienstleistungsgestaltung und den Betrieb der Anwendungen beim AS- Anbieter. Dieser erwirbt die Softwarelizenzen stellt die benötigte Hardware und die Netzwerke zur Verfügung. Der Kunde bezieht die Applikationen dann über eine Netzanbindung, z.B. über das Internet.
Die zur Verfügung gestellten Leistungen werden vertraglich in dem so genannten Service- Level- Agreement (SLA) vereinbart und festgeschrieben. Sie sind als verbindliche Leistungsnormen zu verstehen.
Aus der SLA- Gestaltung resultieren unterschiedliche Businesssysteme. Das SLA regelt die Qualität, in der der Provider seine Leistung anbietet und sein Vorgehen bei Störfällen und Qualitätsbeinbußen.
Die nachgefragten Dienstleistungen sind je nach Kundenwunsch aus verschiedenen Komponenten aufgebaut. Das jeweilige Angebot kann von Provider zu Provider unterschiedlich sein. Der Anbieter hält dabei den Kontakt zum Kunden über die Schnittstellenanwendung des Customer- Relationship- Management (Anwendung für Kundenbeschaffungs- und -beziehungsmanagement) aufrecht.
Abbildung 3 zeigt die Wertschöpfung innerhalb einer ASP- Beziehung die 6 Service- Level umfasst.
Level 1 bis 3 mit IT-Infrastruktur, Datenzentrum (Speicherung und Verwaltung) und Applikationen beschreiben das Kernstück eines solchen Vertrages. In Level 4- 6 befinden sich, das Angebot erweiternde Extraleistungen, wie Customizing (Anpassung der Anwendungen an die Betriebsprozesse), sowie Service- und Kundensupport. Indem Falle, dass der AS-Provider Level 1 bis 2 fremd bezieht, besteht auch zwischen Provider und Lieferant ein Service- Level- Agreement.
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Arbeit zitieren:
Romina Bullan, 2006, Application Service Providing , München, GRIN Verlag GmbH
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